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G-tt höchstpersönlich

G-tt höchstpersönlich

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Nun sollte die Zehnte Plage Ägypten heimsuchen. Und so sprach G-tt zu Mose: Um die Mitternacht ziehe Ich aus durch das Land Ägypten. In einem anderen Vers verkündete ihm G-tt: Und Ich werde vorüberziehen durch das Land Ägypten in dieser Nacht.

Die Thora verwendet in diesen zwei Versen für die Vollstreckung der Zehnten Plage verschiedene Ausdrücke: „ausziehen“ und „vorüberziehen“, welche verschiedene Bedeutungen haben. „Ausziehen“ bedeutet in unserem Zusammenhang das Erreichen eines bestimmten Ortes. „Vorbeiziehen“ hingegen drückt im Vergleich dazu einen nebensächlichen Akt aus.

So erklärt auch Raschi den Ausdruck „vorbeiziehen“: „Wie ein König, der von Ort zu Ort kommt und dabei auch die Frevler bestraft“.1 Das heißt, der König durchzieht diese Orte nur, um sein eigentliches Ziel zu erreichen, und dabei bestraft er die Ungerechten.

Der Einzug zur Befreiung

In der Nacht der Befreiung also geschah zweierlei: Das Ziehen G-ttes durch Ägypten, um Sein Volk Israel zu erlösen, und die Bestrafung der Erstgeborenen, welche im Vergleich zur Befreiung Israels nur eine Nebenrolle spielte.

Was war der hauptsächliche Grund G-ttes in Ägypten einzuziehen? – Die Kinder Israels aus ihrem seelischen Elend zu befreien, welche so sehr in die Unreinheit gesunken waren, dass zahlreiche von ihnen sogar in jener Nacht, in der sie G-tt ein Lamm opfern sollten, ihre ägyptischen Nachbarn aufsuchten um sich mit ihnen zu amüsieren! Dennoch kam G-tt nach Ägypten und unterschied selbst in solchen Häusern zwischen Ägyptern und Hebräern, um diese zu retten und jene zu schlagen.

Von der Liebe G-ttes zu Israel

Man kann sich kaum vorstellen, wie tief die Hebräer gesunken waren. Obwohl sie bereits neun wunderliche Plagen über Ägypten gesehen hatten, von denen sie und ihr Hab und Gut völlig verschont geblieben waren, und obwohl G-tt ihnen gebot das Pessachopfer darzubringen und in jener Nacht das Haus nicht zu verlassen, da G-tt durch Ägypten zieht und jeden Erstgeborenen erschlägt, missachteten sie das Gebot und selbst die Warnung G-ttes und verließen ihre Behausungen um mit ihren ägyptischen Nachbarn zu schwatzen!

Trotzdem aber offenbarte G-tt Seine Liebe zu allen Mitgliedern Seines Volkes und rettete sogar die niedrigsten Hebräer! Dafür zog G-tt selbst, als Ausdruck Seiner großen Liebe zu uns, durch Ägypten – nicht ein Engel und kein anderes geistiges Geschöpf – Er höchstpersönlich, von Haus zu Haus, um jeden Seines Volkes aus der Unreinheit Ägyptens herauszuholen! Die Tötung der ägyptischen Erstgeborenen stand bei dieser Aktion nur an zweiter Stelle und bedurfte nicht die höchstpersönliche Anwesenheit G-ttes.

Der Auszug aus dem Lehrhaus

Die Taten G-ttes lehren uns einerseits die wahrlich große Liebe G-ttes zu Seinem Volk, und andererseits sind sie uns Beispiel, wie wir mit unserem Nächsten umgehen sollen.

Es gibt welche, die jederzeit bereit sind mit einem anderen Juden zu lernen und ihm sein Judentum näher zu bringen, aber unter einer Bedingung – dieser muss wenigstens bereit sein ins Lehrhaus zu kommen. Aber dass sie das Lehrhaus verlassen und zu anderen Juden gehen, die womöglich „in der Unreinheit Ägyptens stecken“, kommt für sie überhaupt nicht in Frage.

So lernen wir von G-tt, Der sogar für solche unreinen Juden „von Seinem Himmelsthron hinabstieg“, um sie zu erlösen und zu Ihm näher zu bringen, dass auch wir jene Juden, die bis auf das niedrigste Niveau gesunken sind, aufzusuchen haben. Ihnen müssen wir von der großen Liebe G-ttes zu ihnen erzählen, Der uns nicht nur wie ein Vater seine Kinder liebt, sondern in jedem von uns Seinen einzigen Sohn sieht!

So wurde das hebräische Volk aus Ägypten erlöst, und auf eben diese Weise holt uns G-tt aus der letzten Galut – „Und ihr werdet einzeln aufgelesen, Kinder Israels2 – zur vollkommenen Erlösung sofort in unseren Tagen!

(Likutej Sichot, Band 1, Seite 119)

Fußnoten
1.

Raschi zu Exodus 12,12

2.

Jesaja 27,12

von Benjamin Sufiev
Benjamin Sufiev ist Publizist und Thoralehrer in Wien. Er ist Vater von vier Kindern und hat 2016 sein erstes Buch verfasst: Belebende Parascha – Thoradeutungen des Lubawitscher Rebben für die Gegenwart. Es ist hier erhältlich.
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