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Der Durchbrecher

Der Durchbrecher

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In der Thora erfahren wir von mehreren Zwillingsgeburten, genauer betrachtet, von zweien. Da waren Jakow und Esaw, und die Zwillinge Jehudas, Jakows Enkel.

Deren Eltern wussten sehr wohl, welche Unannehmlichkeiten Jakow wegen der Streitigkeit um das Erstgeborenenrecht durchmachen musste. Ihren Söhnen wollten sie das ersparen. Deshalb teilten sie der Hebamme mit, dass dem ersten Sohn, der geboren wird, sofort ein rotes Band um die Hand gebunden werden soll. Nicht immer aber verläuft alles nach Plan, und nachdem die Hebamme die erste Hand aus dem Mutterleib kommend erblickte und an sie das rote Band knüpfte, wurde die Hand wieder zurückgezogen, und der zweite Sohn drängte heftig und brach schließlich als erster durch. Daraufhin nannte man ihn Perez, den “Durchbrecher”; und sein Bruder erhielt den Namen Serach.

Maschiachs Vater

Unseren Meistern zufolge1 stand das Erstgeborenenrecht Serach zu, er verlor es aber wegen eines seiner Nachkommen, nämlich Achan, welcher zur Zeit Joschuas (des Nachfolgers Moses) lebte. Achan vergriff sich an der Beute des eroberten Jerichos, welches G-tt geheiligt worden war. Daraufhin erlitt das jüdische Volk schwere Verluste bei seinem weiteren Eroberungskrieg. So schwerwiegend war die Sünde, dass selbst Serach, mehrere Generationen davor, dafür büßen musste.

Aus Perez aber entstand ein völlig anderer Stammbaum: die Könige Israels aus dem Hause Dawid bis zum Maschiach selbst. Der Midrasch stellt sogar eine enge Verbindung zwischen dem letzten Erlöser und dem Namen Perez fest: „Perez, von ihm kommt der Maschiach, wie es heißt: Heran steigt der Durchbrecher vor ihnen her (ein Vers, der von dem Maschiach handelt).“2

Herr der Tschuwa

Umfassender betrachtet, symbolisieren Perez und Serach zwei Wege in der G-ttesarbeit: den Dienst der Zadikim und den der Baale Tschuwa.3 Serachs Name deutet auf „immerwährenden Sonnenschein“ (vom Hebräischen „scheinen“ abgeleitet), einen Zustand, der den Zadikim zugeschrieben wird. Perez aber, der “Durchbrecher”, steht für die Baale Tschuwa, deren Nähe zu G-tt durch ein inneres Erwachen und Durchbrechen zu Ihm erfolgt, eben wegen ihrer bisherigen Distanz.

Jeder der beiden Wege hat seine Besonderheit: Der Weg der Zadikim ist standfest, ohne Schwankungen oder plötzliche Veränderungen. Sie erleben einen ständigen, kontinuierlichen Aufstieg zu G-tt. Die Baale Tschuwa hingegen, da ihre Nähe zu G-tt unmittelbar nach ihrer langen Trennung von Ihm erfolgt, stecken voll geladener Energie und Sehnsucht ihrem Schöpfer immer näher und näher zu kommen. Bei ihrem drastischen Aufstieg können die Baale Tschuwa sprunghaft Ebenen erreichen, welche die stufenweise aufsteigenden Zadikim nicht erreichen können. Deshalb heißt es, dass die spirituelle Stufe, welche die Baale Tschuwa erreichen, selbst die größten Zadikim nicht erreichen können!

Die Rückkehr

Die Norm soll der Weg der Zadikim sein. G-tt will, dass jeder von uns ein Zadik wird. Deshalb war Serach beinahe der Erste. Aber da der Mensch auch Tiefen erlebt und Sünden auftreten, muss er auch manchmal einen „Durchbruch“ erzielen, um einen abnormalen Zustand zu korrigieren; dies war die Geburt von Perez, der Weg der Baale Tschuwa.

Auch die vollkommene Erlösung basiert auf diesem Prinzip, denn sie kommt erst nach dem Sündenfall, welcher Zerstörung und Galut verursachte, nach dem Zeitalter der Galut, in dem das jüdische Volk zu Baale Tschuwa wurde. Deshalb auch entspringt Maschiach aus dem Hause Dawid (Perez). Und dessen Hauptaufgabe wird es sein, jeden Juden, wo immer er auch sein mag, zur Tschuwa zu bewegen. Vor der Erlösung meistert er zwar diese Aufgabe mit großem Erfolg, aber erst mit seiner Offenbarung als der Maschiach werden auch die Entferntesten erwachen und ihren Weg zu G-tt finden. Denn es wird eine vollkommene Erlösung sein, welche die ganze Welt, vor allem aber jeden Juden, inkludiert!

(Likutej Sichot, Band 30, Seite 184)

Fußnoten
1.

Talmud, Sanhedrin 43b

2.

Agadat Bereschit, Kapitel 63 am Ende

3.

Baal Tschuwa; ein sündhafter Jude, der zu G-tt zurückgekehrt ist.

von Benjamin Sufiev
Benjamin Sufiev ist Publizist und Thoralehrer in Wien. Er ist Vater von vier Kindern und hat 2016 sein erstes Buch verfasst: Belebende Parascha – Thoradeutungen des Lubawitscher Rebben für die Gegenwart. Es ist hier erhältlich.
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