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Kampf der Stöcke

Kampf der Stöcke

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Bevor G-tt Mose und Aron zum Pharao entsandte, gab er ihnen ein Zeichen mit, welches die Allmacht G-ttes demonstrieren sollte − die Umwandlung von Arons Stock in eine Schlange. Dies machte Aron zwar, doch die Hexer Pharaos blieben ihm nichts schuldig und verwandelten auch ihre Stöcke in Schlangen. Schließlich aber bezwang der Stock Arons seine Rivalen, indem er sie verschlang.

Was hat es mit dem Kampf der Schlangen-Stöcke auf sich? Und welche Bedeutung hat das seltsame Wunder der Verschlingung der Hexer-Stöcke − woher kam dieses Wunder, von dem G-tt Mose nichts mitgeteilt hatte?

Ägyptische Götter

Das Schlangenduell war der erste Ausdruck des Konflikts zwischen Mose und dem Pharao. Ihm folgten die Zehn Plagen. Doch G-tt beabsichtigte nicht nur Ägypten mit den Plagen und Wundern zu strafen. Er wollte eine viel sensiblere Stelle des Pharaos treffen, nämlich durch die Zerschlagung des ägyptischen Weltbilds.

Auch der Pharao glaubte an den Einen Allmächtigen, welcher an der Spitze all seiner Götter stand. Doch die ägyptische Philosophie besagte, dass G-tt auf die Welt nicht einwirkt. Nach ihrer Erschaffung übergab Er sie der absoluten Kontrolle der Naturgesetze (Pharaos Göttern). Diese Ideologie zerschlug G-tt durch die Zehn Plagen, welche schrittweise das ägyptische Weltbild zerschmetterten. Die Einführung war das Wunder der Verschlingung der Hexer-Stöcke.

Die Energiequelle

Aron symbolisiert bei diesem Konflikt die Seite der Heiligkeit und sein Stock die Kraft, welche aus der Heiligkeit entspringt. Die Schlange steht für Ägypten1. Durch die Umwandlung des Stocks zur Schlange zeigte Aron dem Pharao, dass auch die Existenz der Schlange (Ägyptens, seiner Götter und der Naturgesetze) von der Heiligkeit stammt und ihr untergeben ist.

Dies konnte der Pharao nicht akzeptieren. Er ließ seine Hexer holen, welche die entgegengesetzte Kraft zur Heiligkeit verkörpern. Auch sie verwandelten ihre Stöcke in Schlangen und demonstrierten damit, dass Ägypten seine eigenen Energiequellen hat, die ein Gegengewicht zur Heiligkeit bilden.

Darauf kam die Antwort G-ttes: Und der Stock Arons verschlang ihre Stöcke. Damit machte G-tt dem Pharao eindeutig klar, dass die Kräfte des Bösen keinerlei eigene Macht besitzen und völlig von der Heiligkeit abhängen. G-tt kontrolliert sehr wohl die Welt und ihre Kräfte und ist alleiniger Herrscher über sie und ihre Geschöpfe. Die Verschlingung der Hexer-Stöcke traf den zentralen Kern der ägyptischen Ideologie, und die darauf folgenden Zehn Plagen zerschlugen Schritt für Schritt das ägyptische Weltbild.

In Sachen Erziehung

Aus den Ereignissen dieser Erzählung können wir einige Regeln für die Beziehung zu unserem Nächsten lernen: Zuallererst haben wir unserem Nächsten immer mit Liebe zu begegnen, wie es die Eigenschaft Arons war: „Er liebt den Frieden, liebt die Geschöpfe und bringt sie zur Thora näher.“2 Doch bei unserer ständigen Erziehungsarbeit treffen wir manchmal auf jemanden, der sich in Sachen gute Manieren und Judentum auf dem untersten Niveau befindet, und es bleibt keine andere Wahl als das Böse in ihm zu „zerschlagen“ − ihn auf den richtigen Weg zu bringen. Dabei muss man sich immer vor Augen halten, dass dieser Akt mit dem Stock Arons zu vollbringen ist − mit wahrer Nächstenliebe und Besorgnis um den Nächsten.

Eine zweite Regel: Wenn man das Schlechte im Nächsten „verschlingen“ will, muss das durch den Stock erfolgen und nicht durch die Schlange, wie der Vers sagt: Und der Stock Arons verschlang ihre Stöcke. Der Unterschied zwischen dem Stock und der Schlange liegt darin, dass der Stock leblos ist und somit Ruhe, Zurückhaltung und Kühnheit symbolisiert. Die Schlange hingegen steht für Zorn und Emotionen. Bei der Aufgabe unseren Nächsten auf den richtigen Weg zu bringen, müssen wir mit der richtigen Sensibilität und Kühnheit handeln, ohne jegliche Involvierung eigener Emotionen wie Aufregung und Zorn. Diese Erziehungsmethode ist auf alle anwendbar, von den Kindern bis zum Ehepartner.

(Likutej Sichot, Band 26, Seite 49)

Fußnoten
1.

Siehe Ezechiel 29,3

2.

Sprüche der Väter, Kapitel 1,12

von Benjamin Sufiev
Benjamin Sufiev ist Publizist und Thoralehrer in Wien. Er ist Vater von vier Kindern und hat 2016 sein erstes Buch verfasst: Belebende Parascha – Thoradeutungen des Lubawitscher Rebben für die Gegenwart. Es ist hier erhältlich.
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