Here's a great tip:
Enter your email address and we'll send you our weekly magazine by email with fresh, exciting and thoughtful content that will enrich your inbox and your life, week after week. And it's free.
Oh, and don't forget to like our facebook page too!
Kontakt

Alles über koschere Fische

Alles über koschere Fische

 E-Mail

Die Tora nennt zwei Merkmale zur Bestimmung, ob ein Fisch koscher ist: Flossen und Schuppen, die ein koscherer Fisch aufweisen muss.1 Gemäß Talmud2 hat jeder Fisch, der Schuppen hat, auch Flossen. Hat also ein Fisch Schuppen, kann er als ein koscherer Fisch angesehen werden.3

Wie bei allen Koscher-Regeln gibt die Tora keinen Grund dafür an, warum einzig ein Fisch mit diesen Zeichen als koscher betrachtet werden kann. Diese Gesetze werden als Chok (ein Gesetz jenseits des menschlichen Verstandes) bezeichnet.4

Definition der Schuppen

Gewisse Fische haben Schuppen während sie im Wasser sind, stoßen sie jedoch ab, sobald sie in Gefangenschaft geratenBei einem koscherem Fisch müssen die Schuppen mit bloßem Auge erkennbar5 und von der Haut des Fisches leicht entfernbar sein, sei es von Hand oder mittels Instrument.6 Falls die Schuppen erst entfernt werden können, nachdem der Fisch in kochendem Wasser eingeweicht wurde, gibt es unterschiedliche Meinungen, ob der Fisch als koscher betrachtet werden kann.7 Der Stör ist einer dieser Fische und wird nicht als koscher betrachtet.

Wenn der Fisch nicht ganz mit Schuppen bedeckt ist, sondern nur wenige Schuppen auf seiner Haut vorhanden sind, gilt er immer noch als koscher.8

Falls ein junger Fisch erst Schuppen bildet, wenn er älter wird, ist er koscher, selbst wenn sich bei ihm noch keine Schuppen bildeten.9 Hat hingegen eine Fischart Schuppen solange sie jung ist, jedoch nicht wenn sie heranreifen, kann dieser Fisch koscher sein oder nicht.10 Der Schwertfisch gehört zu dieser Kategorie und gilt als unkoscher.

Haben Fische nur im Wasser Schuppen und werfen diese ab, sobald sie gefangen und ans trockene Land gebracht werden, gelten sie als koscher.11 (Dazu gehört die spanische Makrele.)

Teilliste einiger koscherer Fische:

  • Weißer Thun (Albacore)
  • Barsch
  • Kabeljau / Dorsch
  • Flunder
  • Zackenbarsch
  • Flussbarsch (Egli)
  • Lachs
  • Schnapper
  • Forelle
  • Felchen (große Maräne)
  • Thunfische (jedoch nicht alle Arten)
  • Makrelen
  • Hecht
  • Karpfen
  • Hering
  • Buntbarsch (Tiapia)
  • Sardinen

Teilliste einiger unkoscherer Fische:

12
  • Wels (Katzenfisch)
  • Aale
  • Süßwasser-Dorsch (Trüsche)
  • Haifisch
  • Schwertfisch
  • Stör (Störkaviar)
  • Meeresfrüchte

Das Einkaufen koscherer Fische

Wir bitten den Fischhändler, Messer und Schneidebrett gründlich zu waschenBeim Fischkauf in einem Geschäft ohne Koscher-Überwachung müssen wir selbst gesehen haben, dass der betreffende Fisch Schuppen hat oder dass die Vertiefungen in der Haut, in denen sich die Schuppen befanden, sichtbar sind.13 Es reicht nicht aus, wenn das Geschäft für eine koschere Fischsorte wirbt.14 Ist der Fisch bereits ohne Gräten und wir sehen auf dem Filet Schuppen, gilt der Fisch als koscher, falls seine Einzelteile "zusammenpassen".15 Besser ist der Kauf eines ganzen Fisches, denn so kann er nicht von einem Messer zerlegt worden sein, das vielleicht vorher unkoschere Fische zubereitet hat.

Wir dürfen Lachs auch essen, wenn wir die Schuppen nicht sehen, da seine besondere Farbe als ausreichender Beweis seiner Identität gilt.

Kaufen wir Fisch von einem Händler, der auch mit unkoscheren Fischen handelt, so bitten wir den Fischhändler um gründliches Waschen des Messers und des Schneidebretts, das zur Entgrätung des Fisches benutzt wird.16 Besser ist das Mitbringen des eigenen Messers und Schneidebretts.17

Entgrätet der Fischhändler einen koscheren Fisch mit einem vorher nicht gewaschenen Messer, dann muss die Schnittfläche, die mit dem Messer in Berührung kam, mit dem eigenen Messer abgeschält werden, um unkoschere Überbleibsel zu entfernen.18

Meeresfrüchte

Jedes Meerestier, das keine Schuppen oder Flossen hat, ist nicht koscher, egal ob es wissenschaftlich als Fisch bezeichnet wird oder wie ein Fisch aussieht.19 Daher sind Walfische, Garnelen (Gambas), Krabben, Schalentiere, Tintenfisch, Hummer und Shrimp (Krevetten) alle nicht koscher.

Ein Fisch in einem anderen Fisch

Wenn ein koscherer Fisch im Bauch eines unkoscheren Fisches gefunden wird, wird dieser als koscher betrachtet. Wird umgekehrt ein unkoscherer Fisch im Bauch eines koscheren Fisches gefunden, bleibt dieser unkoscher.20

Kaviar / Rogen

Die Eier eines unkoscheren Fisches sind unkoscher, während die Eier eines koscheren Fisches koscher sind.21 Roggen gilt nur dann als koscher, wenn er von einem koscheren Fisch stammt. Daher sollte nur Kaviar gekauft werden, der eine verlässliche Koscher-Zertifizierung enthält.

Wann wird der Fisch als tot angesehen?

Es ist verboten, einen Fisch zu essen, solange dieser am Leben istEin Fisch muss nicht rituell geschächtet werden. Sobald der Fisch aus dem Wasser gezogen wird, gilt dieser als geschächtet.22 Es ist jedoch verboten, einen Fisch zu essen, solange dieser am Leben ist.23

Stirbt ein Fisch im Wasser, ist es erlaubt, diesen zu essen.24

Fischblut

Fischblut eines koscheren Fisches ist koscher.25 Trotzdem ist das Trinken des vom Fisch entfernten Fischblutes verboten, da es für verbotenes Landtierblut gehalten werden könnte. Doch sobald im Blut ein paar sichtbare Fischschuppen vorhanden sind, darf es getrunken werden, da es dann nicht mehr mit verbotenem Landtierblut verwechselt werden kann.26

Fisch und Fleisch (oder Milch)

Gemäß Talmud ist es gesundheitsschädlich, Fisch und Fleisch zusammen zu essen. Obgleich es keiner Wartezeit zwischen den Gerichten bedarf, sollen Fisch- und Fleischgerichte trotzdem nicht gleichzeitig aufgetischt werden.

Zum Konsumieren von Fisch mit Milchprodukten gibt es verschiedene Bräuche: Rabbi Joseph Karo sagt, dass wir uns aus gesundheitlichen Gründen davon fernhalten sollen, während Rabbi Rama findet, dass keine Gefahr besteht.

Fußnoten
1.

Lev. 11:9-12; Deut. 14:9-10.

2.

Nidda 51b. Siehe auch Tosafot d.h. Kol Chulin 66b.

3.

Siehe Talmud ibid. betreffend die Gründe, warum die Tora in der Tat die Flossen als Voraussetzung erwähnt, damit der Fisch als koscher angesehen werden kann.

4.

Siehe Joma 67b. Siehe auch Maharscha dort. Trotzdem bieten einige Kommentare Erklärungen. Nachmanides (Lev. ibid.) schreibt, dass Fische ohne Flossen und Schuppen tief unter der Meeresoberfläche wohnen. Daher häufen sich viele Unreinheiten auf ihnen an, so dass sie weniger vorteilhaft für die Gesundheit des Menschen sind. Der Zemach Zedek (Or HaTora Schmini 807) schreibt, dass Fische die erhabensten Seelen repräsentieren. Die Flossen stehen für Liebe und Ehrfurcht, die jede Seele für G-tt empfinden soll, während die Schuppen die Tora und die Mizwot repräsentieren, mit denen sich jede Seele bekleiden soll.

5.

Aruch HaSchulchan, Jore Dea 83:15.

6.

Nachmanides ibid., Bejt Josef Anfang Jore Dea 83. Wenn sie nicht entfernt werden können, werden sie als Teil der Haut, und nicht als Schuppen betrachtet. Schuppen werden als "Bekleidung" bezeichnet (siehe Talmud, Nidda ibid.) d.h. etwas, das entfernt werden kann.

7.

Noda B'Jehuda Tinjana, Jore Dea 28; Aruch HaSchulchan, ibid. 13; Pitchej Tschuwa, Jore Dea 83:1.

8.

Kodex des jüdischen Gesetzes, Jore Dea 83:1. Siehe dort, dass sogar eine einzige Schuppe ausreichend ist, doch siehe dort auch Rama, der sagt, dass eine Schuppe unter seiner Wange, seiner Flosse oder seinem Schwanz sein muss. Damit soll sichergestellt werden, dass es sich dabei um eigene Schuppen handelt, die nicht von einem anderen Fisch auf ihn gefallen sind (Aruch HaSchulchan, ibid. 14).

9.

Kodex des jüdischen Gesetzes, ibid.

10.

Siehe Ziz Elieser Bd. 9, 40.

11.

Talmud, Awoda Sara 39a. Raschi zu Lev. ibid., zitiert Torat Kohanim 11:84 und basiert sich auf den Vers: "Alles, das Flossen und Schuppen hat im Wasser etc."

12.

Siehe Talmud, Chulin 63b dass es 700 Arten an nicht-koscheren Fischen gibt. Die Anzahl an koscheren Fischarten übersteigt diese (Aruch Haschulchan, ibid. 8).

13.

Darkej Tschuwa, ibid. 17.

14.

Siehe Kodex des jüdischen Gesetzes, ibid., 118.

15.

Ibid., 83:4.

16.

Siehe Kodex des jüdischen Gesetzes, ibid., 91, Schach 3 und Taz 2. Siehe auch Taz 6 zu Jore Dea 89.

17.

Siehe Taz 2 zu Jore Dea 91. Siehe auch Schach 89 zu Jore Dea 69.

18.

Pitchej Tschuwa 5 zu Jore Dea 96.
Wenn wir nicht sicher sind, ob der Fisch mit einem sauberen Messer geschnitten wurde, dürfen wir hier nachsichtig sein und brauchen das Stück Fisch nicht extra zu waschen (Siehe Kodex des jüdischen Gesetzes, ibid., 96:4 mit Rama, Schach und Taz.)

19.

Aruch HaSchulchan, ibid. 5, doch siehe dort 6-11, dass gemäß Maimonides jedes Wesen, das einem Fisch nicht ähnlich sieht, nicht koscher ist, selbst wenn es Flossen und Schuppen hat.

20.

Kodex des jüdischen Gesetzes, ibid., 83:9-10.

21.

Ibid. 8. Siehe dort, dass gewisse Formen und Farben als Identifizierungsfaktoren angesehen werden können, um den Koscher-Status des Rogens zu bestimmen. Es ist interessant, dass der Midrasch (Midrasch Rabba, Gen. 7:1), der vor über 1500 Jahren geschrieben wurde, besagt, dass die weiblichen Fische ihre Eier ins Wasser legen und die männlichen Fische diese dann äußerlich befruchten. Dies entspricht den neusten wissenschaftlichen Funden.

22.

Talmud, Chulin 27b, basierend auf dem Vers in Num. 11:22: "Wenn ihr von ihnen Schafe und Rinder schächten würdet, wenn ihr alle Fische aus dem Meer sammeln würdet, etc." Folglich vergleicht die Tora das Einsammeln der Fische mit dem Schächten der Landtiere. Siehe auch Misrasch Rabba, Gen. 7:2.

23.

Kommentar des Rama zu Jore Dea 13:1. Siehe dort, dass die Gesetze betreffend Ever min haChai sich nicht auf Fische beziehen.

24.

Maimonides, Gesetze betreffend das Schächten 1:3.

25.

Talmud, Kritut 20b; Kodex des jüdischen Gesetzes, ibid., 66:1. Das wird abgeleitet in Kritut 21b, von der Tatsache, dass wir Fische nicht zu schächten brauchen.

26.

Kodex des jüdischen Gesetzes, ibid., 9.

von Aryeh Citron
Rabbi Aryeh Citron genoss eine jeschiwische Ausbildung in Los Angeles, New York, Israel & Australien. Er war Rosch Kolel von The Shul of Bal Harbor Florida und ist jetzt in der Erwachsenenbildung in Surfside, Florida tätig. Er gibt Vorträge zum Talmud, Chassidismus, Jüdischer Geschichte & Jüdischem Gesetz.
© Copyright, alle Rechte vorbehalten. Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat, empfehlen Sie ihn weiter, vorausgesetzt Sie halten sich an unsere Urheberrechtsrichtlinien.
 E-Mail
Start a Discussion
1000 verbliebene Zeichen
Diese Seite in anderen Sprachen