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Kindererziehung

Kindererziehung

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Unser Vorvater Jakob bevorzugte Josef,1 den Erstgeborenen seiner "Lieblingsfrau" Rachel, gegenüber allen anderen Söhnen. Er lehrte ihn die ganze Tora, die er in der Jeschiwa von Schem und Ever2 studiert hatte, und er kaufte feinste Wolle für einen speziellen Kaftan. Diese Favorisierung führte unter seinen Brüdern zu Neid. Diese Eifersucht verwandelte sich schließlich in Hass, der sie dazu brachte, Josef als Sklaven zu verkaufen. Die Folge war das jahrhundertelange Exil und die Versklavung des jüdischen Volkes.

Unsere Weisen3 lernen aus der Geschichte von Josef und seinen Brüdern, dass es unangebracht ist, eines seiner Kinder zu bevorzugen. Im Talmud heißt es: "Diese Bevorzugung, die dadurch zum Ausdruck kam, dass Jakob für Josef spezielle Wolle kaufte, die zwei Sla'im (antike Währung) kostete, was die Brüder auf Joseph neidisch machte, führte zur Emigration unserer Vorväter nach Ägypten."

Dieser Artikel befasst sich mit der Lektion, die wir in dieser Tora-Lesung über Kindererziehung lernen.

Wann sollen wir anfangen?

  • Der Einfluss der Eltern auf ihr Kind beginnt bereits bevor das Kind zur Welt kommt Der Einfluss, den Eltern auf ein Kind haben, beginnt bereits, bevor das Kind zur Welt kommt. Deshalb sollten werdende Mütter besonders darauf achten, während der Schwangerschaft streng koscher zu essen.4 Für mehr Auskünfte zu diesem Thema, vgl. Artikel Jüdische Bräuche bei Schwangerschaft und Geburt.
  • Kinder dürfen nicht dazu ermutigt werden, gegen halachische Verbote zu verstoßen, selbst wenn sie noch sehr klein sind.5 Daher darf selbst ein Kleinkind kein unkoscheres Essen bekommen.6
  • Ist ein Kind alt genug, um zu verstehen, dass gewisse Dinge verboten sind, sollen wir es dazu erziehen, nicht gegen die negativen Gebote zu verstoßen. Ein Kind sollte z.B. dazu ermutigt werden, sich nicht an Aktivitäten zu beteiligen, die am Schabbat verboten sind, nicht auf unangemessene Weise zu reden.7
  • Die Erziehung zur Ausführung positiver Mtzwot beginnt mit dem Alter, in dem es angebracht ist, die entsprechende Mizwa zu beachten. Wenn ein Kind z.B. alt genug ist, um Kiddusch zu hören und den Begriff des Schabbat zu verstehen, sollte das Kind dazu erzogen werden, beim Kiddusch zuzuhören.8

Etappen in der erzieherischen Entwicklung des Kindes

Brit (Beschneidung) und Namensgebung: Einige Eltern möchten ihre Kinder besonders früh daran gewöhnen, Nägelwasser zu waschen (das rituelle Händewaschen morgens nach dem Aufwachen). Für Mädchen beginnt das mit der Namensgebung, für Jungen nach der Beschneidung.9

Sobald ein Kind zu sprechen beginnt, ist es angebracht, ihm Tora-Verse zu lehren.10

Der dritte Geburtstag eines Jungen: Wenn ein Junge drei Jahre alt ist, wird ihm ein größeres Verständnis zugeschriebenWenn ein Junge drei Jahre alt ist, wird ihm ein größeres Verständnis zugeschrieben.11 Deshalb gilt der Brauch, den ersten Haarschnitt der Jungen bis zu ihrem dritten Geburtstag hinauszuschieben. Opscheren (erster Haarschnitt) wird dann zu einem Lernerlebnis für den Jungen, dass nämlich die Pejot (Seitenlocken) nicht abgeschnitten werden dürfen. In diesem Alter ist es Tradition, die Jungen dazu zu erziehen, Kippa und Zizit zu tragen.12

Der dritte Geburtstag eines Mädchens: Mädchen sollten schon frühzeitig dazu erzogen werden, Schabbat-Kerzen zu zünden, wenigstens ab dem 3. Geburtstag oder - falls angemessen, noch früher.13 In diesem Alter lernen die Mädchen auch die Grundregeln der Zniut (Bescheidenheit in ihrer Kleidung).

Ab 3 Jahren: Jungen und Mädchen sollten dazu erzogen werden, vor und nach dem Essen Brachot (Segenssprüche), sowie morgens und abends das Schma Jisrael zu sagen.14 Es ist auch angebracht, dem Kind ab diesem Alter das Hebräisch-Lesen beizubringen.15

Ab 9 Jahren ist es angebracht, die Kinder dazu zu erziehen, am Jom Kippur zu fasten. Die ersten Jahre sollten sie nur ein paar Stunden fasten. Falls das Kind gesund und stark ist, ist es ihm vom elften Lebensjahr an erlaubt, den ganzen Tag zu fasten. Falls das Kind schwach ist, braucht es vor Bar bzw. Bat Mizwa nicht den ganzen Tag zu fasten. Das Kind sollte seinen Kräften entsprechend ein paar Stunden fasten.16

Wenn ein zwölfjähriger Junge oder ein elfjähriges Mädchen ein Gelübde ablegt haben und sich der Bedeutung eines solchen Gelöbnisses zu G-tt bewusst sind, muss dieses Gelöbnis eingehalten werden. Trotzdem sollten Eltern ihre Kinder daran gewöhnen, jeden Schwur zu vermeiden.17

Mit zwölf Jahren werden die Mädchen Bat Mizwa, bzw. mit dreizehn Jahren die Jungen Bar Mizwa und sind fortan verpflichtet, sämtliche Mizwot genau wie ein Erwachsener einzuhalten.

Milch und Fleisch

In dem Alter, da die Kinder auf die Wartezeiten zwischen dem Konsumieren von Fleisch und Milch vorzubereiten sind, habe ich von Rabbi Mosche Schaul Klein aus Benei Barak folgende Richtlinien vernommen18:

  • Sehr kleine Kinder brauchen zwischen dem Konsumieren von Fleisch und Milch keine Wartezeiten einzuhalten. Doch sollte ihnen in der Zwischenzeit ein neutrales Nahrungsmittel gegeben werden.
  • Für Kinder zwischen drei und fünf Jahren genügt es bereits, eine Stunde lang zwischen Fleisch und Milch zu warten.
  • Von sechs Jahren an sollten die Kinder schon sechs oder mindestens drei Stunden warten, bis sie nach einer fleischigen Mahlzeit wieder Milch konsumieren.

Lehrtipps

  • Hat ein Kind Schwierigkeiten, das Unterrichtsmaterial zu verstehen, sollte es nicht hinaus geschickt werden, sondern sollte im Klassenzimmer bleiben. Vielleicht wird es eines Tages anfangen, etwas zu verstehen.19 Wenn das Kind spezielle Bedürfnisse hat, soll es mit einem speziellen Rahmen oder mit der notwendigen Unterstützung innerhalb des konventionellen Klassenzimmers versorgt werden.
  • Ein Kind darf nicht durch Ausweisung oder Suspension bestraft werden Ein Kind soll nicht durch Ausweisung oder Suspension bestraft werden, da es dadurch Zeit verschwenden würde, in der es sonst Tora studiert hätte. Obwohl die Suspension als ein Schritt zu vermehrtem Tora-Studium betrachtet werden könnte, bestätigt die Praxis dies nicht.20
  • Ein Lehrer soll selbstverständlich keinen Schüler bevorzugen.21 Trotzdem kann der Lehrer in der Klasse einen Wettbewerb organisieren und diejenigen Schüler, die sich durch ihre Leistungen auszeichnen, belohnen. Zwar kann dadurch Neid entstehen, aber es ist immer noch angemessen. Denn dieser Konkurrenzkampf kann die Schüler dazu anspornen, größere Leistungen zu vollbringen.22

Das Aussuchen eines Lehrers

  • Beim Aussuchen eines geeigneten Lehrers ist es wichtig, einen Lehrer zu wählen, der sehr darauf achtet, den Lernstoff korrekt zu lehren, selbst wenn er langsamer als andere lehrt. Das ist besser als ein Lehrer, der schneller vorankommt, jedoch nicht darauf achtet, alle Einzelheiten richtig zu lehren.23
  • Erfüllt ein Lehrer seine Aufgabe nur sehr fahrlässig, wie wenn er z.B. das Klassenzimmer verlässt, um sich um persönliche Angelegenheiten zu kümmern oder während seinem Aufenthalt im Klassenzimmer andere Tätigkeiten ausführt, - dann kann ihm fristlos gekündigt werden.24
  • Ein Lehrer soll -'ttesfürchtig und ein Experte auf dem Gebiet sein, das er unterrichtet. Er soll das zu Unterrichtende präzise durchführen.25
  • Obwohl es das Gesetz erlaubt, den einen Lehrer durch einen anderen zu ersetzen, sollte es nicht getan werden, solange der erste Lehrer seinen Pflichten angemessen nachgeht.26

Die Kinder lehren, über den Buchstaben des Gesetzes hinauszugehen (lalechet lifnim mischurat hadin)

Rabbi Mosche Feinstein schrieb, dass die Kinder über die Buchstaben des Gesetzes hinausgehen sollen, wenn es um die Erfüllung ihrer religiösen Pflichten geht.27

Ähnlich lehren unsere Weisen, dass wir unsere Kinder dazu erziehen sollen, nicht zu lügen. Das betrifft sogar jene Umstände, in denen es einem Erwachsenen erlaubt wäre, von der Wahrheit abzuweichen.

Fußnoten
1.

Siehe Gen. 37.

2.

Raschi zu Gen. 37:3.

3.

Talmud, Schabbat 10b. Siehe Tosafot d.h. Nitgalgel.

4.

Siehe Talmud, Joma 82b und Tosafot d.h. Schuwu zu Chagiga 15a. Siehe auch Likute Sichot, Bd. 22, S. 60.

5.

Schulchan Aruch HaRav, Orach Chaim 243:5.

6.

Ibid., basierend auf Talmud, Jewamot 114a.

7.

Ibid., 3. Selbst dann kann das Kind weiterhin vor Kiddusch essen bis es ein Alter erreicht, indem es angebracht wäre, sich zu enthalten (ibid.).

8.

Ibid.

9.

Schulchan Aruch HaRav, Mahadura Batra 4:2.

10.

Talmud, Sukka 42a, Schulchan Aruch Harav, Gesetze des Tora-Lernens 1:1.

11.

Midrasch Tanchuma, Anfang der Paraschat Kedoschim.

12.

HaJom Jom, 4. Ijar.

13.

Likute Sichot Bd. 15, S. 168. Eventuell schon einige Monate vor dem dritten Geburtstag, je nach Reife des Kindes.

14.

HaJom Jom, ibid.

15.

Rama zu Jora Dea 245:8.

16.

Ibid. 616:5-6.

17.

Kodex des jüdischen Gesetzes, Jore Dea 233:1.

18.

Siehe auch Badej HaSchulchan 89:37 und Zijunim 61.

19.

Ibid., 245:9.

20.

Igrot Mosche, Jore Dea 2, Ende des Briefes 103.

21.

Basierend auf Talmud, Schabbat ibid.

22.

Basierend auf Talmud, Baba Batra 21a, siehe Mischne Halachot 6:164 und Imrei Jaakow zu Jore Dea ibid.

23.

Baba Batra ibid.

24.

Kodex des jüdischen Gesetzes, Jore Dea ibid. 17.

25.

Ibid.

26.

Minchat Schlomo 1:87.

27.

Diese Antwort von Rabbi Mosche Feinstein wurde nicht in Igrot Moshe gedruckt. Ich habe sie in einem monatlichen Magazin gesehen. Sie war an eine Schule gerichtet, die den Schülern Milch geben wollte, die nicht Chalav-Israel (Milch, die seit dem Melken von Juden bewacht wird, damit sie nicht mit unkoscherer Milch vermischt wird) war. Rabbi Mosche Feinstein schrieb, dass es in den USA erlaubt ist, auch die gewöhnliche, nicht-Chalav-Israel Milch zu trinken, ist Chalav-Israel-Milch zu trinken trotzdem besser. Daher sollte die Schule sich bemühen, den Schülern Chalav-Israel-Milch zu liefern, um sie zu lehren, dass es wichtig ist, über die Buchstaben des Gesetzes hinauszugehen, selbst wenn das mit einem gewissen finanziellen Aufwand verbunden ist. Siehe auch Igrot Mosche Jore Dea II, 35.

von Aryeh Citron
Rabbi Aryeh Citron genoss eine jeschiwische Ausbildung in Los Angeles, New York, Israel & Australien. Er war Rosch Kolel von The Shul of Bal Harbor Florida und ist jetzt in der Erwachsenenbildung in Surfside, Florida tätig. Er gibt Vorträge zum Talmud, Chassidismus, Jüdischer Geschichte & Jüdischem Gesetz.
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