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Die geeignete Umgebung zum Beten

Die geeignete Umgebung zum Beten

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Während der Hagel-Plage bat der Pharao Moses, dafür zu beten, dass die Plage aufhören soll. Moses antwortete1: "Wenn ich die Stadt verlassen habe, werde ich meine Handflächen zu G-tt ausstrecken und der Donner wird aufhören." Der Midrasch erklärt2, dass er nicht in der Stadt beten würde, weil sie voller Götzen war.3

Verbotene Symbole

Wir lernen aus diesem Vers, dass es verboten ist, in einem Ort zu beten, wo es Götzen gibt.4 Dieses Verbot umfasst Symbole, die verehrt werden, sowie Kruzifixe.

Viele Flughäfen und Spitäler haben Gebetsräume, in denen ein Kreuz hängt. Dort sollte ein Jude nicht beten. Auch wenn sich im Krankenzimmer ein Kreuz befindet, sollte dieses verdeckt werden, - vor allem aber während des Gebets.5

Es ist verboten sich zu verbeugen, wenn vor uns eine religiöse Ikone stehtWenn wir an einem ungestörten Ort beten, wie z.B. in der Synagoge oder zu Hause, brauchen wir uns um die in der Stadt befindlichen religiösen Symbole nicht zu sorgen, weil wir uns in einem separaten Raum befinden. Sollten wir keine andere Wahl, als in einem Raum mit religiösen Ikonen zu beten, haben, gehen wir in eine private Ecke.6 Es ist uns verboten, sich zu verbeugen, sobald eine religiöse Ikone in Sichtweite von uns aufgestellt ist.7

Eine physikalisch saubere Umgebung

Es ist nicht erlaubt zu beten, jegliche Segenssprüche zu sagen oder Tora8 zu studieren, wenn sich Urin oder Fäkalien innerhalb eines Radius von vier Ellen (~1.92m) befinden. Dieses Verbot wird vom Vers abgeleitet9: "Und du sollst... deine Fäkalien zudecken, und dein Lager soll heilig sein". Wenn wir uns also mit heiligen Themen befassen, darf sich kein Schmutz im gleichen Raum befinden.10

Bietet sich kein anderer Raum zum Beten an, so sollten Urin oder Fäkalien weit genug von uns entfernt sein, um nicht gesehen zu werden. Und wenn sich jene Elemente außerhalb unserer Sichtweite befinden, darf von ihnen kein Geruch innerhalb unserer vier Ellen wahrgenommen werden.11

Stammen Fäkalien und Urin von einem Kind, das noch keine Getreideprodukte konsumieren kann12, braucht auch keine Distanz eingehalten zu werden. Ist das Kind bereits älter, Urin und Fäkalien befinden sich jedoch in seiner durch die Kleidung bedeckten Windel oder in einem Müllsack, so ist es erlaubt, sich in der Nähe des Kindes oder der eingepackten Windel zu befinden, solange kein Geruch wahrgenommen werden kann.13

Es ist nicht nötig, sich von tierischen Fäkalien fern zu halten. Wenn wir Menschen diese nicht riechen können, ist es erlaubt, in ihrer Nähe zu davnen14

Eine Umgebung, die frei ist von unzüchtigen Gedanken ist

Da ein Mann beim Anblick des weiblichen Körpers auf unangemessene Gedanken kommen könnte, ist es dem Mann an einem Ort zu beten verboten, wo ein Teil des Körpers dieser Frau unbedeckt ist. Ausgenommen davon sind jene Körperteile, die gemäß den Regeln bescheidenen Verhaltens nicht bedeckt werden, wie z.B. Gesicht, Hände und Unterarme bis zum freiliegenden Ellbogen. Einige Tora-Autoritäten sind der Ansicht, dass die Unterschenkel, vom Knie an abwärts, ebenfalls nicht bedeckt zu sein brauchen,15 während andere damit nicht einverstanden sind.16 Diese Einschränkungen des Gebets treten erst in Kraft, wenn ein Bereich von der Größe einer Handbreit unbedeckt ist.17

Das Hauptziel dieses Verbotes ist die Vermeidung unangemessener Gedanken. Deshalb gilt diese Verbotsregel auch für das Beten in Gegenwart unzüchtiger Bilder oder Videos.18

Befinden wir uns unglücklicherweise an einem Ort, wo Frauen nicht angemessen gekleidet sind, sollten wir unseren Blick zur Seite wendenAuch muss das Haar einer verheirateten Frau bedeckt sein. Einige Tora-Autoritäten sagen, dass es einen Mann erlaubt ist, in Gegenwart einer Frau mit normalerweise unbedeckten Haar zu beten, da die Ansicht ihrer Haare ihn nicht ablenken wird19. Gemäss Halacha sollte eine Frau ihr Haar verdeckt tragen. Andere Tora-Autoritäten sind damit nicht einverstanden, dass ein Mann in Gegenwart einer Frau mit unbedecktem Haar beten darf20

Befindet sich der Betende an einem Ort unangemessen gekleideter Frauen, sollte seinen Blick abwenden, so dass sich die Frauen nicht in seiner Blicklinie befinden. Falls das unmöglich ist, sollte er mit geschlossenen Augen beten, den Blick nach unten richten und jedes Hinschauen vermeiden.21

Obgleich es den Männern erlaubt ist, in der Gegenwart anständig gekleideter Frauen zu davnen, muss eine Synagoge getrennte Abteilungen für Männer und Frauen enthalten.

Eine Frau darf in Gegenwart eines wenig bekleideten Mannes beten, solange sein Intimbereich bedeckt ist.22 Der Grund dafür ist, dass Frauen nicht so schnell auf unangemessene Gedanken kommen wie Männer. Sollte eine Frau sich davon jedoch inspirieren lassen, darf sie nicht in seiner Gegenwart beten.23

Ein Mann darf ebenfalls nicht in Gegenwart eines unbedeckten Genitalbereiches davnen, sei es sein eigener oder der eines anderen Mannes.24

Das Reinigen unseres Körpers

Der Vers sagt25: "Bereite dich vor um G'tt zu begrüßen, O Israel." Wir lernen, dass die Toilette vor dem Beten zu benutzen ist. Es wird als unehrerbietig betrachtet, zum König der Könige zu beten, wenn ein Druck, Schadstoffe auszuscheiden, verspürt wird. Daher sollte die Toilette unbedingt noch vor dem Beten aufgesucht werden.26 Auch wenn der Beter dabei das Davnen mit dem Minjan verpasst, sollte er sich Zeit nehmen, bevor er zu beten beginnt.27 und es wäre wünschenswert, die Zeit so einzuplanen, um noch rechtzeitig zum Minjan zu kommen.28

Wenn sich Schadstoffe noch immer im Körper befinden und der Drang, diese auszuscheiden, vorherrscht, wird das Gebet als Abscheulichkeit betrachtet29 und das Gebet muss nach Benutzung der Toilette wiederholt werden. Diese Regel gilt nur bei dringendem Bedürfnis. Falls sich der Betende noch 1 und 1/4 Stunden zurückhalten kann, wird sein Gebet im Nachhinein als annehmbar betrachtet.

Wenn jemand etwas schmutziges anfasst, muss er seine Hände vor dem Beten mit Wasser waschenFührt das Benutzen der Toilette dazu, dass die Gebetszeit abläuft und der Beter imstande ist, sich für 1 und 1/4 Stunden zurückzuhalten, sollte er zuerst beten. Nur in dringenden Fällen sollte zuerst die Toilette benutzt werden.30

Das Obige gilt auch was das Sagen von Segenssprüchen oder das Studieren der Tora.31

Händewaschen

Berührt der Beter etwas Schmutziges, wie z.B. Schuhe32 oder verschwitzte Gegenden seines Körpers, muss er seine Hände vor dem Beten mit Wasser reinigen. Darin einbegriffen sind alle Teile des Körpers, die normalerweise verdeckt sind, Nasen- und Mundschleimhäute sowie Haarwurzeln.33

Gibt es kein Wasser und ist der Beter nicht sicher, ob er eine problematische Stelle berührt hat, kann er seine Hände an einer Mauer oder einem Handtuch abwischen. Ist er sicher, eine solche Stelle berührt zu haben, wird er gebeten, sogar in größerer Entfernung Wasser zu suchen, um seine Hände zu waschen.34 Gibt es aber im Umkreis eines Kilometers kein Wasser oder läuft beim Suchen nach Wasser die Gebetszeit ab, kann er die Hände an Mauer oder Handtuch reinigen.

Doch diese Regel gilt nur fürs Beten; für das Studieren der Tora oder das Sagen eines Segens reicht es bereits, die Hände an einem Gegenstand abzuwischen und falls die Wassersuche besondere Mühe bereitet, ist es nicht erforderlich, sich dafür speziell anzustrengen.35

Angemessene Kleidung

Da wir beim Beten vor dem König der Könige stehen, ist es angebracht, sich respektvoll zu kleiden. Daher ist es nicht erlaubt, ohne Hemd36 oder barfuß zu beten, - so wie wir nicht barfuß zu einem wichtigen Treffen erscheinen würden.37

Es ist für den Mann ohne Kopfbedeckung verboten, zu beten oder einen Segensspruch zu sagen.38 Eine verheiratete Frau sollte ihren Kopf beim Beten ebenfalls bedecken.39 Auch in kurzen Hosen zu beten, ist unanständig, - selbst wenn diese routinemäßig getragen werden, weil wir nie in Shorts zu einer wichtigen Verabredung erscheinen würden.40 Analog dazu sollte nicht im Pyjama gebetet werden, da dies keine respektvolle Kleidung ist.41

Die Weisen würden nur mit Mantel oder Jackett über ihrem Hemd beten.42 Wer sich jedoch auch mit wichtigen Person ohne Jackett trifft, darf auch ohne beten. Doch ist es für den Beter lobenswerter, vor G-tt nicht hemdsärmlig zu erscheinen43 und zusätzlich seinen Hut zu tragen.44

Da wir beim Beten vor dem König der Könige stehen, ist es angebracht, sich respektvoll zu kleidenTrägt ein Mann am ganzen Körper nur ein Gewand, muss er darauf achten, Unterhosen zu tragen oder sich einen Gürtel über dem Gewand umzubinden, um während des Betens eine Trennung zwischen dem Herzen und dem Intimbereich zu errichten.45 Halachische Autoritäten bestehen darauf, dass auch bei Hosen, die eigentlich als Trennung anzusehen sind, zusätzlich ein Gürtel zu tragen ist, um sich geistig darauf vorzubereiten, G-tt auf eine ehrenvolle Weise zu begegnen.46

Das Anlegen eines Gartels

Bei den Chassidim ist es Tradition, während des Gebets einen Gartel zu tragen (Gebetsgürtel), selbst wenn er bereits einen Hosengürtel trägt.47 Falls er keinen Gartel hat, sollte er nicht auf das Gebet mit dem Minjan verzichten, nur um mit einem Gartel beten zu können.48

Es ist unangemessen eine Krawatte oder ein Seil als Gürtel zu verwenden, da wir uns doch darauf vorbereiten, vor einem König zu stehen, wenn wir diese anhaben.49 Besitzt ein Beter keinen Gartel, so soll er ohne davnen. Er kann jedoch Krawatte oder Seil unter dem Jackett, so dass sie nicht sichtbar sind, als Ersatz tragen.50

Fußnoten
1.

Ex. 9:29.

2.

Midrasch Rabba, Exodus 12:5.

3.

Die Kommentatoren fragen, warum die Tora nicht erwähnt, dass Moses bereits bei den vorangegangenen Plagen zum Beten die Stadt verließ. Mehrere Antworten werden angeboten:
1) Die anderen Gebete wurden in einem abgeschlossenen Ort gesagt, wo es keine Götzenbilder gibt. In der Tat hatte Moses einen Ort, den er fürs Davnen bestimmt hatte, sowie das Abraham vor ihm hatte. (Siehe Genesis 19:27 und Vorbereiten fürs Gebet). Das lernen wir vom Vers "Moses ging zurück zu G-tt" (Ex. 5:22) d.h. zum Ort, wo er mit G-tt zu kommunizieren pflegte. In diesem Fall musste Moses aber draußen beten, um seine Handflächen zum Himmel ausstrecken zu können und G-tt darum zu bitten, dem Hagel Einhalt zu gebieten. Deshalb musste er die Stadt verlassen (Nachmanides und Ha'amek Davar zu diesem Vers).
2) Normalerweise würde Moses in der Stadt bleiben, weil das ägyptische Götzenbild das Schaf war und das Schaf außerhalb der Stadt, in den Feldern, gehalten wurde. Während der Hagel-Plage hatten jedoch alle G-ttesfürchtigen Menschen ihr Vieh in die Stadt gebracht (Exodus 9:20), um Moses davon abzuhalten, dort zu beten. Alles Vieh, das außerhalb der Stadt blieb, andererseits, wurde durch die Hagelschläge getötet (ebd. 9:25), was es ihm ermöglichte, in den Feldern zu beten (Pardes Josef, ad loc, im Namen der Baalei Tosafot).
3) Moses würde aus dem oben erwähnten Grund immer außerhalb der Stadt beten. Vor dieser Plage war es jedoch nie nötig gewesen, sein Verlassen der Stadt vor Pharao zu erwähnen. In diesem Fall bat ihn Pharao aber, sofort zu beten, so erklärte er ihm, dass es schon etwas Zeit nehmen würde, bis er die Stadt verlassen haben wird, und anfangen kann, zu beten (siehe Sforno zu diesem Vers).

4.

Schulchan Aruch HaRav, Orach Chaim 94:10.

5.

Kaf Hachaim, 113:27.

6.

Schulchan Aruch HaRav, ibid.

7.

Schulchan Aruch HaRav, ibid. 113:7.

8.

Ibid., 74:1

9.

Deut. 23:15.

10.

Schulchan Aruch HaRav, ibid.

11.

Ibid. 79:1-2.

12.

Siehe Schulchan Aruch HaRav ebd. 81:1. Einige Autoritäten sagen, dass das nur der Fall ist, solange das Baby nicht mehr als drei Monate alt ist (Misgeret Haschulchan 5:3)

13.

Piskei Tschuwot, 81:2.

14.

Ibid. 79:8

15.

Mischna Brura 75:2.

16.

Logische Schlussfolgerung des Schulchan Aruch HaRav, ebd. 75:1.

17.

Schulchan Aruch HaRav, ebd. Einige Autoritäten verbieten es zu beten, sogar wenn weniger als dieses Maß sichtbar ist, es sei denn, es handle sich dabei um die eigene Frau.

18.

Piskei Tschuwot 75:15.
Und aus demselben Grund darf ein Mann, selbst wenn er nicht am Beten ist, nicht auf eine Frau schauen, deren Körper nicht angemessen bedeckt ist.

19.

Aruch Haschulchan, Orach Chaim 75:7.

20.

Mischna Brura 75:10.

21.

Schulchan Aruch HaRav, ibid.

22.

Aruch Haschulchan, ibid., 7.

23.

Piskei Tschuwot 75, note 20.

24.

Schulchan Aruch HaRav, ibid. 74.

25.

Amos 4:12.

26.

Schulchan Aruch HaRav, ibid. 92:3

27.

Mischna Brura 92:5.

28.

Piskei Tschuwot 92:2.

29.

Schulchan Aruch HaRav, ibid., 1.

30.

Ibid.

31.

Rama Orach Chaim 92:1; Mischna Brura 6.

32.

Schulchan Aruch HaRav, ibid. 4:18.

33.

Ibid., 92:7.

34.

Ibid., 4-5.

35.

Ibid., 6.

36.

Ibid., 91:1.

37.

Ibid., 5.

38.

Ibid., 3.

39.

Halichot Schlomo, 2, Anmerkung 28.

40.

Halichot Schlomo, 2:15.

41.

Mischna Brura 91:11.

42.

Schulchan Aruch HaRav, ibid., 91:6.

43.

Piskei Tschuwot, 91:3.

44.

Ibid.

45.

Schulchan Aruch HaRav, ibid., 74:1

46.

Ibid. 91:2

47.

Basierend auf ibid.

48.

Piskei Tschuwot, 91:1.

49.

Piskei Tschuwot, 91, note 8.

50.

Ibid.

von Aryeh Citron
Rabbi Aryeh Citron genoss eine jeschiwische Ausbildung in Los Angeles, New York, Israel & Australien. Er war Rosch Kolel von The Shul of Bal Harbor Florida und ist jetzt in der Erwachsenenbildung in Surfside, Florida tätig. Er gibt Vorträge zum Talmud, Chassidismus, Jüdischer Geschichte & Jüdischem Gesetz.
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