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Innerlich koscher

Innerlich koscher

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Jede Lehre der Tora gilt auf vielen Ebenen. Kaschrut (im Buch Levitikus, Kap. 11, erklärt) ist keine Ausnahme. Zuerst kommt die praktische Ebene: die Tiere, Vögel und Fische, die wir essen dürfen. Aber die Kaschrut-Gebote haben auch einen spirituellen Aspekt. Er betrifft jeden Menschen und seinen Lebensweg. Der Gedanke, dass einige Tiere koscher sind (das bedeutet wörtlich „geeignet“), andere aber nicht, sagt uns einiges über uns selbst.

In jedem von uns ist ein g-ttlicher Aspekt: die Seele. Dieser Teil von uns konzentriert sich auf Spiritualität und Altruismus. Es kann sein, dass die g-ttliche Seele sich in unserem Leben selten bemerkbar macht. Welche Rolle spielt die Spiritualität in unserem Leben? Die angenehme Atmosphäre am Schabbat mit brennenden Kerzen am Freitagabend dürfen wir ja nur einmal in der Woche genießen. Die „tierische Seele“ beeinflusst unsere alltäglichen Wünsche, Gedanken und Verhaltensweisen stärker.

Herkunft, Umwelt und wir selbst erziehen die tierische Seele, damit sie sich „zivilisiert“ benimmtDiese tierische Seele schätzt die materiellen Aspekte des Lebens, zum Beispiel Lust und Aufregungen aller Art. Herkunft, Umwelt und wir selbst erziehen die tierische Seele, damit sie sich „zivilisiert“ benimmt. Auch viele Tiere lassen sich „domestizieren“. Aber können wir die tierische Seele auch dazu bringen, koscher zu leben?

Koschere Tiere haben gespaltene Hufe und sind Wiederkäuer.

Der Chassidismus übersetzt diese beiden Konzepte in Persönlichkeitszüge. Die Hufe symbolisieren unseren tiefsten Punkt, die Ebene, auf der wir stehen. Aber die Hufe müssen „geteilt“ sein. Das heißt, dass wir selbst unsere niedrigste und profanste Erfahrungsebene mit Heiligkeit erfüllen müssen. Der Spalt im Huf steht für die Kluft zwischen dem Heiligen und dem Materiellen. Aber wenn wir der Tora treu sind, können wir beides verbinden.

Nehmen wir Essen als Beispiel. Natürlich möchten wir etwas Gutes und Schmackhaftes essen. Unsere „gastronomischen Hufe“ stehen fest auf dem Boden. Aber ist das alles? Natürlich nicht. Wenn wir uns die Mühe machen, nur koschere Nahrung zu essen, die auch sonst dem jüdischen Ideal entspricht, spalten wir den Huf, und durch diesen Spalt, lehrt die Chassidismus, dringen spirituelle Strahlen.

Das Wiederkäuen symbolisiert das Nachdenken, das Grübeln. Das ist ein typisches Zeichen für spirituell gesundes Verhalten. „Der Geist regiert das Herz“ ist ein altes jüdisches Sprichwort. Es besagt, dass wir fähig sind, den Verstand für unsere höchsten spirituellen Ziel zu nutzen. Wenn wir gründlich nachdenken, anstatt leichtfertig unseren Emotionen zu folgen, erwerben wir ein gutes Gefühl für die richtige Richtung, ein Gespür für das richtige Verhalten.

Wenn wir also innerlich gespaltene Hufe haben und wiederkäuen, leben wir nicht nur in der Küche, sondern immer koscher. Guten Appetit!

von Tali Loewenthal
Rabbi Dr. Tali Loewenthal ist Lektor in Jewish Spirituality am University College London, Direktor der Chabad-Forschungsabteilung, Autor von "Communicating the Infinite: The Emergence of the Habad School" und schreibt regelmäßig Beiträge zur Chabad.org wöchentlichen Toralesung.
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