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Reeh

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Editor's Note:

Lieber Leser,

die dieswöchige Sidra Reeh beginnt mit den bekannten Worten (Deut. 11, 26-27): "Siehe, ich setze vor euch heute einen Segen und einen Fluch. Den Segen, dass ihr auf die Worte des Ewigen hört..." Die Vorschrift von Tefillin ist ein äußeres Zeichen eben der Disziplin, "dass ihr auf die Worte des Ewigen hört".

Nachdem die Tora ihrerseits ein intellektuelles Studium voraussetzt und G-ttesdienst auf der anderen Seite in erster Linie den Gefühlen Ausdruck verleiht, welche Bedeutung kommt dann den Tefillin zu, insbesondere den Riemen, die physisch binden und ganz offensichtlich auch spirituell binden müssen?

In den Ländern der Diaspora, in denen die Juden verhältnismässig klein an Zahl sind, haben jüdische Kinder sehr viel Umgang mit nichtjüdischen Altersgenossen, und daher fehlt es ihnen oft an Anleitungen in Richtung Judentum. Warum sollte in der Tat ein junger Mensch den viel anspruchsvolleren Weg des Judentums wählen? Wenn er überhaupt schon über sein Erbgut informiert wird, so geschieht dies häufig auf sehr oberflächliche Weise: "Du bist selbständig, und du musst deine eigenen Entscheidungen treffen, ohne dass - 'G-tt behüte!' - irgendein Druck auf dich ausgeübt wird. Wir Eltern dürfen dich nicht einmal bitten, etwas zu tun (denn schon allein das wäre ein 'Druck'), und es wird von dir überhaupt nicht erwartet, dass du etwas für deine Eltern 'opferst'. Daher ist das einzige, das wir überhaupt tun, dir auch andere Ideen vorzulegen, ohne Vorurteil; und so wollen wir dir auch vom Judentum sprechen, du aber musst selbst wählen."

Es gehört vonseiten der Eltern viel Geduld dazu, sogar so viel (oder richtiger: so wenig) Anleitung zu geben, und Geduld ist eine knappe Ware. Außerdem: wie viele Eltern kennen denn schon jüdisches Ideengut? Ihre eigene Erziehung war spärlich, und wer schon kann das religiöse, didaktische und moralische Niveau ihrer eigenen Lehrer garantieren?

Die Riemen der Tefillin aber sprechen eine völlig andere, eine absolut nicht oberflächliche Sprache zu dem jungen Sohne. Sie sagen zu ihm: Der erste Schritt auf dem Wege zu deiner Selbstentfaltung besteht darin, dass du die Riemen auf deinen Arm bindest; dadurch schulst du dich zum "wir wollen tun" als Voraussetzung zum "wir wollen hören" (Exodus 24, 7). Wenn du "tust", was G-tt will, dann kannst du sicher sein, dass du schliesslich "hören" wirst, d. h. verstehen und einsehen. Hier nun, im Gefüge der Mizwot, ist, was G-tt von dir verlangt, von deinem ganzen “ich“.

Schabbat Schalom

Der Wochenabschnitt
Reeh Alija Zusammenfassung
Moses gebietet den Israeliten, bestimmte Segenssprüche und Flüche nach dem Eintritt ins Land Israel auf Berg Gerisim und Berg Ebal zu proklamieren. Dann sollen sie eine Stadt bestimmen, wo die G-ttliche Gegenwart im Heiligen Tempel wohnen wird, und sie dürfen dann nirgendwo anders Opfer darbringen. Einige andere Themen in diesem Tora-Abschnitt sind das Verzehnten, falsche Propheten, die abtrünnige Stadt, Tätowierungen, Kaschrut, das Schabbatjahr, Zedaka und die Feiertage.
Gedanken
Ist das auch koscher?

An zwei Zeichen kann man die grundsätzliche Reinheit (den koscheren Status) eines Landtieres erkennen: Zweigespaltene Hufe und Wiederkäuer.
Die vier Arten
In unserer Parascha wird dem Menschen der Fleischgenuss erlaubt. Das Tier von welchem dieses stammt, muss jedoch zwei Kriterien erfüllen um als Koscher (geeignet, erlaubt) zu gelten.
Das Leben – eine Herausforderung

Ein Rabbiner bestellte beim Schneider eine neue Hose. Die Zeit verging, der Schneider versäumte einen Termin nach dem anderen. Endlich, mit monatelanger Verspätung, war die Hose fertig.
Der Blick von oben

„Als ich in deiner Welt lebte, betrachtete ich das Böse als negativ und bat G-tt, uns zu retten. Und meine Gebete wurden oft erhört. Jetzt lebe ich in der Welt der Wahrheit, und aus meinem Blickwinkel erkenne ich die Weisheit des G-ttlichen.“
Leitgedanken
"Jeder nach dem, was er geben kann"
Unser Leitgedanke zu Reeh
Einblicke
Humanität dem Tiere gegenüber

Die jüdische Religion wird als eine humane und barmherzige dargestellt. Dennoch erlaubt sie - nein, sie befürwortet - das Schlachten von Tieren und den Genuss von Fleisch.