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Das Blech

Das Blech

Kapitel 8

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Nebenbemerkung: Falls nicht anderweitig angegeben ist das in diesem Kapitel besprochene Essen bereits ganz durchgekocht. Bischul trifft daher auf diese Lebensmittel nicht zu.

8:1 Wenn ein Topf auf dem Blech bewegt wird

Je nachdem, wie viele Flammen bereits brennen, sind drei Bereiche auf der Oberfläche des Bleches festzulegen:

A. Der Bereich direkt über der Flamme.

B. Ein Bereich, der Jad Soledet, aber nicht heiß genug ist, um den Inhalt des Topfes auf Jad Soledet zu erhitzen.

C. Ein Bereich, der weiter vom Feuer weg und warm, aber nicht Jad Soledet ist.

(Sind alle Flammen angestellt, dann ist die ganze Blechoberfläche in den Kategorien A oder B.)

Die Regel bezüglich des Bewegens der Töpfe auf dem Blech ist1:

a) Am Schabbat darf ein Topf von A nach B bewegt werden.

b) Soll ein Topf von A nach B bewegt später wieder zu Bereich A zurückgeschoben werden, dann sollte diese Absicht schon beim ersten Bewegen des Topfes bestehen.

c) Selbst wenn am Erew Schabbat der Topf ganz vom Feuer genommen und dann auf den Bereich B des Bleches gestellt wurde, darf er immer noch auf den Bereich A am Schabbat geschoben werden.

d) Es ist untersagt, den Topf vom Bereich C auf die Bereiche A und B zu bewegen.

N.B. Wenn das Essen nur teilweise vor Schabbat gekocht war, darf es unter keinen Umständen am Schabbat auf einen direkt über der Flamme befindlichen Bereich des Bleches bewegt werden, weil dadurch der Kochvorgang beschleunigt würde.2

8:2 Wenn am Schabbat Essen auf das Blech gestellt wird

Kein Essen darf, selbst wenn es ganz durchgekocht ist, zum ersten Mal am Schabbat auf das Blech gestellt werden, denn das würde die Verbote der Schehija und Mechsei Kimiwaschel („so wie Kochen aussehen“3) verletzen.

8:3 Challa aufs Blech legen

Einige Poskim gestatten es, Challa auf einen Blechbereich zu legen, wo die Challa nicht bis Jad Soledet Bo erhitzt werden kann. Der Grund dieser weniger strengen Auffassung besteht in der Abweichung von der normalen Art des Brotbackens.4 Siehe auch Abschnitt 3:2(a).

8:4 Eine elektrische Warmhalteplatte

Viele Poskim vergleichen die Halacha einer elektrischen Warmhalteplatte mit einem Blech. Andere Poskim unterscheiden zwischen einem Herd, auf dem es “Derech Bischul” ist zu kochen, und einer elektrischen Warmhalteplatte, die nicht den Derech Bischul darstellt, sondern nur zum Warmhalten von Essen benutzt wird. Diese Poskim haben entschieden, dass im Fall von Oneg Schabbat ganz durchgekochtes Essen auf eine nur mit einer Einstellung versehenen elektrischen Warmhalteplatte zum Warmhalten gelegt werden darf.5 Enthält das Essen jedoch Flüssigkeit, dann ist dies nur bei Essen gestattet, das immer noch vom vorhegehenden Kochen warm geblieben ist. Siehe Abschnitt 4:1.

Festzustellen ist, dass kein Essen zum Warmhalten auf einer Warmhalteplatte mit verschiedenen Einstellmöglichkeiten gestellt werden darf, selbst wenn die Platte auf der kleinsten Einstellung steht und die Warmhalteplatte das Essen nicht auf Jad Soledet Bo bringen könnte.6

8:5 Ein Topf auf einem anderen

Wie bereits erklärt darf kein durchgekochtes Essen am Schabbat auf dem Blech stehen. Ganz durchgekochtes in einem Topf befindliches Essen darf auf einen Schabbat Kessel oder einen Topf, der gares Essen enthällt, gestellt werden. Begründet wird es damit, dass es nicht als Derech Bischul – die Art und Weise des Kochens - gilt, wenn ein Topf auf einem anderen steht. Wenn z.B. am Freitagabend die Hühnersuppe ohne die Absicht, sie wieder zurückzustellen, vom Blech genommen und auch noch abgestellt wurde – was normale Chasara verbietet, – dann darf, solange die Suppe immer noch warm und Bischul nicht anzuwenden ist, der Topf Suppe zum Warmhalten auf einen anderen auf dem Feuer stehenden Topf gestellt werden.7

Dies ist sogar gestattet, wenn der untere Topf keinen Deckel hat und der obere Topf als Deckel für den unteren Topf benutzt wird.8

Ein Topf darf auf einen anderen Topf nur dann gestellt werden, wenn der untere Topf nicht leer ist. Wenn allerdings ein Topf ohne Absicht, ihn zurückzustellen, am Schabbat vom Herd genommen worden ist, und er später zurückgestellt werden soll, - andernfalls würde das den Oneg Schabbat beeinträchtigen, - dann gestatten es die Poskim, diesen Topf auf den Boden eines leeren, umgedrehten Topfes zu stellen.9

Für den Fall, dass wir vor Schabbat einen Topf auf einen anderen z.B. aus Platzmangel stellten und am Schabbat den unteren Topf abnehmen wollen, gibt es eine Meinungsverschiedenheit zwischen den Poskim darüber, ob der obere Topf auf das Blech gestellt werden darf. Wenn wir dies wegen Oneg Schabbat tun müssen, dann dürfen wir uns auf die weniger strenge Ansicht verlassen und den Topf auf das Blech stellen. Vorzugsweise sollten wir a) von vor Schabbat die Absicht haben, dass in solch einem Fall der obere Topf auf das Blech gestellt wird, und b) vor Schabbat sollte der obere Topf direkt nach dem Kochen auf den unteren Topf auf das Blech gestellt werden. Dazu sollten wir den Topf vom Feuer nehmen und sofort auf den anderen Topf ohne ihn dazwischen abzustellen, setzen. Sonst kann auch ein Topf oder Teller umgekehrt auf das Blech und der obere Topf darauf gestellt werden.10

8:6 Trockenes Essen auf dem Heizkörper

Ganz durchgekochtes trockenes Essen darf zum Aufwärmen auf einen Heizkörper gelegt werden, denn das entspricht nicht der normalen Art des Kochens. Es wird allerdings darauf hingewiesen, dass kein noch zu kochendes Essen auf einen Heizkörper gelegt werden darf, der im Moment zwar kalt ist, aber durch einen Zeitschalter oder Thermostat später warm wird. Denn mit dem Erwärmen des Heizkörpers wird das Essen gekocht, was wegen Bischul untersagt ist. Wenn aus Versehen Lebensmittel auf einen Heizkörper gelegt wurden, dann sind sie unbedingt noch vor dem Garen zu entfernen.11

8:7 Wenn zum Tscholent Wasser hinzugefügt werden soll

Da es häufig vorkommt, dass wir Wasser zum Tscholent hinzufügen möchten, wiederholen wir hier die Bedingungen, unter denen dies gestattet ist.12

1. Das hinzuzufügende Wasser und der Tscholent müssen abgekocht bzw. ganz durchgekocht sein.

2. Es ist an alle Chasara Dinim zu denken, d.h. das Wasser muss direkt von einem Kli Rischon zum Tscholent hinzugefügt werden. Es darf kein Wasser vom Schabbatkessel in ein Kli Scheni und dann das Wasser in den Tscholent geschüttet werden. Eine Kelle ist aber gestattet, siehe Abschnitt 7:6)

3. Wasser aus einer Thermoskanne darf nicht hinzugegeben werden. Siehe Abschnitt 7:5.

4. Das Feuer muss mit einem Blech abgedeckt sein, oder der Tscholent muss auf einer elektrischen Warmhalteplatte mit nur einer Einstellung stehen. Wenn das Feuer nicht abgedeckt ist oder die Warmhalteplatte verschiedene Einstellungen hat, dann darf kein Wasser hinzu.

5. Wenn Wasser aus einem Kessel in den auf dem Blech befindlichen Tscholent geschüttet wird, dann muss das langsam und vorsichtig erfolgen. Der Grund dafür ist, dass einige Poskim der Auffassung sind, dass schnell geschüttetes Wasser den Inhalt des Topfes „umrühren“ kann, und das könnte „Maigis“ sein. Vorzugsweise sollte der Topf vom Herd genommen und Wasser vom Kessel hinzugefügt werden.13

6. Soll das Wasser im Schabbatkessel auch für Tee/Kaffee mit Milch benutzt werden, dann darf der Tscholenttopf nicht zu nah an den Kessel gehalten werden, so dass kein Fleisch aus dem Tscholent während des Wasserschüttens auf den Kessel spritzen kann. Der Topf sollte soweit vom Kessel weggehalten werden, dass nichts von einem zum anderen spritzt. Außerdem ist zu beachten, dass beim Hochheben des Tscholenttopfdeckels der Topf soweit vom Kessel weggehalten wird, dass der Dampf vom Topf nicht in den Kessel gelangen kann.

8:8 Wenn der Tscholenttopf auf dem Blech hin- und herbewegt werden soll

Bei Anwendung der im Abschnitt 8:1 erwähnten Regeln gilt: Wird am Freitagabend festgestellt, dass der Tscholent austrocknen würde, wenn er auf dieser Stelle des Blechs bleibt, dann darf er auf eine andere Stelle geschoben werden, die Jad Soledet Bo ist. Dies hat mit der Absicht zu erfolgen, den Topf am Schabbat Tag wieder auf seinen ursprünglichen Platz zu stellen.

Wurde heißes Wasser zum Tscholent hinzugegeben (siehe Abschnitt 8:7) und danach feststellt, dass der Tscholent zu wässrig ist, dann darf der Topf direkt über die Flamme auf das Blech gestellt werden, selbst wenn die Absicht besteht, etwas von dem Wasser verdunsten zu lassen und dadurch den Tscholent auszutrocknen ... aber alles unter der Bedingung, dass das Wasser und der Tscholent ganz durchgekocht sind.14

Fußnoten
1.
Schabbat KeHalacha, S. 422, Biurim, S. 432.
2.
Schabbat KeHalacha, S. 235.
3.
Wir haben jedoch schon im vorherigen Kapitel erklärt, dass in einem Notfall, der den Oneg Schabbat beeinträchtigen würde, weniger streng verfahren wird, wenn der Topf am Schabbat entfernt und abgestellt wurde, aber immer noch warm ist. Dann darf der Topf auf dem Blech auf einer Stelle stehen, wo er bis Jad Soledet Bo erhitzt werden kann (Schabbat KeHalacha, S. 412). In diesem Fall sollte dieser Topf auf einem Teller oder umgekehrten Topf auf dem Blech stehen. Siehe Abschnitt 8:5.
4.
Schabbat KeHalacha, S. 414.
5.
Schabbat KeHalacha, S. 416. Um allen Ansichten gerecht zu werden, sollte ein Teller umgekehrt auf die Warmhalteplatte und das Essen auf den Teller gelegt werden.
6.
Schabbat KeHalacha, S. 426.
7.
Schabbat KeHalacha, S. 402. Auch gekochtes Essen darf in einen Topf liegen, der auf einem anderen Topf steht (Schabbat KeHalacha, S. 401). Es sollte allerdings nicht ein Topf auf dem anderen Topf stehen, wenn der obere Topf in den unteren hineinsinkt (Schabbat KeHalacha, S. 403).
8.
Schabbat KeHalacha, so lange der obere Topf nicht in den unteren hineinsinkt, sondern nur auf ihm steht.
9.
Schabbat KeHalacha, S. 405.
10.
Schabbat KeHalacha, S. 418.
11.
Schabbat KeHalacha, S. 409.
12.
Schabbat KeHalacha, Seiten 389-393.
13.
Schabbat KeHalacha, S. 223.
14.
Schabbat KeHalacha, S. 202.
von Nissan Dovid Dubov
Rabbi Dubov ist der Direktor von Chabad of South London in Wimbledon, England. Er ist der Gründer der "KabbalahUK" Webseite und Autor vieler Bücher. Rabbiner Dubov lebt in Wimbledon mit seiner Frau Sarah und ihren Kindern.
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