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Die Gesetze der Chasara

Die Gesetze der Chasara

Kapitel 7

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7:1 Das Verbot der Chasara

Weder heiße Flüssigkeiten noch gares Essen unterliegen den Gesetzen des Bischul, da Ejn Bischul Achar Bischul ist. Daher sollte es erlaubt sein, einen Topf mit garem Essen wieder auf den Herd zurückzustellen. Chasal hatten jedoch Angst, dass ein am Schabbat auf den Herd gestellter Topf wie Kochen aussehen könnte – Mechsei Kimiwaschel.1 Daher wurde das Gesetz entwickelt, einen Topf nicht auf den Herd zurückzustellen, - es sei denn, dass es sich unmöglich um neues Kochen, sondern nur um eine Weiterführung vorherigen Kochens, handeln kann.

Um dies deutlich zu machen, haben es Chasal untersagt, den Topf wieder auf den Herd zu stellen, - es sei denn, dass die folgenden Vorbedingungen erfüllt sind:

1. Der Topf wird mit der Absicht weggenommen, ihn wieder zurückzustellen.

2. Der Topf wird von der Person, die ihn vom Herd genommen hat, bis zum Wiederaufsetzen in der Hand gehalten.

3. Die Flamme, auf die der Topf zurückgestellt wird, ist abgedeckt (Ketuma).

4. Das Essen ist gar und noch warm (selbst wenn es unter Jad Soledet ist, solange es immer noch warm ist – wie es in Abschnitt 2:9 im Bezug auf Ejn Bischul Achar Bischul erklärt wurde).

Diese Bedingungen zeigen eine Weiterführung des Kochens an. Nur wenn all diese Bedingungen erfüllt sind, darf der Topf wieder auf den Herd gestellt werden.

Das Verbot des Zurückstellens des Topfes auf den Herd wird Chasara – Zurückstellen – genannt.

7:2 Die Absicht des Zurückstellens

Wurde ein Topf in der Absicht, ihn zurückzustellen, vom Herd genommen, dann zeigt diese Absicht, dass das Zurückstellen eine Weiterführung des vorherigen Kochens und kein neuer Kochakt ist. Chasal haben daher festgelegt, dass die erste Bedingung für das Zurückstellen des Topfes auf den Herd die positive Absicht der den Topf abnehmenden Person ist, den immer noch heißen Topf2) auf den Herd zurückzustellen.3

Wurde aus Versehen4 ein Topf ohne Absicht, ihn zurückzustellen, vom Herd genommen, z.B. am Freitagabend wurde der für den Schabbat-Tag bestimmte Tscholent ohne die Absicht, ihn zurückzustellen, vom Herd genommen, und als der Topf geöffnet wurde, wurde festgestellt, dass er Tscholent enthielt, dann ist es gestattet, den Topf wieder auf den Herd zu stellen, selbst wenn der Topf schon auf dem Tisch stand.5

Wenn eine der Flammen unter einem Topf ausgegangen ist, dann darf der Topf auf eine andere Flamme gestellt werden, solange das Essen immer noch heiß und durchgekocht und die zweite Flamme abgedeckt ist. Ist aber das Essen bereits abgekühlt, dann darf der Topf nicht auf die andere Flamme. Wurde eine Gasflamme durch den Wind ausgelöscht, ist das Gas abzuschalten, obwohl die Kontrollknöpfe Mukze sind.6

Ist ein Topf vom Blech gerutscht, dann darf er wieder aufs Blech zurück.7 Dasselbe gilt auch, wenn der Topf mit der Absicht abgenommen worden ist, ihn zurückzustellen, und er aus Versehen aus der Hand rutschte.8

Wurden am Erew Schabbat Töpfe auf ein Blech gestellt und am Schabbat das vergessene Flammeanzünden unterm Blech bemerkt, dann dürfen die Töpfe auf einen anderen Herd mit Blech gestellt werden, solange das Essen in den Töpfen ganz durchgekocht und immer noch warm ist.9

7:3 Der Topf ist immer noch in der Hand

Die zweite Bedingung für das Zurückstellen des Topfes auf den Herd besteht darin, dass jene Person, die ihn vom Herd nahm, den Topf bis zum Zurückstellen in ihrer Hand hielt. Ein Halten des Topf zeigt, dass sein Abnehmen nur kurzfristig ist und sein Zurückstellen dem weitergehenden Kochen dient.

Die Poskim haben verschiedene Auffassungen10 bezüglich des Ausmaßes beim Halten des Topfes. Manche Poskim sind der Auffassung, dass der Topf in der Luft gehalten werden muss, oder nur soweit an der Kante lehnt, dass er bei, Loslassen herunterfallen würde. Andere Poskim sind der Meinung, dass selbst dann der Topf wieder zurückgestellt werden darf, wenn er auf einer Oberfläche stand, aber die ganze Zeit festgehalten wurde. Zwar ist der ersten Auffassung der Vorzug zu geben, doch wenn es sich um einen sehr großen Topf handelt, der weder in der Luft gehalten noch an einer Kante abgestützt werden kann, gilt die zweite Auffassung.11

Wurde der Topf – selbst mit der Absicht, ihn zurückzustellen – vom Herd und die Hände vom Topf genommen, um ihn auf den Boden oder eine Küchenoberfläche zu stellen, dann darf er nicht auf den Herd zurück.12

Selbst bei versehentlichem Abnehmen vom Blech darf der Topf nicht wieder zurück auf den Herd.13 Siehe aber Abschnitt 7:6.

7:4 Die Flamme ist abgedeckt

Steht ein Topf auf einer abgedeckten Flamme, dann sieht das nicht wie Kochen aus. Daher ist die dritte Bedingung der Chasal, den Topf zurückzustellen, eine z.B. mit einem Blech14 bgedeckte Herdflamme.

Der Topf muss nicht unbedingt auf dieselbe Flamme zurückgestellt werden, auf der er vorher gestanden hat. Solange er auf eine abgedeckte Flamme gestellt wird, ist es erlaubt, ihn dort hinzustellen.15 Ein Topf darf daher von einem zu einem anderen Blech gestellt werden, oder sogar von einer offenen Flamme auf eine mit Blech abgedeckte Flamme.

Wie im Abschnitt über Schehija erklärt worden ist, wird eine Warmhalteplatte, die nur eine Einstellung hat, als Ketuma angesehen. Eine Warmhalteplatte mit verschiedenen Einstellungen muss genauso wie ein Wärmeschrank abgedeckt werden. Ein Langsamkochtopf mit nur einer Einstellung wird als Ketuma angesehen, und einer mit verschiedenen Einstellungen muss mit Folie ausgelegt werden.16

Folgerichtig darf kein heißes Wasser, z.B. von einem anderen Kli Rischon auf dem Feuer, am Schabbat in einen elektrischen, wärmeregulierten Kessel, der schon heißes Wasser beinhaltet, geschüttet werden. Obwohl das Wasser schon gekocht hat, darf kein Wasser hinzu, da der Kessel nicht Ketuma ist.17 Wenn der elektrische Kessel nur eine Einstellung hat, dann ist er Ketuma und heißes Wasser kann von einem anderen Kli Rischon auf dem Feuer hinzugefügt werden. Dazu ist allerdings kein Kli Scheni zu benutzen.

Wurde der Herd am Erew Schabbat nicht mit einem Blech abgedeckt, dann ist es gestattet, die Flamme am Schabbat mit einem Blech abzudecken.18 Sobald die Flamme abgedeckt und jede der obigen Bedingungen von Chasal erfüllt ist, kann der Topf auf das Blech.

7:5 Von einem zum anderen Topf transferieren

Chasara ist nur gestattet, wenn das Essen nicht in ein anderes Kli transferiert worden ist. Wurde es jedoch in ein anderes Kli transferiert, darf es nicht auf den Herd zurück. Selbst wenn das Essen danach wieder in das erste Kli transferiert worden ist, darf es nicht wieder auf den Herd zurück. Diese Halacha gilt selbst bei der Absicht, das Essen wieder auf den Herd zurückzustellen, und das Kli in der Hand gehalten wurde.19

Soll heißes Wasser zum Tscholent, so darf es nicht mittels einer Tasse vom Schabbat-Kessel oder von einer Thermoskanne in den Tscholent geschüttet werden.20

Allerdings ist eine Kelle erlaubt, um heißes Wasser dem Tscholent hinzuzufügen. Die Kelle sollte zuvor einige Sekunden lang in das heiße Wasser getaucht werden.21

7:6 Wenn die Bedingungen nicht erfüllt sind

Es gibt eine gemäßigte Ansicht bei den Poskim, wonach die obigen Bedingungen des Chasara nur anwendbar sind, wenn ein Topf vor Schabbat vom Feuer genommen wurde, um den Topf am Schabbat auf den Herd zurückzustellen. In diesem Fall nicht vorhandener Absicht, den Topf auf den Herd zurückzustellen oder wenn er schon abgestellt worden ist, - dann darf der Topf nicht auf den Herd zurück. Wenn der Topf allerdings vor Schabbat auf das Blech gestellt worden war und am Schabbat abgenommen worden ist, dann darf – gemäß dieser weniger strengen Bedingung – der Topf zurückgestellt werden, auch wenn diese Absicht nicht bestand und er auch nicht die ganze Zeit in der Hand gehalten wurde. Allerdings muss auch nach dieser weniger strengen Auffassung:

1. die Flamme Ketuma,

2. das Essen ganz durchgekocht,

3. das Essen immer noch warm sein.

Für die Mehrheit der Poskim macht es keinen Unterschied, ob der Topf am oder vor Schabbat abgenommen worden ist. Im Notfall, wenn eine Person den Topf am Schabbat ohne Absicht, ihn zurückzustellen, und ohne ihn die ganze Zeit festzuhalten, vom Blech genommen hat, kann sich die Person u.U. auf die o.g. weniger strenge Auffassung verlassen und den Topf auf das Blech zurückstellen. In solch einem Fall ist zuvor ein Rabbiner zu konsultieren.22 Siehe auch Abschnitt 8:5.

7:7 Chasara in einen Ofen

Es gibt verschiedene Auffassungen unter den Poskim in Bezug auf Chasara mit einem Ofen, selbst wenn alle Bedingungen erfüllt worden sind. Siehe Abschnitt 6:2 (d) in Bezug darauf, wie Ketuma bei einem Ofen herstellbar ist.

Manche Poskim sagen, dass unter keinen Umständen Chasara in einen Ofen durchgeführt werden kann. Das hat seine Ursache darin, dass beim Zurückstellen eines Topfes in den Ofen mehr Mechsei Kimwaschel zum Tragen kommt.

Andere Poskim haben entschieden, dass es keinen Unterschied zwischen einem Herd und einem Ofen gibt, und solange alle Bedingung von Chasal erfüllt worden sind, darf das Essen in den Ofen zurück. Unter Zugrundelegung dieser weniger strengen Auffassung, sollte der Topf im Ofen auf einem Teller stehen.23

Chasara in einen Langsamkochtopf beruht auch auf den beiden Auffassungen, die wir oben bezüglich eines Ofens angeführt haben, obwohl manche Poskim in diesem Fall weniger streng sind.24

Chasara in einen Warmhalteofen, d.h. einen Warmhalteschrank, ist gestattet, solange er nur eine Temperatureinstellung hat.25 Es ist ratsam, vor dem Kauf eines solchen Apparats einen Rabbiner bezüglich der Schabbat Dinim dieses Apparates zu konsultieren.

Aus dem Ofen genommenes Essen, darf auf das Blech gestellt werden, solange alle Bedingungen für Chasara erfüllt worden sind. Siehe Abschnitt 7:4.

Fußnoten
1.
Siehe Schabbat KeHalacha, Biurim, S. 341, um zu erfahren, ob der Grund „vielleicht wird man das Feuer anfachen“ auch auf Chasara anzuwenden ist.
2.
Siehe Schabbat KeHalacha, Biurim, S. 351
3.
Wenn der Topf ohne jedwede Absicht abgenommen worden ist, dann darf er nicht auf den Herd zurück. Es muss die Absicht bestehen, ihn zurückzustellen (Siehe Schabbat KeHalacha, Biurim, S. 350).
4.
Das gilt auch, wenn ein Kellner den falschen Topf vom Herd genommen hat: Dann darf er ihn zurückstellen (Siehe Schabbat KeHalacha, Biurim, S. 352).
5.
Siehe Schabbat KeHalacha, Biurim, S. 353. Einige Poskim sind der Ansicht, dass der Topf in einem solchen Fall nur dann wieder auf den Herd zurückgestellt werden darf, wenn er auf einen anderen (selbst einen leeren) Topf gestellt wird (Siehe Schabbat KeHalacha, Biurim, S. 353).
6.
Siehe Schabbat KeHalacha, Biurim, S. 354
7.
Siehe Schabbat KeHalacha, Biurim, S. 351
8.
Siehe Schabbat KeHalacha, Biurim, S. 352
9.
Siehe Schabbat KeHalacha, Biurim, S. 363
10.
Siehe Schabbat KeHalacha, Biurim, S. 357
11.
Siehe Schabbat KeHalacha, Biurim, S. 359
12.
Siehe Schabbat KeHalacha, Biurim, S. 361. Wenn der Topf aber auf einen Stuhl, eine Bank oder ein Bett, d.h. einen Platz, der kein endgültiger Ruheplatz ist, gestellt worden ist, dann gibt es Autoritäten, die es gestatten, diesen Topf wieder auf den Herd zu stellen, wenn durch Nichtzurückstellen der Oneg Schabbat stark beeinträchtigt werden würde (Siehe Schabbat KeHalacha, Biurim, S. 362).
Ein weiterer weniger strenger Fall besteht, wenn die Töpfe vor Schabbat auf das Blech gestellt worden sind und vergessen wurde, das Feuer anzuzünden, - und das erst nach Schabbat-Beginn bemerkt wurde. Wenn das Essen in den Töpfen ganz durchgekocht worden ist, sind die Töpfe auf ein anderes Blech zu transferieren (Siehe Schabbat KeHalacha, Biurim, S. 363).
13.
Siehe Schabbat KeHalacha, Biurim, S. 364. Wenn der Topf aber am Schabbat entfernt und auf einen Stuhl oder eine Bank gestellt worden ist, dann darf weniger streng verfahren werden und der Topf kann auf den Herd zurück, um zu verhindern, dass durch Nichtzurückstellen der Oneg Schabbat stark beeinträchtigt werden würde (siehe vorherige Fussnote). Ebenfalls weniger streng ist zu verfahren, wenn der Topf von einer Warmhalteplatte mit nur einer Hitzeeinstellung genommen wurde und er wieder auf diese zurückgestellt werden soll (Siehe Schabbat KeHalacha, Biurim, S. 365).
14.
Daher ist der Grund, dass die Flamme abgedeckt sein muss, um Schehija zu verhindern, ein anderer als der für Chasara: Der Grund, dass die Flamme abgedeckt sein muss, um Schehija zu verhindern ist, dass dann niemand das Feuer anfachen wird. Der Grund für Chasara ist, dass es nicht wie typisches Kochen aussieht. Siehe aber Schabbat KeHalacha, Biurim, S. 341.
15.
Selbst wenn die Flamme, auf die der Topf transferiert wird, größer als die erste Flamme ist (Siehe Schabbat KeHalacha, Biurim, S. 343).
16.
Siehe Abschnitt 6:2.
17.
Siehe Schabbat KeHalacha, Biurim, S. 349. Wir haben schon in Kapitel 6 (Die Schehija Dinim) erklärt, warum der Kessel nicht vor Schabbat abgedeckt sein muss: Da das Wasser vor Schabbat schon ganz durchgekocht war, besteht keine Gefahr, dass jemand die Flamme „anfachen“ könnte. Obwohl der Kessel in Bezug auf Schehija nicht abgedeckt zu sein braucht, verhindert die Tatsache, dass er nicht bedeckt ist, wegen des Verbotes der Chasara, das Hinzufügen von Wasser.
18.
Siehe Schabbat KeHalacha, Biurim, S. 354. Siehe dort Notiz 21, wo er sich mit den Problemen a) ob, wenn das Metall erhitzt wird, was das Verbot des Maw’ir beinhaltet, beschäftigt, und b) die Veränderung der Flammenform. Die Poskim stimmen darin überein, dass das Erhitzen des Metalls kein Maw’ir ist, insbesondere bei einem Stück Aluminium auf einer kleinen Flamme. Die Flamme ist niemals mit Metall abzudecken, das durch Hitzeeinwirkung glühend rot werden würde.
19.
Alter Rebbe’s Schulchan Aruch 253;14. Schabbat KeHalacha, S. 365.
20.
Siehe Schabbat KeHalacha, Biurim, S. 369. Siehe weiter unten wie heißes Wasser zum Tscholent gegeben wird.
21.
Damit die Kelle den Status eines Kli Rischon erhält. Wenn die Kelle nur kurz eingetaucht würde, dann hätte sie den Status eines Kli Scheni. Es wäre dann untersagt, das Wasser in einen anderen Topf zu transferieren (Siehe Schabbat KeHalacha, Biurim, S. 371).
22.
Siehe Schabbat KeHalacha, Biurim, S. 377
23.
Siehe Schabbat KeHalacha, Biurim, S. 386
24.
Siehe Schabbat KeHalacha, Biurim, S. 387
25.
Siehe Schabbat KeHalacha
von Nissan Dovid Dubov
Rabbi Dubov ist der Direktor von Chabad of South London in Wimbledon, England. Er ist der Gründer der "KabbalahUK" Webseite und Autor vieler Bücher. Rabbiner Dubov lebt in Wimbledon mit seiner Frau Sarah und ihren Kindern.
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