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Die Gesetze der Schehija

Die Gesetze der Schehija

Kapitel 6

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6:1 Die Definition der Schehija

Bischul am Schabbat für sich genommen, untersagt nicht, rohe Lebensmittel oder ungekochte Flüssigkeiten am Erew Schabbat auf eine offene Flamme zu stellen, so dass sie am Schabbat langsam gekocht werden, da Bischul alleine ohne menschliches Zutun stattfindet. Chasal hatten aber Bedenken, dass am Schabbat das Feuer angefacht würde, um den Kochvorgang roher oder ungekochter Lebensmittel zu beschleunigen – und dadurch wäre Aw MelachaMaw’ir“ begangen worden. Chasal haben es daher verboten, ungekochtes Essen auf dem Herd stehen zu lassen. Der Grund für dieses Verbot heißt ‚Geseira Schma Jechate’, wörtlich übersetzt „eine Anordnung, dass vielleicht das Feuer angefacht werden könnte“. Das Verbot selbst heißt „Schehija“.

Für den Fall, dass wir ungekochtes Essen auf dem Herd lassen möchten, haben Chasal ein bedecktes Feuer bestimmt. Wenn das Feuer bedeckt ist, dann gibt es kein Problem mit Schehija. Der Grund dafür ist, dass durch das Abdecken des Feuers keine starke Flamme entstehen kann. Das erinnert daran, die Flamme nicht zu vergrößern. Eine bedeckte Flamme wird „Ketuma1 genannt.

6:2 Welches Feuer muss bedeckt werden

a) Gas und elektrische Herdplatten

Jüdische Haushalte, die auf Gas- oder Elektroherden2 kochen, benutzen ein Stück dünnes Aluminium3, um die Flamme zu bedecken. Es wird „Blech4 genannt. Auch die Schaltknöpfe für den Herd sollten abdeckt sein5, was entweder mit dem Blech selbst oder mit einem Stück Alufolie geschehen kann.6

b) Elektrische Warmhalteplatten

Es gibt zwei verschiedene Arten von Warmhalteplatten:

1. Bei Warmhalteplatten mit konstanter Temperatur ohne Hitzeregulierung besteht keine Gefahr, dass sich die Temperatur erhöhen könnte, da wir das bei dieser Warmhalteplatte nicht tun können, weshalb eine solche Platte nicht abgedeckt zu werden braucht.7

2. Eine Warmhalteplatte, bei der die Hitze reguliert werden kann, ist mit Aluminiumfolie abzudecken,8 ebenso ein Warmhalteschrank mit Hitzeregulierung.9

c) Langsamkochtöpfe (Crock Pots)

Langsamkochtöpfe (Crock pots oder slow cookers) haben einen Hitzeregulationsmechanismus10 und unterliegen daher den Gesetzen der Schehija. Zwischen äußerem und inneren Topf ist Alufolie zu legen.11

d) Ofen

Der halachische Status eines Ofens ist anders als der eines Herdes, da das Essen in einem Ofen nicht direkt auf die Flamme gestellt wird, sondern die Flamme des Gasofens, bzw. das elektrische Element des Elektro-Ofens an der hinteren Seite oder Decke des Ofens angebracht ist, und das Essen durch die Luft im Ofen gebacken wird.

Die Poskim diskutieren, wie man in einem Ofen Ketuma herstellen kann. Manche Poskim sagen, dass die einzige Art, Ketuma herzustellen, ein Ofeneinsatz sei, d.h. eine Metallkiste im Ofen, die als Rundum-Barriere fungiert, oder indem alle Seiten des Ofens mit Alufolie bedeckt sind. Andere Poskim sagen, dass Ketuma dadurch erlangt wird, indem a) eine der Ofenseiten mit Alufolie ist, und b) die Schaltknöpfe bedeckt sind.

Wegen der unterschiedlichen Auffassungen über die Ketuma-Herstellung sollte immer nur ganz durchgekochtes Essen in den Ofen gestellt werden, damit der Ofen nicht Ketuma zu sein braucht.12

6:3 Gekochtes Essen

Chasal befürchteten, dass das Feuer angefacht werden könnte, um den Kochvorgang zu beschleunigen. Daher gilt, dass bei ungekochtem aufs Feuer gestellten Essen, das Feuer abgedeckt sein muss, um die Flamme nicht erhöhen zu können.

Bezieht sich diese Regel auch auf gekochtes Essen?

Bei gekochtem Essen ist die Sorge des Feueranfachens überflüssig. Offensichtlich braucht das Feuer nicht abgedeckt zu werden, wenn das Essen vor Schabbat gekocht worden ist. Außerdem ist die Frage, welches Essen als gekocht angesehen wird.

Es gibt hier drei Auffassungen:

1. Lebensmittel werden als gekocht angesehen, wenn sie ein Drittel gekocht sind (Maachol Ben Drusoi). Niemand wird für Lebensmittel, die ein Drittel gekocht sind, den Kochvorgang beschleunigen wollen. Daher braucht die Flamme nicht abgedeckt zu sein.

2. Lebensmittel werden als gekocht angesehen, wenn sie halb durchgekocht sind.

3. Lebensmittel werden nur dann als gekocht angesehen, wenn sie ganz durchgekocht sind und jedwedes weitere Kochen keine Verbessung mit sich bringen würde.

Tatsächlich ist es ein weit verbreiteter Brauch, sicherzustellen, dass alles Essen, das gekocht werden soll, vor Schabbat ganz durchgekocht ist, und die Flamme außerdem mit einem Blech abzudecken.13

Aus den folgenden Gründen ist es gut, dies zu tun:

a) Dadurch werden jedwede Schehija-Probleme vermieden.

b) Bei ungekochten Lebensmitteln kann ein schnelles Beschleunigen des Kochvorgangs (siehe Abschnitt 1:5) durch Umrühren, Abdecken oder direkt auf die Flamme Schieben geschehen.

c) Eine der Bedingungen für Chasara ist das Zurückstellen eines Topfes auf das Feuer, damit es ganz durchkocht.

Es ist auch sicherzustellen, dass das Wasser im Schabbatkessel vor Schabbat gekocht hat.14

6:4 Wenn es schwierig ist, dies zu tun

Wenn es schwierig ist, dies alles zu tun, da zu wenig Zeit war, das Essen ganz vor Schabbat durchzukochen, dann sollte der Topf mit dem Essen auf das Blech gestellt werden. Solch ein Topf darf aber nicht am Schabbat auf dem Blech weiter auf die Flamme geschoben werden, da das den Kochvorgang beschleunigen würde, was untersagt ist. Außerdem darf der Topf nicht mit einem Deckel abgedeckt werden. Danach darf der Deckel nicht hochgehoben werden, - auch nicht, um nachzusehen, wie das Essen kocht. Der Topf darf nicht umgerührt werden.

6:5 Wenn man kein Blech zur Verfügung hat

Steht kein Blech zur Verfügung, dann darf ein Topf mit garem Essen auf einer unbedeckten Flamme vor Schabbat stehen gelassen werden. Wenn das schwierig ist, dann darf ein Topf mit Essen, das nur halb durchgekocht war, oder sogar Essen, das nur ein Drittel durchgekocht ist, auf einer unbedeckten Flamme stehen bleiben.

War die Flamme nicht mit einem Blech abgedeckt, dann darf der Topf wegen des Verbots von Chasara nicht wieder auf die Flamme gestellt werden, nachdem er abgenommen worden war.

Unter keinen Umständen darf Essen, dass weniger als ein Drittel durchgekocht, oder Wasser, das weniger heiß als Jad Soledet Bo ist, auf einer unbedeckten Flamme vor Schabbat stehen bleiben.15

6:6 Praktisch gesehen

Es ist darauf zu achten, dass alles Essen, einschließlich des Wasserkochens im Schabbatkessel, vor Schabbat ganz durchgekocht ist. Aus den folgenden Gründen ist es gut, dies zu tun:

a) Dadurch werden jedwede Schehija-Probleme vermieden.

b) Bei einem ungekochten Lebensmittel kann es schnell passieren, dass der Kochvorgang beschleunigt wird (siehe Abschnitt 1:5), indem wir das Essen umrühren, abdecken oder direkt auf die Flamme schieben.

c) Eine der Bedingungen für Chasara, d.h. das Zurückstellen eines Topfes auf das Feuer besteht darin, dass es ganz durchgekocht ist.

6:7 Wenn Essen versehentlich auf der Flamme gelassen wurde

Blieb Essen aus Versehen auf der Flamme stehen, das weniger als ein Drittel gar war und auf einer unbedeckten Flamme gestanden hat, dann darf das Essen weder selbst noch von anderen benutzt werden, bis etwas Zeit nach Mozei Schabbat vergangen ist.16

Fußnoten
1.
Wenn die Flamme nicht abgedeckt war, dann muss das Essen am Schabbatbeginn vom Feuer genommen werden. Das Feuer muss unter allen Umständen Ketuma sein, d.h. selbst wenn die Absicht besteht, das Essen, d.h. den Tscholent, am Schabbatmorgen zu essen und daher nicht zu befürchten ist, dass die Flamme höher gestellt wird, muss trotzdem die Flamme abgedeckt werden.
2.
Obwohl heutzutage bei einigen Herden die Hitze-Elemente mit einer Keramikplatte abgedeckt sind, bedarf es trotzdem eines Bleches, um die Flamme nicht zu vergrößern (Schabbat KeHalacha, S. 300, Biurim 5, die auf dem Schulchan Aruch des Alter Rebbe 253:26 basieren).
3.
Gibt es nur Silber-/Alufolie, ist es gut, die Folie ein paarmal zu falten, um eine dickere Platte wie ein Blech herzustellen (Schabbat KeHalacha, S. 304). Heavy-duty’ Alufolien gibt es zu kaufen.
4.
Die Poskim sagen, dass nach dem Bedecken der Flamme mit dem Blech vor Schabbat, die Flamme nicht mehr reguliert werden sollte. Der einzige Grund für das Abdecken der Flamme besteht im Anzeigen, dass die Flamme nicht mehr reguliert wird. Jedwede Regulierung der Flamme widerspricht dem Grund des Abdeckens.
Wenn eine Flamme, die nicht für Schabbat gebraucht wird, noch brennt, dann ist diese Flamme vor Schabbat auszustellen (Schabbat KeHalacha, S. 310).
5.
Schabbat KeHalacha, S. 306. Wenn das Blech nicht groß genug ist, die Schaltknöpfe abzudecken oder wenn keine Alufolie vorhanden ist, dann wird das solange das Blech die Flamme abdeckt, als Ketuma erachtet. Schaltknöpfe werden nur als zusätzliche Vorsichtsmassnahme bedeckt.
Es würde aber nicht ausreichen, nur die Schaltknöpfe abzudecken (Schabbat KeHalacha, S. 306).
6.
Selbst wenn die Flamme auf der höchsten Stufe steht, ist trotzdem immer noch das Feuer abzudecken (Schabbat KeHalacha, S. 300).
7.
Dieselbe Regel gilt für einen Warmhalteschrank. Viele Warmhalteschränke haben allerdings Thermostate. Daher sollte für die Benutzung ein Rabbiner konsultiert werden.
8.
Allerdings muss nicht die ganze Platte abgedeckt werden. Es reicht aus, nur das abzudecken, worauf der Topf steht (Schabbat Kehalacha, S. 305).
9.
Schabbat KeHalacha, S. 345.
10.
Ein Langsamkochtopf mit einer einzigen Einstellung unterliegt denselben Regeln wie eine Warmhaltplatte mit einer Einstellung: Sie müssen nicht abgedeckt werden (Schabbat KeHalacha, S. 301).
11.
Schabbat KeHalacha, S. 300. Die Folie sollte nicht gefaltet werden, sondern es ist eine dünne Platte zu benutzen. Ansonsten würde die Frage bezüglich Hatmana entstehen (Schabbat KeHalacha, Fn23).
12.
Schabbat KeHalacha, S. 312.
13.
Schabbat KeHalacha, S. 320. Es ist allerdings allgemein üblich, gares Fleisch, Tscholent usw. im Ofen zu lassen, obwohl die Flamme nicht bedeckt ist.
Außerdem darf ein elektrischer Schabbatkessel mit Temperaturregulator benutzt werden, was nicht als Ketuma gilt, solange das Wasser vor Schabbat gekocht wurde.
Der Grund für diese Regel ist, dass die Poskim sich nicht darüber einig sind, ob gares Essen Ketuma sein muss. Bejt Josef vertritt die strengste Ansicht. Er sagt, dass nur ganz gares Essen, das durch weiteres Kochen verschlechtert werden würde, nicht Ketuma zu sein braucht. Das andere Extrem besagt, dass ein Drittel gares Essen nicht mehr Ketuma zu sein braucht.
Um der strengen Ansicht genüge zu leisten, sollte alles Essen gar sein und auf einer abgedeckten Flamme nur für den Fall stehen, dass weiteres Kochen das Essen verbessern würde.
Weil es andere Gründe gibt, streng zu sein, siehe Text – sind wir im Bezug auf das Blech streng und verlangen, dass ein Blech unter dem Topf ist. Bei einem Ofen und elektrischen Kessel braucht man nicht zu streng zu sein: Solange das Essen ganz durchgekocht ist, braucht es keine Ketuma.
14.
Schabbat KeHalacha, S. 322. Es geht auch weniger streng, wenn das Wasser Jad Soledet Bo ist (Schabbat KeHalacha, S. 317, Biurim 14 und auch S. 338).
15.
Im Schulchan Aruch steht, dass rohes Fleisch auf einer unbedeckten Flamme gekocht werden darf, wenn der Topf direkt vor Schabbat auf den Herd gestellt worden ist und a) es die ganze Nacht dauert, bis das Fleisch gar ist, ohne die Flamme zu regulieren, und b) nicht beabsichtigt wird, das Essen früher als am nächsten Tag zu essen. Allerdings gibt es viele Bedingungen für diese Halacha (siehe Schabbat KeHalacha, S. 326). Es gibt einen Fall, in dem auf diese Halacha Verlass ist: Beim Langsamkocher (Crock pot). Wurde das Fleisch direkt vor Schabbat in solch einen Langsamkochtopf gelegt, wo es langsam über Nacht kocht, dann ist das sogar gestattet, selbst wenn der Topf nicht mit Alufolie bedeckt ist (Ketuma).
16.
D. h. bis nach dem Zeitpunkt, wo das Essen gar geworden wäre, wenn es nach Schabbat gekocht worden wäre (Alter Rebbe’s Schulchan Aruch 253:12).
Wird vor oder am Schabbat festgestellt, dass das Essen nicht gar ist, dann muss das Essen von der unbedeckten Flamme genommen werden (Schabbat KeHalacha, S. 297).
von Nissan Dovid Dubov
Rabbi Dubov ist der Direktor von Chabad of South London in Wimbledon, England. Er ist der Gründer der "KabbalahUK" Webseite und Autor vieler Bücher. Rabbiner Dubov lebt in Wimbledon mit seiner Frau Sarah und ihren Kindern.
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