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Die Gesetze des Kli Rischon, Scheini und Schlischi

Die Gesetze des Kli Rischon, Scheini und Schlischi

Kapitel 3

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3:1 Ein Kli Rischon

Wenn es auf dem Feuer steht

a) Wie oben angemerkt, darf selbst vollkommen gekochtes Essen1 nicht in ein Kli Rischon, das auf dem Feuer steht, gelegt werden, denn: „es sieht so aus, als ob wir kochen würden“.

b) Wir dürfen Essen von einem auf dem Feuer stehenden Topf in einen anderen, auf dem Feuer stehenden Topf transferieren, wenn z.B. der Tscholent mehr Flüssigkeit benötigt. Dazu nehmen wir den Schabbat-Kessel vom Feuer und halten ihn unter den Wasserhahn, um heißes Wasser zuzugeben2

c) Wir dürfen nicht völlig gekochtes auf dem Blech stehendes Essen rühren oder ausschenken. Der Topf sollte lieber vom Herd genommen werden, um danach das Essen zu servieren.3 Inwieweit der Topf wieder auf das Blech zurückgestellt werden darf, wird weiter unten in Kapitel 7 behandelt.

d) Wenn man den Inhalt eines Topfes, der auf dem Blech steht, sehen möchte, siehe Abschnitt 5:2.

3:2 Wenn wir Essen auf ein Kli Rischon, das auf dem Blech steht, legen möchten.

Die folgenden Lebensmittel dürfen wir auf ein Kli Rischon legen, obwohl es auf dem Feuer steht:4

a) Jedes völlig gekochte, feste Lebensmittel, das entweder heiß oder kalt ist, wie z.B. kaltes Fleisch5, Kartoffeln, Kugel oder Challot6, dürfen wir auf einen Topf auf dem Blech legen.7

N.B. Wenn Fleisch auf einen parwe Kessel gelegt wird, müssen wir darauf achten, dass das Fleisch auf einem Teller liegt, so dass es nicht in Kontakt mit dem Kessel kommt.

b) Eine Flüssigkeit, die ganz gekocht worden und abgekühlt ist, aber immer noch warm/heiß ist (aber nicht mehr Jad Soledet Bo). Sie unterliegt nicht den Bischul Gesetzen — siehe Abschnitt 2:8. Eine kalte Flüssigkeit darf nicht auf einen Topf gestellt werden.

3:3 Ein Kli Rischon, das vom Feuer genommen worden ist

Wenn man ein Kli Rischon vom Feuer nimmt, sollte man darauf achten:

a) das Kli nicht mit einem feuchten Tuch festzuhalten;

b) das heiße Kli nicht auf einer nassen Oberfläche, dem Ausguss oder einem feuchten Tuch abzustellen. Idealerweise sollte es auf einer trockenen Oberfläche auf eine hitzebeständige Matte gestellt werden.

Ein Kli Rischon, das vom Feuer genommen worden ist8, hat immer noch die Energie eines Kli Rischon und kann immer noch rohes Essen kochen. Daher dürfen:

a) ungekochte Lebensmittel

b) kalte Getränke9 (gekocht oder nicht gekocht)

c) lösliche feste Lebensmittel wie z.B. Zucker, Salz,

d) gebackenes Essen, wie z.B. Brot, Mazza

nicht in ein Kli Rischon gelegt werden, selbst wenn es vom Feuer genommen worden ist.

Wenn wir die Regel des Ejn Bischul Achar Bischul befolgen, dann darf:

a) kaltes, trockenes, vorgekochtes, festes Essen und

b) warme, vorgekochte Flüssigkeiten

in ein Kli Rischon gegeben werden, das vom Feuer genommen worden ist.10

Es wurde bereits erklärt, dass wir kein Lebensmittel, das auf dem Feuer steht, rühren dürfen. Ist jedoch der Topf vom Feuer genommen worden, dürfen wir den Inhalt selbst vom Boden des Topfes ausschenken, solange das Essen ganz durchgekocht ist.11

N.B. Wenn ein Kli Rischon ausgelehrt worden ist, weil z.B. der Rest der Hühnersuppe in den Ausguss geschüttet wurde, dann müssen wir darauf achten, nicht eine kleine Wassermenge zum Spülen in den Topf zu schütten, da es das Wasser zum Kochen bringen würde. Damit die Flüssigkeit auf keinen Fall Jad Soledet Bo erreicht, darf aber viel Wasser in den Topf geschüttet werden.12

3:4 Irui Kli Rischon

Die Regel des Irui ist, dass Irui Mewaschel Kedei Klipa, d.h. wenn von einem Kli Rischon geschüttet wird, die äußere Schicht des Essens, auf die wir schütten, gekocht werden kann. Daher ist Irui Kli Rischon untersagt, wenn es:

a) auf ungekochte feste Substanzen,

b) auf Flüssigkeiten,

13 z.B. Wasser von einem Schabbat-Kessel darf man nicht direkt in eine kleine Menge kalter Milch in einer Tasse schütten;14

c) auf kalte, vorgekochte lösliche Substanzen geschüttet wird. Daher darf Wasser nicht direkt vom Kessel auf Schnellkaffee, Schnelltee, Schnellsuppe, Kakao, Zucker usw. geschüttet werden, da einige Tora-Gelehrte lösliche Substanzen — wenn sie einmal aufgelöst sind — als abgekühlte Flüssigkeiten ansehen;15 und

d) auf gebackene Lebensmittel schüttet.

Wenn wir wieder den Regeln des Ejn Bischul Achar Bischul folgen, dürfen wir Irui von einem Kli Rischon in den folgenden Fällen durchführen:

a) kalte, vorgekochte Substanzen, wie z.B. heiße Sosse auf ein kaltes, vorgekochtes Stück Fleisch schütten,

b) warme, vorgekochte Flüssigkeiten. Wurde Suppe serviert und ist die Suppe im Suppenteller zwar noch warm, aber nicht mehr so heiß, wie wir sie gern hätten, dann dürfen wir heiße Suppe von einem Kli Rischon durch Irui zugeben.16, 17

N.B. Es soll hier angemerkt werden, dass heißes Wasser, das aus einem Wasserhahn fließt, als Irui Kli Rischon angesehen wird, da die heiße Wasserleitung mit dem Boiler verbunden ist, der ein Kli Rischon ist. Das Benutzen von Heißwassersystemen wird später behandelt. Bekanntlich darf am Schabbat kein heißes Wasser von der Wasserleitung genutzt werden, da es selbst den vor Schabbat ausgestellten Boiler aktiviert. Heißes Wasser aus dem Wasserhahn ist immer noch als Kli Rischon zu betrachten.18

3:5 Dawar Gusch

a) Die Poskim sind sich bezüglich des Status eines Dawar Gusch nicht einig. Einige Poskim behandeln ein Dawar Gusch jedes andere Essen und mit all den relevanten Dinim eines Kli Rischon, Scheni, Schlischi, die sich auf das Dawar Gusch beziehen. Andere Poskim sind strenger. Sie sagen, dass, da das Dawar Gusch die Hitze beibehält, es immer noch als Kli Rischon betrachtet werden muss, wenn es in ein Kli Scheni transferiert worden ist.

Praktisch gesehen dürfen wir uns auf die gemäßigte Meinung verlassen. Jedoch steht in der Mischna Brura, dass wir der strengeren Meinung folgen sollen;19 z.B. darf entsprechend der strengeren Meinung keine Mayonnaise auf eine heiße Kartoffel gegeben werden.

b) Manchen Poskim sagen, dass vorgekochte Flüssigkeiten, selbst wenn sie, wie z.B. Ketchup ganz abgekühlt sind, auf ein Dawar Gusch in einem Kli Schlischi gegeben werden dürfen. So können Butter oder Margarine auf eine heiße Kartoffel oder Maiskolbe in einem Kli Schlischi gegeben werden.20 Andere Poskim sind diesbezüglich strenger.

c) Vorgekochtes Salz darf man auf ein Dawar Gusch in einem Kli Scheni unter der Bedingung geben, dass das Salz sich nicht auflöst.21

d) Selbst nach der strengsten Meinung hat ein Dawar Gusch den Status eines Kli Rischon nur, wenn es alleine auf einem Teller liegt. Dagegen hat ein in der Suppe befindliches Dawar Gusch denselben Status wie die Suppe.22

e) Ein heißes Dawar Gusch darf nicht aus einem Kli Rischon genommen und in eine kühle Flüssigkeit gegeben werden — selbst wenn es in eine große Menge Flüssigkeit kommt, wie z.B. keine heiße Kartoffel in kaltes Wasser gelegt werden darf.23 o ist es untersagt, ein heißes, hartgekochtes Ei in einem Topf mit kaltem Wasser abzukühlen.24

f) Wir dürfen kein heißes Dawar Gusch auf kalte, ungekochte Flüssigkeiten legen; z.B. keine heiße Kartoffel auf einen Teller mit etwas Öl.25

3:6 Kli Scheni

Wenn wir die Dinim eines Kli Scheni besprechen, dann müssen wir zwischen einem kochend heißen Kli Scheni und einem nicht kochend heißen Kli Scheni unterscheiden, wobei das Letztere immer noch Jad Soledet Bo ist. Zuerst lernen wir etwas über die Dinim eines Kli Scheni, - einem nicht mehr kochend heißem Jad Soledet Bo.

Obwohl ein Kli Scheni nicht dasselbe Kochvermögen wie ein Kli Rischon besitzt und kein Keschei Bischul kochen kann, kann es dennoch Lebensmittel kochen, die leicht gekocht werden können — Kalei Bischul (siehe Abschnitt 2.7). Da wir uns nicht sicher sind, welche Lebensmittel als Keschei und Kalei Bischul angesehen werden können — erachten wir im Alltag alle Lebensmittel als Kalei Bischul außer Wasser, Öl und andere Flüssigkeiten26, die auf jeden Fall Keschei Bischul sind und nicht in einem Kli Scheni gekocht werden.

Daher resultiert die Halacha, dass alle ungekochten festen Substanzen, außer den als Keschei Bischul bekannten, nicht in ein Kli Scheni gelegt werden dürfen.

In dieses Verbot ist Gebäck eingeschlossen, das nicht in ein Kli Scheni gelegt werden darf, denn Jesch Bischul Achar Afija-Gebäck wird als Kalei Bischul angesehen und darf daher nicht in ein Kli Scheni gelegt werden. Es ist z.B. untersagt, Plätzchen in eine Tasse Tee in einem Kli Scheni, oder Mazza oder Brot in heiße Suppe in einem Kli Scheni zu tunken. (Die Dinim einer Kelle werden später behandelt.)

Die folgenden Dinge dürfen in ein Kli Scheni gegeben werden:

a) Flüssigkeiten, z.B. Wasser oder Milch dürfen zu einem Kli Scheni hinzugefügt werden. Das gilt auch, wenn nur eine kleine Menge Flüssigkeit hinzugefügt wird27.

b) Trockene, vorgekochte Substanzen dürfen zu einem Kli Scheni hinzugefügt werden.

c) „Tawlin“. Im Allgemeinen werden Tawlin als Gewürze definiert, die das Essen geschmackvoller machen. Darin eingeschlossen sind Zwiebeln und Knoblauch.28 Chasal haben es gestattet, Tawlin zu einem heißen Kli Scheni hinzuzufügen29.

d) Tee. Obwohl Teeblätter als Tawlin angesehen werden können, ist der allgemein angenommene Brauch, nur ein Kli Schlischi zu benutzen, wenn wir Tee kochen. Kräutertees müssen auch in einem Kli Schlischi gemacht werden.30

e) Zucker. Zucker können wir als Tawlin ansehen und in ein Kli Scheni geben.31 Allerdings darf kein heißes Wasser von einem Kli Rischon auf Zucker geschüttet werden.32

f) Kaffee und Kakao. Kaffee und Kakao werden nicht als Tawlin betrachtet und dürfen nicht in ein Kli Scheni gegeben werden.33

g) Schnellkaffee und -tee. Es gibt rabbinische Autoritäten, die es gestatten, dass Schnellkaffee und -tee einem Kli Scheni hinzu zu fügen, wobei aber nur ein Kli Schlischi benutzt werden darf.34 Es soll hier angemerkt werden, dass es selbst der gemäßigten Meinung entsprechend untersagt ist, direkt von einem Kli Rischon heißes Wasser auf granules zu schütten. Daher soll zuerst das Wasser hinein geschüttet und dann der Kaffee hinzugefügt werden.

h) Salz. Der Alter Rebbe hat gepaskened, dass Salz nicht zu einem Kli Scheni, sondern zu einem Kli Schlischi hinzu gefügt werden darf.35

3:7 Ein sehr heißes Kli Scheni

Bislang haben wir besprochen, dass wir in ein Kli Scheni, das Jad Soledet Bo ist, Lebensmittel legen.

Manche Poskim meinen jedoch, dass bei heißerem Inhalt des Kli Scheni als bei Jad Soledet Bo, z.B. bei Wasser, das gerade von einem Schabbat-Kessel in eine Tasse geschüttet wurde und somit kochend heiß ist, die Tasse dann als Kli Rischon angesehen werden sollte.

Danach dürfen wir keine kalten Flüssigkeiten in ein Kli Scheni, dessen Inhalt kocht, gießen. Wir dürfen z.B. nicht etwas Milch in eine Tasse kochenden Wassers gießen, oder etwas kaltes Wasser in einen Teller kochender Suppe.

Dieser Auffassung gemäß — sollten wir immer ein Kli Schlischi benutzen.36

3:8 Irui Kli Scheni — Wenn wir von einem Kli Scheni gießen

Obwohl ein Kli Scheni Kalei Bischul kochen kann, Irui Kli Scheni kann es nicht. Daher dürfen wir Irui Kli Scheni auf ungekochtes Essen und ungekochte Flüssigkeiten geben. Irui Kli Scheni darf auch auf gebackenes Essen angewendet werden.

Chasal haben aber bestimmte Lebensmittel als Kalei Bischul aufgeführt, die sogar von einem Irui Kli Scheni gekocht werden (dessen Inhalt Jad Soledet Bo ist). Es sind sehr kleine rohe Fische, Hering und rohe Eier.

Bezüglich einer Thermosflasche: Da sie die Hitze bewahrt, sind einige Poskim der Auffassung, dass wir nicht solche Lebensmittel in Thermosflaschen geben dürfen, die wir sonst in ein Kli Scheni geben. Die Poskim sind jedoch der Auffassung, dass eine heiße Flüssigkeit, die von einer Thermosflasche geschüttet wird, als Irui Kli Scheni angesehen wird.37

3:9 Kli Schlischi

Die meisten Lebensmittel dürfen in ein Kli Schlischi gegeben werden.38 Lebensmittel, die in einem Kli Schlischi gekocht werden, können wie rohe Eier oder Fertighaferflocken, dürfen aber nicht in ein Kli Schlischi gegeben werden.39

Praktische Beispiele für den Gebrauch eines Kli Schlischi:

a) Mazza und Brot dürfen in heiße Suppe getunkt werden, die sich in einem Kli Schlischi befindet.

b) Ein Plättchen oder eine Scheibe Zitrone dürfen in eine Tasse Tee in einem Kli Schlischi getunkt werden.

Das ist sogar der Fall, wenn die Flüssigkeit sehr heiß ist.

3:10 Die Kelle

Welchen Status hat die Kelle?

Die Poskim schreiben, dass es wichtig ist, wie lange die Kelle in dem Kli Rischon war. Wenn die Kelle lang genug in dem Kli Rischon war, um den Inhalt der Kelle so auf die gleiche Hitze wie den Inhalt des Kli Rischons zu bringen, dann wird die Kelle auch als Kli Rischon betrachtet und die Flüssigkeit, die von der Kelle geschüttet wird, ist Irui Kli Rischon.

Wenn die Kelle allerdings schnell in das Kli Rischon getaucht und sofort wieder davon entfernt wird, dann hat sie den Status eines Kli Scheni und der Inhalt der Kelle, der ausgeschenkt wird, wird als Irui Kli Scheni angesehen.

Praktisch gesehen, sollten wir die Kelle immer als Kli Rischon und das, was von der Kelle ausgeschenkt wird, als Irui Kli Rischon ansehen, - es sei denn, dass die Kelle sofort vom Kli Rischon entfernt wurde.40

Bezüglich des Suppentellers, in den der Inhalt der Kelle geschüttet wird:

Einige Poskim41 sind der Ansicht, dass, obwohl die Kelle den Status eines Kli Rischon hat, der Suppenteller als Kli Schlischi angesehen werden kann. Eine praktische Konsequenz dieser Halacha wäre: Wenn Suppe mit einer Kelle aus einem Kli Rischon genommen und in einen Suppenteller geschüttet würde, wäre es gestattet, die Suppe zu salzen, - sogar nach der Ansicht des Alter Rebbe, - siehe Dinim des Kli Scheni oben. Wir könnten also Mazza in eine Suppe geben, da es als Kli Schlischi betrachtet würde. Diejenigen, die dieser Auffassung folgen und Suppe, die aus einem Kli Rischon ausgeschenkt wurde, salzen, haben Autoritäten, auf die sie sich verlassen können.

Unsere Poskim42 sind der Ansicht, dass der Suppenteller als Kli Scheni betrachtet werden sollte. Daher sollte, um Salz oder Mazza zur Suppe zu geben, die Suppe erst in ein Kli Scheni, z.B. eine Suppenterrine gegeben werden und dann auf den Suppenteller, wodurch er dann auf jeden Fall ein Kli Schlischi wird.

In vielen jüdischen Familien wird Suppe in einem Kli Schlischi serviert, um alle Bischul-Probleme zu vermeiden. Dies ist lobenswert.43

Ein weiteres Problem im Bezug auf die Kelle entsteht, wenn, nachdem die Kelle aus dem Kli Rischon genommen wurde, die Reste der Suppe auf der Kelle kalt werden. Dann wäre es untersagt, die Kelle wieder in das Kli Rischon einzutauchen, es sei denn, dass sie erst abgetrocknet wird. Um dieses Problem zu vermeiden, gibt es Familien, die darauf achten, dass die Kelle nach dem Ausschenken im Kli Rischon bleibt.44

Gleiches gilt für den abgenommenen Deckel, auf dem die Flüssigkeit abkühlt. In diesem Fall muss er abgetrocknet werden, bevor er wieder auf den heißen Topf gelegt wird.

Fußnoten
1.
Jegliches Zugeben von Lebensmitteln ist untersagt, ob sie fest, flüssig, gekocht oder ungekocht, heiß oder kalt sind. Das Beispiel eines vollkommen gekochten Lebensmittels wird hier zitiert, da wir denken könnten, weil es bei festen Substanzen kein Kochen nach dem Kochen gibt, es auf das Feuer zurückgestellt werden darf. Das ist jedoch untersagt, da „es wie Kochen aussieht.“
2.
Die Übertragung sollte nicht mit einem Kli Scheni vorgenommen werden; z.B. dürfen wir keinen Krug nehmen, ihn mit heißem Wasser füllen und dann das Wasser vom Krug in den Tscholent schütten. Wir sollten besser das Wasser aus einem Kli Rischon ins untere schütten. Eine trockene, saubere Kelle dürfen wir aber benutzen, z.B. um heißes Wasser aus dem Kessel in den Tscholent zu schütten, solange die Kelle eine Zeit lang in das heiße Wasser gehalten wird, wodurch sie den Status eines Kli Rischon erlangt (siehe die Gesetze der Kelle weiter unten. Es soll hier auch angemerkt werden, eine parwe Kelle für diesen Zweck zu benutzen). Siehe Abschnitt 8:7, wo die Gesetze des Zufügens von Wasser zu Tscholent behandelt werden.
3.
Obwohl das Essen ganz gekocht ist und daher nicht mehr den Gesetzen des Bischul unterliegt, haben die Poskim geschrieben, dass das Essen nicht gerührt werden sollte, während es auf der Flamme ist. Hier könnte ein Fehler gemacht werden, indem wir denken, dass Rühren gestattet ist. Dann könnten wir aus Versehen teilweise gekochtes Essen rühren. Siehe Schabbat KeHalacha, Biurim, S. 217. Das Rühren von Wasser ist eine Ausnahme und ist gestattet, wie in der vorherigen Fußnote erwähnt, d.h. Wasser darf mit einer Kelle aus einem Kessel genommen und in einen Tscholent gegeben werden (Schabbat KeHalacha, S. 224).
4.
Obwohl wir, wie vorher erwähnt, kein Essen in ein Kli Rischon auf das Feuer legen dürfen, - da es wie Kochen aussieht -, dürfen wir aber, - da es nicht wie Kochen aussieht -, Essen auf einen Topf legen.
5.
Siehe unten Abschnitt 4:5, wo erklärt wird, dass, sobald das Fleisch oder der Kugel, dessen Fett durch Hitzeeinwirkung schmilzt, nicht auf ein Kli Rischon gelegt werden darf.
6.
Wir müssen bei Challa, das gerade aus dem Gefrierschrank genommen wurde, aufpassen. Wenn es Eisstücke hat, dann dürfen wir es nicht auf einen Topf legen. Wir müssen abwarten, bis das Eis geschmolzen und verdunstet ist. Erst dann darf die Challa auf den Topf gelegt werden.
7.
Wird ein Lebensmittel in Alufolie eingewickelt, muss darauf geachtet werden, dass nicht mehrere Schichten vorhanden sind, weil dies Hatmana wäre. Wir dürfen Essen nur einmal mit der Folie bedecken, z.B. um zu verhindern, dass verstreut wird. Schabbat KeHalacha, S. 202.
8.
Aber es ist immer noch Jad Soledet Bo. Wenn der Topf ganz abgekühlt ist, kann er natürlich nicht mehr Essen zum Kochen bringen.
9.
Eine große Menge kalter Flüssigkeit dürfen wir in ein Kli Rischon gießen, das vom Feuer genommen worden ist. Wird eine große Menge geschüttet, ist nicht zu befürchten, dass sie bis zu Jad Soledet Bo erhitzt wird. Daher ist dies gestattet (Alter Rebbe’s Schulchan Aruch 318:21).

Wir sollten allerdings die kalte Flüssigkeit auf einmal hineinzugeben, so dass das hinzugegebene Wasser nicht gekocht werden kann (Schabbat KeHalacha, S. 110).
10.
Wenn allerdings etwas Essen ins Kli Rischon gegeben wurde, nachdem es vom Feuer genommen worden ist, dann darf das Kli Rischon nicht mehr auf das Feuer zurückgestellt werden, selbst wenn alle Chasara-Bedingungen erfüllt worden sind (Schabbat KeHalacha, S. 201).
11.
Ibid., S. 218. Wir sollten aber nicht den Inhalt rühren.
12.
Alter Rebbe’s Schulchan Aruch 318:21. Schabbat KeHalacha, S. 122.
13.
Der Grund für „Irui Mewaschel Kedei Klipa“, d.h. Irui kocht die äußere Schicht des Essens, ist hier nicht vorhanden, da sich Flüssigkeiten sofort vermischen. Folgen wir der allgemeinen Regel, dass, sobald etwas Heißes auf etwas Kaltes gelegt wird, die untere kalte Substanz die obere Substanz abkühlt, dann gibt es bestimmte Meinungen in den Rischonim, die Irui Kli Rischon auf Flüssigkeiten gestatten, weil die untere kalte Flüssigkeit die geschüttete heiße Flüssigkeit abkühlt. Das ist die Ansicht des Alter Rebbe im Schulchan Aruch 318:20.
Der Zemach Zedek schreibt aber, dass wir streng darauf achten, kein heißes Wasser von einem Kli Rischon in ein bisschen Flüssigkeit zu geben, da die Flüssigkeit durch das Irui bis Jad Soledet Bo erhitzt wird (Schabbat KeHalacha, S. 112).
Es ist auf jeden Fall gestattet, heißes Wasser von einem Kli Rischon in eine große Menge kalten Wassers zu geben. So darf z.B. heißes Wasser von einem Kessel in eine große Schüssel kalten Wassers geben werden, solange das Wassergemisch nicht Jad Soledet Bo ist. Beim Tasse-Milch-Beispiel wäre es gestattet, etwas heißes Wasser vom Kessel in eine Tasse kalter Milch zu geben, um die Milch etwas zu erwärmen.
Außerdem sei erwähnt, dass in den o.g. Fällen, wo Irui Kli Rischon gestattet ist, dies sogar zutrifft, wenn das Kli Rischon auf dem Feuer ist, z.B. selbst wenn der Kessel auf dem Feuer steht oder es sich um einen elektrischen Kessel mit einem inneren Heizelement handelt. Dann ist es sogar gestattet, heißes Wasser direkt vom Kessel in eine große Wassermenge zu schütten (Schabbat KeHalacha, S. 114).
14.
Siehe die vorherige Fußnote. Es ist gestattet, heißes Wasser direkt von einem Kli Rischon, wie z.B. dem Schabbat-Kessel, auf eine Flasche Milch zu schütten, z.B. um ein Babyfläschchen aufzuwärmen (Schabbat KeHalacha, S. 34).
15.
Das ist die Ansicht des Alter Rebbe in seinem Siddur (siehe Schabbat KeHalacha, Seiten 148-149). Es muss darauf hingewiesen werden, dass es selbst in der Mischna Brura, in der eine lösliche Substanz als Dawar Jawesch angesehen wird, steht, lösliche Substanzen nicht in ein Kli Rischon zu legen und auch kein Irui Kli Rischon auf sie zu machen (Schabbat KeHalacha, S. 152).
16.
Wir könnten sogar so weit gehen, zu sagen, dass selbst zu einer kalten Suppe auf dem Suppenteller noch eine heiße Suppe per Irui hinzugefügt werden dürfte.
17.
Die Begründung ist folgende:
a) Das Konzept des Jesch Bischul Achar Bischul bei Flüssigkeiten ist bei den Poskim nicht unumstritten. Schließlich wurde zwischen den Poskim ein Kompromiss geschlossen, so dass die Regel nur dann Anwendung findet, wenn die Flüssigkeit total abgekühlt ist.
b) Irui Kli Rischon auf eine Flüssigkeit wird, wie oben in der Fußnote erklärt, von vielen Poskim gestattet. Die Poskim sind aber streng, wenn auf eine kleine Menge Flüssigkeit Irui vollzieht.
Wenn die Flüssigkeit aber schon einmal - wie in diesem Fall - gekocht worden war, weil die gekochte Suppe abgekühlt ist, dann dürfen wir beide Mäßigungen verbinden und Irui Kli Rischon auf abgekühlte vorgekochte Flüssigkeiten gestatten, d.h. heiße Suppe darf in die kalte Suppe ausgeschenkt werden. Wir sollten auch beachten, dass einige Poskim die Kelle als Kli Scheni betrachten— siehe Abschnitt 3:10 (zum Gebrauch einer Kelle).
Eine vollständige Abhandlung dieses Punktes findet man in Schabbat KeHalacha, S. 268.
Viele Leser sind in dieser Halacha nicht so versiert. Sie kennen nur die Halacha, dass warme, vorgekochte Flüssigkeiten gekocht werden dürfen. Um die Leser nicht zu verwirren, haben wir im Text geschrieben, dass wir Irui Kli Rischon nur auf eine warme, vorgekochte Flüssigkeit durchführen.
18.
Schabbat KeHalacha, S. 36.
19.
Schabbat KeHalacha, S. 91. Selbst in der Mischna Brura steht, dass wir uns bei versehentlichen Übertreten der strenge Regel oder in einer Notsituation auf die weniger strenge Meinung verlassen dürfen.
20.
Schabbat KeHalacha, S. 96. Siehe die Fußnoten dort als einen den Grund dafür, warum er der Ansicht ist, dass ein Kli Schlischi nötig ist.
21.
Ibid., S. 97.
22.
Ibid., S. 94.
23.
Ibid., S. 118. Das ist deshalb, weil das Dawar Gusch um das Wasser herum kocht.
24.
Allerdings darf das Ei unter fließendem Wasser, z.B. vom Wasserhahn, abgekühlt werden (Schabbat KeHalacha, S. 120).
25.
Ibid., S. 119.
26.
Alter Rebbe’s Schulchan Aruch 318:12. Das beinhaltet auch unpasteurisierte Milch. Es soll hier angemerkt werden, dass dies die Ansicht des Alter Rebbe ist. Andere Poskim sind jedoch der Meinung, dass nur vorgekochte Flüssigkeiten, z.B. pasteurisierte Milch, in ein Kli Scheni gegeben werden dürfen. Siehe Schabbat KeHalacha, S. 43.
27.
Selbst wenn die gemischte Flüssigkeit dann Jad Soledet Bo ist. (ibid., S. 59).
28.
Das ist die Entscheidung des Alter Rebbe 318:11. Es soll aber angemerkt werden, dass in der Mischna Brura strenger entschieden wird. Daher wird es nicht gestattet, Zwiebeln oder Knoblauch in ein Kli Scheni zu geben.
29.
Es gibt verschiedene Gründe, die die Poskim dafür angeben, dass Tawlin im Kli Scheni erlaubt sind (siehe Schabbat KeHalacha, S. 46 & 47).
30.
Ibid., S. 51,52.
31.
Ibid., S. 156, Biurim (11).
32.
Siddur des Alter Rebbe. Schabbat KeHalacha, S. 149. Siehe auch Biurim, S. 150.
33.
Schabbat KeHalacha, S. 54.
34.
Ibid., S. 54,55.
35.
Dies ist gemäß der Ansicht des Alter Rebbe in seinem Siddur. In der Mischna Brura wird weniger streng entschieden. Es wird gestattet, dass wir Salz einem Kli Scheni hinzufügen (siehe Schabbat KeHalacha, Seiten 156-158).
36.
Es soll angemerkt werden, dass selbst nach den Poskim, für die kochend heißes Wasser in einem Kli Scheni so wie Wasser in einem Kli Rischon ist, darin übereinstimmen, dass beim Schütten in ein Kli Schlischi dann alle Milde/Nachsicht eines Kli Schlischi angewendet werden (siehe Schabbat KeHalacha, Seiten 64-66).
37.
Ibid., S. 78.
38.
Die meisten Poskim sind dieser Meinung. Manche Poskim sind jedoch der Meinung, dass man die extreme Kalei Bischul sogar in ein Kli Schlischi geben darf. Diese Poskim sagen, dass es besser wäre, ein Irui Kli Scheni auf diese Lebensmittel zu geben, als dass wir sie in ein Kli Schlischi geben. Wir sollten der strengen Meinung folgen, wenn keine besondere Schwierigkeit damit verbunden ist (Schabbat KeHalacha, S. 80-82).
39.
Ibid., S. 83.
40.
Ibid., S. 86.
41.
Schabbat KeHalacha. Der Grund für diesen Din wird von den Responsa Minchas Yitzchok, Bund. 5, Abschnitt 127:3 angeführt, in denen er erklärt, dass wir bezüglich der Kelle, da es eine Meinungsverschiedenheit darüber gibt, ob sie als Kli Rischon oder Scheni gilt, streng sind und ihr den Status eines Rischon geben. Bezüglich der Frage, ob der Suppenteller ein Kli Scheni oder Schlischi ist, sind wir weniger streng und geben ihm den Status eines Kli Schlischi.
42.
Der Grund für diese Auffassung ist: a) Es ist schwer zu schätzen, wie lang die Kelle im Kli Rischon bleiben muss, um den Status eines Kli Rischon zu erlangen; b) selbst wenn es als Kli Scheni angesehen wird — wenn die Suppe sehr heiß ist, dann hat sie den Din eines sehr heißen Kli Scheni (siehe Abschnitt 3:7), das sowieso als Kli Rischon angesehen wird. Aus diesen Gründen sollte die Kelle als Kli Rischon und der Suppenteller als Kli Scheni angesehen werden.
43.
Wenn wir keine Terrine benutzen und Salz zur Suppe auf dem Suppenteller geben möchten, sollten wir darauf achten, die Kelle sofort aus dem Kli Rischon zu nehmen, so dass die Kelle dem Status eines Kli Scheni hat, wodurch wir den Suppenteller zum Kli Schlischi machen.
44.
Schabbat KeHalacha, S. 117. Es soll hier angemerkt werden, dass wir beim Benutzen einer Kelle, um Suppe aus einem Kli Scheni zu schöpfen, wir sie nicht abtrocknen müssen, bevor wir sie wieder eintauchen, selbst wenn die Flüssigkeit auf der Kelle ganz abgekühlt ist (Schabbat KeHalacha).
von Nissan Dovid Dubov
Rabbi Dubov ist der Direktor von Chabad of South London in Wimbledon, England. Er ist der Gründer der "KabbalahUK" Webseite und Autor vieler Bücher. Rabbiner Dubov lebt in Wimbledon mit seiner Frau Sarah und ihren Kindern.
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