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Die Prinzipien des Bischul

Die Prinzipien des Bischul

Kapitel 1

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1:1 Die Aw Melacha

Die 11. der 39 Schabbat Melachot ist Bischul – Kochen.1 In dieser Melacha ist kochen, braten, backen und grillen eingeschlossen.2 Der Präzedenzfall für diese Melacha ist die Rolle des Kochens bei der Erbauung des Mischkan, wo zum Zwecke der Farbenproduktion Kräuter gekocht wurden.

1:2 Die Definition von Bischul

Der Begriff Bischul bedeutet die Veränderung der Qualität einer Substanz durch Zufuhr von Hitze.3 Die Melacha bezieht sich auf feste und flüssige Substanzen.4 Es darf weder gekocht werden, wenn dadurch eine harte Substanz durch Hitzezufuhr erweicht,5 noch wenn eine weiche Substanz durch das Kochen erhärtet wird.6

1:3 “Aeisch” und “Toldot Aeisch

Bischul ist sowohl verboten, wenn es durch direkte Hitzezufuhr des Feuers erfolgt — “Aeisch”,7 als auch durch eine Substanz, die durch Feuer erhitzt worden ist — “Toldot Aeisch”.8

Beispiele für Toldot Aeisch sind:

a) Wenn ein rohes Ei in einen mit kochendem Wasser gefüllten Topf gelegt wird, der vom Feuer genommen worden ist.

b) Wenn Essen in einen heißen Ofen gelegt wird, obwohl der Ofen ausgestellt wurde.

1:4 Der Grad des Bischul Feste Substanzen

Wann ist eine Substanz „gekocht“? Wenn rohes Essen halb gekocht wurde, so dass es – wenn auch schwierig – essbar ist, dann wird es als essbar angesehen. Das wird “Maachol Ben Drusoi” — nach einem Wegelagerer, der Ben Drusoi hieß und sein Essen immer halb gekocht aß – genannt.9

Wenn halb gekochtes Essen weiter gekocht wird, ist es auch Bischul, denn das Essen wird dadurch deutlich schmackhafter.

Erklärung:

Maachol Ben Drusoi ist der Punkt, an dem rohes Essen als gekocht angesehen wird und wo der, welcher kochte, das Verbot des Bischul übertrat.10 edes weitere Kochen vom Maachol Ben Drusoi bis zum vollständigen Durchgekochtsein wird auch als Bischul angesehen.

Wenn Essen ganz durchgekocht ist, dann unterliegt es nicht mehr dem Gesetz des Bischul, selbst wenn weiteres Kochen das Essen schmackhafter macht. Das wird „Miztamake Veiofo Lo“ genannt.

Flüssigkeiten

Eine Flüssigkeit, die bis „Jad Soledet Bo“, d.h. bis zu einer Temperatur, wo die Hand wegen der zu großen Hitze weggezogen würde, erhitzt wurde, wird als gekocht angesehen. Die meisten Poskim sind sich darüber einig, dass Jad Soledet Bo zwischen 40 und 45 Grad Celsius liegt.11

1:5 Wenn der Kochvorgang beschleunigt wird

Eine Person braucht nicht den gesamten Kochvorgang von Anfang bis Ende durchzuführen, um das Verbot des Bischul zu überschreiten. Selbst das Unterstützen und Beschleunigen des Kochvorgangs wird als Bischul angesehen.12

Beispiele:

a) Wenn ungekochtes Essen in einem Topf war, der nur teilweise auf der Flamme stand, und es würde kochen, sobald der Topf berührt wird, dann wäre es verboten, den Topf direkt auf die Flamme zu schieben, da dies den Kochvorgang beschleunigen würde.13

b) Ein Topf darf nicht auf den Ofen zurückgestellt werden, wenn der Inhalt nicht ganz gekocht ist.14

c) Es ist verboten, einen Deckel auf einen Topf mit nur teilweise gekochtem Essen zu legen, weil Essen in einem geschlossenen Topf schneller kocht. Daher muss am Freitagabend sichergestellt sein, dass der Tscholent völlig durchgekocht ist, wenn in den Topf geschaut würde. Wäre der Tscholent nur teilweise gekocht, dann ist es Bischul, den Deckel wieder auf den Topf zu legen, - selbst wenn der Deckel nur kurz hochgehoben würde.

d) Wird teilweise gekochtes Essen umgerührt („Maigis“), dann kocht Essen schneller. Daher darf teilweise gekochtes Essen weder gerührt werden, wenn es auf der Flamme ist, noch wenn es von der Flamme heruntergenommen wurde.15

e) Wenn die Ofentür geschlossen wird, obgleich sich im Ofen teilweise gekochtes Essen befindet.

Die obigen Beispiele zeigen, dass die Essenentnahme aus einem Topf, in dem sich teilweise gekochtes Essen befindet, den Kochvorgang beschleunigt. Um Bischul zu vermeiden, ist es also ratsam, jedes Essen vor Schabbat durchzukochen.

1:6 Aufgewärmtes Essen

Selbst wenn Essen nur aufgewärmt werden soll, darf es nicht so hingestellt werden, dass es möglicherweise bis zu Jad Soledet Bo aufgewärmt werden könnte.16

1:7 Wenn am Schabbat gekocht wurde

Wenn aus Versehen etwas am Schabbat gekocht wurde, dann sollte ein Rabbiner gefragt werden, welchen Status das Essen hat.

Fußnoten
1.
Mischna Schabbat 7:2.
2.
Alter Rebbe’s Schulchan Aruch 318:7.
3.
Das Verbot bezieht sich sogar auf Lebensmittel, die normalerweise roh gegessen werden, z. B. Obst. Jeder durch Hitzeeinfluss bewirkter Statuswechsel gilt als Bischul (Alter Rebbe’s Schulchan Aruch 318:24).
4.
Das Verbot des Bischul umfasst auch das Schmelzen von Metall, Wachs oder Teer, sowie das Brennen von Tonwaren (Alter Rebbe’s Schulchan Aruch 318:7).
5.
Es ist jedoch gestattet, heißes Wasser in einen Plastikbecher zu gießen, selbst wenn dadurch das Plastikmaterial aufweichen könnte (Schabbat KeHalacha, S. 27).
6.
Die Poskim diskutieren darüber, ob das Schmelzen fester Lebensmittel als Kochen angesehen werden kann, z.B. das Schmelzen von Butter oder Schmalz. Diese Dinim (Gesetze) werden später in den Abschnitten 4:4-4:6 behandelt.
7.
Das beinhaltet Gas-, Elektro-Herde, Mikrowellen. Zwar darf unter direkter Einwirkung der Sonnenwärme gekocht werden, aber nicht in einem von der Sonne bereits erhitzten Gefäß (Alter Rebbe’s Schulchan Aruch 318:7).
8.
Alter Rebbe’s Schulchan Aruch, ibid.
9.
Der Schulchan Aruch des Alter Rebbe besagt im Abschnitt 253:13, dass Lebensmittel als gekocht angesehen werden, selbst sie erst ein Drittel gekocht sind.
10.
Bevor das Essen den Status des Maachol Ben Drusoi erreicht hat, wurde kein Bischul praktiziert. Es muss aber darauf hingewiesen werden, dass es auch untersagt ist, rohe Lebensmittel auf eine Flamme zu stellen und sie herunterzunehmen, bevor sie den Status des Maachol Ben Drusoi erreicht haben, weil Chasal davor Angst hatten, evtl. zu vergessen, das Essen rechtzeitig von der Flamme zu nehmen und dadurch das Verbot des Bischul zu übertreten (Alter Rebbe’s Schulchan Aruch 318:24).
11.
Schabbat KeHalacha, S. 24.
12.
Alter Rebbe’s Schulchan Aruch 318:10. Schabbat KeHalacha, S. 194.
13.
Es ist egal, ob ein Blech benutzt wurde oder nicht. Das Problem ist hier, dass der Kochvorgang dieses rohen Lebensmittels beschleunigt wird (Schabbat KeHalacha, S. 235).

Ein interessantes Beispiel dieser Situation wäre Tscholent mit Hühnerknochen. Es gibt viele Menschen, die gern gekochte Knochen abnagen. Obwohl der Tscholent ganz durchgekocht war, bleibt immer noch das Problem, ihn solange zu kochen, bis die Knochen weich sind. Deshalb muss darauf geachtet werden, dass der Tscholent einschließlich der Knochen ganz durchgekocht ist, damit nicht aus Versehen der Kochvorgang beschleunigt wird. Siehe Schabbat KeHalacha, S. 200.

In Bezug auf Flüssigkeiten gibt es bei den Poskim eine Frage, ob es erlaubt ist, eine Flüssigkeit, die schon bis Jad Soledet Bo erhitzt worden ist, bis zum Kochen zu bringen. Manche Poskim sagen, da die Flüssigkeit schon Jad Soledet Bo erreicht hat, gilt sie als gekocht. Daher wäre weiteres Erhitzen nicht untersagt. Obwohl diese Halacha nicht unumstritten ist, darf sie in diesem Bereich angewendet werden (Schabbat KeHalacha, S. 198).
14.
Das ist sogar der Fall, wenn der Herd mit einem Blech abgedeckt worden war, der Topf festgehalten wurde und die Absicht bestand, ihn aufs Blech zurückzustellen — die drei Bedingungen von Chasara. Siehe Kapitel 7.
15.
Schabbat KeHalacha, S. 216. Es ist sogar untersagt, aus einem Topf teilweise gekochtes Essen, das von der Flamme genommen worden ist, mit einer Kelle zu entfernen.
16.
Alter Rebbe’s Schulchan Aruch 318:24.
von Nissan Dovid Dubov
Rabbi Dubov ist der Direktor von Chabad of South London in Wimbledon, England. Er ist der Gründer der "KabbalahUK" Webseite und Autor vieler Bücher. Rabbiner Dubov lebt in Wimbledon mit seiner Frau Sarah und ihren Kindern.
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