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Das Leben ist eine Ansichtskarte

Das Leben ist eine Ansichtskarte

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„Ich wollte zögern, aber ich konnte mich nie dazu entschließen.“

Einerlei, ob Sie dieses Zitat für klug, witzig oder dumm halten, es ist ziemlich ernüchternd. Wie viele Menschen können behaupten, dass sie wichtige Entscheidungen nicht aufschieben? Werden Sie nicht grün vor Neid, wenn sie Supermenschen begegnen, die immer pünktlich und auf alles vorbereitet sind? Machen diese Leute Sie nicht wütend ... auf sich selbst? Ich weiß aus Erfahrung, dass ich mich um wichtige Dinge sofort kümmern muss; andernfalls traue ich mir nicht zu, sie anzupacken. Ich weiß, dass ich von einem Kurs über gute Zeiteinteilung profitieren würde. Einmal schrieb ich mich sogar für einen solchen Kurs ein; aber ich ging nie hin. Keine Zeit. Es gibt so viele neue Ideen und Pläne, mit denen ich mich gerne befassen würde. Ich weiß, dass ich sie mit mehr Disziplin verwirklichen könnte.

Vielleicht überrascht es Sie zu erfahren, dass gute Zeiteinteilung nicht nur im Beruf wichtig ist, sondern auch in der Religion. Die Parascha dieser Woche beschreibt die jüdischen Feiertage genau. Unter anderem lesen wir vom Omerzählen in den 49 Tagen zwischen Pessach und Schawuot. So wie die Israeliten die Tage nach dem Exodus zählten und sich auf die Übergabe der Tora freuten, zählen auch wir jedes Jahr diese Tage. Aber warum? Die Zeit vergeht, einerlei, ob wir es merken oder nicht. Welchen Wert hat also das Zählen? Nun, wie zählen diese 49 Tage, damit wir daran denken, wie kostbar jeder Tag, jede Stunde und jeder Augenblick ist. Rabbi Scholom DowBer von Lubawitsch sagte einmal: „Ein Sommertag und eine Winternacht sind ein Jahr.“

Ich hörte dazu eine klassische Analogie vom heiligen Chofez Chaim, Rabbi Israel Meir Kagan (1838–1933). Er sagte: „Das Leben ist eine Ansichtskarte.“ Haben Sie schon einmal einem Freund eine Ansichtskarte aus dem Urlaub geschickt? Sie beginnen mit großer Schrift, dann fällt Ihnen etwas Neues ein, und schon sind Sie am Ende der Karte und haben keinen Platz mehr. Was tun? Sie fangen kleiner an, und wenn der Platz nicht reicht, kritzeln Sie am Rand der Karte entlang. Zum Schluss drehen Sie die Karte um und schreiben die letzten wichtigen Worte auf die Rückseite.

Kommt Ihnen das bekannt vor? Ist das Leben nicht auch so? Wir beginnen jung und rücksichtslos, und wenn wir älter werden, merken wir, wie kurz das Leben ist. Also versuchen wir, alle wichtigen Dinge zu erledigen, zu denen wir nie gekommen sind. Manchmal sind unsere Bemühungen verzweifelt, sogar pathetisch. Wir wollen unserem Leben Sinn verleihen, ehe es zu spät ist. Vielleicht ist das der Grund für die Midlife Crisis.

Die Tora will, dass wir unsere Tage zählen – weil sie tatsächlich „gezählt sind“. Jedem Menschen wird eine bestimmte Zahl von Tagen und Jahren zugestanden, in denen er tun muss, wofür er geschaffen wurde. Wenn wir die Zeit zählen, wissen wir sie hoffentlich besser zu schätzen. Was immer Sie im Leben tun müssen, möge G-tt Ihnen helfen, damit Sie „dazu kommen“.

von Yossy Goldman
Rabbi Yossy Goldman entstammt einer bemerkenswerten Brooklyner (New York) Chabad Familie. Im Jahre 1976 wurde er vom Lubawitscher Rebbe als ein Gesandter (Schliach) nach Johannesburg, Südafrika geschickt, um dort die Jüdischen Gemeinden zu unterstützen. Seit 1986 ist er Senior-Rabbiner der Sydenham Highlands North Shul und Präsident der südafrikanischen Rabbinervereinigung.
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