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5. Jom Kippur

5. Jom Kippur

Reparatur

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Ihr Raumschiff ist gelandet und steht im Hangar, um überholt zu werden. Aber wie repariert man eine Seele?

Schraubenzieher nutzen nichts. Was wir brauchen ist Leim.

Es ist ähnlich wie beim Reparieren einer Beziehung: Sie brauchen ein Band, das so stark ist, dass alle Fehler unwichtig werden und jeder Partner das Beste für den anderen will. Darum heißt Jom Kippur „Versöhnungstag“. An diesem Tag sind wir eins mit unserer g-ttlichen Quelle.

Festmahl

Essen Sie zwei gute Mahlzeiten am Tag vor Jom Kippur. Das ist eine Mizwa. Wenn Sie heute feiern und morgen fasten, gilt das als zweitägiges Fasten.

Trinken Sie reichlich Wasser, und meiden Sie schwere Speisen, Nüsse und andere Gerichte, die in den Zähnen stecken bleiben.

Wenn Sie Kinder haben, legen Sie jedem Kind die Hände auf den Kopf (einem nach dem anderen) und segnen es.

Vergebung

Wenn jemand der Meinung ist, dass Sie ihm Unrecht getan haben, sollten Sie sich vor dem Fasten mit ihm versöhnen. Vergeben auch Sie jenen, die Ihnen Unrecht getan haben. So wie Sie anderen vergeben, wird G-tt Ihnen verbeben.

Kol Nidre

Wenn die Sonne den Horizont berührt, durchdringt die Stimme des Chasan (Kantors) unsere Seele mit dem Kol Nidre. Aber das wichtigste Gebet, das innerhalb der 25 Stunden achtmal wiederholt wird, ist das Widdui (Sündenbekenntnis): Wir übernehmen die Verantwortung für jedes Unheil, das wir angerichtet haben, und reißen alle Überreste dieser Sünden aus uns heraus. Da es nicht leicht ist, an alle Sünden zu denken, enthält das Gebetsbuch eine alphabetische Liste.

Bei jedem Widdui wird die Seele befreit und steigt höher hinauf, bis sie mit der Ne’ila den Gipfel erreicht, wenn Jom Kippur zum Ende kommt und die Tore des Himmels sich zu schließen beginnen.

Am Jom Kippur wird nach der Toralesung das Jiskor rezitiert, um der Seelen der Verstorbenen zu gedenken. Wir bitten um eine milde Gabe für Eltern und Angehörige, die jetzt in der „Welt der Wahrheit“ sind. Die Spende darf jedoch nicht an Jom Kippur gegeben werden, weil wir an diesem Tag weder Geld in die Hand nehmen noch Schecks ausstellen.

Am Ende von Ne’ila ruft die ganze Gemeinde dreimal das Schma Jisrael, und ein einziger Ton des Schofars verkündet das Ende des Fastens.

Jom Kippur ist der höchste Tag des Jahres im jüdischen Jahr. Wir vermeiden: jegliche Arbeit (wie am Schabbat), Essen und Trinken (außer bei Lebensgefahr), Duschen und Baden, das Benutzen von Lotionen und Parfüms und das Tragen von Lederschuhen.

Fasten

Manche halten Jom Kippur für einen traurigen Tag. Aber kann der höchste Tag des Jahres wirklich traurig sein?

Es geht im Grunde nur darum, dass wir den Kontakt mit dem Spirituellen verlieren und in die profane Welt zurückfallen würden, wenn wir an diesem Tag mit unseren körperlichen Bedürfnissen beschäftigt wären.

Darum ziehen wir an diesem Tag einen weißen Kittel an. Er erinnert uns daran, dass wir heute den Engeln gleichen, die weder essen noch trinken müssen. Wir übertreffen sie sogar!

Abschluss

Kaum ist Jom Kippur vorbei, versammeln wir uns zur Hawdala in der Synagoge und gehen dann nach Hause, um ein frohes Fest zu feiern. Wir wünschen einander „Gut Jom Tow!“. Dem Baal Schem Tow zufolge befinden wir uns jetzt im reinsten Tag des Jahres, weil alle Seelen sauber sind und wie neu glänzen.

von Tzvi Freeman
Tzvi Freeman ist der Autor von Bringing Heaven Down to Earth und Be Within, Stay Above, zwei Bände mit Meditationen, sowie zahlreicher Artikel über jüdische Mystik und Philosophie. In 1975 gab Freeman seine Karriere als Musiker (klassische Gitarre) auf um Talmud und jüdische Mystik zu studieren. Während seinem Studium gründete er die erste chassidische Rockband. Er ist auch der Gründer von Adam v’Adamah – einer jüdischen Umweltgruppe.
Illustration von Yehuda Lang. Möchten Sie noch weitere Werke des Künstlers sehen, klicken Sie hier.
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