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Epilog: Die zehn Mizwa-Kampagnen

Epilog: Die zehn Mizwa-Kampagnen

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Zusammenfassend können wir sagen: „Die Tat ist das Wichtigste“ und das Tun kommt vor dem Verstehen. Daher drucken wir hier eine Kurzfassung der zehn Mizwa Kampagnen des Lubawitscher Rebbe sel. Andenkens. Zehn Mizwot werden hier behandelt, durch deren Erfüllung der Einzelne und die Familie dem jüdischen Erbe näher kommt.

Liebe Deinen Mitjuden

Rabbiner Akiwa, einer der größten Talmud-Gelehrten, erklärte, dass Nächstenliebe „eine der wichtigsten Toraprinzipien“ ist. Wenn wir uns auf Ahawat Jisrael konzentrieren, dann bemühen wir uns darum, dass unsere Gedanken, Ausdrucksweisen und Taten von Nächstenliebe durchdrungen sind. Der Baal Schem Tow hat uns beigebracht, dass wir Ahawat Jisrael auch für einen Juden haben sollten, den wir noch niemals gesehen haben. Das wird in Kapitel 32 des Sefer Tanja erklärt (siehe das Buch „Liebe Deinen Mitjuden“ – Sichot In English Verlag).

Jüdische Erziehung

In der Kampagne für Tora-Erziehung haben wir uns als Ziel gesetzt, jedes jüdische Kind eine Schule besuchen zu lassen, wo es die Bedeutung, als Jude zu leben, lernt. Auch Erwachsenenbildung ist wichtig. Deshalb ermuntern wir Erwachsene, an Gruppen und Seminaren teilzunehmen, die ihrem Wissen und ihrer Lebenssituation angemessen sind.

Torastudium

Die Tora ist das Medium, durch das G-tt dem Menschen die Möglichkeit, Ihn kennen zu lernen und Ihm zu dienen, gibt. Die Kampagne für das Torastudium soll jeden Juden ermuntern, jeden Tag bestimmte Zeiten für das Torastudium festzulegen, um seine seelische Entwicklung systematisch zu fördern. Rabbiner Schneur Salman von Liadi hat erklärt, dass für uns das Torastudium zum Zentrum unserer tagtäglichen Aktivitäten werden kann, wenn wir es nicht nur zeitlich, sondern auch seelisch in unseren Tagesablauf einplanen.

Tefillin

In der Tora werden die Tefillin als Zeichen beschrieben, d.h. als eine öffentliche jüdische Stellungnahme. Wenn wir jeden Werktag Tefillin anlegen, bezeugen wir damit unsere jüdische Identität. Tefillin werden gegenüber dem Herzen am Arm und auf den Kopf befestigt. Damit zeigen wir, dass wir unsere emotionalen und geistigen Kräfte dem G-ttesdienst widmen. Die Riemen, die vom Arm zu den Händen und vom Kopf bis zu den Beinen reichen, symbolisieren die Übertragung geistiger und emotionaler Energien zu den Händen und Füssen, d.h. unseren Taten.

Unsere Gelehrten haben erklärt, dass sich der Vers: „Und alle Völker der Erde werden sehen, dass der Name G-ttes auf euch ruht, und sie werden euch fürchten“ sich auf die Tefillin bezieht. Durch Tefillin wird den Juden in der heutigen Ära Frieden und Sicherheit gebracht. Sie bringen die letztendliche Sicherheit in der Zeit des Maschiach näher.

Der Rebbe hat diese Kampagne am Beginn des Sechstagekrieges begonnen. Er bat insbesondere die Soldaten der Israelischen Armee darum, Tefillin anlegen, da sie dadurch im Kampf beschützt würden.

Mesusa

„Und ihr sollt sie auf die Türpfosten eurer Häuser und auf eure Tore schreiben“ (Deut. 6:9, 11:20).

Eine koschere Mesusa ist eine kleine Pergamentrolle, die per Hand von einem Experten beschrieben worden ist. Sie enthält zwei Torapassagen: Das Schma Jisrael und einen anderen Tora-Abschnitt.

Auf der Rückseite der Pergamentrolle stehen drei hebräische Buchstaben: Schin (שׁ), Dalet (ד), Jud (י) als Abkürzung für die hebräischen Worte ישראל דלתות שומר (Beschützer der Türen Israels).

Eine Mesusa wird an der rechten Seite jeder Tür des Hauses (außer der Badezimmertür/WC) befestigt. Sie beschützt die Bewohner innerhalb und außerhalb des Hauses. Eine Mesusa bezeugt, dass ein Haus oder ein Zimmer jüdisch ist. Sie erinnert uns an unsere Verbindung mit G-tt und unserem Erbe. Wenn wir sie an unseren Türpfosten befestigen, dann zeigen wir, dass dies ein Haus oder Zimmer ist, in dem das Wort G-ttes und Seiner Tora unser Verhalten beeinflusst, wodurch es eine heilige Wohnstätte wird.

Sowohl Tefillin als auch Mesusot müssen von einem authorisierten Experten als koscher ausgestellt und außerdem regelmäßig überprüft werden. Wenn der Rebbe Bittbriefe erhielt, dann hat er - vor allem bei gesundheitlichen Fragen - vorgeschlagen, dass Tefillin und Mesusot überprüft werden sollten.

Zedaka

Wir sollten die Verpflichtung verspüren, anderen etwas abzugeben. Wir sollen wissen, dass unser Hab und Gut ein Geschenk G-ttes ist, das Er uns gegeben hat, damit wir anderen helfen. In der Zedaka Kampagne bitten wir darum, dass mehr gegeben wird. Eine dafür aufgestellte Zedaka-Dose soll uns daran erinnern, dass wir jeden Werktag mehrmals Zedaka geben. Unsere Gelehrten haben gesagt: „Zedaka ist großartig, da sie die Erlösung herbeiführt“.

Jüdische Bücher in jedem jüdischen Haus

Die Umgebung beeinflusst uns. Mit dem, was wir im eignen Haus haben, bestimmen wir die Art unseres Zuhauses. Heilige jüdische Bücher im Haus regen Familie und Gäste dazu an, sie zu benutzen. Außerdem erinnert uns die bloße Anwesenheit heiliger Bücher an ihren Inhalt und an jüdische Werte. Zwar gilt, je mehr Bücher umso besser, aber zumindest sollten ein Chumasch (die fünf Bücher Moses), ein Buch der Psalmen und eine Siddur (Gebetbuch) in jedem jüdischen Haus zu finden sein.

Kerzen anzünden

Der Schabbat ist ein Tag des Lichts. Er ist ein Tag mit einem anderen Muster und anderen Werten. Jeder Schabbat ist ein Vorgeschmack auf die Zeit des Maschiach. Das Anzünden der Schabbatkerzen 18 Minuten vor Sonnenuntergang läutet diesen anderen Bewusstseinszustand ein. Die Frau trägt die Verantwortung für das Kerzenanzünden und den damit einhergehenden Perspektivwechsel. Sie begrüßt damit die Schabbat-Königin im Haus. Schon dreijährige Mädchen dürfen ihre eigene Kerze anzünden, damit sie mithelfen, diese Atmosphäre zu schaffen.

Koschere Nahrung

Wenn wir koscher essen, dann zeigen wir, dass unsere jüdische Identität uns in jedweder Hinsicht prägt. Solange wir unsere jüdischen Praktiken auf Gebet, Studium und bestimmte rituelle Akte beschränken, ist das nur spirituell und damit abgehoben von unserer tagtäglichen Realität. Wenn wir aber anders essen, weil wir jüdisch sind, dann ist das nicht nur metaphysisch, sondern ein integraler Teil unserer Existenz.

Kaschrut bedeutet, dass wir innerhalb und außerhalb unseres Hauses nur koschere Nahrung zu uns nehmen. Wir essen nicht gleichzeitig fleischig und milchig, und haben getrennte Service, Bestecke und Töpfe für Fleisch- und Milchprodukte.

Familienreinheit

Taharat Hamischpacha (die Einstellungen und Tora-Praktiken des Ehelebens) erleichtern es dem Ehepaar, sich gegenseitig zu respektieren, zu lieben und gesunde Kinder zur Welt zu bringen. Viele jüdische Paare haben diese Mizwa angenommen, um ihr Eheleben zu bereichern. Eheleute sollten sich mit einem Rabbiner in Verbindung setzen, um die genauen Details dieser Gesetze zu erlernen.

von Nissan Dovid Dubov
Rabbi Dubov ist der Direktor von Chabad of South London in Wimbledon, England. Er ist der Gründer der "KabbalahUK" Webseite und Autor vieler Bücher. Rabbiner Dubov lebt in Wimbledon mit seiner Frau Sarah und ihren Kindern.
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