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Was sagt das Judentum zum ‘Ende der Tage’?

Was sagt das Judentum zum ‘Ende der Tage’?

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Was ist „Das Ende der Tage“

Der Ausdruck „Das Ende der Tage“ steht in Numeri 24:4. Er wird als Bezug auf die messianische Zeit aufgefasst und soll hier als Ansatzpunkt zur kurzen Erörterung des jüdischen Glaubens an das Kommen des Moschiach dienen.

Was bedeutet das Wort Moschiach?

Moschiach ist das hebräische Wort für Messias. ‚Messias’ (im Deutschen) bedeutet Erlöser. Moschiach (im Hebräischen) bedeutet ‚Gesalbter’. Im biblischen Hebräisch wurde der Titel Moschiach nach Erreichen einer noblen Position verliehen und z. B. der Hohepriester als Kohen HaMoschiach bezeichnet.

In der talmudischen Literatur galt der Titel Moschiach oder Melech HaMoschiach (König Messias) dem jüdischen Führer, der Israel am Ende der Tage erlösen wird.

Was besagt der Glaube an den Moschiach?

Einer der jüdischen Glaubenssätze, zusammengestellt von Maimonides, besagen, dass eines Tages ein dynamischer jüdischer Anführer, ein direkter Abkömmling König Davids, erscheint. Er wird den Tempel in Jerusalem wieder erbauen und die Juden aus der ganzen Welt zum Land Israel bringen.

Alle Völker der Erde werden den Moschiach als Weltführer anerkennen und seine Herrschaft akzeptieren. Kriege und Hungersnöte hören auf und stattdessen herrschen Frieden und Wohlstand in der Welt.

Alle Menschen werden den einen G-tt anbeten, spiritueller und moralischer leben, - das jüdische Volk aber wird sich mit dem Erlernen der Tora beschäftigen.

Das Kommen des Moschiach vervollständigt den Sinn der Schöpfung, d.h. dass die Menschen dem Ewigen eine Wohnstätte in unserer Welt schaffen und die Spiritualität der physischen Welt offenbaren werden.

Ist das nicht ein utopischer Traum?

Nein! Im Judentum glauben wir, dass die Menschheit sich unter einem geeigneten Anführer ändern kann und wird. Moschiach regt durch sein Beispiel mit seiner dynamischen Persönlichkeit und Humanität alle Menschen an, sich zu verbessern. Er wird einen scheinbar utopischen Traum realisieren und als Mann G-ttes anerkannt sein, der sogar bessere Führungsqualitäten als Moses hat.

Heutzutage fühlen sich viele Menschen durch das niedrige moralische und ethische Niveau vieler Menschen abgestoßen. Kriminalität, Drogen- und Alkoholmissbrauch steigen an. Kinder respektieren die Erwachsenen nicht mehr. Gleichzeitig schreitet der technische Fortschritt dramatisch fort, so dass ganz offensichtlich heutzutage alle Menschen einen guten Lebensstandard haben könnten. Was ihnen aber fehlt, ist der soziale und politische Wille. Deshalb wird Moschiach alle Menschen zur Verwirklichung dieses Zieles anregen.

Warum glauben wir an einen menschlichen Messias?

Einige Menschen glauben, dass sich die Welt zu einer messianischen Ära ohne menschliches Zutun ‚entwickeln’ wird. Für das Judentum trifft das nicht zu, denn die menschliche Geschichte wurde stets von machthungrigen Menschen dominiert.

Andere glauben an Armageddon, d.h. Selbstzerstörung der Welt, entweder durch Atomkriege oder Terrorismus. Auch das lässt sich nicht mit dem Judentum vereinbaren.

Unsere Propheten sprachen davon, dass ein menschlicher Anführer, dessen Größe die Welt noch nicht erlebt hat, kommen wird. Sein Beispiel und seine Führungsqualitäten werden die Menschen dazu anregen, sich zu ändern.

Wo wird Moschiach in den Schriften erwähnt?

Es gibt viele Bezüge zum Messias in den Schriften. In Deuteronomius 30:1 lesen wir, die Prophezeiung des Moses, dass nach der Verstreuung der Juden über die ganze Welt, die Juden zu G-tt und nach Israel zurückkehren, wo sie alle Gebote der Tora halten werden. Der nichtjüdische Prophet Bilam prophezeite, dass diese Rückkehr durch Moschiach geleitet werden wird (Numeri 24:17-20). Jakob nannte den Moschiach Schilo (Genesis 49:10).

Die Propheten Esaias, Jeremias, Esekiel, Amos, Joel und Hoseas bezogen sich alle auf die messianische Zeit (siehe Rabbiner Dr. I. Schochet’s Buch ‚Moschiach’). An der Wand des United Nations Gebäudes in New York steht das Zitat von Esaia (Kapitel 11:6) „Und der Wolf wird beim Lamm liegen“. Außerdem wird es beim Studium des Propheten im hebräischen Original klar, dass das Kommen des Moschiach Rückkehr zur Toratreue beinhaltet.

Was für ein Anführer wird der Moschiach sein?

Der Moschiach wird ein Mann mit außergewöhnlichen Qualitäten sein. Er wird die schriftliche und mündliche Tora beherrschen. Er wird außerdem die Juden unermüdlich dazu auffordern, die Toragesetze zu halten, und von den Nichtjuden die Einhaltung der sieben Gesetze Noach’s verlangen. Er wird die Toragesetze genau einhalten und andere anregen, ebenfalls die Tora sehr genau zu nehmen. Er wird religiöse Prinzipien verteidigen und das Einhalten der Tora verbessern. Er wird als wahrer jüdischer König gefeiert werden, der sehr bescheiden ist aber auch inspiriert.

Wann wird der Moschiach kommen?

Die Juden erwarten das Kommen des Moschiach’s jeden Tag. In unseren Gebeten gibt es viele Stellen, wo wir G-tt darum bitten, die messianische Zeit einzuleiten. Selbst an den Türen zu den Gaskammern sangen viele Juden das Lied „Ani Maamin“ (Ich glaube daran, dass der Moschiach kommt).

Im Talmud steht jedoch geschrieben, dass es eine ganz bestimmte Zeit für das Kommen des Moschiach geben wird. Wenn wir es verdient haben, dann wird er sogar früher kommen. Dieses „Ende der Zeiten“ ist eine mysteriöse Angelegenheit. Im Talmud steht aber geschrieben, dass es vor dem hebräischen Jahre 6000 sein wird (das jetzige hebräische Jahr ist 5769).

Das bedeutet nicht, dass der Moschiach nicht heute kommen kann, wenn wir es verdient haben. Viele Toragelehrten sind der Meinung, dass wir in der ‚Epoche des Moschiach’ leben. Der Lubawitscher Rebbe hat z. B. wiederholt darüber gesprochen, dass die messianische Erlösung nahe ist.

Kann der Moschiach jederzeit in jeder Generation kommen?

Ja. In jeder Generation gibt es einen Menschen, der der Moschiach sein könnte. Wenn G-tt entschieden hat, dass die Zeit reif ist, dann wird er diesem Menschen die nötige Macht geben, um die Erlösung herbeizuführen.

Jeder potentielle Moschiach muss ein Toragelehrter und ein direkter Nachkomme des König Davids sein. Viele Menschen können heutzutage zeigen, dass sie von König David abstammen. Der Oberrabbiner von Prag, Rabbiner Jehuda Löw (der Maharal, der im 16. Jahrhundert lebte) hatte einen Stammbaum, der zu König David zurückführte. Daher ist jeder direkte Nachkomme des Maharal ein Nachkomme König Davids.

Maimonides, ein großer jüdischer Philosoph aus dem 12. Jahrhundert, kodifizierte das jüdische Gesetz. Er entschied, dass bei Auftreten eines Mensch mit jenen außergewöhnlichen Qualitäten, wie sie dem Moschiach zugeschrieben werden, dieser auch der potentielle Moschiach sein kann. Wenn dieser Mensch tatsächlich den Tempel wieder erbaut und die Juden aus aller Welt zum Land Israel bringt, dann ist er der Moschiach.

Was passiert, wenn der Moschiach kommt?

In Maimonides’ Mischna Tora, einem Kompendium der Halacha, steht geschrieben, dass der Moschiach erst den Tempel wieder erbauen und danach die Juden aus aller Welt zum Land Israel bringen wird. Jerusalem und der Tempel werden das Zentrum des G-ttesdienstes sein: „Von Zion wird die Tora kommen und das Wort des Herrn von Jerusalem.“

Der Sanhedrin, das oberste Gericht mit 71 Toragelehrten, wird gebildet, um alle Gesetzesangelegenheiten zu entscheiden. Alle Juden werden die ganze Tora und Mizwot halten. Gerade heutzutage, wo viele Juden assimiliert sind, gibt es eine nie zuvor da gewesene Rückkehr zum wahren Tora-treuen Judentum. Dieses Baal-Tschuwa Phänomen wird stärker und bereitet den Weg zur vollständigen Rückkehr zur Tora in der messianischen Ära.

Wird es in der messianischen Zeit Wunder geben?

Im Talmud wird diese Frage behandelt und gesagt, dass sich die messianische Erlösung mit Wundern vollzieht, wenn wir es verdient haben. Die Verwirklichung des messianischen Traumes wird jedoch, selbst wenn sie natürlich vonstatten geht, das größte Wunder sein.

Einigen Traditionen gemäß will G-tt selbst den dritten Tempel erbauen. Andere Überlieferungen besagen, dass ihn der Moschiach wieder erbauen wird. Weitere sprechen von zwei Zeitabschnitten in der messianischen Zeit, wovon der erste keine Wunder beinhaltet, aber dafür der zweite Abschnitt Wunder enthält.

Maimonides lehrte: „Weder die Reihenfolge dieser Ereignisse noch die genauen Details sind Teil der Glaubensgrundsätze ... wir sollten darauf warten und an das allgemeine Konzept des Moschiach’s glauben.“

Was wird aus der Welt, wie wir sie kennen werden?

Zuerst wird es außer der Tatsache, dass alle die messianische Herrschaft akzeptieren, keine Änderung in der Weltordnung geben. Alle Völker der Welt werden sich um eine neue Weltordnung bemühen, in der es keine Kriege oder Konflikte mehr gibt. Eifersucht, Hass, Habgier und politische Streitereien werden verschwinden und alle Menschen sich um Güte, Liebenswürdigkeit und Frieden bemühen.

Das messianische Zeitalter schafft bedeutende technologische Fortschritte für einen hohen Lebensstandard mit vielen günstigen Lebensmitteln.

Das Zentrum menschlicher Anstrengungen wird das Studium G-ttes sein. Die Menschen werden weniger materialistisch sein, aber dafür spiritueller.

Was sind die Geburtswehen des Moschiach?

Im Talmud beschreibt die Zeitspanne vor der Ankunft des Moschiach als turbulent. Es wird eine Weltrezession geben, denn in den Regierungen sitzen Despoten. In solch einer schwierigen Zeit wird der Moschiach kommen.

Eine Überlieferung besagt, dass es dann einen großen Krieg gibt, welcher der Krieg des Gog und Magog genannt wird.

Eine weitere Überlieferung besagt, dass der Prophet Elias auf die Welt kommen und die Ankunft Moschiach’s verkünden wird. Andere Überlieferungen besagen, dass Moschiach ohne Ankündigung kommt und erst danach Elias, um den Friedensprozess voranzubringen. In einigen Quellen steht, dass bei Ankunft des Moschiach zur vorhergesagten Zeit er durch Elias angekündigt werden wird. Kommt der Moschiach aber plötzlich, dann wird Elias nach dem Moschiach kommen.

Es ist also unklar, wie sich diese Ereignisse genau entwickeln werden. Diese Ungewissheit bezieht sich aber nicht auf Moschiach’s Ankunft.

Wann werden die Toten auferstehen?

Eines der jüdischen Glaubensprinzipien ist die Auferstehung der Toten. Dem Sohar, einem früheren kabbalistischen Text gemäß, wird die Auferstehung der Toten 40 Jahre nach der Ankunft Moschiach’s stattfinden. Alle Toten werden im Land Israel auferstehen.

Es gibt einen kleinen Knochen im menschlichen Körper, den Lusknochen (von einigen das Steißbein genannt), von dem der Körper bei der Auferstehung aufgebaut werden wird. Es gibt in unseren Gebeten viele Stellen mit der Bitte um die Auferstehung. Außerdem sind viele Gebräuche mit der Auferstehung verbunden.

Was können wir tun, um Moschiach’s Ankunft zu beschleunigen?

Die Menschen müssen versuchen, gut und liebenswürdig zueinander zu sein. Juden haben die Aufgabe, sich über die messianische Erlösung zu unterrichten und ihren Glauben an Moschiach’s baldige Ankunft zu stärken.

Almosen sind ein Katalysator für die Erlösung. Mehrmals am Tag bitten wir in unseren Gebeten darum, dass Jerusalem wieder erbaut wird, alle Juden zum Land Israel gebracht und alle Juden unter der Anführung des Moschiach fromm werden. Der Lubawitscher Rebbe hat eine weltweite Moschiach Kampagne initiiert, um das baldige Kommen Moschiach’s ins allgemeine Bewusstsein zu bringen. Der Rebbe hat alle Juden dazu ermuntert, sich selbst, ihre Familien und Gemeinden auf Moschiach’s Kommen vorzubereiten. Das können wir tun, indem wir mit „Moschiach leben“, d.h. indem wir uns über das Kommen des Moschiach unterrichten und uns nach dem Kommen des Moschiach sehnen.

Zusammenfassung

Juden waren schon immer Optimisten und bleiben es auch. Selbst in dunklen Zeiten hoffen sie auf eine bessere Zukunft und beten für eine friedliche und spirituelle Welt.

von Nissan Dovid Dubov
Rabbi Dubov ist der Direktor von Chabad of South London in Wimbledon, England. Er ist der Gründer der "KabbalahUK" Webseite und Autor vieler Bücher. Rabbiner Dubov lebt in Wimbledon mit seiner Frau Sarah und ihren Kindern.
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1 Kommentar
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Brandon Sterner Trier 16. Februar 2014

Auferstehung der Toten Neulich habe ich ein Bericht im TV gesehen: Es ging darum, dass man das Körpergewicht schwerkranker Menschen zu Lebzeiten gemessen hatte und dann nochmals gemessen hatte, als die Menschen verstorben waren. Das Resultat ergab, dass die Menschen 0,25 Gramm weniger gewogen hatten, als noch zu Lebzeiten. Ist es demnach möglich, dass die Seele 0,25 Gramm wiegt?
Und was die Auferstehung der Toten betrifft, so heißt es, dass die Toten wieder auferstehen werden; aus der Lente. Wie sollen die Toten aus der Lente wieder auferstehen können, wenn die Menschen im Sarg tief unten in der Erde liegen?
Ich möchte so begraben werden, dass wenn ich wieder erwache einfach aus meiner Ruhetruhe aufstehen kann. Ob das wohl möglich ist? Reply

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