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Die Liebe zu Booten und Schiffen

Die Liebe zu Booten und Schiffen

mit der Kabbala verstehen

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Vor einiger Zeit war ich eine Woche lang mit meiner Familie am Meer. Die Sonne, die See und die salzige Luft vertrieben meine schlechte Laune. Hier war ich in meinem Element. Und ich kam zum Nachdenken. Ich überlegte, warum ich so gerne am oder auf dem Wasser bin. Am liebsten auf einem Boot. Die kabbalistische Deutung der Geschichte von Noahs Arche liefert eine Antwort.

Unsere Welt entstand "Jesch m‘ajin", "Etwas aus Nichts". Das ist eine merkwürdige Formulierung. Kommt diese Welt nicht von G-tt? Wir sagen, die Welt kommt aus dem "Nichts zu Etwas". Was ist dann G-tt? Etwa Nichts?

Eigentlich gibt es zwei Perspektiven in unserer Welt. In einer, genannt niedrige Perspektive (Daat Tachton), sehen wir eine Welt voller Zeug: Bäume, Drucker, Kuchen und so weiter. Dieses Zeug - der materielle Bereich - ist eine direkte Realität für uns. Das nennen wir "Etwas". Den spirituellen Bereich nennen wir "Nichts". Nicht weil wir denken, dass der Bereich nicht existiert, sondern weil er vor uns versteckt ist. Weniger real. Überlegt mal, wie viel im Leben ohne spirituellen Inhalt passiert, fast als ob die spirituelle Dimension keine Rolle spielen würde.

Die zweite Perspektive hingegen, sagt genau das Gegenteil. Die wahre Realität ist die spirituelle. Dort findest du die Tiefen des Lebens, ausgedehntes Bewusstsein. Absolute Konzepte und die niemals endende Schönheit der inneren Seele. Dort findest du G-tt.

Das ist das "Etwas". Relativ zu seiner höheren Perspektive (Daat Eljon) ist die materielle Welt ein unbedeutendes "Nichts". Aus dieser Perspektive können wir sagen, die Welt ist "Nichts von Etwas".

Und jetzt kommt das Boot ins Spiel. Die Kabbala nennt die niedrige Perspektive die Perspektive des trockenen Landes: Wenn wir sie anschauen, sehen wir nur eine oberflächliche Realität, in der Dinge ins Auge fallen, Lärm machen, oder uns im Wege stehen. Aber die höhere Perspektive nennt man die Perspektive der See. Wenn wir sie betrachten sehen wir etwas tieferes, eine einzelne stille, kräftige, sich verbindende Einheit.

Demnach nennt man die größten Seelen der jüdischen Mystik Fische des Wassers: Fische, die im Ozean der höheren Realität schwimmen und niemals die spirituelle Quelle ihrer Seele verlassen. Wir anderen werden Tiere des Landes genannt, die über die Oberfläche der Existenz wandern.

Damit die "Fisch-Seelen" die "Land-Seelen" auf eine Tour durch ihren Bereich mitnehmen können, brauchen sie ein Boot. Die Landkreaturen erlangen so einen Einblick in die höhere Perspektive der Fische und einen Hauch Ahnung von den Tiefen dieser Erde. Das hebräische Wort für "Arche" ist "Tewa". "Tewa" bedeutet auch einfach "Wort". So repräsentiert Noahs Arche die Wörter und Lehren der jüdischen spirituellen Erleuchtung. Mit Hilfe der Kabbala brachte Noah die Welt an einen höheren Platz.

Und darum mag ich Boote. Schiff Ahoi!

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