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Teil III Einleitung

Teil III Einleitung

Iggeret HaTeschuva („Brief über die Umkehr“)

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Anmerkung zum dritten Teil1 des Tanja's.

Der Begriff Teschuva wird oft als „Reue“ wiedergegeben, doch bedeutet er vielmehr „reuevolle Umkehr“, weil der Mensch – statt mit der Vergangenheit zu brechen, um neue Wege zu gehen – zurück zu oder noch näher zu G‑tt findet. Der Lubawitscher Rebbe, R. Menachem M. Schneerson, hat einmal Teschuva als die „Rückkehr zum wahren Ich“ beschrieben. Dass der Mensch Schwächen hat, ist keine aufsehenerregende Enthüllung. Doch sind die negativen Züge und Handlungen des Menschen nicht mehr als eine Fassade, unecht, eine Verschleierung seines wahren Wesens. Durch Teschuva können Gewohnheiten geändert werden, kann chronischen Schwächen widerstanden und Verzweiflung überwunden werden. Dafür ist es von entscheidender Wichtigkeit, dass das eindringliche Bereuen der Vergangenheit und der unerschütterliche Vorsatz für die Zukunft in entsprechende Taten im täglichen Leben umgesetzt werden.

Wie in Iggeret HaTeschuva erläutert wird, hat das Konzept von Teschuva auf verschiedenen Ebenen Bedeutung, von wörtlich verstandener Reue für augenscheinlich Böses bis zur spirituellen Weiterentwicklung des makellosen Zaddik.

Als die chassidische Bewegung ihren Anfang nahm, konnten ihre Anhänger noch Baalej Teschuva, „Umkehrende“, genannt werden, ehe die Bezeichnung „Chassid“ allgemeine Verbreitung fand.

1783, kurz nachdem R. Schneor Salman an die Spitze der chassidischen Bewegung in Weißrussland-Litauen getreten war, führte er gelehrte Debatten mit den Gegnern des Chassidismus, den Talmudgelehrten von Wilna und anderen jüdischen Zentren. Ein entscheidendes Zusammentreffen fand in Minsk statt, wo der Rebbe mit zwei Einwänden gegen die chassidische Lehre konfrontiert wurde. Der zweite Einwand, Teschuva betreffend, ist hier von unmittelbarem Interesse.2

R. Israel Baal Schem Tov hatte gelehrt, dass auch ein Gelehrter und Heiliger Teschuva tun müsse. So klagten denn die Talmudgrößen, dass die chassidische Forderung nach Teschuva auch bei Gelehrten – die Ehre von Tora und Gelehrten untergrabe. Die Reue für Sünden als Aufgabe für einen wahren Gelehrten sei eine mutwillige Beleidigung.

R. Schneor Salman wiederholte in seiner ausführlichen Antwort die Ausführung des Baal Schem Tov über den brennenden Dornbusch, durch den der Engel G-ttes zu Mosche sprach. Der Busch ist das Symbol des Demütigen, des „gewöhnlichen“ Menschen, im Gegensatz zum stolz fruchttragenden Baum, den der Talmud als das Symbol des Gelehrten beschreibt. Das brennende Herz aber, die unerwiderte Sehnsucht des Demütigen, ist der Schlüssel zur g‑ttlichen Offenbarung, sogar für den größten der Propheten, Mosche.

Die Reaktion Mosches war: „Ich muss von hier weichen“3, und Raschi kommentiert: „Ich muss von hier weichen, um mich dort anzunähern“. Mosche erkannte damals die einzigartige Eigenschaft einfacher Leute, ihr „Herz von Feuer“, und das brachte ihn zu Teschuva. Aus seiner Perspektive war Teschuva Unzufriedenheit mit dem bereits Erreichten. Das Heute im Dienst G‑ttes muss auf einer höheren Stufe sein als das Gestern, und das Morgen muss das Heute übertreffen.

Fußnoten
1.
Nach der Einleitung von R. Zalman I. Posner.
2.
Für eine detaillierte Beschreibung der Debatte in Minsk, einschließlich der Stellungnahmen von R. Schneor Salman im Wortlaut, siehe R. Joseph I. Schneersohn, Kuntres Bikur Chicago, New York 2004 (4. Auflage), S. 21 ff.
3.
Ex. 2:3.
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