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Abhandlung 6

Abhandlung 6

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„David! Gesänge nennst du sie? etc.“1 Im Sohar [finden wir die Wendung]: „das Lob der Tora und ihr Gesang etc.“2 [Es gilt] zu verstehen: Worin besteht die Lobpreisung des H.g.s.E., wenn ein gewisses Objekt verboten oder erlaubt ist?

Ein ähnliches Konzept kommt zum Ausdruck [im Vers]: „Wie groß sind Deine Werke, G‑tt, überaus tief Deine Gedanken.“3 Bekanntlich sind alle oberen wie auch unteren Welten von der exakten Ausführung eines einzigen Gebots abhängig. Wenn beispielsweise eine Opferung gültig ist, wird eine Obere Vereinigung bewirkt, und alle Welten werden emporgehoben, um ihre Lebenskraft und Versorgung zu erhalten. Wurde jedoch [die Anordnung] geändert – [der Priester] empfing etwa das Blut der Opferung mit seiner linken Hand4, oder mit einem untauglichen Dienstgefäß5, oder es existierte eine Trennung6 – werden die Aufstiege der Welten, wie auch ihre Lebenskraft und ihre Versorgung vom Urquell des Lebens, dem gesegneten Ejn Sof, nichtig.

Ebenso wird durch taugliche Tefillin der Obere Intellekt von Sun, die Quelle des Lebens für alle Welten, offenbart. Durch [die Unterlassung] eines einzigen Details jedoch werden sie rituell untauglich, und der Intellekt weicht. Dasselbe gilt für die detaillierten Vorschriften der Verbote.

Man sinne folglich nach, wie groß die in der Vielzahl der Welten und all ihren Scharen bestehenden Werke G‑ttes sind, und wie sie alle – gemessen an einer einzigen detaillierten Vorschrift der Tora – völlig nichtig sind, denn es ist die Tiefe des Oberen Gedankens und der Weisheit des Gesegneten. Denn durch [die Erfüllung] einer geringfügigen Einzelvorschrift steigen alle Welten empor und empfangen ihre Lebenskraft und geistige Nahrung – oder aber das Gegenteil, G‑tt behüte. Angesichts dessen wollen wir die ungeheure Tiefe des Gedankens des Gesegneten betrachten, die grenzen- und endlos ist und die Lebenskraft aller Welten um Unendliches übersteigt. Ihre gesamte Lebenskraft strömt aus einem Detail [des Gedankens G‑ttes], denn jede Vorschrift wird aus ihrem Ursprung, d.h. der Tiefe Seines Gedankens, gesegnet sei Er, hervorgebracht. Analog dazu geht des Menschen Haar aus seinem Gehirn hervor, wie aus Tikkunim7 und Idra Rabba8 bekannt ist.

Darin bestand die Freude König Davids, Friede mit ihm, als er sang, um sein Herz beim Torastudium während seiner Bedrängnis zu erfreuen.

Indes, für das Preisen der Tora mit dieser ihrer Qualität im Ausspruch: „Gesänge waren sie mir etc.“9 wurde er bestraft. Der H.g.s.E. sagte ihm: „Gesänge nennst du sie?!“ In der Tat stammt diese Qualität [der Tora], dass alle Welten nichtig im Vergleich mit einer Einzelheit davon sind, vom rückseitigen Aspekt der Tiefe des [Oberen] Gedankens. Dies wird andernorts10 im Namen unseres Meisters R. Jizchak Lurja sel. A.11 erklärt betreffend des Ausspruchs unserer Meister sel. A.: „Tora ist der welke Überrest der Weisheit droben.“12

Der innere Kern der Tiefe [des Oberen Gedankens], die die innere Dimension der Tora darstellt, ist völlig mit dem Ejn Sof-Licht vereint, das in sie in vollkommener Einheit gekleidet ist. Gegenüber dem Unendlichen, gesegnet sei Er, sind alle Welten wie völliges Nichts, wahrlich null und nichtig. Denn: „Du bist derselbe bevor die Welt erschaffen wurde etc. pp.“13

Folglich ist auch die innere Dimension der Tora nicht als die Lebenskraft aller Welten zu preisen, denn sie werden als wahrlich Nichts betrachtet.

Über ihre innere Dimension kann keine Herzensfreude des Sterblichen und nicht sein Vergnügen herrschen, sondern gleichsam die Herzensfreude und das Vergnügen des Königs, des H.g.s.E., der sich daran vergnügt14. Denn [alleine] „G‑tt hat ihren Weg verstanden und kennt ihre Stätte“15 und ihre Qualität kraft Seiner Selbstkenntnis sozusagen.

„Vor den Augen aller Lebendigen ist sie“ jedoch „verhohlen.“16 Wie geschrieben steht: „Mein Angesicht [Panim] kann nicht gesehen werden“17, d.h. der innere Aspekt [Penimijut], wie ebd.18 im Namen unseres Meisters R. Jizchak Lurja sel. A.19 erklärt wird.

Folglich sagt der Vers: „Da war ich bei Ihm Sein Ergötzen etc.“20, ausdrücklich „bei Ihm“. „Spielend vor Ihm [Lefanajw]“, ausdrücklich „vor Ihm“, denn dies bezieht sich auf den inneren Aspekt der Tora [Penimijut]21. Diesbezüglich heißt es: „Ich war bei Ihm ein Amon [,Pflegling‘]“ – „Lies nicht Amon, sondern Uman [,Pfleger‘]“22 etc.

Bezüglich des rückseitigen Aspekts heißt es: „Spielend auf Seinem Erdball; und habe mein Ergötzen mit den Menschenkindern.“23 Denn die Tora wurde in den Aspekten Innerlichkeit wie auch Äußerlichkeit gegeben, wie über die „fliegende Schriftrolle“ Secharias geschrieben steht: „und sie war beschrieben vorn und hinten“24.

Da David den rückseitigen Aspekt aufgriff, wurde er mit Vergesslichkeit, die vom rückseitigen Aspekt stammt, bestraft25. Er vergaß daher zeitweilig den Vers: „Ihnen obliegt die Arbeit bei den heiligen Dingen; auf der Schulter sollen sie es tragen“26 – um die „Schultern“, die den rückseitigen Aspekt darstellen, mit der heiligen Arbeit, d.h. mit der Oberen Weisheit im Aspekt der Innerlichkeit, zu verbinden und zu vereinen. Denn dieser Aspekt ist der Ursprung der Tafeln in der Bundeslade, wie geschrieben steht: „auf beiden Seiten beschrieben etc.“27 Wie im Jerusalemer Talmud, [Traktat] Schekalim, erklärt wird, wiesen [die Tafeln] keine Vorderseite und Rückseite auf28; siehe ebenda.

Fußnoten
1.
Sota 35a.
2.
Siehe Sohar III, 8b.
3.
Ps. 92:6.
4.
Siehe Mischna Sevachim 2:1; Maimonides, Mischne Tora, Hilchot Biat HaMikdasch 5:18.
5.
Siehe Mischna Menachot 3:4; Sevachim 11a; ebd. 13a.
6.
Eine Trennung („Chaziza“) bezeichnet das Vorhandensein eines fremden Objekts zwischen dem Priester und (1) dem Gefäß (Sevachim 24a), oder (2) dem Estrich (ebd.; 15b), oder (3) seinen Gewändern (ebd.; 19a); siehe auch R. Schneor Salman von Ljadi, Schulchan Aruch, Orach Chajim 98:4.
7.
Tikkunej Sohar, Tikkun 69.
8.
Siehe Sohar III, 293a.
9.
Ps. 119:54.
10.
Siehe oben, Iggeret HaKodesch, Brief 19.
11.
Ez Chajim, Schaar HaKlalim, Kap. 1, u.a.
12.
Bereschit Rabba, Kap. 17:5; ebd., 44:17.
13.
Aus der Liturgie für das Morgengebet; siehe oben, Likkutej Amarim, Kap. 20.
14.
Siehe Tur, Orach Chajim, § 47; R. Schneor Salman von Ljadi, Schulchan Aruch, Orach Chajim 47:1; und siehe R. Menachem M. Schneerson von Lubawitsch, Likkutej Sichot, New York 1998 (4. Auflage), Bd. XIV, S. 148, Anmerkung 8.
15.
Ij. 28:23.
16.
Ij. 28:21.
17.
Ex. 30:23.
18.
Iggeret HaKodesch, Brief 19.
19.
Likkutej Tora, Abschnitt Tissa; Schaar HaNevua, Kap. 1.
20.
Spr. 8:30.
21.
לפניו (Lefanajw) vom Wort פנים (Panim) ist mit dem Wort פנימיות (Penimijut) verbunden.
22.
Siehe Tanchuma, Abschnitt Bereschit; Sohar I, 134b, 161a, u.a.
23.
Spr. 8:31.
24.
Siehe Sach. 5:2; dies bedarf geringfügiger näherer Untersuchung, da die beidseitig beschriebene Schriftrolle bereits vorher in der Tora, beim Propheten Ezechiel 2:9‑10, erwähnt wird. (Anmerkung von R. Menachem M. Schneerson, zitiert in Josef Weinberg, Schiurim BeSefer HaTanja (Jiddisch), New York 1986, Bd. IV, S. 1871, Anmerkung 18.)
25.
Siehe Sota 35a; Jerusalemer Talmud, Sanhedrin 10:2; vgl. R. Menachem M. Schneerson von Lubawitsch, Likkutej Sichot, New York 1990, Bd. XXVIII, S. 51, Anmerkung 24.
26.
Num. 7:9; und siehe Sota 35a.
27.
Ex. 32:15.
28.
Jerusalemer Talmud, Schekalim 6:1.
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