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Brief 7

Brief 7

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„Glücklich sind wir, wie gut ist unser Anteil, wie lieblich unser Los etc.“1 „Der Ew‑ge ist mein beschieden Teil und mein Kelch … …“2 „Die Geschicke fielen mir … …“3

Um die Ausdrücke „unser Anteil“ und „unser Los“ zu verstehen, muss man die in den Aussprüchen unserer Meister sel. A. gebräuchliche Formulierung: „Er besitzt keinen Anteil am G‑tt Israels“4 gründlich erklären. Nun scheint der Ausdruck „Anteil“ keineswegs auf die gesegnete G‑ttheit anwendbar zu sein, denn Er ist nicht in Teile teilbar, G‑tt behüte. Der Sachverhalt lautet indes, wie über Jaakov geschrieben steht: „Und er nannte Ihn ‚E‑l, G‑tt Israels‘.“5 Die Bedeutung dessen lautet folgendermaßen:

In Wahrheit ist der Heilige, gesegnet sei Er, so wie Sein Name besagt6. Obwohl Er alle oberen und unteren Welten füllt, vom Gipfel aller Stufen bis zu dieser niedrigen physischen Erde, wie geschrieben steht: „Fülle Ich nicht den Himmel und die Erde“7 – Ich selbst, d.h. Sein Wesen und Seine Essenz gewissermaßen, und nicht bloß Sein Ruhm; ist Er nichtsdestotrotz kadosch [„heilig“] und von den oberen und unteren Welten abgeschieden, und ist keinesfalls in ihnen enthalten, G‑tt behüte, in der Art, wie – als Beispiel – die Seele des Menschen in seinem Körper enthalten ist, wie andernorts ausführlich erklärt wird8. Aus diesem Grund können [die Welten] ihre Lebenskraft nicht von Seinem Wesen und Seiner Essenz selbst sozusagen empfangen. Die Ausstrahlung der Lebenskraft, durch die der H.g.s.E. die oberen und unteren Welten belebt, ist – metaphorisch gesprochen – vielmehr wie eine von Seinem gesegneten Namen ergehende Ausstrahlung, denn Er und Sein Name sind eins9. So steht geschrieben: „Denn ragend ist allein Sein Name“10, während bloß Sein Abschein und „Sein Glanz über Erde und über Himmel … …“ sind.

Diese Ausstrahlung kleidet sich tatsächlich in die oberen und unteren [Welten], um sie zu beleben. Sie ist in ihnen mittels zahlreicher Zwischenstufen und zahlreicher, mächtiger Beschränkungen, in einer stufenweisen Entwicklung durch Ursache und Wirkung etc. pp. erfasst.

Zwar leuchtet und verbreitet sich diese Ausstrahlung droben auf unbegrenzte und unendliche Weise, um unzählige, verborgene Welten zu beleben, wie in Idra Rabba geschrieben steht11. Wenn [diese Ausstrahlung] mittels zahlreicher Beschränkungen nach unten sinkt, um die geschaffenen, geformten und gemachten Wesen zu beleben, wird sie dessen ungeachtet im Allgemeinen in [Stufen], 613 an der Zahl, geteilt, analog zu den 613 Geboten der Tora. Diese sind 613 Arten des Flusses dieser Ausstrahlung vom Licht des gesegneten Ejn Sof, um die menschliche Seele, die 248 Organe und 365 Blutgefäße enthält, zu erleuchten. Denn hauptsächlich [der Seele] zuliebe wurde diese Ausstrahlung zum Absinken und Fließen nach unten – zu allen geschaffenen, geformten und gemachten Wesen – gebracht; denn der letztendliche Zweck all dieser ist bekanntlich der Mensch.

Nun ist diese Zahl eine allgemeine [Unterteilung]. Im Detail wird jedoch jedes einzelne Gebot in unendliche Einzelheiten unterteilt. Dies sind die Hauptbestandteile der detaillierten Gesetze jedes Gebots, die keine Zahl kennen, wie geschrieben steht12: „Sechzig sind die Königinnen“ – dies sind die 60 Traktate etc., „und Mädchen ohne Zahl“ – dies sind die Gesetzesentscheidungen etc., denn sie sind ein Fluss vom Willen des Oberen etc. Genau so verhält es sich mit der menschlichen Seele. Alle Seelen der Welt waren in Adam enthalten.13 Seine Seele war im Allgemeinen in 613 [Elemente] unterteilt: 248 „Organe“ und 365 „Blutgefäße“. Im Einzelnen jedoch war seine Seele in unzählige Funken teilbar: dies sind die Seelen ganz Israels von den Tagen der Vorväter und der Stämme an bis einschließlich zum Kommen des Maschiach, wenn die Schrift erfüllt werden wird: „Und es wird sein die Zahl der Kinder Israels wie die des Sands am Meer, den man nicht ausmisst und nicht zählt“14 – „aufgrund der großen Menge“15.

Nun „ist die vollendete Schönheit Jaakovs mit der vollendete Schönheit Adams vergleichbar“16, denn er berichtigte die Sünde Adams17. Auch seine Seele enthielt alle Seelen Israels in allen Zeiten. Überdies war er ein „Wagen“ für die Tora, wie sie droben ist und als „Adam“ bezeichnet wird18, wie geschrieben steht: „Und über der Gestalt des Thrones eine Gestalt wie Adams Erscheinung etc. pp.“19 Es steht auch geschrieben: „Und dies [Sot] war vorzeiten in Israel etc.“20, und „Sot bezieht sich ausschließlich auf die Tora etc.“21 Denn die Tora war in der Seele des Patriarchen Israel, die alle Seelen enthält, enthalten und in sie gekleidet.

Dies ist die Bedeutung von: „Und er nannte Ihn E‑l, G‑tt Israels.“22 E‑l bezeichnet den Fluss der Ausstrahlung des Lichtes des gesegneten Ejn Sof aus der Verborgenheit an die Offenbarung, um auf offenbarte Weise des Menschen Seele zu erleuchten. So steht geschrieben: „E‑l ist der Ew‑ge, und Er leuchtete uns.“23 Und nach [Jaakov] erleuchtet das g‑ttliche Licht des gesegneten Ejn Sof offen all die Aufrechten des Herzens, die sich mit der Tora und den Geboten beschäftigen.

Diese Manifestation der Ausstrahlung in ihrem Gehirn und in ihrem Herzen findet voll Erbauung und Stärke zur Zeit des Gebets statt, wie andernorts erklärt wird24.

Obwohl diese Manifestation durch die Beschäftigung mit der Tora und den Geboten im Allgemeinen in jeder Seele Israels gleich ist, weil wir alle eine Tora und ein Gesetz haben25, ist dessen ungeachtet im Einzelnen nicht jede Nefesch oder Ruach oder Neschama in diesem Zusammenhang gleich; dies ist vom Auftreten und der Zeit ihrer Reinkarnation und ihres Kommens in diese Welt abhängig. Unsere Meister sel. A. sagten: „‚Womit war dein Vater besonders sorgsam?‘ Er antwortete ihm: ‚Mit den Zizit etc.‘“26 Ebenso sind nicht alle Generationen gleich. So wie bei den Organen des Menschen jedes Organ über seine eigene, kennzeichnende Aufgabe verfügt – das Auge um zu sehen und das Ohr um zu hören –, ebenso leuchtet in jedem Gebot ein besonderes und kennzeichnendes Licht vom Licht des gesegneten Ejn Sof. Und obwohl jede Seele Israels eine Wiedergeburt untergehen muss, um alle 613 Gebote zu erfüllen27, ist [diese Sorgsamkeit um ein bestimmtes Gebot] bloß für ein zusätzliches Maß an Steigerung, Sorgsamkeit und Eifer notwendig, mit vielfach verdoppelter Kraft und Stärke, die Sorgsamkeit bei anderen Geboten bei weitem übertreffend. Dies war seine Absicht, als er sagte: „Womit war er besonders sorgsam?“

Nun entspricht der Vorzug dieses bestimmten Lichtes für eine bestimmte Seele nicht dem Aspekt begreifbaren Grundes und Wissens, sondern übersteigt den Aspekt des Wissens. Denn solcherart stieg es in den Gedanken des Gesegneten. Und sein Ebenbild hienieden ist wirklich der Aspekt des „Loses“28.29

Fußnoten
1.
Aus der Liturgie.
2.
Ps. 16:5.
3.
Ps. 16:6.
4.
Sanhedrin 102b; Tanchuma, Abschnitt Tasrija; außerdem: Berachot 63b; Jerusalemer Talmud, Chagiga 2:2; Bereschit Rabba 2:4, u.a.; Sohar I, 131b; siehe auch oben, Likkutej Amarim, Kap. 32.
5.
Gen. 33:20.
6.
Einerseits beschreibt die Bezeichnung „Heiliger“ (im hebräischen Original קדוש ), dass G‑tt über und getrennt von der Schöpfung steht. Der Zusatz ברוך („gesegnet“) bezeichnet im Hebräischen auch ein Absinken und Offenbart-Werden und impliziert, dass die Stufe der G‑ttlichkeit, die zuvor „heilig“ und „abgetrennt“ war, in diese Welt gebracht wird.
7.
Jer. 23:24.
8.
Siehe oben, Likkutej Amarim, Kap. 42.
9.
Siehe Sohar II, 86a; oben, Schaar HaJichud WeHaEmuna, Kap. 6; Chinuch Katan (Einleitung zu Schaar HaJichud WeHaEmuna).
10.
Ps. 148:13.
11.
Sohar III, 127b f.
12.
Hl. 6:8, Schir HaSchirim Rabba, ebd.; siehe auch R. Schneor Salman von Ljadi, Hilchot Talmud Tora 1:5.
13.
Siehe Bereschit Rabba 40:2, u.a.
14.
Hos. 2:1.
15.
Gen. 16:10.
16.
Bava Mezia 84a; Bava Batra 58a.
17.
Siehe Schabbat 146a; Sohar II, 141b.
18.
Diese Interpretation ist dem Vers entnommen: … זות התורה האדם (Num. 19:14) – „Dies ist die Vorschrift: Ein Mensch …“, was auch gedeutet werden kann als „Dies ist die Tora – Adam“.
19.
Ez. 1:26. Die wörtliche Übersetzung des Verses lautet: „Und über der Gestalt des Thrones eine Gestalt wie eines Menschen (im Original: Adam) Erscheinung.“ In der kabbalistischen Deutung des Verses (siehe Sohar I, 71b) wird das Wort Adam („Mensch“) auf die Tora bezogen.
20.
Die wörtliche Übersetzung des Verses in Rut 4:7 זות לפנים בישראל גו׳ lautet: „Und dies war vorzeiten in Israel …“ Auf homiletischer Ebene kann dies auch gedeutet werden als: זות (bezieht sich nach Sohar III, 81b auf) die „Tora“, לפנים – „innerhalb“, בישראל – „in Israel“. Der Vers wird somit gelesen: „Die Tora ist (enthalten) im Patriarchen Israel.“
21.
Avoda Sara 2b; Sohar Chadasch, Rut, 88d.
22.
Gen. 33:20.
23.
Ps. 118:27.
24.
Siehe weiter, Brief 24.
25.
Nach Num. 15:16; und siehe oben, Likkutej Amarim, Kap. 46; R. Schneor Salman von Ljadi, Hilchot Talmud Tora 2:8.
26.
Schabbat 118b. Bezüglich der halachischen Richtlinien für das Gebot der Zizit siehe Menachot 37-44; Maimonides, Mischne Tora, Hilchot Zizit; Tur WeSchulchan Aruch, Orach Chajim, §§ 8‑24; R. Schneor Salman von Ljadi, Schulchan Aruch, Orach Chajim, §§ 8-24; R. Schelomo Ganzfried, Kizzur Schulchan Aruch, Bd. I, ins Deutsche übertragen von Rabbiner Dr. Selig Bamberger, Basel 1988, § 9 (S. 33‑46).
27.
Siehe Tikkunej Sohar, Tikkun 69; R. Chajim Vital, Sefer HaGilgulim, Kap. 4, u.a.; R. Schneor Salman von Ljadi, Hilchot Talmud Tora 1:4; siehe auch weiter, Brief 19, 29.
28.
Somit wird die Formulierung verständlich: „(und wie angenehm ist) unser Los“: Die g‑ttliche Offenbarung in einem spezifischen Abschein durch ein gewisses Gebot ist der Aspekt des „Loses“, der Grund und Wissen übersteigt.
29.
Dies ist nicht das Ende des Briefes. Im Original finden sich noch mehrere Absätze, in denen der Verfasser um die Unterstützung der Bevölkerung im Heiligen Land ersucht und Maßnahmen zur effizienten und raschen Umsetzung dieser Unterstützung erlässt; das Schreiben in seiner Vollkommenheit erscheint in Igrot Kodesch Kevod Keduschat Admur HaSaken, Kevod Keduschat Admur HaEmzai, Kevod Keduschat Admur HaZemach Zedek, New York 1980, S. 90-93.
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