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Brief 6

Brief 6

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„Wer Zedaka sät, erwirbt den Lohn der Wahrheit“ (Sprüche 111). Das bedeutet, der Lohn für das Säen von Zedaka ist das Attribut der Wahrheit. Es steht auch geschrieben: „Du wirst Wahrheit geben dem Jaakov“2 – und [hier] spricht der Prophet die Lobpreisung des H.g.s.E. aus etc., wie im heiligen Sohar geschrieben steht3. Das heißt, es ist der H.g.s.E., der Jaakov das Attribut der Wahrheit gibt. Dies aber gilt es zu verstehen: Hatte Jaakov keine Wahrheit, G‑tt behüte, bis sie ihm der H.g.s.E. von droben gab?

Indes ist bekannt, dass das Attribut Jaakovs das Attribut des Erbarmens ist. Und der Dienst G‑ttes durch Erbarmen stammt von der Erweckung von heftigem Erbarmen im Herzen des Menschen über den g‑ttlichen Funken in seiner Seele, die vom Licht des Angesichts G‑ttes weit entfernt ist, wenn [der Mensch] in der Dunkelheit der Eitelkeiten der Welt wandelt. Diese Erweckung von Erbarmen geht auf die Einsicht und das Wissen über G‑ttes Größe zurück: wie sogar die oberen Welten, bis in die höchsten unendlichen Höhen wahrlich als Nichts vor Ihm betrachtet werden. Denn all ihre Fülle und ihre Lebenskraft stammen von einem bloßen Glanz und Abschein eines einzigen Buchstabens Seines gesegneten Namens, wie gesagt wurde: „Mit dem Jud wurde die künftige Welt geschaffen etc.“4

Nun herrschen in diesem Glanz und diesem Abschein, der eine Ausdehnung der Lebenskraft von Seinem gesegneten Namen ist, um die oberen und unteren Welten zu beleben, eine Unterscheidung und ein Unterschied bezüglich oberer und unterer [Wesen], denn „diese Welt wurde mit dem He geschaffen etc. pp.“ Auch all die Unterschiede in den Details innerhalb jeder Welt entsprechen den Unterschieden in den Buchstabenkombinationen. Die Unterschiede in der zeitlichen Dimension von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, wie auch die Unterschiede aller Ereignisse während der wechselnden Zeiten – sie alle sind ebenfalls auf die Unterschiede in den Buchstabenkombinationen zurückzuführen. Denn die [Buchstaben] sind der Fluss der Lebenskraft, die von Seinen Attributen, möge Sein Name gesegnet sein, ausgeht (wie in Likkutej Amarim, Teil II, Kap. 11, erklärt wurde).

Über das Wesen und die Essenz des Gesegneten steht hingegen geschrieben: „Ich, der Ew‑ge, habe mich nicht geändert“5 – weder in Bezug auf Änderungen in der Entwicklung von den höchsten Ebenen zu den niedrigsten, denn so wie Er, gesegnet sei Er, in den oberen Welten zu finden ist, ebenso ist Er in genau demselben Maß in den unteren Welten (wie in Likkutej Amarim, Teil II, Kap. 51, erklärt wurde), noch in Hinsicht auf zeitliche Änderungen, denn genau so wie Er alleine existent, einig‑einzig, vor den Sechs Tagen der Schöpfung war, ebenso ist Er nun nach der Schöpfung. Dies ist so, weil in Bezug zu Seinem Wesen und Seiner Essenz alles wie wahrlich null und nichtig ist, so wie ein einziger Buchstabe vom Sprechen des Menschen, oder sogar von seinen Gedanken, in Bezug zum gesamten Wesen der intellektuellen Seele und ihrer Essenz; dies ist eine Metapher, um dem Ohr begreiflich zu machen [was zu hören es imstande ist]. In Wahrheit aber herrscht, wie geschrieben steht: „Kein Vergleich zu Dir“6. Dies wird andernorts erklärt (Likkutej Amarim, Teil II, Kap. 9), siehe dort.

Aus diesem Grund sagen wir: „Der König, Er allein von jeher hocherhaben.“7 Dies bedeutet, dass so wie Er einst, vor der Schöpfung, alleine existent war, so ist Er auch jetzt „hocherhaben etc.“ und „erhoben seit den Tagen der Vorzeit“. Das heißt, Er ist weit und hoch über die Dimension der Zeit erhaben, die als „Tage der Welt“ bezeichnet wird. Der Grund dafür ist, dass die Lebenskraft aller „Tage der Welt“ bloß vom Aspekt des „Königs“ stammt etc., wie andernorts erklärt wird8.

Daraus folgt, dass das Erbarmen für den Funken, der im dunklen und düsteren Körper9 – der „Schlangenhaut“10 – weilt, überaus groß ist. Muss doch damit gerechnet werden, dass [sich der Körper] Unreinheit zuzieht und durch all die Gelüste besudelt wird, G‑tt schütze uns, würde der H.g.s.E. dem Menschen nicht ein Schild sein und ihm Macht und Stärke erteilen, um mit dem Körper und seinen Begierden Kampf zu führen und sie zu besiegen. Und dies ist die Bedeutung von „Herr unserer Kraft etc., Schild unserer Hilfe etc.“11.

Nun ist bekannt, dass [jeweils] zwei Arten von Ehrfurcht und Liebe existieren12. Erstere werden aus der Einsicht und dem Wissen über die Größe G‑ttes und über Dinge, die zur Liebe G‑ttes und Ehrfurcht vor Ihm führen, geboren. Letztere kommen später von droben als Geschenk, wie andernorts über den Vers: „Ein Geschenk ist der Dienst eures Priesteramtes“13 erklärt wird 14. Dieses [Priesteramt] bezeichnet das Attribut der Liebe, und gleiches gilt für die Ehrfurcht15. Nun besteht gewiss keinerlei Verhältnis zwischen der erstgenannten Art – Ergebnissen des geschaffenen Intellektes – und den letztgenannten, [einem Geschenk] vom Schöpfer, gesegnet sei Sein Name. Daher ist es diese [letztgenannte Art], die als „Wahrheit“ bezeichnet wird, denn „Wahrheit ist das Siegel des H.g.s.E.“16. Er ist die wahre Wahrheit17, und im Verhältnis zu Ihm wird alle Wahrheit unter den Geschöpfen wie nichts angesehen.

Welcher Weg aber ist es, durch den dem Menschen die „Wahrheit G‑ttes“ zuteil wird? Dies geschieht durch das Erwecken mächtigen Erbarmens vor G‑tt für den Funken in seiner Seele. Dies ist das Attribut Jaakovs, das „durchlaufend von einem Ende bis zum anderen geht“18, das heißt von den höchsten aller Stufen bis zu den niedrigsten, um die Wahrheit G‑ttes auf diese niedrige, dunkle Welt herabkommen zu lassen, wie geschrieben steht: „Sitze ich auch in Finsternis, der Ewige ist mir Licht.“19 Und dies ist die Bedeutung von: „Denn Seine Güte hat uns überwältigt etc.“20

Das Erwecken mächtigen Erbarmens vor G‑tt hat freilich auch mit Wahrheit zu geschehen. Doch sogar wenn es dem menschlichen [Vermögen an] Wahrheit entspricht – wie kann er durch seine individuelle Wahrheit Oberes Erbarmen von der Wahrheit G‑ttes erwecken? Der diesbezügliche Ratschlag ist, sich im Attribut der Mildtätigkeit zu üben. Sie ist das Attribut des Erbarmens für denjenigen, der nicht über Eigenes verfügt, um „den Geist der Gebeugten zu beleben etc.“21. Und das Erwecken hienieden ruft ein Erwecken droben hervor: Der Ew‑ge „erweckt Schlafende, macht wach die in den Schlaf Gesunkenen“22, dies sind mächtiges Erbarmen und die Oberen Attribute der Güte, die verborgen sind, sodass sie aus dem Verborgenen in Erscheinung treten und in einen mächtigen Schein, um [den Menschen] „im Licht des Lebens zu beleuchten“23 – mit der „Wahrheit G‑ttes für die Welt“24.

Dies also ist die Bedeutung des Ausdrucks „Säen“ im Zusammenhang mit Mildtätigkeit: Man lässt [dadurch] die Obere Wahrheit, die Wahrheit G‑ttes, sprießen. Dies gilt insbesondere für Mildtätigkeit und Taten wahrer Güte, die für das Heilige Land geleistet werden – möge es rasch, in unseren Tagen erbaut und errichtet werden, Amen –, um zu erfüllen, was gesagt wurde: „Wahrheit soll aus dem Land sprossen“25 – indem man darin Mildtätigkeit sät. Und die Güte und das mächtige Erbarmen, die in ihm gesammelt und zusammengetragen werden, erwecken dementsprechend die Attribute Oberer Güte, die versteckt und verborgen sind26, wie geschrieben steht: „Die Du versteckt hast etc.“27 um es aufzurichten und fest zu gründen. Diesbezüglich steht geschrieben: „Durch Zedaka wirst du fest errichtet.“28

Fußnoten
1.
Spr. 11:18.
2.
Micha 7:2.
3.
Sohar III, 131b.
4.
Menachot 29b; und siehe oben, Brief 5.
5.
Mal. 3:6.
6.
Ps. 40:6.
7.
Aus der Liturgie.
8.
Vgl. oben, Schaar HaJichud WeHaEmuna, Kap. 7.
9.
Siehe Maimonides, Mischne Tora, Hilchot Jesodej HaTora, Ende Kap. 1; Hilchot Teschuva 8:2.
10.
Einleitung zu Tikkunej Sohar, 10b, u.a.; siehe oben, Likkutej Amarim, Kap. 38.
11.
Aus der Liturgie.
12.
Siehe oben, Chinuch Katan (Einleitung zu Schaar HaJichud WeHaEmuna).
13.
Num. 18:7.
14.
Siehe auch oben, Likkutej Amarim, Kap. 14, 43; Chinuch Katan (Einleitung zu Schaar HaJichud WeHaEmuna).
15.
Siehe oben, Likkutej Amarim, Kap. 43.
16.
Schabbat 55a.
17.
Siehe Jer. 10:10; Maimonides, Mischne Tora, Hilchot Jesodej HaTora 1:4.
18.
Nach Ex. 26:28; und siehe oben, Likkutej Amarim, Kap. 13.
19.
Micha 7:8.
20.
Ps. 117:2.
21.
Jes. 57:9.
22.
Aus der Liturgie.
23.
Nach Ij. 33:30.
24.
Ps. 117:2.
25.
Ps. 85:12.
26.
Textvariante: die in ihm versteckt und verborgen sind …
27.
Ps. 31:20.
28.
Jes. 54:14; siehe auch Maimonides, Mischne Tora, Hilchot Matnot Aniim 10:1.
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