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Brief 4

Brief 4

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„Israel wird ausschließlich durch Zedaka erlöst werden“1, wie es heißt: „Und seine Wiederkehrer durch Zedaka.“2 Es steht geschrieben: „Zedek muss Ihm vorangehen [jehalech].“3 Nun sollte aber „jelech“ stehen4. Dies ist zu verstehen gemäß dem Vers: „Von Dir sagt mein Herz: sucht Panaj [‚Mein Angesicht‘]“5, das bedeutet: „sucht Penimijut [‚das Innere‘] des Herzens.“ Denn in der Flamme des Elements des g‑ttlichen Feuers im Herzen existieren zwei Aspekte6: der Chizonijut-Aspekt [Äußerlichkeit] und der Penimijut-Aspekt [Innerlichkeit]. Der Chizonijut[-Aspekt] des Herzens ist die Begeisterung, die aufgrund des Verständnisses [Bina] und des Wissens [Daat] über die Größe Größe, des gesegneten Ejn Sof, aufflammt, indem man über Seine Größe nachsinnt, und von dieser Einsicht eine Liebe, so heftig wie „Feuerflammen etc. pp.“ zeugt. Der Penimijut[-Aspekt] des Herzens ist der „Punkt“ im Inneren des Herzens – die Tiefe des Herzens, die die Aspekte Wissen und Verständnis, mit denen der Mensch die Größe G‑ttes in seinem Herzen erwägen kann, bei weitem übersteigt. Wie geschrieben steht: „Aus Tiefen rief ich Dich, G‑tt“7, d.h. „aus den Tiefen des Herzens“8. (So wie es etwa bei weltlichen Dingen bisweilen eine überaus bedeutende Sache gibt, von dem die gesamte Lebenskraft des Menschen abhängt; [diese Sache] rührt bis an den innersten Punkt des Herzens, diesen einschließend, und bewegt ihn bisweilen dazu, ohne jegliche Vernunft Taten zu setzen und Worte zu sprechen. Und „eines entspricht dem anderen“9: Genau so verhält es sich mit dem „Dienst des Herzens“. Dies rührt daher, dass der innerste Punkt des Herzens den Aspekt des Wissens [Daat], der sich in den bekanntlich von CHaBaD geborenen Attributen10 ausbreitet und kleidet, übersteigt. [Der Penimijut-Aspekt des Herzens] ist vielmehr ein Abschein der Oberen Chochma, die Bina und Daat übersteigt. Und darin ist wahrlich das Licht G‑ttes gekleidet und verborgen, wie geschrieben steht: „Mit Chochma hat der Ew‑ge etc.“11 Ebendies ist der Aspekt des Funkens der G‑ttlichkeit in jeder Seele Israels.)

Dass nicht jedermann dieser Rang – Dienst des Herzens aus der Tiefe des Herzens mit dem Penimijut-Aspekt – zuteil wird, rührt daher, dass sich bei gewissen Menschen dieser Aspekt in einem Zustand des Exils und der Gefangenschaft befindet. Dies ist tatsächlich der Aspekt des Exils der g‑ttlichen Gegenwart, denn ebendiese [g‑ttliche Gegenwart] ist der Aspekt des Funkens der G‑ttlichkeit in der g‑ttlichen Seele des Menschen. Die Ursache des Exils ist [ersichtlich] aus den Worten unserer Meister sel. A.: „Als sie nach Babylonien verbannt wurden, zog die Schechina mit ihnen.“12 Und dies, weil der Mensch den innersten Punkt seines Herzens in das entsprechende Gegenstück gekleidet hat, in die schmutzigen Kleider nämlich – weltliche Angelegenheiten und irdische Begierden – die als „Babel“ bezeichnet werden. Dies ist der Aspekt der „Vorhaut“, die den Bund und den innersten Punkt des Herzens bedeckt. Diesbezüglich wurde gesagt: „Und ihr sollt die Vorhaut eures Herzens beschneiden.“13

Nun gibt es bei der Beschneidung zwei Aspekte: Mila [Schneiden] und Peria [Entblößen], die einerseits die derbe Vorhaut und andererseits das dünne Häutchen [entfernen]. Bei der „Vorhaut“ des Herzens existieren ebenfalls derbe und subtile Begierden – [sie erfordern] Mila und Peria, und „Hat man beschnitten, ohne zu entblößen, ist es, als hätte man nicht beschnitten.“14 Denn schließlich ist der innerste Punkt des Herzens weiterhin mit der Kleidung dünnen Sackleinens bedeckt; [er ist] in einem Zustand des Exils und der Gefangenschaft. Nun steht bezüglich der Beschneidung der Vorhaut selbst geschrieben: „Und ihr“ – d.h. ihr selbst – „sollt die Vorhaut eures Herzens beschneiden“. Die Entfernung des dünnen Häutchens hingegen ist eine schwere Angelegenheit für den Menschen. Diesbezüglich wurde gesagt, dass mit der Ankunft des Maschiach „der Ew‑ge, dein G‑tt, dein Herz […] beschneiden wird etc., dass du den Ew‑gen, deinen G‑tt, mit deinem ganzen Herzen und deiner ganzen Seele liebest, zulieb deines Lebens“15, d.h. w e i l G‑tt alleine wahrlich dein ganzes Leben ist. Daher stammt diese Liebe aus der Tiefe des Herzens, vom wahrlich innersten Punkt, wie oben erwähnt wurde, und übersteigt den Aspekt Daat. Deshalb wird auch der Maschiach kommen, wenn Israel im Allgemeinen „nichtsahnend“ [Hejsech HaDaat] ist16. [Sein Kommen] ist die Manifestation des allen [Juden] gemeinen innersten Punktes, sowie der Auszug der allgemeinen g‑ttlichen Gegenwart aus dem Exil und der Gefangenschaft für immer und in alle Ewigkeit. Gleichfalls verlässt jeder individuelle Funke der Schechina in der Seele jedes einzelnen Juden vorübergehend das Exil und die Gefangenschaft während des „vorübergehenden Lebens, welches das Gebet ist“17 – der Dienst des Herzens aus der Tiefe des Herzens, vom innersten Punkt, der aus der Vorhaut offenbart wird und emporsteigt, um Ihm mit heftigem Verlangen anzuhangen, im Sinne von „zulieb deines Lebens“. Und auch dies entspricht dem Aspekt Hejsech Daat des Menschen. Denn dieser Aspekt übersteigt Daat des Menschen und sein Nachsinnen über die Größe G‑ttes. Er ist vielmehr eine Art Geschenk, das von G‑tt vom Himmel gewährt wird vom Abschein des Oberen Angesichts, wie geschrieben steht: „Der Ew‑ge lasse dir sein Antlitz leuchten“18, und wie geschrieben steht: „Und beschneiden wird der Ew‑ge, dein G‑tt, etc.“

Es ist jedoch bekannt, dass eine Erweckung von droben nur auf eine Erweckung hienieden als ein Aspekt der Erhebung von Majin Nukvin folgt. Wie unsere Meister sel. A. sagten: „Es fällt kein Tropfen von oben etc.“19 Der Mensch muss daher den Beginn dieser Mila selbst ausführen, muss die „Vorhaut“ des Herzens und die derbe und die dünne Schale entfernen, die den innersten Punkt des Herzens bekleiden und bedecken. [Der innerste Punkt] ist die Liebe zu G‑tt, der Aspekt „zulieb deines Lebens“, und befindet sich in der Verbannung unter den diesweltlichen Begierden. Diese [Begierden] existieren ebenfalls im Aspekt „zulieb deines Lebens“, denn „eines ist das Gegenstück zum anderen“, wie oben erwähnt wurde. Dies wird bewirkt durch das Spendengeben an G‑tt vom eigenen Vermögen, das die Lebenskraft des Menschen ist. Insbesondere gilt dies bei einem Menschen, dessen Einkommen beschränkt ist und der zur Zeit in Geldnöten ist, denn er gibt wahrlich von seinem Leben. Besonders trifft dies zu, wenn der Mensch seinen Lebensunterhalt durch die Mühe seiner Hände bestreitet. Denn es ist unmöglich, dass er nicht oftmals mit dem innersten Punkt des Herzens, aus der Tiefe des Herzens, arbeitet, wie der Brauch der Welt ist bei ihrer Beschäftigung mit Geschäften und ähnlichem. Folglich erlöst er nun damit, dass er von [den Früchten] seiner Mühe verteilt und G‑tt mit Freude und zufriedenem Herzen gibt, seine Seele aus der Verderbnis. Das heißt, [er erlöst] den innersten Punkt seines Herzens, der sich innerhalb der derben oder dünnen Kelipa [Schale] in Exil und Gefangenschaft befand. So steht geschrieben: „Bewache dein Herz vor jedem Mischmar.“20Mischmar bedeutet Gefängnis21. So wurde nun durch diese Spende [der innerste Punkt seines Herzens] von den äußeren Kräften erlöst. Dies erklärt auch den Ausdruck „Peria“ im Sinne von „Periat Chov22: [Der Mensch] geriet bei den äußeren Kräften, die in ihm über den innersten Punkt seines Herzens herrschten, in Schulden und war ihnen untertan. Dies ist die Bedeutung von „und ihre Gefangenen durch Zedaka“.

Dies ist auch die Bedeutung von „Zedek muss Ihm [lefanajw] vorangehen [jehalech].“ Lefanajw stammt vom Wort Penimijut [„Innerlichkeit“]; jehalech ist mit dem Begriff Holacha [„das Führen“] verwandt. Denn [Zedaka] führt den innersten Punkt des Herzens zu G‑tt, und danach „setzt er seine Schritte in den Weg G‑ttes“23, wie geschrieben steht: „Und du sollst in Seinen Wegen gehen“24, [und:] „Dem Ew‑gen, eurem G‑tt, sollt ihr nachgehen“25 – mit jeder Gebotstat und dem Torastudium, das alle [Gebote] aufwiegt. Denn alle steigen sie zu G‑tt durch das Innere des Herzens kräftiger empor und überragen bei weitem den Aufstieg zu G‑tt durch das Äußere des Herzens. Letzteres wird bloß aus der Einsicht und Wissen geboren, ohne einen Abschein vom Angesicht droben, sondern im Aspekt des „verborgenen Angesichts“. Denn ausschließlich durch eine Erweckung von unten leuchtet das Obere Angesicht herab, durch die mildtätige Handlung, die „Friede“ genannt wird26. Und dies ist die Bedeutung des Verses: „Er hat meine Seele in Frieden ausgelöst“27 – ausdrücklich „meine Seele“. Dies ist auch der Grund, warum Mildtätigkeit als „Friede“ bezeichnet wird, denn gemäß dem Ausspruch unserer Meister sel. A. wird „Friede zwischen Israel und ihrem Vater im Himmel geschaffen“28 durch die Auslösung ihrer Seelen, die wirklich ein Teil G‑ttes sind29, aus den Händen der äußeren Kräfte. Insbesondere ist dies bei Mildtätigkeit zugunsten des Landes Israel der Fall, denn dies ist wirklich die Mildtätigkeit G‑ttes, wie geschrieben steht: „Ständig sind die Augen des Ew‑gen, deines G‑ttes, auf [das Land Israel] gerichtet“30; „Und Meine Augen und Mein Herz werden dort sein alle Tage“31. Und sie ist es, die uns beistand, um das Leben unserer Seelen vom Vorsatz derjenigen zu erlösen, die unsere Schritte zurückzudrängen suchen. Für immer wird sie uns beistehen, um unsere Seelen in das wahre Leben des Urquells des Lebens zu legen, sodass wir „im Licht des Lebens erleuchtet werden“32, denn G‑tt „wird aufleuchten lassen Sein Antlitz bei uns. Selah.“33 Amen, möge dies Sein Wille sein.

Fußnoten
1.
Schabbat 139a; Sanhedrin 98a; Maimonides, Mischne Tora, Hilchot Matnot Aniim 10:1; Tur, Jore Dea, § 247.
2.
Jes. 1:27.
3.
Ps. 85:14.
4.
Es steht geschrieben: „Zedek muss Ihm vorangehen (jehalech).“ Nun sollte aber jelech stehen. Jehalech ist nämlich eine kausative Verbform, die impliziert, dass Zedaka etwas a n d e r e s dazu bewegt, „Ihm voranzugehen“.
5.
Ebd. 27:8.
6.
Textvariante: „Denn im Herzen, dem Element des g‑ttlichen Feuers im Herzen existieren zwei Aspekte.“ Siehe oben, Likkutej Amarim, Kap. 3.
7.
Ps. 130:1.
8.
Sohar II, 63b.
9.
Die physische Realität korreliert mit der spirituellen. So wie physische Belange mitunter an das Innerste des Menschen rühren können, sodass er Taten setzt, die ohne Vernunft und Logik sind, so kann auch die Liebe zu G‑tt im Herzen des Menschen so überwältigend sein, dass sie an die Essenz seiner Seele rührt, die Vernunft und Logik völlig übersteigt.
10.
Siehe oben, Likkutej Amarim, Kap. 3.
11.
„… die Erde gegründet.“ Spr. 3:19.
12.
Megilla 29a.
13.
Deut. 10:16; und siehe Raschis Kommentar ebd. Der biblischen Metapher zufolge bilden die physischen Gelüste ein zähes Kokon um das Herz des Menschen. Diese störende Hülle zu entfernen, obliegt dem Menschen, um G‑tt in Wahrhaftigkeit dienen zu können. Siehe auch weiter, Kuntres Acharon, Abhandlung 7.
14.
Mischna Schabbat 19:6; Maimonides, Mischne Tora, Hilchot Mila 5:4; Tur WeSchulchan Aruch, Jore Dea 264:4; und siehe R. Schneor Salman von Ljadi, Orach Chajim 331:1.
15.
Deut. 30:6; siehe die Kommentare von Nachmanides und Baal HaTurim (R. Jaakov ben Ascher) ebd.
16.
Sanhedrin 97a.
17.
Schabbat 10a.
18.
Num. 6:25.
19.
„… dem gegenüber nicht zwei Tropfen aufsteigen.“ Sohar III, 247b; und siehe Taanit 25b.
20.
Spr. 4:23.
21.
Siehe Raschi zu Gen. 42:17.
22.
„Entfernung, Begleichung einer Schuld“; siehe Tikkunej Sohar, Tikkun 37, Tikkun 24; und siehe Levusch (R. Mordechaj Jaffe), Jore Dea 265:10.
23.
Ps. 85:14.
24.
Deut. 28:9.
25.
Ebd., 13:5.
26.
Siehe Jes. 32:17; und siehe weiter, Brief 12.
27.
Ps. 55:10; und siehe Berachot 8a; Raschi ebd.
28.
Tosefta Pea, Ende Kap. 4; Bava Batra 10a.
29.
Vgl. oben, Likkutej Amarim, Kap. 2; Iggeret HaTeschuva, Kap. 5.
30.
Deut. 11:12; und siehe weiter, Brief 14.
31.
1 Kön. 9:3.
32.
Ij. 33:30.
33.
Ps. 67:2.
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