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Kapitel 11

Kapitel 11

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„Einer ist das Gegenstück zum anderen“1 – der „Böse, dem es gut geht“ ist das Gegenstück zum „Gerechten, dem es schlecht geht“. Dies bedeutet, dass das Gute in seiner g‑ttlichen Seele2, die sich in seinem Gehirn und seiner rechten Herzkammer befindet, dem Bösen von Kelipa in der linken Herzkammer unterworfen und ergeben ist. Diese Kategorie teilt sich ebenfalls in zehntausende Stufen, die sich unterscheiden betreffend die Qualität und die Quantität der Auflösung und der Unterordnung des Guten zum Bösen, G‑tt behüte.

Es gibt die Person, bei der die Unterordnung und Auflösung überaus gering sind; und sogar dies tritt nicht ständig oder in regelmäßigen, kurzen Abständen auf; selten nur überwiegt das Böse das Gute und erobert die „kleine Stadt“, d.h. den Körper. Doch auch dann [erobert das Böse] nicht den gesamten Körper, sondern nur einen Teil davon, sodass er seiner Disziplin gehorche und ihm zu einem „Wagen“ und einem Gewand werde, in das eines der erwähnten drei Gewänder3 [der tiergleichen Seele] gekleidet wird. Das heißt entweder bloß beim Tun, bei der Verübung von geringfügigen und nicht, G‑tt behüte, schweren Sünden; oder bloß beim Sprechen, bei Äußerungen, die an Bösrede und Spötterei u.Ä. grenzen; oder bloß beim Denken, bei „sündhaften Gedanken, die schwerwiegender als die eigentliche Sünde sind“4. [Dies ist sogar der Fall,] wenn der Mensch nicht daran denkt, die Sünde tatsächlich zu begehen; er schwelgt bloß in Gedanken über die körperliche Vereinigung von Mann und Frau im Allgemeinen. Er handelt damit der Warnung der Tora zuwider: „Und hüte dich vor jeder bösen Sache“5 – „bei Tag soll der Mensch nicht nachsinnen etc.“6 Oder wenn sich eine geeignete Zeit für die Beschäftigung mit der Tora bietet, er aber sein Herz Nichtigem zuwendet. Wie wir in Avot lernten: „Bleibt jemand in der Nacht wach etc. und wendet sein Herz [Nichtigem zu] etc.“7 Durch eines dieser oder ähnlicher [Vergehen] heißt der Mensch „Böser“ zu diesem Zeitpunkt; das Böse seiner Seele überwältigt ihn, kleidet sich in seinen Körper und führt ihn zu Sünde und Unreinheit.

Danach gewinnt das Gute in der g‑ttlichen Seele dieses Menschen an Stärke, und er verspürt Reue. Er bittet G‑tt um Verzeihung und Vergebung, und falls er angemessene Umkehr gemäß dem Ratschlag unserer Weisen sel. A. tätigt8, wird ihm G‑tt vergeben, mit [einer der] drei Arten der Sühne, die von R. Jischmael ausgelegt wurden etc., wie andernorts erklärt wird9.

Dann gibt es wiederum den Menschen, in dem das Böse stärker überhand nimmt, und alle drei Gewänder des Bösen kleiden sich in ihn; [das Böse] verführt ihn auch zu schwerwiegenderen Sünden und [zum Sündigen] in kürzeren Abständen. Zwischendurch jedoch bereut er; es kommen ihm Gedanken der Umkehr vom Aspekt des Guten in seiner Seele, das zwischenzeitlich ein wenig stärker wird. Das Gute gewinnt indes nicht genügend Kraft, um das Böse zu bezwingen, sodass sich dieser Mensch gänzlich von seinen Sünden trennen könnte und jemand wäre, der gesteht und [seinen Sünden für immer] entsagt. Diesbezüglich sagten unsere Meister sel. A.: „Die Bösen sind voller Reue.“10 Diese stellen die Mehrheit der Bösen dar, in deren Seelen noch der Aspekt des Guten existiert.

Verspürt der Mensch jedoch niemals Reue, und kommen ihm keinerlei Gedanken der Umkehr, wird er „Böser, der [ausschließlich] über Böses verfügt“ genannt. In seiner Seele ist ausschließlich das Böse verblieben; es hat das Gute in solchem Maße überwältigt, dass dieses aus seinem Inneren gewichen ist und gleichsam auf umgebende Weise über ihm von oben steht. Deshalb sagten unsere Meister sel. A.: „Über jeder [Zusammenkunft] von zehn [Juden] weilt die g‑ttliche Gegenwart.“11

Fußnoten
1.
Pred. 7:14.
2.
„… das Gute in seiner g‑ttlichen Seele“ bezieht sich auf die g‑ttliche Seele des „Bösen, dem es gut geht“.
3.
Siehe Kap. 4.
4.
Siehe Jerusalemer Talmud, Berachot 4:5; Tanchuma, Teze 3; Joma 29a; vgl. R. Schmuel Elieser HaLewi Edels (Maharscha), Chiduschej Aggadatot ad loc.; R. Jehuda Löw von Prag, Netivot Olam, Netiv HaPerischut, Kap. 2.
5.
Deut. 23:10.
6.
„… um bei Nacht nicht verunreinigt zu werden.“ Ketubot 46a.
7.
„R. Chanina, Sohn des Chachinaj, sagt: ,Bleibt jemand in der Nacht wach oder ist jemand allein unterwegs und wendet sein Herz (Gedanken) Nichtigem zu, ist es, als hätte er seine Seele verwirkt.‘“ Mischna Avot 3:4.
8.
Siehe Joma 86a.
9.
Iggeret HaTeschuva, Kap. 1.
10.
In frühen Werken in Nedarim 9b ausgewiesen, in heutigen Talmud-Ausgaben nicht vorhanden.
11.
Sanhedrin 39a.
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