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Kapitel 9

Kapitel 9

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Der Sitz1 der von Kelipat Noga stammenden tiergleichen Seele liegt bei jedem Juden im Herzen, in der linken, mit Blut gefüllten Herzkammer2, und es steht geschrieben: „Denn das Blut ist die Nefesch.“3 Folglich sind alle Begierden, sind Prahlerei, Zorn und ähnliche [Leidenschaften] im Herzen. Vom Herzen breiten sie sich im ganzen Körper aus und steigen auch ins Gehirn des Schädels, damit man über sie nachdenkt und grübelt und schlau in ihnen wird – so wie das Blut seinen Ursprung im Herzen hat und sich vom Herzen in alle Gliedmaßen ausbreitet und auch ins Gehirn des Schädels aufsteigt.

Der Sitz der g‑ttlichen Seele hingegen liegt im Gehirn des Schädels. Von dort aus entfaltet sie sich in alle Gliedmaßen. [Sie befindet und offenbart sich] auch im Herzen, in der rechten, blutleeren Kammer4, wie geschrieben steht: „Der Weise hat das Herz zu seiner Rechten.“5 Sie ist [der Ursprung von] G‑ttesliebe, die wie Feuerglut auflodert im Herz Verständnisbegabter, die mit dem Wissen ihres Gehirnes Dinge, die Liebe erwecken, verstehen und durchdenken. Ebenso ist sie [Ursprung von] herzhafter Freude an der Pracht G‑ttes und dem Glanz Seiner Hoheit. [Diese Freude wird erweckt,] wenn die Augen des Weisen, die in seinem Kopf, dem Gehirn mit seiner Chochma und Bina, sind, die Herrlichkeit des Königs und der Pracht Seiner Großartigkeit betrachten; diese sind, wie an anderer Stelle erklärt wird6, unergründlich, end- und grenzenlos. Die übrigen heiligen Attribute im Herzen stammen ebenfalls von Chochma-Bina-Daat im Gehirn.

Nun steht aber geschrieben: „Und ein Volk wird mächtiger als das andere.“7 Der Körper wird „kleine Stadt“ genannt8; wenn etwa zwei Könige um eine Stadt kämpfen, die jeder der beiden einnehmen und beherrschen möchte, ist jeder bestrebt, ihre Bewohner nach seinem Willen zu leiten, sodass sie seiner Disziplin in all dem gehorchen, was er über sie verfügt. Ebenso führen die zwei Seelen, einerseits die g‑ttliche und andererseits die belebende, tiergleiche, von Kelipa stammende [Seele], gegeneinander um den Körper und alle seine Gliedmaßen Krieg. Verlangen und Wille der g‑ttlichen Seele lauten, dass sie alleine den Körper regiere und führe, dass alle Gliedmaßen ihrer Disziplin gehorchen, ihr völlig ergeben sind und ein „Wagen“9 für sie sind, dass ihr [alle Gliedmaßen] dienen als Gewandung für ihre erwähnten10 zehn Aspekte und drei Gewänder, die alle die Gliedmaßen des Körpers bekleiden sollen; dass der gesamte Körper ausschließlich von ihnen durchdrungen ist. Dass kein Fremder die Glieder durchquert, G‑tt behüte.

Das bedeutet [im Einzelnen]: Die drei Gehirne des Kopfes11 werden mit Chochma-Bina-Daat der g‑ttlichen Seele durchdrungen, mit der Weisheit über G‑tt und dem Verständnis Seiner, um Seine unergründliche und unendliche Größe zu erwägen; mittels Daat werden Ehrfurcht im Gehirn und Angst vor G‑tt im Herzen geboren; ebenso die Liebe zu G‑tt, die im Herzen des Menschen wie Feuer, wie Feuergluten lodert, sodass sich seine Seele sehnt, ja mit Begehren und Streben schmachtet, dem gesegneten Ejn Sof mit ganzem Herzen, ganzer Seele und ganzer Macht anzuhangen, von der Tiefe des Herzens, der rechten Herzkammer. Das Innere [des Herzens] wird mit Liebe ausgelegt, ist voll und ausgefüllt, und [die Liebe] ergießt sich sodann auch in die linke Herzkammer, um die Sitra Achra und ihr Element des „bösen Wassers“ – die Begierde seitens der Kelipat Noga – zu unterdrücken, sie umzuwandeln und von diesweltlichen Genüssen in G‑ttesliebe umzuformen. So steht geschrieben: „[Du sollst den Ewigen, deinen G‑tt, lieben] mit deinem ganzen Herzen“12 – „mit deinen beiden Trieben“13. Dies erfordert ein Steigen, um den Grad der „mächtigen Liebe“ zu erlangen, eine Liebe, die selbst Feuergluten gleiche „heftige Liebe“ übertrifft.

Dieser [Grad der Liebe] wird im Vers als „Liebe in Genüssen“14 bezeichnet; dabei wird der Genuss an G‑tt ähnlich der künftigen Welt empfunden. Dieser Genuss wird im Chochma und Intellekt enthaltenden Gehirn empfunden, das das Verstehen und Wissen über G‑tt je nach dem individuellen Begreifen des Intellektes und der Chochma genießt. [Dieser Genuss] entspricht den Aspekten „Wasser“ und „Saat“, d.h. das in der Heiligkeit der g‑ttlichen Seele gesäte Licht. [Dieses Licht] wandelt das in der tiergleichen Seele enthaltene Element „Wasser“, von dem zuvor die Begierde nach weltlichen Genüssen kam, zum Guten.

Ähnlich steht in Ez Chajim, Tor 50, Kap. 3, im Namen des Sohar15: Das Böse wird umgewandelt und wird zu absolut Gutem wie der gute Trieb selbst, wenn ihm die schmutzigen Gewänder – die weltlichen Genüsse, in die es gekleidet war – abgenommen werden.

[Die g‑ttliche Seele wünscht ferner, dass] gleichfalls alle übrigen Attribute des Herzens, die Zweige der Ehrfurcht und Liebe sind, G‑tt allein geweiht seien. Auch das gesamte Sprachvermögen des Mundes und der Gedanke des Gehirnes seien ausschließlich von den Gewändern des Gedankens und des Wortes seitens der g‑ttlichen Seele durchdrungen; dies ist das Nachsinnen über G‑tt und Seine Tora, über die der Mensch den gesamten Tag hindurch spreche, sodass sein Mund nicht vom Lernen verstumme. Und die Tatkraft seiner Hände und der übrigen seiner 248 Gliedmaßen – das dritte Gewand der g‑ttlichen Seele – sei ausschließlich mit der Ausführung der Gebote beschäftigt.

Der Wille der tiergleichen Kelipa-Seele jedoch besteht im genauen Gegenteil. Dies ist zum Wohl des Menschen, auf dass er sie überwältige und bezwinge, wie das Gleichnis von der Dirne im heiligen Sohar16.

Fußnoten
1.
D.h. der Ort ihrer hauptsächlichen Manifestation.
2.
Siehe Ez Chajim, Tor 50, Kap. 4; R. Elijahu ben Mosche Vidasch, Reschit Chochma, Schaar HaJira, Kap. 3; ursprüngliche Quelle ist Sohar II, 107b, siehe auch Bamidbar Rabba, Ende Kap. 29.
3.
Deut. 12:23.
4.
Siehe Quellen in Fußnote 2; siehe auch R. Schneor Salman von Ljadi, Likkutej Tora, Schir HaSchirim 31a.
5.
Pred. 10:2.
6.
Siehe Sohar III, 84a; R. Schneor Salman von Ljadi, Tora Or, Fol. 47c.
7.
Gen. 25:23.
8.
Pred. 9:14; Nedarim 32b.
9.
Ein Wagen ist ein bloßes Instrument in den Händen seines Lenkers, und verfügt über keinen eigenen, unabhängigen Willen.
10.
Kap. 3, 4.
11.
Die drei Teile des Gehirns, die den drei intellektuellen Aspekten Chochma, Bina und Daat entsprechen.
12.
Deut. 6:5.
13.
Berachot 54a.
14.
Hl. 7:7.
15.
Sohar III, 277a.
16.
Siehe Sohar II, 163a. Das Gleichnis: Ein König wünschte die moralische Stärke seines einzigen Sohnes zu prüfen. Zu diesem Zweck lässt er eine außergewöhnlich bezaubernde und kluge Frau zu sich rufen. Er klärt sie über den Zweck der Prüfung auf und gibt ihm den Auftrag, den Kronprinzen nach besten Kräften zu verführen. Um der Prüfung Gültigkeit zu verleihen, muss die vermeintliche Buhlerin Täuschung einsetzen und all ihre Reize und Talente spielen lassen; insgeheim aber hofft sie, dass der Kronprinz ihr nicht erliegen möge. So auch in unserem Fall: Die Kelipa selbst wünscht, dass der Mensch sie bezwinge und sich nicht in die Irre führen lasse.
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