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Kapitel 8

Kapitel 8

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Verbotene Speisen enthalten einen weiteren Aspekt, aufgrund dessen sie als Issur [„gebunden“] bezeichnet werden: Sogar wenn der Mensch unwissentlich eine verbotene Speise zu sich nimmt, dem Himmel zuliebe, um G‑tt mit der aus dieser Nahrungsaufnahme gewonnenen Energie zu dienen; sogar wenn er dies auch ausführt und seine Absicht verwirklicht – er lernt und betet mit der Energie aus dieser Nahrungsaufnahme –, steigt die darin enthaltene Lebenskraft nicht auf und kleidet sich nicht in die Worte der Tora und des Gebets, wie es der Fall bei zulässigen Speisen ist, weil sie in den Händen der Sitra Achra der drei unreinen Kelipot gefangen gehalten wird. Dies gilt sogar für [eine Speise, die aufgrund] eines rabbinischen Verbots untersagt ist, denn „die Worte der Toraweisen sind strenger als die Worte der Tora etc.“1

Deshalb sind auch der böse Trieb und die Kraft, die nach verbotenen Dingen gelüsten, „einer der nichtjüdischen Dämonen“2. Dies ist der böse Trieb der Völker, deren Seelen von den drei unreinen Kelipot stammen. Der böse Trieb und die Kraft dagegen, die nach erlaubten Dingen gelüsten – um die Begierde des Menschen zu stillen –, sind „einer der jüdischen Dämonen“3, da [die Lebenskraft eines erlaubten Objekts] zur Heiligkeit zurückkehren kann, wie oben erklärt wurde4. Bevor sie aber zur Heiligkeit zurückkehrt, ist sie Sitra Achra und Kelipa. Und auch nachher verbleibt ein Rest davon an den Körper des Menschen geheftet, denn von jedem Lebensmittel und Getränk werden augenblicklich Blut und Fleisch von seinem Fleisch geformt. Für den Körper ist daher die „Purgation des Grabes“5 erforderlich, um ihn von seiner Unreinheit, die er durch den Genuss an dieser Welt und ihren Vergnügen von der Unreinheit der Kelipat Noga und der „jüdischen Dämonen“ aufgenommen hat, zu reinigen und zu läutern. Nur wer sich wie unser Heiliger Meister6 sein Leben lang keinem Genuss dieser Welt hingab7 [bedarf dessen nicht].

Bei zulässigem müßigem Geschwätz wie im Fall eines Unwissenden, dem das Lernen unmöglich ist, muss seine Seele zwecks Läuterung von dieser Unreinheit dieser Kelipa gleichsam in der „Pfanne der Schleuder“8 gerollt werden, wie im Sohar, Abschnitt Beschalach, Fol. 59 , geschrieben steht. Bei verbotenen Äußerungen, wie Spötterei, Bösrede u.Ä., die von den drei völlig unreinen Kelipot stammen, reicht die „Pfanne der Schleuder“ (alleine) jedoch nicht aus, um die Seele zu läutern und ihre Unreinheit zu tilgen, sie muss in Gehinnom hinabsteigen.

Auch bei jemandem, der sich mit der Tora beschäftigen könnte und sich stattdessen mit nutzlosen Dingen abgibt, kann die „Schleuderpfanne“ alleine nicht wirksam die Seele schrubben und läutern. [Sie benötigt] vielmehr die harten Strafen, die auf Vernachlässigung des Torastudiums im speziellen stehen, abgesehen von der allgemeinen Bestrafung für jede Unterlassung eines positiven Gebots aus Faulheit in dem „Gehinnom aus Schnee“, wie an anderer Stelle erklärt wird9. Auch das Studium der Wissenschaften der Völker ist in Bezug auf das Vergehen „Vernachlässigung des Torastudiums“ als Teil von „sinnlosen Beschäftigungen“ zu betrachten, wie in den „Gesetzen des Torastudiums“10 erklärt wird11. Dazu kommt noch, dass die Unreinheit der Wissenschaften der Völker die Unreinheit müßigen Geredes übertrifft: Letztere bekleidet und verunreinigt mit der Unreinheit der Kelipat Noga, die im müßigen Gerede vorhanden ist, nur die Attribute, die dem heiligen Element des Windes in der g‑ttlichen Seele des Menschen entstammen. [Müßiges Gerede] stammt aus dem bösen Element des Windes in dieser Kelipa seiner tiergleichen Seele, wie oben erwähnt wurde12. Es befleckt aber nicht die CHaBaD-Aspekte seiner Seele, weil es sich um Worte der Torheit und des Unwissens handelt; selbst Toren und Menschen des gemeinen Volkes können solcherart reden. Anders hingegen bei der Wissenschaft der Völker: Durch sie bekleidet und verunreinigt der Mensch die CHaBaD-Aspekte seiner g‑ttlichen Seele mit der Unreinheit der Kelipat Noga, die diese Wissenschaften enthalten13; dort [in die Unreinheit der Kelipat Noga] stürzten die Wissenschaften durch das „Brechen der Gefäße“14 von der „Rückseite“ der Chochma der Heiligkeit, wie den Kennern der esoterischen Weisheit15 bekannt ist. Es sei denn, der Mensch macht aus ihnen einen „Spaten, um damit zu graben“16, das heißt, er nutzt sie als Mittel für einen reichlichen Lebensunterhalt, um G‑tt zu dienen, oder er weiß dieses Wissen im Dienst G‑ttes oder [für ein besseres Verständnis] Seiner Tora anzuwenden. Dies war der Beweggrund für Maimonides und Nachmanides sel. A. und ihre Gefährten, die sich mit diesen [Wissenschaften] befassten.

Fußnoten
1.
Siehe Ejruvin 21b, Sanhedrin 88b. Nahrung etwa, die aufgrund der „Worte der Rabbiner“ verboten ist und ohne Wissen eingenommen wurde, verbleibt in den drei völlig unreinen Kelipot und kann nicht zur Heiligkeit emporgehoben werden. Ein anschauliches Beispiel für die Konsequenzen daraus liefert eine Geschichte, die R. Joseph I. Schneersohn festhält: Einst kam ein Chassid zu R. Schneor Salman von Ljadi und klagte ihm sein Leid – seinen Schwiegersohn, einen angesehenen Toragelehrten, plagten plötzliche Glaubenszweifel. R. Schneor Salman klärte ihn darüber auf, dass der Schwiegersohn unwissentlich Chalav Akum getrunken hätte. Obwohl er die Milch versehentlich konsumiert hatte und das Verbot dieser Milch „nur“ rabbinischen Ursprungs ist, schwächte das seinen Glauben erheblich. Anschließend vertraute R. Schneor Salman dem Chassid an, wie der Schwiegersohn die Folgen dieses Konsums behandeln könne. (R. Joseph I. Schneersohn, Sefer HaMaamarim Jiddisch, New York 1986 (5. Auflage), S. 57).
2.
Am Ende von Kap. 1 belegt der Verfasser, dass die Seelen der Völker der Erde den drei völlig unreinen Kelipot entstammen, die ohne jedes Gute sind. Der Trieb nach verbotenen Dingen – die ebenfalls den drei völlig unreinen Kelipot entstammen (siehe Ende Kap. 6) – wird folglich als „nichtjüdischer Dämon“ bezeichnet. Siehe Sohar III, 253a.
3.
Der Jude per se hat keinerlei Bezug zu gänzlich Bösem, denn selbst sein Körper und seine tiergleiche Seele entstammen Kelipat Noga, die Gutes in sich birgt. Der Trieb nach erlaubten Dingen – die der Kelipat Noga entstammen (siehe Kap. 7 zu Beginn) – wird folglich als „jüdischer Dämon“ bezeichnet. Siehe Sohar III, 253a.
4.
Kap. 7.
5.
Eine „Reinigungsmaßnahme“, um die Seele nach dem Tod von den Spuren zu reinigen, die körperlicher Genuss ohne Ausrichtung auf G‑tt hinterlässt. Siehe Sohar II, 151a; R. Chajim Vital, Sefer HaGilgulim am Ende. R. Joseph I. Schneersohn (1880-1950), der sechste Lubawitscher Rebbe, hält fest, dass das Rezitieren auswendig gelernter Worte der Tora wie Mischna, Tanja und Psalmen den Menschen vor dieser Strafe bewahrt (hinausgehend über den Wert des Rezitierens an sich als Torastudium und seine Wirksamkeit beim „Läutern der Luft“. Siehe HaJom Jom, New York 1990, Eintrag für 7. Tevet).
6.
R. Jehuda der Fürst. Siehe Glossar für weitere Informationen.
7.
Bei seinem Ableben streckte R. Jehuda haNassi, der mit außergewöhnlichem Wohlstand gesegnet war, seine zehn Finger zum Himmel empor und sprach: „Herr der Welt, offenbar und kund ist es vor Dir, dass ich nicht einmal mit meinem kleinen Finger irdischen Genuss hatte.“ Siehe Ketubot 104a.
8.
Eine „Reinigungsmaßnahme“ nach dem Tod, bei dem die Seele „umhergeschleudert“ wird, um sie von den Spuren des Aufenthalts in dieser Welt zu reinigen. Siehe 1 Sam. 25:29, Schabbat 152b. R. Joseph I. Schneersohn (1880-1950), der sechste Lubawitscher Rebbe, hält fest, dass das Rezitieren auswendig gelernter Worte der Tora wie Mischna, Tanja und Psalmen den Menschen vor dieser Strafe bewahrt (hinausgehend über den Wert des Rezitierens an sich als Torastudium und seine Wirksamkeit beim „Läutern der Luft“. Siehe HaJom Jom, New York 1990, Eintrag für 7. Tevet).
9.
R. Jizchak Lurja, Likkutej Tora, Abschnitt Schemot.
10.
R. Schneor Salman bezieht sich auf sein erstes gedrucktes Werk Hilchot Talmud Tora („Die Gesetze des Torastudiums“), erstmals erschienen in Schklov 5554/1794 und in der Folge Teil seines „Schulchan Aruch“.
11.
R. Schneor Salman von Ljadi, Hilchot Talmud Tora 3:7 (nach Sifri, Waetchanan, Abschnitt 34).
12.
Kap. 1.
13.
Die Unreinheit der Wissenschaften der Völker ergibt sich aus ihrem Mangel an „Bittul“ – das Erkennen der Nichtigkeit allen Seins außerhalb von G‑ttlichkeit.
14.
Siehe Glossar unter „Schevirat HaKelim“.
15.
D.h. Kabbala.
16.
Mischna Avot 4:5.
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