Here's a great tip:
Enter your email address and we'll send you our weekly magazine by email with fresh, exciting and thoughtful content that will enrich your inbox and your life, week after week. And it's free.
Oh, and don't forget to like our facebook page too!
Kontakt

Kapitel 7

Kapitel 7

 E-Mail

Anders [als die am Ende von Kapitel 6 erwähnten Lebensformen, die den drei völlig unreinen Kelipot entstammen, haben die folgenden Lebensformen ihren Ursprung in Kelipat Noga:] die belebende tiergleiche Seele im Juden, die von Kelipa herrührt und sich wie oben erwähnt1 in das Blut des Menschen kleidet; die Seelen in reinem und für den Verzehr zulässigem Tier, Vieh, Geflügel und Fisch; die Existenz und Lebenskraft von allem zum Verzehr erlaubten Stillstehenden und Pflanzlichen; die Existenz und Lebenskraft aller Taten, Worte und Gedanken in Verbindung mit weltlichen Angelegenheiten, die zwar keinen verbotenen Aspekt enthalten – weder Wurzel noch Zweig der 365 Verbote mit ihren biblischen und rabbinischen Verzweigungen –, jedoch nicht dem Himmel zuliebe vollzogen werden, vielmehr dem Willen, Streben und Begehren des Körpers dienen. Selbst wenn es sich um eine wirkliche Notwendigkeit für den Körper und dessen Existenz und Leben handelt, des Menschen Absicht aber nicht des Himmels wegen – zwecks G‑ttesdienstes mit seinem Körper – ist, so sind diese Taten, Worte und Gedanken nicht besser als die belebende tiergleiche Seele selbst. Dies alles in der Gesamtheit [der Seele mit ihren Taten, Worten und Gedanken] entstammt und entfließt der zweiten Stufe von Kelipa und Sitra Achra, einer vierten Kelipa namens Kelipat Noga. In dieser Welt – als Welt der Assija [„Tat“] bezeichnet – ist sie überwiegend, ja fast ausschließlich böse und enthält nur wenig Gutes darin vermischt. (Aus diesem [geringen Maß des Guten in Kelipat Noga] stammen die guten Attribute in der tiergleichen Seele des Juden, wie oben erwähntwurde2.)

[Kelipat Noga] ist der zwischen den drei völlig unreinen Kelipot und dem Aspekt und Rang der Heiligkeit liegende Aspekt. Daher wird sie manchmal von den drei unreinen Kelipot absorbiert (wie im Ez Chajim, Tor 49 , Anfang Kap. 4, im Namen des Sohar steht) und manchmal wird sie vom Aspekt und Rang der Heiligkeit absorbiert und emporgehoben. [Letzteres geschieht,] wenn das darin vermischte Gute vom Bösen abgesondert wird, ebendieses überwältigt und aufsteigt, um in die Heiligkeit aufgenommen zu werden. Isst der Mensch etwa saftiges Rindfleisch und trinkt würzigen Wein, um seinen Geist für G‑tt und Seine Tora zu erweitern, wie Rava sagte: „Wein und Duft etc. [machten mich klug]“3, oder zwecks Erfüllung des Gebots, Schabbat4 und Festtag5 zu genießen, wird die ursprünglich von Kelipat Noga stammende Lebenskraft aus Fleisch und Wein [vom Bösen] abgesondert und steigt zu G‑tt wie ein Ganzopfer und eine Opfergabe empor.

Gleiches gilt, wenn der Mensch eine humorvolle Bemerkung macht, um seinen Intellekt zu schärfen und sein Herz zu erfreuen an G‑tt, Seiner Tora und Seinem Dienst, der mit Freude zu leisten ist. Rava pflegte solcherart für seine Schüler zu tun: Einleitend erzählte er ihnen ein Scherzwort, und die Schüler wurden heiteren Gemüts6.

Zählt der Mensch aber zu jenen, die Fleisch fressen und Wein saufen, um die Begierden ihres Körpers und ihrer tiergleichen Seele zu befriedigen – das Element Wasser der vier bösen Elemente in ihr, dem das Attribut der Begierde entstammt – bewirkt er, dass die Lebenskraft von Fleisch und Wein in seinem Inneren absinkt und vorübergehend vom völlig Bösen der drei unreinen Kelipot aufgenommen wird. Für diese wird der Körper dieses Menschen zeitweilig zu einer „Gewandung“ und zu einem „Wagen“, bis der Mensch umkehrt und zum Dienst G‑ttes und Seiner Tora zurückkehrt. Da es sich nämlich um zulässiges Fleisch und koscheren Wein handelte, können diese umkehren und gemeinsam mit dem Menschen bei seiner Rückkehr zum Dienst G‑ttes hochsteigen. Ebendas ist die Bedeutung der Begriffe Hetter7 und Muttar8: [Das Objekt] ist nicht durch die „äußeren Kräfte“9 gebunden und gefesselt, wodurch eine Rückkehr und ein Aufstieg zu G‑tt unmöglich wäre. Ein Rest [des Bösen] verbleibt dennoch im Körper. Der Körper muss sich deshalb der „Purgation des Grabes“10 unterziehen, wie im Folgenden erklärt wird11.

Gleiches gilt für die Lebenskraft der Samentropfen, die der Mensch mit tierischer Begierde ausstößt, während er in der Reinheitsperiode seiner Frau in ungeheiligter Weise mit ihr verkehrt.12

Anders verhält es sich mit verbotenen Speisen und verbotenen geschlechtlichen Beziehungen, die von den drei völlig unreinen Kelipot stammen: Sie sind durch die äußeren Kräfte auf ewig gefesselt und gebunden. Sie entsteigen von dort nicht eher, „bis ihr Tag kommt“, und der Tod für immer verschlungen wird, wie geschrieben steht: „Und den Geist der Unreinheit werde Ich tilgen von der Erde.“13 Oder bis [der Sünder] solch mächtige Umkehr vollzieht, dass seine „vorsätzlichen Vergehen zu wahren Verdiensten gewandelt werden“. Dies geschieht bei Umkehr aufgrund von Liebe aus tiefem Herzen, mit mächtiger Liebe, mit Begehren und einer Seele, die nach der Heftung an den Gesegneten verlangt, und nach G‑tt wie ein verschmachtetes und ödes Land dürstet. Da sich seine Seele bisher in einem öden Land und im Schatten des Todes – dies ist die Sitra Achra – befand, und aufs weiteste vom Licht des g‑ttlichen Antlitzes entfernt war, dürstet seine Seele noch stärker [nach G‑tt] als die Seelen der Gerechten, wie unsere Meister sel. A. sagten: „Wo die Umkehrenden stehen etc. [können nicht einmal die vollendet Gerechten stehen.]“14 [Ausschließlich] über die Umkehr aufgrund solch mächtiger Liebe wurde gesagt, dass die vorsätzlichen Vergehen zu Verdiensten gewandelt werden15. Ihnen nämlich verdankt er das Erlangen dieser mächtigen Liebe.

Durch eine Umkehr aber, die nicht aus solcher Liebe resultiert – möge es auch angemessene Umkehr sein und wird G‑tt ihm gewiss vergeben – werden [seine Sünden] nicht zu Verdiensten. Sie steigen nicht gänzlich aus der Kelipa empor bis die Endzeit gekommen ist, wenn der Tod auf ewig verschlungen wird.

Die Lebenskraft der vergeudeten Samentropfen aber, obwohl sie zu den drei unreinen Kelipot sank und von ihnen absorbiert wurde, steigt von dort durch angemessene Umkehr und intensive Kawana beim Schema-Lesen vor der Nachtruhe auf, wie durch unseren Meister R. Jizchak Lurja sel. A. bekannt ist16. Dies wird im talmudischen Diktum angedeutet: „Wer das Schema vor der Nachtruhe liest, ist, als hielte er ein doppelschneidiges Schwert etc.“17, um damit die Körper der äußeren Kräfte zu töten, die zu Kleidern für die Lebenskraft der Tropfen wurden, und damit ihre Lebenskraft aufsteigen kann, wie Kennern der esoterischen Weisheit18 bekannt ist. Aus diesem Grund wird in der Tora die Sünde der Samenvergeudung nicht im Rahmen der verbotenen geschlechtlichen Beziehungen erwähnt; und dies, obschon sie schwerer als letztgenannte wiegt19, und die Schuld [des Menschen] betreffend das Ausmaß und die Vermehrung der Unreinheit und Kelipot größer ist; [durch Vergeudung von Samen] erzeugt und vermehrt er sie in überaus starkem Ausmaß, mehr noch als bei verbotenen geschlechtlichen Beziehungen. Bei verbotenen geschlechtlichen Beziehungen mehrt der Mensch jedoch die Stärke und Lebenskraft solch verheerend unreiner Kelipa, dass die Lebenskraft von dort nicht durch [gewöhnliche] Umkehr entsteigen kann;

Anmerkung: [Diese Lebenskraft] fand nämlich Aufnahme im weiblichen Element der Kelipa, das die Lebenskraft der Heiligkeit empfängt und aufnimmt. Bei vergeudetem Samen existiert im Gegensatz dazu kein weibliches Kelipa-Element; die Kräfte und Mächte von Kelipa umkleiden bloß die Lebenskraft der Tropfen, wie Kennern der esoterischen Weisheit20 bekannt ist.

es sei denn, er vollzieht die Umkehr mit solch mächtiger Liebe, dass seine vorsätzlichen Vergehen zu Verdiensten gewandelt werden.

Angesichts dessen wird der Ausspruch unserer Meister sel. A. verständlich: „Was heißt ‚Krummes, das nicht gerade werden kann?‘21 Wenn jemand Inzest betrieben und einen Mamser22 gezeugt hat.“23 Selbst wenn [der Sünder] in diesem Fall solch ungeheure Umkehr [wie „Umkehr aus mächtiger Liebe“] tätigen sollte, kann er diese Lebenskraft nicht zu Heiligkeit aufsteigen lassen, weil sie bereits auf diese Welt gekommen ist und in einem Körper aus Fleisch und Blut steckt24.

Fußnoten
1.
Kap. 1.
2.
Kap. 1.
3.
Joma 76b.
4.
Schabbat 119a, Maimonides, Mischne Tora, Hilchot Schabbat 30:7.
5.
Maimonides, Mischne Tora, Hilchot Jom Tov 6:18.
6.
Schabbat 30b, Pesachim 117a.
7.
„Zulässigkeit“.
8.
Zulässig, erlaubt; wörtlich: (von Fesseln) „gelöst“.
9.
Neben „Kelipot“ und „Sitra Achra“ ein weiterer Begriff für das Böse.
10.
Eine „Reinigungsmaßnahme“, um die Seele nach dem Tod von den Spuren zu reinigen, die diesweltlicher Genuss ohne Ausrichtung auf G‑tt hinterlässt. Erwähnt in Raschi zu Sanhedrin 47b; siehe Sohar II, 151a; R. Chajim Vital, Sefer HaGilgulim am Ende. R. Joseph I. Schneersohn (1880‑1950), der sechste Lubawitscher Rebbe, hält fest, dass das Rezitieren auswendig gelernter Worte der Tora wie Mischna, Tanja und Psalmen den Menschen vor dieser Strafe bewahrt (hinausgehend über den Wert des Rezitierens an sich als Torastudium und seine Wirksamkeit beim „Läutern der Luft“. Siehe HaJom Jom, New York 1990, Eintrag für 7. Tevet.)
11.
Kap. 8.
12.
Der gesamte Satz erscheint nicht im Originaltext und wurde anhand des „Verzeichnis der Textkorrekturen“, Likkutej Amarim – Tanja, Wien 1978, ed. R. Menachem M. Schneerson, S. 403 ff., eingefügt.
13.
Sach. 13:2.
14.
Berachot 34b.
15.
Joma 86b.
16.
Pri Ez Chajim, Schaar Keriat Schema Al HaMita, Kap. 2.
17.
„… in Händen.“ Berachot 5a.
18.
D.h. Kenner der Kabbala.
19.
Siehe Nidda 13a; siehe weiter, Kap. 29, 42, Iggeret HaTeschuva, Kap. 1, 3.
20.
D.h. Kabbala.
21.
Pred. 1:15; d.h. welches ist „ein Vergehen, das nicht berichtigt werden kann“.
22.
Ein Mamser ist nach der Halacha der Nachkomme einer verbotenen Beziehung zwischen zwei Juden. Dies betrifft eine außereheliche Beziehung mit einer verheirateten Frau sowie Inzest. Siehe Deut. 23:3; Jevamot 49a.
23.
Chagiga 9a.
24.
Siehe die ausführliche Beschreibung von R. Josef I. Schneersohn, abgedruckt in R. Dovber von Lubawitsch, Pokeach Ivrim, New York 1978 (3. Auflage), S. 6‑37.
© Copyright, alle Rechte vorbehalten. Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat, empfehlen Sie ihn weiter, vorausgesetzt Sie halten sich an unsere Urheberrechtsrichtlinien.
 E-Mail
Diskutieren Sie mit
1000 verbliebene Zeichen