Here's a great tip:
Enter your email address and we'll send you our weekly magazine by email with fresh, exciting and thoughtful content that will enrich your inbox and your life, week after week. And it's free.
Oh, and don't forget to like our facebook page too!
Kontakt

Kapitel 4

Kapitel 4

 E-Mail

Ferner1 verfügt jede g‑ttliche Seele über drei Gewänder: Gedanke, Wort und Tat [in Erfüllung] der 613 Gebote der Tora. Wenn der Mensch all die Gebote, die körperliches Tun erfordern, praktisch erfüllt; wenn er seine Fähigkeit des Sprechens mit der Erklärung aller 613 Gebote und ihrer [praxisbezogenen] Gesetzesregelungen beschäftigt; und wenn er mit seiner Fähigkeit des Denkens im Pardes der Tora begreift, soweit ihm möglich ist, dann ist die Gesamtheit der 613 Gliedmaßen seiner Seele2 in die 613 Toragebote gekleidet.

Im Einzelnen kleiden sich die CHaBaD-Aspekte seiner Seele in das Begreifen der Tora, das er im Pardes begreift gemäß der Möglichkeit seiner Auffassungsgabe und gemäß dem Ursprung seiner Seele droben. Die Attribute, d.h. Ehrfurcht und Liebe samt ihren Zweigen und Nachkommen, werden mit der Gebotserfüllung in Tat und Wort, dem „Torastudium, das alle Gebote aufwiegt“3, bekleidet. Die Liebe nämlich ist Wurzel aller 248 positiven Gebote; ihr entstammen sie und ohne sie haben sie keinen wahren Bestand. Wer die Gebote wahrhaftig erfüllt, der liebt den Namen G‑ttes wahrhaftig und begehrt, Ihm anzuhangen. Und Ihm wahrhaftig anzuhangen ist nicht anders möglich als durch die Erfüllung der 248 Gebote, die gleichsam die 248 Gliedmaßen des Königs sind4, wie andernorts erklärt wird5. Die Furcht wiederum ist Ursprung der 365 Verbote: Der Mensch fürchtet, aufsässig gegen den König aller Könige, den H.g.s.E., zu handeln; oder eine tiefere [Form der] Furcht – wenn sich der Mensch angesichts Seiner Größe schämt, vor den Augen Seiner Herrlichkeit zu trotzen und das zu tun, was in Seinen Augen böse ist, alles was G‑tt ein Gräuel und verhasst ist. Dies sind die Kelipot und die Sitra Achra, die mittels der 365 Verbote [die man übertritt] vom irdischen Menschen zehren und ihn im Griff haben.

Obwohl diese drei Gewänder der Tora und ihrer Gebote [bloße] Gewänder für Nefesch, Ruach und Neschama genannt werden, ist ihre Qualität nichtsdestotrotz unendlich höher und besser als die von Nefesch, Ruach und Neschama selbst. Wie nämlich im Sohar steht, sind „die Tora und der H.g.s.E. völlig eins“6. Das heißt, die Tora als Weisheit und Wille des H.g.s.E. ist eins mit Seiner Herrlichkeit und Seiner Essenz, denn Er ist der Wissende, Er ist die Wissensfähigkeit etc. pp., wie oben in Maimonides’ Namen erläutert wurde7.

Zwar wird der H.g.s.E. Ejn Sof [„Unendlicher“] genannt, „Seine Größe ist unerforschlich“8, und „keinerlei Gedanke kann Ihn erfassen“9, und gleiches gilt für Seinen Willen und Seine Weisheit, wie es heißt: „Unergründlich ist Seine Einsicht“10 und „Kannst du die Ergründung G‑ttes finden?“11 und „Denn nicht Meine Gedanken sind eure Gedanken.“12 Diesbezüglich wurde aber gesagt: „Wo du die Größe des H.g.s.E. findest, dort findest du Seine Bescheidenheit.“13 Der H.g.s.E. verdichtete Seinen Willen und Seine Weisheit in den 613 Geboten der Tora und ihren Gesetzesbestimmungen, in den Buchstabenkombinationen von Tora, Propheten und Schriften, und in den Auslegungen dieser Verse in den Aggadot und Midraschim unserer Weisen sel. A., damit jede Neschama, oder Ruach und Nefesch im menschlichen Körper sie mit ihrem Wissen begreifen kann und soweit als möglich in Tat, Wort und Gedanke erfüllen kann. Dadurch bekleidet [die Seele] alle ihre zehn Aspekte mit diesen drei Gewändern.

Aus diesem Grund wird die Tora mit Wasser verglichen14 – so wie Wasser von einem hochgelegenen an einen tiefgelegenen Ort herabfließt, ebenso sank auch die Tora vom Ort ihrer Herrlichkeit: Sie ist der Wille und die Weisheit des Gesegneten, und die Tora ist eins mit dem H.g.s.E., den „keinerlei Gedanke erfassen kann“. Von dort wanderte [die Tora] in einem Abstieg um verborgene Stufen, Stufe um Stufe in der Weltenfolge, bis sie sich in die materiellen Dinge und diesweltlichen Angelegenheiten kleidete, die geradezu alle Gebote der Tora und ihre Gesetze darstellen; [sie kleidete sich auch] in die Kombinationen physischer Buchstaben, die mit Tinte in ein Buch geschrieben die 24 Bücher von Tora, Propheten und Schriften darstellen. [Die Tora machte diesen enormen Abstieg durch,] damit jedem [menschlichen] Gedanken das Erfassen ermöglicht wird; damit sogar dem Sprechen und dem Tun, die auf einer niedrigeren Stufe als der Gedanke sind, ermöglicht wird, sie zu erfassen und sich damit zu kleiden.

Da die Tora und ihre Gebote alle zehn Aspekte der Seele und alle ihre 613 Gliedmaßen von Kopf bis Fuß kleiden, ist [die Seele] als Ganzes im Bund des Lebens wahrlich mit G‑tt verbunden, und das g‑ttliche Licht umgibt und kleidet sie wahrlich von Kopf bis Fuß, wie geschrieben steht: „Mein Hort, in den ich Zuversicht habe“15. Es steht auch geschrieben: „Wie mit einem Schild umgibst mit Wille Du ihn“16 – dies sind der Wille und die Weisheit des Gesegneten, die in Seine Tora und ihre Gebote gekleidet sind.

Aus diesem Grund wurde gesagt: „Besser eine Stunde der Umkehr und guten Taten in dieser Welt als das gesamte Leben der künftigen Welt.“17 In der künftigen Welt genießt man vom Abglanz der Gegenwart G‑ttes18, dies ist der Genuss des Begreifens. Keinerlei Geschöpf, nicht einmal aus den Oberen Sphären, ist in der Lage, mehr als einen Abglanz vom Licht G‑ttes zu begreifen. Deshalb wird der Begriff „Abglanz der Gegenwart G‑ttes“ verwendet. Den H.g.s.E. in Seiner Essenz dagegen kann keinerlei Gedanke erfassen, außer der Mensch erfasst und kleidet sich in die Tora und ihre Gebote – dann findet tatsächlich Erfassung des H.g.s.E. und gewissermaßen Gewandung in Ihn statt, denn die Tora und der H.g.s.E. sind eins.

Obwohl die Tora in niedrige, materielle Dinge gekleidet ist, ist das, als Gleichnis, wie ein Mensch, der den König umarmt: Es besteht kein Unterschied in der Qualität seiner Nähe und Haftung an den König, ob er den König umarmt, wenn dieser in ein einziges Gewand oder in mehrere Gewänder gekleidet ist, da sich der Körper des Königs in ihnen befindet. Gleiches gilt, wenn der König jemanden mit seinem Arm umarmt, sollte dieser auch in seine Kleider gehüllt sein. Wie geschrieben steht: „Und Seine Rechte umarmt mich“19 – eine Anspielung auf die Tora, die mit G‑ttes rechter Hand gegeben wurde20, denn [Tora] entspricht den Aspekten Chessed und „Wasser“21.

Fußnoten
1.
D.h. zusätzlich zu den in Kap. 3 erörterten zehn Aspekten.
2.
Mit den 248 Geboten und 365 Verboten der Tora korrelierend besteht der menschliche Körper aus 248 Gliedern und 365 Blutgefäßen (Tanchuma HaKadum, Abschnitt Teze; Makkot 24a). Als Pendant dazu verfügt auch die Seele über 613 geistige „Gliedmaßen“ (siehe Kap. 51) – jeder Teil entspricht einem bestimmten Gebot.
3.
Mischna, Pea 1:1.
4.
Tikkunej Sohar, Tikkun 30.
5.
Siehe Kap. 23.
6.
Sohar I, 24a; II, 60a.
7.
Kap. 2.
8.
Ps. 145:3.
9.
Einleitung zu Tikkunej Sohar, 17a.
10.
Jes. 40:28.
11.
Ij. 11:7.
12.
Jes. 55:8.
13.
Megilla 31a.
14.
Taanit 7a; Bava Kama 17a.
15.
Ps. 18:3.
16.
Ps. 5:13.
17.
Mischna Avot 4:17.
18.
Berachot 16b.
19.
Hl. 8:3.
20.
Siehe Deut. 33:2.
21.
Wie in der Kabbala erkärt wird, ist die rechte Seite die Seite der Güte. Chessed und Wasser sind gleichbedeutend mit g‑ttlicher Güte. Siehe Kap. 3, Anmerkung 10.
© Copyright, alle Rechte vorbehalten. Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat, empfehlen Sie ihn weiter, vorausgesetzt Sie halten sich an unsere Urheberrechtsrichtlinien.
 E-Mail
Diskutieren Sie mit
1000 verbliebene Zeichen