Here's a great tip:
Enter your email address and we'll send you our weekly magazine by email with fresh, exciting and thoughtful content that will enrich your inbox and your life, week after week. And it's free.
Oh, and don't forget to like our facebook page too!
Kontakt

Kapitel 2

Kapitel 2

 E-Mail

Die zweite Seele des Juden ist buchstäblich ein Teil G‑ttes von droben1, wie es steht: „Und Er blies den Hauch des Lebens in seine Nase“2, und „Du hast [die Seele] in mich geblasen“3. Und so steht im Sohar: „Wer bläst, bläst aus seinem Inneren“4, d.h. aus seinem Inneren und Innersten, denn es ist die innere und innerste Lebenskraft, die der Mensch bei kräftigem Blasen hervorstößt.

Auf diese Weise kamen allegorisch gesprochen die Seelen Israels [G‑tt] in den Sinn5, wie es heißt: „Israel ist Mein erstgeborener Sohn“6, „Kinder seid ihr des Ewigen, eures G‑ttes“7. Das heißt, so wie der Sohn dem Gehirn des Vaters entstammt, entstammt gleichsam auch die Seele jedes Juden dem Gedanken und der Weisheit G‑ttes, gesegnet sei Er. Denn Er ist weise, aber nicht mit einer bekannten Weisheit8, sondern Er und Seine Weisheit sind eins, wie Maimonides schrieb:

Anmerkung: Die Weisen der Kabbala stimmten ihm zu, wie in Pardes von R. Mosche Cordovero steht9. Auch laut der Kabbala unseres Meisters R. Jizchak Lurja sel. A. ist diese Aussage gültig, [doch nur] bezüglich der esoterischen Lehre von der Gewandung des Ejn Sof-Lichtes – mittels zahlreicher Einschränkungen – in die Gefäße von Chochma, Bina und Daat der [Welt] Azilut, nicht aber über Azilut hinaus. Wie an anderer Stelle erklärt wird10, ist der gesegnete Ejn Sof in unendlicher Exaltation immens hoch über das Wesen und den Aspekt von CHaBaD erhaben. In der Tat werden Ihm gegenüber, gesegnet sei Er, das Wesen und der Aspekt von CHaBaD wie körperliche Tätigkeit angesehen, wie geschrieben steht: „Sie alle hast mit Weisheit Du gemacht.“11

„Er ist die Wissensfähigkeit, Er ist der Wissende etc. Und es liegt nicht in der Möglichkeit des Menschen, diesen Sachverhalt klar zu verstehen etc.“12, wie geschrieben steht: „Kannst du die Ergründung G‑ttes finden?“13 Es steht auch geschrieben: „Denn nicht Meine Gedanken sind eure Gedanken … …“14

Zwar gibt es zehntausende Arten unterschiedlicher Seelenstufen, höher und höher ohne Ende, wie etwa die große Erhabenheit der Seelen der Vorväter und unseres Meisters Mosche, Friede mit ihm, gegenüber den Seelen unserer Generationen unmittelbar vor dem Kommen des Maschiach [Ikvej Meschicha], die wie wahrhaftige „Fußsohlen“ [Akevajim] in Relation zum Gehirn und dem Kopf sind.15 Ebenso gibt es in jeder Generation die „Häupter der Juden“, deren Seelen der Aspekt „Kopf“ und „Gehirn“ verglichen mit den Seelen der Massen und des gemeinen Volkes sind. Auch gibt es Unterschiede zwischen Nefaschot und Nefaschot, denn jede Seele enthält Nefesch, Ruach und Neschama16. Aber all dessen ungeachtet stammt die Wurzel jeder Nefesch, Ruach und Neschama, von der höchsten Stufe bis zur niedrigsten, der im gemeinen Volk und im Leichtfertigen unter den Leichtfertigen verkörperten Stufe, vom „Oberen Gehirn“ sozusagen, das die „Obere Weisheit“ ist.17 [Die Art des Abstieges ist analog] zu einem Kind, das dem Gehirn des Vaters entstammt: Sogar seine Zehennägel entstanden aus diesem selben Samentropfen, indem er sich neun Monate lang im Mutterleib befand und Stufe um Stufe in kontinuierlicher Änderung sank, bis aus ihm die Nägel entstanden. Nichtsdestotrotz ist er weiterhin in wundersamer und mächtiger Einheit mit seinem ursprünglichen Wesen und seiner Essenz, dem Samentropfen aus dem Gehirn des Vaters, verbunden und vereint. Auch jetzt, beim Sohn, erhalten die Nägel ihre Nahrung und Lebenskraft vom Gehirn im Kopf, wie im Talmud steht (Nidda, ebenda18): „[Der Vater sät] das Weiße, woraus Sehnen, Knochen und Nägel gebildet werden.“ (Auch in Ez Chajim, Schaar HaChaschmal19, steht im Zusammenhang mit der esoterischen Lehre von Adams Kleidern im Garten Eden, dass diese aus „Nägeln“ waren, die der Einsichtsfähigkeit des Gehirnes entstammten.) Genau dasselbe gewissermaßen gilt für die Wurzel jeder Nefesch, Ruach und Neschama der Gemeinschaft Israels in den Höhen. In Folge des stufenweisen Abstieges [der Seele] durch die Weltenordnung Azilut, Berija, Jezira und Assija von der Weisheit des Gesegneten, wie geschrieben steht: „Alle hast mit Weisheit Du gemacht“20, entstehen Nefesch, Ruach und Neschama des gemeinen Volkes und der unwürdigsten Personen. Nichtsdestotrotz sind sie weiterhin in wundersamer und mächtiger Einheit mit ihrem ursprünglichen Wesen und mit ihrer Essenz, einem Fluss der Oberen Weisheit, verbunden und vereint. Denn Nefesch, Ruach und Neschama des gemeinen Volkes zehren und beziehen ihre Lebenskraft von Nefesch, Ruach und Neschama der Gerechten und Weisen, den „Häuptern der Kinder Israels“ in ihrer Generation.

Dies erklärt die Aussage unserer Meister sel. A. über den Vers „[…] und Ihm anzuhangen“21 – „Wer einem Toragelehrten anhangt, dem rechnet es die Tora an, als hinge er buchstäblich der g‑ttlichen Gegenwart an.“22 Durch die Haftung an die Toragelehrten verbinden und vereinigen sich nämlich Nefesch, Ruach und Neschama des gemeinen Volkes mit ihrem ursprünglichen Wesen und mit ihrer Wurzel in der Oberen Weisheit, denn der Gesegnete und Seine Weisheit sind eins, und „Er ist die Wissenskraft etc.“23 (Wer vorsätzlich gegen die Toragelehrten sündigt und gegen sie rebelliert, dessen Nefesch, Ruach und Neschama zehren vom rückseitigen Aspekt24 von Nefesch, Ruach und Neschama der Toragelehrten.)

Die Aussage in Sohar25 und in Sohar Chadasch26, wonach ausschlaggebend sei, sich ausgerechnet beim Geschlechtsverkehr zu heiligen, was bei den Kindern des gemeinen Volkes nicht vorkommt etc. [ist so zu verstehen]: Es gibt keine Nefesch, Ruach und Neschama ohne Gewandung von der Nefesch der väterlichen und mütterlichen Essenz. Alle Gebote, die der Mensch erfüllt, geschehen mit dieser Gewandung etc.; und sogar die gesamte Fülle, die dem Menschen vom Himmel zuteil wird, durchfließt diese Gewandung. Wenn sich nun der Mensch selbst heiligt, bringt er für die Seele seines Kindes eine heilige Gewandung herab. Selbst eine überragende Seele ist auf die Heiligung ihres Vaters angewiesen etc. Für die Seele selbst jedoch gilt: Die Seele eines unendlich erhabenen Menschen wird zuweilen dem Sohn einer verachtenswerten und niedrigen Person zuteil etc. All dies wird von unserem Meister R. Jizchak Lurja sel. A. in Likkutej Tora, Abschnitt Wajera27 und in Taamej Mizwot, Abschnitt Bereschit28, erklärt.

Fußnoten
1.
„ein Teil G‑ttes von droben“ ist ein Zitat aus Ij. 31:2; siehe auch R. Jeschajahu HaLewi Horowitz, Schnej Luchot HaBrit I, Ende von „Bet Chochma“; und siehe weiter, Iggeret HaTeschuva, Kap. 4, für eine zusätzliche Ausführung zu diesem Thema.
2.
Gen. 2:7.
3.
Liturgie des Morgengebets; nach Berachot 60b.
4.
In den uns vorliegenden Sohar-Ausgaben nicht enthalten.
5.
Siehe Bereschit Rabba 1:4.
6.
Ex. 4:22.
7.
Deut. 14:1.
8.
Einleitung zu Tikkunej Sohar.
9.
Schaar Azmut WeKelim, Kap. 4, siehe auch Schaar Mahut WeHanhagah, Kap. 13.
10.
Schaar HaJichud WeHaEmuna, Kap. 9.
11.
Ps. 104:24.
12.
Maimonides, Mischne Tora, Hilchot Jesodej HaTora 2:10.
13.
Ij. 11:7.
14.
Jes. 55:8.
15.
Die wörtliche Übersetzung des Begriffes Ikvej Meschicha lautet „Fersen“, d.h. Fußtritte des Maschiach.
Die Seelen in diesen unseren Generationen werden ebenfalls als „Fußsohlen“ (Akevajim) bezeichnet.
16.
Siehe Sohar I, 206a; R. Jeschajahu HaLewi Horowitz, Schnej Luchot HaBrit I, 9b.
17.
Das Konzept, dass alle Seelen insofern verwandt sind, als sie aus derselben Quelle stammen, ist von zentraler Bedeutung im Chassidismus. R. Schneor Salman erörtert dieses Konzept vor allem in Kapitel 32 (auf Hebräisch לב – „Herz“).
18.
Nidda 31a.
19.
Tor 41, Kap.1.
20.
Ps. 104:24.
21.
Deut. 30:20.
22.
Ketubot 111b.
23.
Maimonides, Mischne Tora, Hilchot Jesodej HaTora 2:10.
24.
Die Rückseite ist Sinnbild für widerwilliges Geben, so wie der Mensch, „der widerwillig seinem Feind etwas gibt, es ihm über die Schulter hinschleudert, weil er aufgrund seines Hasses sein Gesicht ab-“ und ihm seinen Rücken zuwendet. (Siehe weiter, Kap. 22).
25.
Sohar I, 112a.
26.
Sohar Chadasch, Bereschit, Fol. 11.
27.
R. Jizchak Lurja, Likkutej Tora, 27b.
28.
R. Jizchak Lurja, Taamej Mizwot, Mizwat Pru URewu, 15d.
© Copyright, alle Rechte vorbehalten. Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat, empfehlen Sie ihn weiter, vorausgesetzt Sie halten sich an unsere Urheberrechtsrichtlinien.
 E-Mail
Diskutieren Sie mit
1000 verbliebene Zeichen