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Vorwort des Lubawitcher Rebbe זי״ע

Vorwort des Lubawitcher Rebbe זי״ע

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Chassidut im Allgemeinen und Chabad-Chassidut im Besonderen ist eine allumfassende Weltanschauung und ein Lebensweg, der den Hauptzweck des Juden als Verbindungsglied zwischen Schöpfer und Schöpfung sieht. Der Jude ist ein Geschöpf des Himmels und der Erde, mit einer himmlischen g‑ttlichen Seele, die ein wahrer Teil von G‑ttlichkeit ist, in ein irdisches Gefäß gekleidet, das aus dem physischen Körper und der tiergleichen Seele besteht – und sein Zweck ist es, die Transzendenz und Einheit seines eigenen Wesens und der Welt, in der er lebt, innerhalb der absoluten Einheit G‑ttes zu erkennen und umzusetzen.

Die Umsetzung dieses Zweckes bedingt eine wechselseitige Beziehung: eine in Richtung von oben herab zur Erde; die andere, von der Erde hinaufzu. Im ersten Fall schöpft der Mensch Heiligkeit aus der g‑ttgegebenen Tora und ihren Geboten, um damit jede Phase seines täglichen Lebens und seiner Umwelt zu durchdringen – s e i n e n „Anteil“ in dieser Welt; im zweiten Fall schöpft der Mensch aus allen Ressourcen, die ihm zur Verfügung stehen, seien sie g‑ttgeschaffen oder menschengemacht, und verwendet sie als Vehikel für seinen persönlichen Anstieg himmelwärts und den der umgebenden Welt mit ihm. Eine dieser grundlegenden Ressourcen ist das Mittel der menschlichen Sprache und Kommunikation.

Wie der Alter Rebbe1, Autor des Tanja, in einem seiner anderen Werke anmerkt2, wird jede der „70 Sprachen“, wenn sie als Instrument zur Verbreitung von Tora und Mizwot3 verwendet wird, dadurch selbst aus ihrem weltlichen Bereich zur Sphäre der Heiligkeit erhoben, während sie gleichzeitig als ein Mittel dient, um Tora und Mizwot von oben herabzubringen, zu jenen, die diese Sprache lesen und verstehen.

Im Geist dieser Anmerkungen ist der hier vorgelegte Band – die erste englische Übersetzung des Buches Tanja (Teil I) seit seinem ersten Erscheinen vor 165 Jahren – ein Ereignis von beträchtlicher Bedeutung. Er bringt dieses grundlegende Werk der Chabad-Philosophie und -Lebensart einem größeren Publikum näher, für das die Originalfassung ein sprachliches Problem oder gar eine Barriere darstellt. Er ist somit ein weitreichender Beitrag zur „Verbreitung der Quellen“4 von Chassidut5, die von Rabbi Israel Baal Schem Tov erschlossen wurden, der diese Lehre als einen Strom „lebendigen Wassers“ sah, der tiefer und breiter wird, bis er jedes Segment des jüdischen Volkes erreichen und neue Inspiration und Vitalität in ihr tägliches Leben bringen würde.

Die Übersetzung eines Werkes wie „Das Buch Tanja“ stellt eine enorme Aufgabe dar. Tatsächlich waren in der Vergangenheit mehrere erfolglose Versuche unternommen worden, das Werk in die eine oder andere europäische Sprache zu übersetzen. Es ist daher Dr. Nissan Mindel als bleibendes Verdienst anzurechnen, dass diese Aufgabe vollendet wurde.

Überflüssig zu sagen, dass Übersetzungen bestenfalls ein unzulänglicher Ersatz für das Original sind. Es ist jedoch voll Zuversicht zu hoffen, dass die vorliegende Übersetzung, die zusätzlich mit einer Einführung, einem Glossar, Anmerkungen und Verzeichnissen versehen ist, sich als sehr wertvolle Hilfe für Schüler von Chassidut im Allgemeinen und von Chabad im Besonderen erweisen wird.

Menachem Schneerson
Lag B’Omer, 57226

Fußnoten
1.
In chassidischen Kreisen übliche jiddische Bezeichnung für R. Schneor Salman von Ljadi.
2.
Tora Or, Fol. 78a f.
3.
„Gebote“. Siehe Glossar für weitere Erklärung.
4.
Spr. 5:16.
5.
Von der „Verbreitung der mystischen Dimension (,Quellen‘) der Tora nach draußen“ ist das Kommen des Maschiach abhängig; siehe Keter Schem Tov (Anthologie heiliger Aussprüche des R. Israel Baal Schem Tov), New York 1987 (4. Auflage), § 1.
6.
Diese Datumsangabe bedeutet: 33. Tag des Omerzählens (fällt auf den 18. Tag des hebräischen Monats Ijar) im Jahr 5722 der Schöpfung (1962 herkömmlicher Zeitrechnung). Der 33. Tag des Omerzählens ist bekannt als Todestag von R. Schimon bar Jochai (2. Jahrhundert n.Z.), Verfasser des Buches Sohar. Seine Offenbarung der esoterischen Dimensionen der Tora zu einem breiteren Kreis war der erste Schritt in einem Prozess, der über die Lehren von R. Jizchak Lurja („in unseren Generationen ist es erlaubt und geboten, die esoterische Dimension der Tora zu offenbaren“) schließlich in die Offenbarung des Chassidismus zum gesamten Volk mündete.
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