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Wir sind alle eins

Wir sind alle eins

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Bis du nicht das Gute in einem Menschen siehst, bist du unfähig, ihm zu helfen.

Wenn du deinen Bruder zurechtweist und er nicht zuhört, wessen Schuld ist das dann? Worte von Herzen erreichen das Herz.

Sprache ist mächtig. Wenn du schlecht über jemanden redest, stellst du alle Häßlichkeit bloß - an ihm, an dir selbst und an jedem, der gerade zuhört. Wenn sie einmal bloßgelegt ist, wird diese Wunde eitern, und alle leiden. Sprich gut von dieser Person, und das innere Gute in ihr, in dir und in allen Beteiligten wird zu leuchten beginnen.


Vom Baal Schem Tow ist uns die Tradition überliefert, daß du, wenn dir jemand üble Dinge über einen anderen erzählt, große Schmerzen und Verzweiflung empfinden solltest.

Denn - wie man es auch betrachtet - es wird immer jemand verletzt: Falls die Geschichte über diesen Menschen wahr ist, dann steht es nicht gut um ihn. Und wenn der Bericht falsch ist, dann steht es nicht gut um den, der ihn erfunden hat.


Bereits die Tatsache, daß du von jemandem weißt, der in Problemen steckt, bedeutet, daß es dir möglich ist zu helfen. Wie sonst wäre dieses Wissen um den anderen in deine Welt gekommen?


Jeder Mensch, dem du begegnest, hat tief in sich eine reine Quelle. Wenn du sie nicht finden kannst, liegt der Fehler bei dir. Beseitige den Rost von deiner Schaufel, schärfe sie und grabe tiefer und tiefer.


Die Menschen sind Spiegel füreinander. Wenn wir Fehler an einem anderen Menschen sehen und sie uns nicht in Ruhe lassen, sind es in Wirklichkeit unsere eigenen Fehler, die wir sehen.

Darin zeigt sich G-ttes große Güte gegen uns, denn ohne diesen Mechanismus würden wir nie unsere eigenen Fehler erkennen können.


Ich biete dir meine Hand mit fünf Fingern, und du bietest mir deine. Zusammen haben wir vollständige zehn Finger. Das ist ein Handschlag: Du und ich, wir sind nur Teile des Ganzen - bis wir zusammenkommen.


Wir sind alle Fragmente größerer Seelen, und diese Seelen sind Fragmente von noch erhabeneren Seelen, und so fort - bis wir alle mit der uranfänglichen Seele, der Seele von Adam, verbunden sind.

Keiner von uns ist vollständig. Niemand steht für sich allein.

Was dem einen fehlt, erfüllt der andere; wo der eine etwas leistet, fällt der andere zurück. Nur zusammen können wir Eins-Sein in uns selbst finden. Nur gemeinsam können Oben offenbart.


Der Alte Rebbe schrieb: Die Seelen sind alle eins. Nur die Körper trennen uns.

Er fuhr fort: Wer den Körper für wichtiger hält als den Geist, wird nie wahre Liebe oder Freundschaft erfahren.


In zweifacher Hinsicht sind wir eins: in unserem Wesen und unserem Charakter. In unserem Wesen sind wir alle eine einzige Seele, die aus einer Quelle stammt. In unserem Charakter ergänzen wir uns gegenseitig, niemand ist vollkommen, jeder verfügt über etwas, das einem anderen fehlt, jeder trägt seinen Anteil zur Vollkommenheit aller Menschen bei. Wie ein riesiges Puzzle passen wir alle zusammen, um ein einziges vollkommenes Ganzes zu bilden. Keiner von uns ist perfekt ohne alle anderen. Und alle anderen bleiben unvollkommen, wenn auch nur ein einziges Individuum fehlt.

Ich kam eines Tages nach Hause und stellte fest, daß meine Kinder durch ein Loch in der Decke auf den Dachboden kletterten - etwas, das ich wegen der damit verbundenen Gefahren streng verboten hatte. Ich sah ihnen aber erst einmal zu, bevor ich meinen Mund öffnete, um zu schimpfen. Vier Kinder halfen sich gegenseitig: Zwei hoben eines hoch, während das vierte den Stuhl festhielt, auf dem die zwei standen. Da verstand ich erst etwas, was ich den Rebbe oft hatte sagen hören:

Wenn ein Vater seine Kinder in Liebe zusammenarbeiten sieht, ist er bereit, ihnen alles zu vergeben. Es ist besser, daß sie in Harmonie Probleme verursachen, als daß sie im Streit gehorsam wären. Und so steht es auch mit dem Vater von allen von uns. «Es ist besser, daß sie mich verlassen», sagt Er, «als daß sie sich gegenseitig im Stich lassen.»


Der Alte Rebbe wurde gefragt: Was ist größer? Die Liebe für G-tt oder die Liebe für den Nächsten? Er antwortete: Die Liebe für G-tt ist Liebe für G-tt. Liebe für deinen Nächsten heißt, das zu lieben, was dein Geliebter liebt.


Unsere Seelen können nicht zerbrechen und brauchen deshalb auch keine Reparatur. Ebensowenig sind sie mangelhaft und brauchen deshalb auch keine Ergänzung. Unsere Seelen müssen nur entdeckt werden, und wir müssen ihnen erlauben zu leuchten.


Sprich nicht über dein Vertrauen in G-tt. Wenn die Dinge nicht so gut laufen, sage dir, daß alles wirklich zum Besten ist, und erfreue dich an dem, was geschieht, wie immer G-tt dich behandelt. Wenn andere jedoch mit ihren Sorgen zu dir kommen, wäre es reine Herzlosigkeit, ihnen zu sagen, sie sollten sich ihrer Nöte erfreuen. Weine mit ihnen, bete für sie, tue für sie, was immer du kannst - und danach kannst du ihnen sagen, daß sie auf G-tt bauen sollten.


Sei weder enttäuscht von der Heuchelei anderer noch von deiner eigenen Unbeständigkeit. Unser aller Leben ist eine Reise über Hügel und durch Täler - kein Mensch steht in seinem geistigen Befinden still. Das Gute jedoch, das jeder Mensch erreicht, ist ewig, denn er verbindet sich mit der Quelle alles Guten, die unendlich ist und bis in alle Ewigkeit besteht. Das Versagen ist vorübergehend, oberflächlich, wie der Schatten einer Wolke, wie Flecken in der Kleidung, die man herauswaschen kann.


Rabbi Akiba lehrte, daß Liebe für den Nächsten etwas ist, wofür man bereit sein müsse, sein Leben zu opfern. Und doch starben seine Schüler an der Pest, weil sie sich gegenseitig nicht mit Respekt behandelten. Wie konnte das geschehen?

Es gibt Zeiten, in denen die Liebe tötet. Es gibt Zeiten, in denen du jemanden so sehr liebst, daß du ihm nicht erlauben kannst zu atmen. Er muß alles so machen, wie du glaubst, daß es für ihn am besten sei - weil du es nicht ertragen kannst, daß jemand, den du so sehr liebst, von dem, was du für Wahrheit hältst, noch nicht überzeugt sein könnte.

«Ich muß für ihn schließlich genau das tun», stellst du dir vor, «was ich für mich selbst auch tun würde.»

Wahre Liebe heißt aber, demjenigen, den du liebst, Raum zu lassen. Wie Hillel der Ältere es ausdrückte: «Das, was dir hassenswert erscheint, tue keinem Nächsten an.»

Wahre Liebe wird nicht durch das, was du tust oder sagst, am besten ausgedrückt, sondern durch das, was du nicht tust und was du nicht sagst.


Jemand, der von sich selbst eingenommen ist, füllt den Raum um sich herum aus. Es gibt einfach keinen Platz mehr für jemand anderen. Deshalb verachtet er andere allein schon deshalb, weil sie Raum einnehmen. Er mag andere Gründe für seine Verachtung nennen, diese sind allerdings nebensächlich. Das nennt man schamlosen Haß. Das ist der Grund für unser Exil. Er ist der Kern alles Bösen. Er wird ausgeglichen und geheilt durch schamlose Werke der Liebe und Güte.

Jemand schrieb, daß er auf seiner Arbeitsstelle einen Kollegen tief verärgert hatte und daß dieser sich nun gegen ihn gekehrt hatte. Der Rebbe antwortete:

Bringe eine tiefe Liebe für diesen Menschen in dein Herz, und sein Zorn wird sich ganz von selbst auflösen.


Eines Tages beschwerte sich ein bedeutender Rabbi beim Tzemach Tzedek (dem dritten Lubawitscher Rebbe), daß sich kein Mensch für seine Meinung interessiere und seine Kollegen ständig auf ihm herumtrampelten. Der Tzemach Tzedek antwortete: «Wer hat dir aufgetragen, daß du dich so groß machen solltest, daß jeder, der irgendwohin tritt, auf dich treten muß?»

Der Tzemach Tzedek sagte einmal jemandem, er solle eine Zwiebel werden. Diese Aufforderung richtete sich an einen Mann, der von Stadt zu Stadt gereist war, um chassidische Lehren zu verbreiten. Jetzt hatte er aber damit aufgehört. All der Wirbel um ihn und seine Gaben, behauptete er, hätten sein Ego aufgebläht, und nun müßte er an sich selbst arbeiten, um diesen negativen Charakterzug zu vermindern.

Der Tzemach Tzedek zeigte kein Mitleid. «Du solltest zu einer Zwiebel werden!» rief er aus, «aber lehre weiter andere, was du sie lehren mußt!» Warum eine Zwiebel? So, wie wir eine Zwiebel nicht in den Topf geben, um sie zu essen, sondern damit sie dem Essen einen Geschmack gibt, so müssen wir unser persönliches spirituelles Wachstum opfern, damit andere wachsen können. Und das ist echtes Wachstum.


An jemanden, der schrieb, er vermiede gesellschaftlichen Aktivismus, weil das sein Ego aufblähen würde:

«Und ohne Aktivismus gibt es kein Ego? Lieber ein hochmütiger Aktivist als ein eigensüchtiger Nichtstuer!»


Manche Menschen mißverstehen die Bedeutung von Toleranz. Toleranz heißt nicht, zuzusehen, wie sich jemand schadet, und dazu zu sagen: «Leben und leben lassen». Das ist Gleichgültigkeit, Apathie. Wenn du siehst, daß jemand den falschen Weg eingeschlagen hat, und dich um ihn sorgst, dann wirst du alles unternehmen, um ihn auf den rechten Weg zu bringen.


Toleranz bedeutet, all die Fehler deines Nächsten in ihrer ganzen Häßlichkeit nackt vor dir zu sehen, ohne daß sich deine Achtung für ihn und für das Gute, das er in sich trägt, auch nur um ein Jota vermindert.

Und wenn du fragst: «Wie kann man von mir erwarten, daß ich ein Leben des Widerspruchs führe und ihn sowohl achte als auch zurechtweise?», dann laß mich zurückfragen: «Hast du selbst nicht auch irgendwelche Fehler? Und achtest du dich selbst nicht dennoch?»

Wenn wir selbst ein Leben des Widerspruchs führen können, können wir unserem Nächsten dasselbe Vorrecht einräumen.


Eine der unvergeßlichsten Reden, die ich vom Rebbe je gehört hatte, waren die Worte, die er an die behinderten israelischen Soldaten richtete.

Jedem einzelnen Menschen ist alles gegeben worden, um seine Mission in dieser Welt zu erfüllen.

Aber jeder von uns hat eine andere Aufgabe, und deshalb braucht jeder andere Kräfte, um sie zu erfüllen. Jedoch hat niemand von uns eine leichtere Bürde zu tragen als ein anderer.

Wenn vor dir ein Mensch steht, der behindert zu sein scheint, erkenne, daß diese Person in Wahrheit andere, unsichtbare Kräfte besitzt, die andere nicht haben. Nenne ihn nicht «behindert», nenne ihn «besonders».


Ein israelischer Soldat verlor beide Beine, als eine syrische Landmine unter seinem Jeep explodierte. Seine Mutter kam zu ihm ins Krankenhaus und weinte. Sein Vater saß schweigend neben ihm. Generäle und politische Führer kamen, hielten ihre Reden und ernannten ihn zu einem Helden, auf den man stolz sein könne. Keiner sprach sein Mitgefühl, sein Beileid aus. Die Menschen auf der Straße wichen ihm aus. Der Rebbe schütelte seine Hand, blickte ihm geradewegs in die Augen und sagte: «Ich danke dir.» Diese «Danke» trägt er immer noch in sich.


In seinen späteren Jahren pflegte der Rebbe jeden Sonntag stundenlang zu stehen, wahrend Tausende von Menschen - Juden und Nicht-Juden - in einer Reihe standen und darauf warteten, seinen Segen zu erhalten. Der Rebbe blickte jedem Menschen unverwandt ins Gesicht und schaute einen ewigen Augenblick lang in seine Augen, lächelte oft, beantwortete manchmal eine Frage, gab einen Rat und immer seinen Segen, oder antwortete «Amen» auf die Bitte einer Person. Jeder Mensch erhielt aus der Hand des Rebbe eine Dollarnote, die er einem guten Zweck seiner eigenen Wahl zukommen lassen sollte.

Alle stimmten darin überein, daß Ereignis und Anblick gänzlich übernatürlich waren. Je Iänger die Schlange der Wartenden war, desto vitaler wurde der Rebbe, als ob er Leben von diesen Menschen erhielte. Als die Schlange nach vielen Stunden endlich zu einem Ende kam, wandte sich der Rebbe zu seinem persönlichen Sekretär und pflegte zu fragen: «Ist sonst keiner mehr da?»

Eines Tages geschah es, daß eine ältere Frau in der Reihe wartete, während sie auf einem kleinen Stuhl saß, den sie mit dem Voranschreiten der Schlange weiter nach vorn rückte. Als sie schließlich beim Rebbe ankam, konnte sie sich nicht Iänger zusammennehmen und brach aus: «Rebbe, ich bin jünger als du ... und ich habe nur gesessen ... und du stehst hier die ganze Zeit und begrüßt jeden einzelnen Menschen ... schau dich nur einmal an!»

Der Rebbe strahlte und erwiderte: «Wenn du Juwelen zählst, wirst du nicht müde.»


Arik Sharon besuchte den Rebbe, als er das Amt des israelischen Verteidigungsministers innehatte. Nach seiner Privataudienz erzählte er seinen Freunden: «Der Rebbe war sehr herzlich. Er erkundigte sich, wann ich abfahren müßte, und als er hörte, dass ich am nächsten Tag zurückfliegen würde, bestand er darauf, dass ich etwas Iänger bliebe. «General Sharons Lubawitscher Freunde erklärten ihm, daß der Rebbe solche Dinge nicht nur aus Höflichkeit sagte, und bestanden darauf, daß er seinen Flug verschieben sollte.

Das Flugzeug, mit dem General Sharon fliegen sollte, wurde nach Libyen entführt. Zu einem späteren Zeitpunkt stellte ein anderes israelisches Kabinettsmitglied in einer Privataudienz mit dem Rebbe die naheliegende Frage: «Wenn du davon wußtest, warum hast du die Sache dann nicht den Behörden gemeldet, um zu versuchen, die Entführung überhaupt zu verhindern?»

«Glaubst du, daß ich das wußte?» antwortete der Rebbe in ernstem Ton. «Meine Worte hatten nichts mit Prophezeiung oder mit Vorauswissen zu tun. Wenn jemand vor mir steht, gehe ich so darin auf, diesem Menschen einen Dienst zu erweisen, daß ich sage, was ich sage.»

von Tzvi Freeman
Tzvi Freeman ist der Autor von Bringing Heaven Down to Earth und Be Within, Stay Above, zwei Bände mit Meditationen, sowie zahlreicher Artikel über jüdische Mystik und Philosophie. In 1975 gab Freeman seine Karriere als Musiker (klassische Gitarre) auf um Talmud und jüdische Mystik zu studieren. Während seinem Studium gründete er die erste chassidische Rockband. Er ist auch der Gründer von Adam v’Adamah – einer jüdischen Umweltgruppe.
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1 Kommentar
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Anonymous Karlsruhe, Deutschland 3. Februar 2010

Wir sind alle eins ....so ähnlich war der Satz, den ich gesucht hatte, bevor ich auf diese Seite stieß. Reply