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Innere und äußerer Reichtum

Innere und äußerer Reichtum

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Macht Arbeit eine Teilung des Menschen notwendig? Sollen wir den Sinn des Lebens nur zwischen fünf Uhr abends und acht Uhr früh und an den Wochenenden finden (manche haben ja noch Wochenenden), oder können wir auch in der Zeit zwischen acht Uhr morgens und fünf Uhr nachmittags den Sinn unserer Tätigkeiten erkennen?

Die herkömmliche Meinung darüber, wie das System funktioniert, ist falsch. Viele Menschen betrachten ihren Beruf aIs Mittel, um - wie man im Englischen sagt -«ihr Leben zu machen» («make a living» - den Lebensunterhalt verdienen). Ein Beruf, eine Karriere macht jedoch nichts. Was du erhältst, wird in einer spirituellen Sphäre erzeugt, wo auch entschieden wird, wieviel du erhältst. Deine Verantwortung besteht darin, einen Kanal zu schaffen, um all dem zu gestatten, in die materielle Welt zu fließen.


Jede Arbeit ist wie eine Schneiderarbeit: Kleidung für die Segnungen zu schneidern, die uns zufließen.

Die Kleider dürfen nicht zu groß sein - schließlich können wir die Größe unseres Kunden nicht dadurch verändern, daß wir ihn in größere Kleider stecken. Und wir können unsere Segnungen auch nicht dadurch anpassen, daß wir uns Sorgen machen und bis spät in die Nacht hinein arbeiten. Wenn wir uns zu stark in Arbeit und Geschäft vertiefen, kann das nicht nur uns selbst schaden, sondern auch unserer Arbeit. Lernen wir lieber, manchmal einfach loszulassen, und dem großen «Direktor aller Dinge» zu vertrauen, daß Er die Dinge schon auf die rechte Weise für uns erledigen wird.

Aber die Kleider dürfen auch nicht zu klein sein. Denn darin liegt der ganze Sinn: daß Wunder und Segnungen nicht nackt und bloß in die Welt kommen, sondern eingehüllt in die natürliche Ordnung der Welt. Und wir sind die Schneider.


Joseph war in Ägypten gefangen. Er wußte, daß es einen tieferen Grund dafür gab und daß er zur rechten Zeit freigelassen würde.

Das passierte schließlich. Der frühere Mundschenk des Pharao, der ebenfalls gefangen war, bat Joseph, seinen Traum zu deuten. Joseph dachte: «Das ist die Gelegenheit! Dieser Mann ist das Mittel, wodurch ich erlöst werde.» Er deutete den Traum auf günstige Weise und sagte dem Mundschenk voraus, daß er freigelassen würde. Dann bat er den Mann, beim Pharao ein gutes Wort für ihn selbst einzulegen.

Als der Traum erfüllt und der Mundschenk entlassen wurde, vergaß dieser Joseph und dessen Anliegen zwei Jahre lang.

Die Weisen sagen: Wenn Joseph sich nicht auf den Ägypter verlassen, sondern sein ganzes Vertrauen in G-tt allein gesetzt hätte, wäre er zwei Jahre früher freigekommen.

Es gibt keinen anderen Menschen, keine Sache, keinen Plan, von dem dein Lebensunterhalt oder dein Schicksal abhängt. Es gibt nur den Strom des G-ttlichen Segens.

Es stimmt, daß sich dieser Strom in greifbare Dinge kleidet, in Jobangebote, neue Kunden, neue Märkte, einflußreiche Bekannte - aber sie sind nur Kanäle für die Segnungen, nicht deren Quelle. Greifen wir nach irgendeinem dieser Kanäle, um uns daran festzuhalten, so wird er in unseren Händen zerfallen. Greifen wir statt dessen nach der Quelle des Lebens!


Wenn du ein aufrechter Mensch bist, wird «G-tt dich bei allem segnen, was du tust.» Beachte aber bitte, daß es heißt, dass du tun, also handeln, mußt.


Wir sind so geschaffen worden, daß wir durch die irdische Welt wirken. Warum? Weil auf diese Weise die Welt erleuchtet wird: Das Geistige muß in das Weltliche eingehen. Und das kann nur durch spirituelle Menschen geschehen, die in der Alltagswelt wirken.

Sei in der Welt, aber erhebe dich gleichzeitig über sie.


Sich den Lebensunterhalt durch ehrliche Arbeit zu verdienen, ist gut. G-tt möchte, daß wir uns in der irdischen Welt betätigen, um sie mit unserer Spiritualität zu durchdringen. Nicht gut sind nur die Sorgen um den Lebensunterhalt, die wir uns machen.

Laß dein inneres Selbst sich nicht in Arbeit und Geschäfte verlieren. Schütze es, denn seine eigentliche Aufgabe ist es, deinen Lebenssinn zu erfüllen. Unser Lebenssinn besteht nicht darin, eine Menge Geld zu machen.


Auf dem Meer tobt ein Sturm. Ungeheure Wellen branden krachend gegen das Ufer, tragen alles mit sich fort und lassen Zerstörung hinter sich. Das Meer ist die Welt des Geldverdienens. Die Wellen sind der Streß und die Angst der Unentschlossenheit - wenn man nicht weiß, wohin man sich wenden soll oder worauf man sich verlassen kann. Auf und ab, heiß und kalt, fortwahrend vor- und zurückwirbelnd.

Machen wir es so wie Noah und bauen wir eine Arche.

Auf hebräisch heißt Arche «tewa», was auch «ein Wort» bedeutet. Unsere Arche sollen die Worte der Thora und des Gebets sein. Gehen wir in unsere Arche, und lassen wir uns von den Wassern des Meeres erheben, anstatt uns und alles um uns herum ertränken zu lassen.


Wenn die mächtigen Wasser der Angst unseren Kopf überfluten, die Seele ersticken, die innere Flamme zu löschen drohen, wenn die wütenden Ströme der Verwirrung uns in ihren Sog ziehen und unseren Halt im Leben fortreißen, dann sollten wir tiefer schauen, über die Seele hinaus.

Denn sowohl die Seele als auch die Flamme, die sie birgt, wurzeln in einer G-ttlichen Welt, aus der Klarheit und Ruhe strömen, in einer Welt der Stille und erhabenen Harmonie.

Die Turbulenz dieser Welt hat ihren Ursprung jedoch jenseits davon, sie stammt aus einer Welt der Verwirrung, aus einem ungerichteten und ungezähmten Licht, vor der geordneten Emanation des Form und Inhalt annehmenden Seins. «Und die Erde war wüst und leer, und es war finster auf der Tiefe.»

Wir müssen also tiefer als bis zu diesen Wurzeln graben, um die Kohle zu entdecken, aus der die Flamme entsprang, und den Feuerstein, aus dem der Funken geschlagen wurde. Noch tiefer, bis wir die uranfängliche Essenz der Seele finden, jenseits der geformten Emanation, jenseits des Lichts - sogar jenseits des formlosen Lichts der Vorschöpfung. Dort, wo nichts ist als der Keimgedanke, der alles schuf und belebte, was ist, war und sein wird.

Und was war dieser Gedanke?

Es war der Gedanke an dich hier und jetzt, an deinen Kampf mit dieser Welt und an den wunderbaren Geschmack des Sieges. Und da es in diesem Gedanken weder Vergangenheit noch Zukunft gibt, hast du bereits gesiegt. Nun mußt du es geschehen lassen.


Jedes Wort der Thora ist eine Geschichte deines Lebens, in welcher Situation du dich auch immer befinden magst. Zuerst wurde Noah aufgetragen, in die Arche zu gehen. Später sollte er die Arche wieder verlassen und eine neue Welt betreten. Du mußt beides tun. Tritt zunächst in deine Arche ein, dann verlaß sie wieder, um in die Welt zu gehen. Wenn deine Arche eine echte Arche war, dann wird die Welt, in die du eintrittst, nicht mehr dieselbe Welt sein, die du verlassen hattest.


Jeder Fluß, auf dem du reist, wird irgendwelche Turbulenzen haben. Das gehört unvermeidlich zu jeder Reise jedes Menschen. Es ist jedoch deine Wahl, wo du Turbulenzen erfahren möchtest. Sie können auftreten, wenn du dir Sorgen machst, auf welcher Route du reisen sollst, was dich am Ziel erwartet, auf wen du dich verlassen kannst, was dir zustoßen wird, wohin du gehen wirst, und was du machen sollst, wenn du angekommen bist . . . Oder du kannst dich über all das erheben und dein «Pensum» an Turbulenzen so erfüllen, wie es der Gaon von Rogotschow tat.

Mein Lehrer, Rabbi Yosef Rosen, der Gaon von Rogotschow, sagte mir einmal im Vertrauen, daß der Sabbat für ihn der schwierigste Tag der Woche war. An anderen Tagen, an denen Tausende von Theorien von einer einzigen Seite des Talmud in seinen Geist eindrangen, konnte er sie durch Schreiben bändigen. Am Sabbat darf man jedoch nicht schreiben.

Jedermann hat seinen gewissen Anteil an Turbulenzen im Leben. Du entscheidest selber, in welchen Bereichen du dich mit ihnen auseinandersetzen willst.


Niedergeschlagenheit, Angst und Pessimismus schaden den Kanälen, durch welche die G-ttlichen Segnungen zu uns gelangen.

Dies sind die Worte aus dem Sohar: Es gibt eine niedrigere Welt - die unsere -, und es gibt eine höhere Welt. Die niedrigere Welt soll ständig aus der höheren empfangen. Wenn die niedrigere Welt durch eine lichtvolle Haltung glänzt, dann wird sie von oben erleuchtet. Wenn sie sich jedoch in Niedergeschlagenheit und Angst verliert, ist sie einem strengen Urteil ausgesetzt.

Deshalb steht geschrieben: «Diene G-tt voller Freude!» Und die Freude des Menschen zieht die Freude G-ttes in die irdische Welt herab.»


Für Sorgen gibt es einfach keinen Raum. Du versuchst, dir einen Kurs zu stecken. Falls du nicht genug Erfahrung hast, um dich zu entscheiden, erbitte den Rat von jemandem, der die nötige Erfahrung besitzt - deine Eltern, einen Lehrer, einen Fachmann, jemanden, der zuverlässig und integer ist. Wenn du dich einmal entschieden hast, etwas zu tun, dann folge diesem Kurs und vertraue auf G-tt, daß Er - da du ja das tust, was du als richtig erkannt hast -, den positiven Ausgang sicherstellen wird.


Wenn etwas nicht klappt, baue auf G-tt und bleibe ruhig. Selbst wenn alles deine Schuld ist und du alles verdient hast, was dir widerfahrt, vertraue auf G-tt, daß des zum Besten ist, und bleibe ruhig. Wenn Er sieht, wie sehr du Ihm vertraust, wird Er alles zum Guten wenden.


Auf den Einen zu vertrauen bedeutet nicht, auf Wunder zu warten. Es heißt vielmehr, Vertrauen in das zu haben, was du gerade tust - weil du weißt, daß Er dich auf den rechten Weg gestellt hat und alles, was du tust, mit G-ttlicher Energie und Segen von oben erfüllen wird.


Sei aufmerksam und beobachte das Leben aus objektiver Sicht: Du wirst erkennen, daß sich laufend Wunder ereignen müssen, die größer als die Teilung des Roten Meeres sind, damit du deinen Lebensunterhalt überhaupt verdienen kannst. Der Umstand, daß wir diese Wunder nicht wahrnehmen, beeinträchtigt ihre Kraft in keiner Weise. Ihre Erhabenheit geht einfach nur über unsere Wahrnehmung hinaus.


Ein gutes Barometer dafür, ob etwas materiellen Nutzen bringen wird, ist die Frage, ob es spirituell gesehen das Richtige ist. Eine Arbeit, die voraussetzt, daß wir unsere moralischen Prinzipien brechen, wird sich auch materiell ungünstig auswirken. Unter manchen Umständen erleben wir einen ungeheuren Druck; weil unsere Moral unserem Erfolg im Wege zu stehen scheint - das ist jedoch nur eine Illusion. Das Spirituelle und das Irdische stehen nur aus unserer subjektiven Sicht betrachtet im Konflikt miteinander. Tatsächlich wirken sie jedoch in Harmonie als Eines.


Manchmal siehst du, daß dir die Dinge aus der Hand genommen werden und statt dessen einer höheren Ordnung gehorchen. Bemühe dich dann darum, deinen Teil so gut wie möglich zu machen - und stehe G-tt nicht im Weg.


So, wie man eine irdische Karriere anstrebt, müssen wir uns auch um eine spirituelle Laufbahn bemühen.


Es ist ein Paradox: Die größten Offenbarungen sind nicht in Meditation, Studium und Gebet zu finden, sondern in der irdischen Welt - aber nur dann, wenn man eigentlich lieber meditieren, studieren und beten wollte.


Ein Chassid handelte mit Holz. Einmal machte er seine Buchhaltung und schrieb auf die unterste Zeile der Tagesabrechnung, «Es gibt nichts außer Ihn.» Als man ihn fragte: «Warum meditierst du mitten bei der Arbeit?» erklärte er: «Wenn du mitten bei der Meditation an die Geschäfte denken kannst, kannst du auch mitten bei der Arbeit meditieren.»


Die natürliche Neigung des Menschen geht dahin, spirituelle Angelegenheiten als Luxusgegenstände zu behandeln, als eine Art Wurmfortsatz des Lebens. Essen, schlafen, Geld verdienen - all diesen Dingen wird eine höhere Priorität gegeben, und die ihnen gewidmete Zeit gilt als sakrosankt. Für Gebet, Meditation und Studium aber nehmen wir uns nur dann Zeit, wenn wir uns danach fühlen, und sie werden bei der kleinsten Unbequemlichkeit einfach weggeschoben.

Du mußt deine Prioritäten so setzen, daß du deinem inneren Selbst treu bleibst. Du mußt dich fragen, ob das, was du gerade tust, alles ist, worum es im Leben geht.

Mach einen Plan für Aktivitäten, die dich spirituell bereichern. Halte dich an diesen Plan genauso streng, wie ein Workaholic seinen Geschäften nachgeht.


Es gab einmal eine Zeit, als die Menschen keine Karrieren verfolgten. Sie lebten nicht für das Ziel, materielle Reichtümer zu erwerben. Die Menschen arbeiteten, damit ihre Familie an diesem Tag zu essen hatte, und sparten dazu noch etwas für den Schabbat. Heute sind wir Sklaven der Häuser, Autos und sonstigen Dinge, die wir kaufen müssen.


In Wahrheit gibt es zwei Möglichkeiten, um den Lebensunterhalt zu verdienen, die von deiner Lebenseinstellung abhängen: Du kannst dich entschließen, nur ein Teil der Natur zu sein, im Chaos deinem Broterwerb nachjagen und im Überlebenskampf der Stärksten mitzumachen. Dabei kannst du sogar Erfolg haben - zumindest kurzfristig. Auf lange Sicht jedoch verweigerst du damit deiner Seele die Nahrung, und auch körperlich wirst du dich nie wirklich wohl fühlen.

Oder du kannst dein Leben als eine innige Beziehung zur höheren Quelle des Lebens betrachten - so als ob dein ganzer Lebensunterhalt nichts als Manna vom Himmel wäre, das du ganz persönlich direkt aus der Hand deines G-ttes erhältst, deines liebevollen Partners bei allem, was du tust. Dann besteht deine Hauptaufgabe darin, den Korb, in den dein Manna hineinfällt, von Unrat freizuhalten, um sicher zu stellen, daß du durch deine Geschäfte niemanden verletzt oder irreführst. Den Gewinn, der dir gewährt wird, sollst du dann dazu nutzen, Mitgefühl und Güte in der Welt zuverbreiten. Vielleicht wirst du auf diese Weise reich, vielleicht auch nicht. Aber du wirst immer zufrieden sein.


Mach G-tt zu deinem Geschäftspartner. Biete Ihm 10 % deines Gewinns an - Er wird das schon nicht ablehnen.

von Tzvi Freeman
Tzvi Freeman ist der Autor von Bringing Heaven Down to Earth und Be Within, Stay Above, zwei Bände mit Meditationen, sowie zahlreicher Artikel über jüdische Mystik und Philosophie. In 1975 gab Freeman seine Karriere als Musiker (klassische Gitarre) auf um Talmud und jüdische Mystik zu studieren. Während seinem Studium gründete er die erste chassidische Rockband. Er ist auch der Gründer von Adam v’Adamah – einer jüdischen Umweltgruppe.
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Diskussion (1)
6. Mai 2012
es ist wunderschön geschrieben
Anonym
hamburg, deuschland