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Die ganze Welt ist unser Lehrer

Die ganze Welt ist unser Lehrer

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Der Baal Schem Tow lehrte, daß der Mensch in allem, was er in dieser Welt hört oder sieht, eine Lehre finden muß, wie der Mensch G-tt dienen sollte. Das ist die wahre Bedeutung von «G-ttesdienst». Und diese Worte waren wahrscheinlich die häufigste Einleitung zu den Ansprachen des Rebbe. Schließlich sieht der Zaddik keine Welt, sondern sieht und hort nur, was G-tt ihn lehrt.

Der Körper hat es nicht verdient, mit Abscheu betrachtet oder abgelehnt zu werden. Im Gegenteil: Der Körper ist wie eine Sonnenbrille für die Seele. Ohne den Körper kann die Seele G-ttlichkeit nur auf eine abstrakte, ätherische Weise wahrnehmen. Der Körper erlaubt der Seele, der G-ttlichkeit direkt ins Gesicht zu schauen, auf greifbare, konkrete Weise.


Der große Zaddik Rabbi Sussja von Hanipol lernte sieben Dinge von einem Dieb:

1. Ein Dieb geht leise.
Also stellte Raw Sussja seine Errungenschaften nicht zur Schau.

2. Ein Dieb setzt sein Leben dafür ein, das zu tun, was er tun muß.
Raw Sussja tat dasselbe, um einem anderen Menschen zu helfen.

3. Ein Dieb ist sich der Bedeutung jedes Details bewußt.
Raw Sussja übersah nie eine Gelegenheit, um ein gutes Werk zu tun oder aus einer Erfahrung zu lernen.

4. Ein Dieb arbeitet hart.
Raw Sussja lernte, betete und meditierte genauso hart.

5. Ein Dieb arbeitet effizient.
Raw Sussja verschwendete niemals kostbare Zeit.

6. Ein Dieb ist optimistisch und hat immer Hoffung.
Und so war Raw Sussja.

7. Wenn etwas beim ersten Versuch nicht gelingt, wird ein Dieb zurückkehren und es wieder versuchen.
Raw Sussja gab niemals auf.


Selbst die schrecklichsten Dinge können uns als wichtige Lektionen dienen. Von der Bedrohung der atomaren Zerstörung können wir auf vielfältige Weise lernen, wie wir die Welt zum Guten verändern:

- Man braucht keine großen Armeen.
- Eine einzige einfache Tat genügt.
- Du mußt nicht verstehen, wie es funktioniert - sondern nur den richtigen Knopf drücken.
- Es spielt keine Rolle, wer es tut, solange die Person den richtigen Knopf drückt.
- Aus den kleinsten Dingen entstehen die größten Veränderungen.
- Es gab immer ungeheure Kräfte - sie mußten nur offenbart werden.
- Da dies alles erst in unserer Generation entdeckt wurde, muß das für uns eine besondere Bedeutung haben.


Der Start einer Apollo-Mission wurde aufgrund eines einzigen, winzigen Maschinenteils, das sich gelockert hatte, verzögert. Der Rebbe lernte daraus:

Je wichtiger die Mission, desto bedeutsamer sind die Details. Dies gilt auch für die gewaltigste Mission von allen: die Schöpfung.


Nehmen wir an, daß du ein Astronaut bist, der sich auf einer langen Reise fernab der Erde befindet. Nehmen wir an, du hast genug davon, über dein Funkgerät von der Bodenstation ständig eine Salve von Instruktionen nach der anderen zu hören.

Du stellst das Gerät aus - ohne jedes Bedauern. Du entspannst dich, freust dich an der gewaltigen Aussicht ins All, die du durch das Fenster hast. Und die Zeit verstreicht...

Schließlich stellst du jedoch fest, daß du keine Ahnung mehr davon hast, wo du eigentlich bist. Oder wie du wieder dorthin zurück kommst, wo du am liebsten sein möchtest. Und du erinnerst dich daran, daß du eine Mission hattest, weißt aber nicht mehr ganz genau, worin sie bestand. Du gerätst in Panik.

Endlich erinnerst du dich an das Funkgerät. Du reaktivierst es. Du rufst: «Bodenstation? Astronaut ruft Heimat! Antwortet mir!» Du hörst eine schwache Antwort. Das ist der süßeste Klang, den du je gehört hast. Nun kannst du wieder zurück auf Kurs kommen. Wir alle sind Astronauten. Wir sind vor 33 Jahrhunderten vom Berge Sinai aus gestartet, um einem Plan zu folgen und eine Mission zu erfüllen. Wir müssen mit unserer Bodenstation in der Heimat wieder Kontakt aufnehmen.


Mein Schwiegervater, Abraham Polichencho, war Professor für Computerwissenschaften in Argentinien und einer der Menschen, die Computer in den sechziger Jahren in Argentinien einführten. Er hatte das Glück, mit dem Rebbe mehrere lange Unterhaltungen führen zu können. In einem dieser Gespräche aus den sechziger Jahren unterhielten sie sich über Computer:

Was gibt es Neues am Computer? Du gehst in einen Raum und siehst vertraute Apparate: eine Schreibmaschine, ein Tonbandgerät, einen Fernseher, natürlich eine Rechenmaschine -aber die sind alle nicht neu. Für unsere Augen unsichtbar, unter den Fußböden und hinter den Wänden, verbinden jedoch Kabel alle diese Maschinen zu einer. Es gibt eine Technologie, die es ihnen erlaubt, alle dieselbe Sprache zu sprechen - und damit aus gewöhnlichen Apparaten einen einzigen, leistungsstarken Computer zu machen.

Nehmen wir nun dein eigenes Leben. Du betest, kümmerst dich um deine Geschäfte, ißt, sprichst -und jede Aktivität scheint mit der nächsten nichts zu tun zu haben. Ein Haufen von Fragmenten. Und so ist auch das menschliche Gemüt: Unser Verstand versteht auf eine Weise, das Herz fühlt auf eine andere - und was wir tun, hat oft mit beiden nichts zu tun.

Schau dir die Technologie des Computers an und wende sie auf dein Alltagsleben an: Finde eine gemeinsame Bedeutung all dieser Fragmente heraus, sieh, in welchem Punkt sie sich treffen und befreie auf diese Weise ihre Energie.

Wenn ein Mensch morgens aufwacht und erkennt, daß er aus einem bestimmten Grund geschaffen und hier hingestellt wurde, wenn er begreift, daß nichts in seinem Leben geschieht, was nicht diesem Sinn dient, dann strömen alle Fragmente in einer harmonischen Ganzheit zusammen.


In der ersten Nacht von Chanukkah stehen alle acht Kerzen auf dem Leuchter vor dir, aber du zündest nur eine an. Morgen nacht wirst du zwei anzünden. Du weißt, daß du schließlich alle acht entzündest.

Daraus lernen wir zwei Dinge:

1. Wachse immerfort. Bewege dich immer vorwärts. Wenn du gestern ein gutes Werk getan hast, tue heute zwei.

2. Gehe im Leben Schritt für Schritt vorwärts. Schreite in deiner eigenen Geschwindigkeit voran. Erwarte nicht, über Nacht zu einem Zaddik zu werden. Aber täusche dich auch nicht mit der Überzeugung, daß dich deine Schritte heute schon ans Ziel gebracht hätten.


Warum feierst du deinen Geburtstag? Im Schoße deiner Mutter ging es dir gut, es war warm, und du wurdest versorgt. Unsere Weisen sagen, daß du dort die gesamte Thora von einem Engel gelernt hast. Dann gingst du hinaus. Das war eine Tortur, ein Trauma. Du kamst in eine Welt, die kalt und hart war. Der reine Akt des Überlebens wurde zum Kampf. Du weintest. Und doch feierst du jedes Jahr diesen Tag. Denn der Tag, an dem du geboren wurdest, war der Tag, an dem du dein eigenes Wesen wurdest. Du warst nicht länger ein Anhängsel von jemand anderem, sondern wurdest zu einer schöpferischen Kraft in der Welt.

Feiere also deinen Geburtstag. Und nimm dir die Zeit, über folgende Fragen nachzudenken: Was habe ich der Welt gegeben, was mir nicht gegeben wurde? Bin ich wirklich zur Welt gekommen?


Die Elektrizität ist eine Kraft, die in der Schöpfung verborgen ist. Sie kann mit den fünf Sinnen nicht erfaßt werden - wir können sie nur über ihre Wirkungen und Ursachen begreifen. Und doch erhalten wir daraus viel Licht und Antriebskraft. Die Elektrizität ist eine wunderbare Analogie zu den chassidischen Lehren.


Der Laserstrahl: Manche Menschen glauben, daß gewisse Regeln im Hinblick darauf, was du ißt und was du nicht ißt, wann du arbeitest, betest und meditierst, welche Kleidung du trägst, wohin du gehst - daß alle diese Regeln dein Licht beeinflussen könnten. Das ist nicht richtig. Konzentriere dein Licht wie ein Laser zu einem intensiven, machtvollen Strahl.


Seltsam: Wir vergleichen das Höchste Wesen mit einem König und verwenden Gleichnisse von Prinzen, Juwelen, Vögeln und Pferden ... Aber was soll das alles mit den doch sehr abstrakten Dingen zu tun haben, für die sie symbolisch stehen? Der Rebbe erklärte:

Wir und alles, was wir um uns herum sehen, sind nur eine Spiegelung von dem, was oben (bzw. innen) ist. Ein König in unserer Welt ist eine Spiegelung des G-ttlichen Königtums. Die Süße einer Frucht ist die Spiegelung der Süße der Höchsten Weisheit. Die Form des menschlichen Körpers spiegelt die innere Struktur des Universums wider, was bedeutet, daß alle Gliedmaßen und jedes Organ mit einer bestimmten G-ttlichen Kraft verbunden sind.

Alle diese Dinge kommen aus ihrer G-ttlichen Sphäre herab in unsere materielle Welt, um hier eine greifbare Form anzunehmen - damit wir die G-ttlichen Ideen begreifen können, denen sie entstammen. Selbst die Erfindungen der Modeme waren in Wirklichkeit die ganze Zeit in der Schöpfung verborgen und warteten nur darauf, von uns entdeckt zu werden, um sie mit ihrer G-ttlichen Quelle wieder zu verbinden und ihre ursprüngliche Bedeutung zu offenbaren.

von Tzvi Freeman
Tzvi Freeman ist der Autor von Bringing Heaven Down to Earth und Be Within, Stay Above, zwei Bände mit Meditationen, sowie zahlreicher Artikel über jüdische Mystik und Philosophie. In 1975 gab Freeman seine Karriere als Musiker (klassische Gitarre) auf um Talmud und jüdische Mystik zu studieren. Während seinem Studium gründete er die erste chassidische Rockband. Er ist auch der Gründer von Adam v’Adamah – einer jüdischen Umweltgruppe.
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