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Die wahrscheinlich schädlichste Sache für das jüdische Volk ist die moderne Idee vom Judentums als einer Religion. Würden wir nämlich nur einer Religion angehören, dann gäbe es „sehr jüdische“ und „weniger jüdische“ Juden, - und schließlich Juden, die überhaupt nicht jüdisch sind.

Nächstenliebe

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Ahawat Jisrael - Weil wir alle zusammen gehören

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Die wahrscheinlich schädlichste Sache für das jüdische Volk ist die moderne Idee vom Judentums als einer Religion. Würden wir nämlich nur einer Religion angehören, dann gäbe es „sehr jüdische“ und „weniger jüdische“ Juden, - und schließlich Juden, die überhaupt nicht jüdisch sind.

Dieses Konzept ist glücklicherweise nur Theorie, denn wir gehören alle zusammen. Wenn, G-tt verhüte, ein Jude Schweinefleisch isst und am Schabbat arbeitet, betrifft dieses Vergehen uns alle. Wenn sich jedoch ein Jude einer armen Seele erbarmt, Tefillin anlegt und Schabbatkerzen zündet, ist das wiederum ein Verdienst für alle von uns.

Wir sind eben nicht einfach eine Religion. Wir sind vielmehr eine einzige Seele, die ihre Strahlen auf viele Körper verteilt. Jeder Strahl birgt seinen eigenen Auftrag in sich und jeder Körper empfängt soviel Licht, wie er aufnehmen kann und wie viel er braucht, um seinen Auftrag zu erfüllen. Das jüdische Volk ist wie eine Symphonie, in der jedes Instrument mit seiner jeweiligen Stimme gleichermaßen wichtig ist. Durch jeden Strahl, der von der Ursprungsquelle ausgeht, können wir dieser Quelle wieder näherkommen.

In einem gesunden Körper funktionieren alle Körperteile in Harmonie miteinander. Ebenso sollte sich das jüdische Volk wie eine große Familie fühlen, in der sich jeder um das Wohl des anderen wie um sein eigenes sorgt, Freud und Leid teilt, jeder akzeptiert wird und nur das Gute für die anderen sucht. Und im Falle eines Missverständnisses sollte dieses wie unter Geschwistern friedlich geklärt werden.

Sollten wir nicht sowieso jeden Menschen lieben?

Es vertreten tatsächlich Juden die Meinung, dass ein sich solidarisch Fühlen mit einem anderen Juden, nur weil dieser auch Jude ist, nicht nötig sei. Nach Meinung dieser Juden sollten wir die Menschheit als Ganzes sehen und alle Unterschiede auslöschen.

Obwohl diese Theorie natürlich sehr schön und humanistisch klingt, so hat sie doch nicht viel mit der Realität zu tun. Bevor sich jemand um die ganze Menschheit kümmert, sollte er sich zuerst um seinen eigenen Bruder kümmern. Das ist auch der Weg, den die Tora von uns verlangt: „Finde zuerst dich selbst und mache dich über deinen Ursprung und dein Ziel im Leben bekannt, sowie mit den Leuten, mit denen Du dein Erbe und deine Reise teilst.“ Erst nachdem wir im Einklang mit uns selbst und unserem Volk sind, können wir unsere Sorge auf die restliche Welt ausbreiten.

Dieser Weg erwies sich tatsächlich stets als erfolgreich. Sogar in den mittelalterlichen Ghettos fanden die nichtjüdischen Bettler immer zuerst den Weg zu den Juden.1 Und das ist kein Phänomen aus der Vergangenheit. Als die Peace Corps in Amerika gegründet wurden, befanden sich unter den ersten Freiwilligen 40% Juden.2 Eine Studie von 1987 ergab, dass mit zunehmendem Einsatz eines jüdischen Haushaltes für jüdische Zwecke auch die Neigung stieg, sich für nichtjüdische Zwecke einzusetzen.3 Wäre unser Leitmotiv reine Universalität, wären wir als Juden mit unserer Botschaft der Gerechtigkeit schon lange verschwunden.

Ein weiterer Grund, sich zunächst eines Mitjuden anzunehmen, ist: „Wer, wenn nicht wir, wird sich unser annehmen?“ Das ist wahrscheinlich das Geheimnis unseres Überlebens. Bis zum heutigen Tag fühlt sich ein Jude, der vom Unglück eines anderen Juden am anderen Ende der Welt erfährt, zutiefst betroffen und wird alles versuchen, ihm zu helfen.

In der Praxis

1976 fügte der Lubawitscher Rebbe der Mizwa von Ahawat Jisrael (Liebe zu jedem Juden) seine "Mizwa Kampagne" hinzu. Diese Kampagne beinhaltet eine Liste praktischer Handlungen, die jeden Juden unabhängig von seiner Religiosität dazu motivieren soll, Mizwot zu machen. Ahawat Jisrael war natürlich keine Neuerfindung dieser Zeit, sondern bildet seit langem eine der Säulen des Chassidismus, wie wir sie unter der Leitung des Lubawitscher Rebben bezeugen konnten. Mit dem Aufnehmen dieser Mizwa in die Kampagne wollte der Rebbe der Allgemeinheit die Wichtigkeit dieser Mizwa demonstrieren.

Folgendes ist ein Ausschnitt dieser Liste:

1. Beginne jeden Tag mit der Erklärung: "Ich nehme die Mizwa auf mich, meine Mitjuden wie mich selbst zu lieben."

2. Sprich nur positiv über andere Juden und vermeide jede Konversation, in der ein anderer Jude ohne konstruktiven Zweck schlecht gestellt wird.

3. Ergreife jede Gelegenheit, einem anderen Juden einen Gefallen zu tun.

4. Unterstütze ein jüdisches zinsfreies Kreditinstitut.

5. Lade jüdische Leute unabhängig von ihrem Alter, ihrer religiösen Tendenz und ihrem Hintergrund ein.

6. Lade andere Juden dazu ein, an unserem kostbarsten Gut, unserer Tora und Mizwot, teilzuhaben.

Quellen für diese Mizwa

"Liebe deinen Nächsten wie dich selbst."
Levitikus 19:18

"Das (Liebe zu den anderen Juden) ist eines der Grundprinzipien der Tora."
Rabbi Akiwa

"Das gesamte jüdische Volk ist eine einzige, perfekte Einheit."
Sohar

"Bringe dich jeden Morgen vor dem Gebet erneut dazu, jeden anderen Juden wie dich selbst zu lieben. Dann werden deine Gebete gehört und beantwortet werden."
Rabbi Jizchak Luria, der "Ari"

"Eine Seele steigt für siebzig oder achtzig Jahre von ihrem himmlischen Platz auf die Erde herunter, nur mit dem Ziel, einem anderen etwas Gutes zu tun."
Baal Schem Tow

"Hörst du, über was in der himmlischen Akademie gesprochen wird? Liebe zu unseren Mitjuden bedeutet, den kompletten Bösewicht genauso wie den kompletten Gerechten gleichermaßen zu lieben!"
Maggid von Metzrich

"Etiketten sind für Hemden da, nicht für Juden. Wir stehen allen Juden gleichermaßen zur Verfügung."
Beliebter Ausspruch des Rebben

Fußnoten
1.
Abrahams, Jüdisches Leben im Mittelalter, S. 329
2.
John, Juden, Gerechtigkeit und Judentum, S. 292
3.
Wuthnow und Hodgkinson, Glaube und Philanthropie in Amerika, S. 135
Also, dies ist das Problem: Wir sollen unsere Nächsten lieben, sie also so akzeptieren, wie sie sind (das ist doch „Liebe“, oder nicht?).
Nach dem Tod seiner Mutter Dewora Lea wurde Menachem Mendel, aus dem später der dritte Lubawitscher Rebbe, Zemach Zedek genannt, werden sollte, von seinem Großvater, dem Alter Rebbe, erzogen.
In der Parascha wird das berühmte Gebot, seinen Nächsten wie sich selbst zu lieben, gegeben. Der Baal Schem Tow interpretierte auch die Mischna (Lehrspruch) im zweiten Kapitel des Traktat Awot.
für Anfänger
Gegenseitige Liebe
In der dieswöchigen Sidra verkündet die Tora (Leviticus 19, 18) die berühmte "Goldene Regel": "Liebe deinen Nebenmenschen wie dich selbst" – wodurch sich im tiefsten Sinne die Liebe zu G-tt erst völlig manifestiert.
Dieser Wochenabschnitt enthält das Gebot, das große Berühmtheit erlangt hat: "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst". Für den modernen Menschen hört sich diese Ermahnung manchmal nur wie ein frommer Wunsch an, ohne tiefere Bindung an die Realität des Lebens.
für Fortgeschrittene
Es gibt auch einen Irrglauben
Die dieswöchige Sidra Kedoschim enthält die berühmte und oft zitierte Vorschrift (Lev. 19, 18): "Liebe deinen Nebenmenschen wie dich selbst." Wir müssen den Nebenmenschen so intensiv lieben, dass wir wenn wir um Hilfe angegangen werden, ganz unwillkürlich und sofort Beistand leisten ...
Lange bevor die moderne Psychologie sich mit der Selbstachtung befasste, lehrte das Judentum, wie wichtig es ist, sich selbst zu lieben und zu akzeptieren. Denn nur wenn wir uns selbst lieben, können wir unsere Andere wirklich lieben.
Die berühmteste Lebensweisheit steht in der zweiten Toralesung dieser Woche. „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ (Lev. 19:18) ist nicht nur berühmt, sondern klingt auch wie ein Gebot, das kaum einzuhalten ist.
In unserer Parascha Kedoschim finden wir die Worte: „Und Du sollst Deinen Nächsten wie Dich selbst lieben!“ Raschi, einer der großen Kommentatoren zum Chumasch kommentiert dazu: „Es sagte Rabbi Akiwa: Dies ist eine grosse (wichtige) Regel in der Tora!“
Was ist, wenn jemand sagt: „Ich liebe Dich, aber Deine Kinder mag ich nicht?“ Man würde wahrscheinlich sagen: “Du glaubst, dass Du mich liebst, aber das tust Du nicht wirklich. Das für mich wichtigste interessiert Dich nicht. Offensichtlich weißt Du nichts über mich – und über Liebe auch nicht!“
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5 Kommentare
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Paul Kehren Köln 27. Juni 2015

kann es sein, daß die Nächsten h i l f e noch stärker ist als die Nächstenliebe, weil sie einfacher und konkreter ist? Hilf dir selbst, dann hilft dir G'tt! Reply

Anonym Zürich 6. Mai 2015

Naechstenliebe Wie kann ich mich selbst lieben? Denn es heisst ja man soll andere lieben wie sich selbst! Doch was, wenn ich mich nicht Wert genug finde geliebt zu werden und für mich keine Liebe empfinde. Denn ich sehe mich als Versagerin und jemand der nichts in seinem Leben erreicht hat. Wenn ich mich im Spiegel anschaue, verabscheue ich mein Äusseres. Reply

Anne Stötzel-Rinder Vlissingen, Niederlande 29. April 2011

'Nächstenliebe' Sehr geehrter Tzvi Freeman!
Ich bin eifrige, dankbare Leserin Ihrer Texte...Und gerade in dieser Woche bin ich begeistert und tief berührt, was Sie zum Thema Judentum und Nächstenliebe schreiben...
Ich nehme alles mit in die kommende Woche...und die Zeit danach...
Mit Dank und Gruss! Anne Stötzel-Rinder Reply

kühne oberasbach, deutschland 27. Januar 2010

naechstenliebe nur durch gelebte naechstenliebe kann die menschheit überleben und unsere welt lebenswert machen,ich liebe israel und sein durch die geschichte leidgeprüftes volk.irgendwann werde ich ihr schönes land besuchen und "liebe deinen naechsten wie dich selbst" spüren...shalom Reply

Awraham Harel Raanana, Israel 22. Oktober 2009

Naechstenliebe sehr gut, danke Reply

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