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Maftir Jona

Maftir Jona

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In der kleinen Stadt Gsybow in Polen wurde die Ehre, am Jom Kippur das Maftir Jona sprechen zu dürfen, entgegen dem verbreiteten Brauch nicht “verkauft”. Diese sehr begehrte Ehre wurde weder dem reichen Parnas, dem Leiter der Gemeinde, noch den Gabbaim zugesprochen, sondern ausgerechnet Berel, dem armen Holzfäller, der sich in die entfernteste Ecke der Schul setzte und kaum je den Mund öffnete!

Nur am Jom Kippur schob sich der zurückhaltende Mann am Schneidergehilfen und am Bäckerlehrling vorbei, die mit ihm die Bank teilten. Er ging an den Reihen der Kaufleute und Händler vorbei, bis er die Mitte der großen Schul erreichte, wo die reichen Geschäftsleute saßen. Dann ging er die drei Stufen zur Bima hinauf und sprach mit fester Stimme den Segen. Das gleiche tat er, nachdem der Baal Kodesch die Toralesung beendet hatte.

Wenn die heilige Schriftrolle aus dem Schulchan geholt worden war, las Berel die Geschichte vom Propheten Jona vor, die uns so viel Tiefgründiges über die Reue zu sagen hat. Seine kraftvolle Stimme sprach jedes Wort klar und langsam aus, so dass sein Sinn jedem verständlich wurde. Als er fertig war, ging er hinüber zum Parnas, schüttelte ihm die Hand und dankte ihm für die Auszeichnung.

Einmal kam ein reisender Maggid nach Gsybow, und der Parnas kündigte an, er werde gleich nach der Mincha zur Gemeinde sprechen. Berel war kein gebildeter Mann, aber er war auf seine einfache Weise imstande, die meisten Predigten zu verstehen. Darum blieb er am Nachmittag da, um den Maggid zu hören. Er war angenehm überrascht, als er sah, dass der berühmte “Erwecker der Seelen” kein anderer als der weise alte Rebbe war, der ihn im Wald getröstet hatte.

Und er war sehr stolz, als der alte Mann zur Bima hinaufging und ihm freundlich zunickte, bevor er die Gemeinde ansprach. Nach einigen Augenblicken erwartungsvoller Stille begann die warme Stimme, die Berel getröstet hatte, mit einer melodiösen Predigt, die alle Anwesenden in ihren Bann zog. Der Maggid sprach wie ein Vater zu seinen Kindern, und die Zuhörer öffneten ihre Herzen und Seelen für die Reue, die sie vor Strafe schützen würde. Er bat und ermahnte, er flüsterte und rief, während er versuchte, den Juden von Gsybow seine Botschaft zu vermitteln.

Dann, mitten in seinem bewegenden Aufruf zur Tschuwa, kamen die Worte, die Berel, den Holzfäller, auf eine höhere Sphäre hoben. “Wollt ihr wissen, ob eure Herzen aufrichtig sind und ob ihr meint, was eure Lippen sagen?” rief der Maggid der tief bewegten Gemeinde zu. “Wollt ihr die Wahrheit wissen? Dann erforscht euch selbst und schaut, ob ihr die folgende Prüfung besteht. Sagt mir, wem sprecht ihr an den hohen Feiertagen alle Ehren zu?

Den Armen und Geknechteten, oder den reichen und Angesehenen? Nutzt ihr diese letzte Gelegenheit, das Schicksal zu wenden, ehe es euch verschlingt, und das Meer der g-ttlichen Gnade zu erreichen? Habt ihr je daran gedacht, Maftir Jona dem armen Mann dort auf dem letzten Platz der letzten Bank in eurer Schul zu geben, oder verkauft ihr es für ein paar Münzen?” Als er das sagte, zeigte der Maggid auf Berel, den Holzfäller!

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1 Kommentar
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Sascha Benz Frankfurt, Germany 17. Oktober 2011

Maftir Jona in Gsybow Danke Chabad Lubavitch für diese Geschichte, sie ist zu 100% richtig. Unter den schlechtergestellten und vermeintlich "einfachen" Menschen, habe ich oftmals einen Anstand kennengelernt, den ich bei der pervertierten und verdorbenen Oberschicht schmerzlich vermisse. Reply

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