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Hölle am Weg in den Himmel

Hölle am Weg in den Himmel

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Die jüdische Vorstellung von „Hölle“ ist ganz anders als das was man sich im allgemeinen als totes Ende vorstellt – eine ewig schmerzvolle Konsequenz aus einem spirituell bankrotten Leben. Das hebräische Wort „Gehinom“ hat keine genaue deutsche Entsprechung, wird aber in der Regel ungefähr mit „Hölle“ übersetzt. Doch tatsächlich ist Gehinom ein Prozess der Restauration und Heilung, kein permanenter Zustand. Die Seele die in Gehinom eintritt, kann mit einer Person, die eine Therapie aufnimmt, verglichen werden – sich reinigend vom Negativen und sich vorbereitend ihr wahres Selbst anzunehmen.

Ein Kabbalist aus dem 17. Jahrhundert, Rav Naftali Bacharach erklärte: „Gehinom ist wie ein Schwamm; es saugt alles Negative auf, das sich während der Reise der Seele auf Erden an sie geklebt hat, und erlaubt dadurch der Seele zu ihrem originalen Status zurückzukehren.“ Gehinom ist also eine Station des Lernens – ein Prozess, durch den eine Seele letztlich Fortschritte macht, der sie in die Lage versetzt mit ihrem Ursprung eins zu werden.

Was ist eine Seele? Ein Wörterbuch definiert Seele als „geistigen Teil des Menschen, von dem angenommen wird, dass er weiter existiert nachdem der Körper stirbt“. Im Judentum wird die Seele als „Teil des Unendlichen“ betrachtet; durch das Leben sammelt sie Erfahrungen, Emotionen und Gedanken, die in ihrem Gedächtnis bleiben.

Leben wird am erfülltesten gelebt wenn der Körper und die Seele in Harmonie sind. Das Judentum versteht grundlegende Bedürfnisse als Manifestationen der Seele. Sehnsüchte nach Sinn, Intimität, Trost werden nicht ignoriert oder unterdrückt, sondern sie werden in einem seelenvollen Zusammenhang und in Ausgewogenheit ausgedrückt. Das ist einer der Gründe warum die Tora – G-ttes Plan für das Leben – sich auf physikalische Handlungen konzentriert. Sie ist kein Strafgesetzbuch, sondern eine Orientierung für die Seele, wie sie die Kräfte des Körpers nützen kann, um ihren Auftrag auf Erden zu erfüllen.

Menschen werden rein geboren. „Sehr gut“ ist die Bezeichnung mit der die Tora die Schöpfung des Menschen beschreibt. (Bereschit 1.31) Die Seele war, ist und wird immer G-ttlicher Besitz sein. Auch wenn wir von Zeit zu Zeit diese Reinheit verdunkeln mögen, werden wir schlussendlich zu diesem Zustand zurückkehren.

Wenn der Tod eintritt, kehren die physikalischen Elemente des Körpers zu ihrem Ursprung zurück, während die Seele zu ihrem Ursprung zurückkehrt. „Der Staub wird zur Erde zurückkehren wie er war, und der Geist wird zu G-tt zurückkehren, Der ihn gegeben hat.“ (Kohelet 12.7) Jüdische Mystik erklärt, wo, wann und wie diese Wiedervereinigung stattfindet. Der Grad an Harmonie zwischen Körper und Seele während des Lebens bestimmt die Erfahrungen der Seele nach dem Leben. Ist eine Seele ausgeglichen und erfüllt, tritt sie in einen Zustand des Garten Eden (des Paradieses) ein, wo die Seele mit ihrem Ursprung wieder vereint wird, losgelöst von Ego, Schmerz und Unmut.

Für Menschen, die in Verbindung mit ihrer Seele sind, ist Tod durchaus nicht schmerzvoll. Das Buch Sohar lehrt, dass die Schechina (die feminine G-ttliche Gegenwart) erscheint, wenn eine Seele ihren Körper verlässt, und die Seele geht in Freude heraus und grüsst sie. Möglicherweise erklärt das, warum fast alle Menschen, die aussagen, eine Nahtoderfahrung gehabt zu haben, ein helles Licht sehen und ein grosses Glücksgefühl beschreiben. Wenn hingegen die Seele während ihres irdischen Aufenthalts in Materialismus eingetaucht und verwurzelt wurde, entfernt sich die Schechina, und die Seele beginnt den Prozess alleine. Ein Teil dieses Prozesses ist die Erkenntnis, dass der Körper die Seele die ganze Zeit über zum Narren hielt. Der Talmud sagt: „Eine Person wird gemäß ihrer eigenen Kalkulation beurteilt“. Körper und Seele stehen in einer Beziehung zueinander und der Mensch entscheidet, welcher Teil die Entscheidungen des Lebens steuern wird. Letztlich werden alle Seelen eine Vereinigung erfahren, sowohl mit ihren Lieben, als auch mit dem Ursprung, von dem jede Seele kam. Der Unterschied liegt nur darin, wie jede einzelne Seele ankommt. Es kann sein, dass eine Seele für einen zweiten Durchgang auf die Erde kommt, je nachdem ob ihre besonderen Begabungen und Eigenschaften von einer neuen Generation benötigt werden, doch das ist ein anderes Thema für ein andermal.

von DovBer Pinson
Rabbi DovBer Pinson ist ein international anerkannter Autor, Lehrer und Redner. Er steht dem Iyyun Institut vor und lehrt am Jewish Learning Annex in Brownstone, Brooklyn jüdische Studien. Seitdem publizierte er vier Bücher welche sich mit den Themen Wiedergeburt, Meditation und "Die Kabbala von Musik" beschäftigten.
Abdruck mit freundlicher Genehmigung des omek Magazine Chabad/Zurich
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