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Rabbi Moses ben Maimon (1135-1204)

Rabbi Moses ben Maimon (1135-1204)

Der "RaMBaM"

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Rabbi Moses ben Maimon, Talmudgelehrter, halachische Autorität, Arzt, Philosoph und Gemeindevorsteher, der in der jüdischen Welt auch unter dem Akronym „Rambam“ und in der übrigen Welt als „Maimonides“ bekannt wurde, war eine der bedeutendsten Tora-Gelehrten in der Geschichte; auf seinem Grabstein waren die Worte zu lesen, „Von Moses bis Moses, gab es niemanden wie Moses.“

Maimonides wurde in Cordoba, Spanien, am 14. Nissan des Jahres 4895 nach der Schöpfung (1135) geboren; sein Vater, Rabbi Maimon, war der Dajan (hier Vorsitzender im Rabbinatsgericht) von Cordoba und ein Nachkomme von König David. Im Jahre 1148 kamen die fanatischen Muslime der Almohaden an die Macht und die jüdische Bevölkerung in ihrem Einflussbereich wurde verfolgt und dazu gedrängt zum Islam zu konvertieren. Die Familie des Rabbi Maimon floh aus Cordoba und wanderte zehn Jahre durch Südspanien und Nordafrika, sie lebte für fünf Jahre in Fes, Marokko, bevor sie sich gen Jerusalem und Hebron wandte und versuchte die Städte zu erreichen. Sie kam bis Fostat (Alt Kairo) in Ägypten.

Nachdem sein jüngerer Bruder David, ein Juwelenhändler, dessen Schiff im Indischen Ozean mit dem ganzen Familienvermögen untergegangen war, zu Tode kam, wurde Maimonides zum alleinigen Ernährer seiner Familie. Hierfür wandte er sich nun der Medizin zu, welche er in seiner Jugend studiert hatte. Aufgrund seiner Fähigkeiten wurde er zum Leibarzt des Großvisirs Alfadhil und des Sultans Saladin. Darüber hinaus veröffentlichte er eine große Anzahl medizinischer Schriften. Daneben fungierte er als Vorsteher der jüdischen Gemeinde Ägyptens.

Das erste bedeutende Werk, welches Maimonides verfasste, war ein Kommentar zur Mischna, den er in der arabischen Landessprache im Alter von 23 Jahren verfasste (und der die berühmten „dreizehn Glaubensartikel“ beinhaltet). Er schrieb auch einen umfassenden Kommentar zum Talmud (welcher jedoch verloren ging) und das Sefer haMizwot, dass die 613 Ge- und Verbote der Tora aufführt. Sein bedeutendstes Werk ist jedoch die Mischne Tora, eine 14-bändige kodifizierte “Wiederholung der Tora”. Es war die erste derartige systematische Kodifizierung und zugleich die umfassendste, die jemals niedergeschrieben wurde. (1984 initiierte der Lubawitscher Rebbe einen Zyklus der das tägliche Studium der Mischne Tora und des Sefer haMizwot zum Inhalt hatte. Das Ziel war es diese grundlegenden Werke tausenden von Juden weltweit zugänglich zu machen.)

Gegen Ende seines Lebens verfasste Maimonides sein berühmtes philosophisches Traktat, „Führer der Unschlüssigen.“ Maimonides verstarb am 20. Tewet des Jahres 4965 nach der Schöpfung (1204) und wurde in der Stadt Tiberias, im Heiligen Land beerdigt.

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