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Das große Herz des Levi Leviev

Das große Herz des Levi Leviev

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Levi Levievs Lebensgeschichte liest sich über weite Strecken wie ein Script zum Märchen „Vom Angestellten zum Millionär”, doch das Happy End an seiner Geschichte ist der Umstand, wie er sein enormes Vermögen einsetzt: Beobachter sprechen von jährlich bis zu 30 Millionen Dollar, die Leviev vor allem in der ehemaligen UdSSR und Israel für karitative Zwecke aufwendet.

Ursprünglich aus Usbekistan stammend, galt die Familie Leviev als wohlhabend, bis sie 1971 in Israel einwanderte und den drastischen Abfall ihres wirtschaftlichen Status erleben musste: Im Alter von 15 Jahren blieb der junge Leviev einmal übers Wochenende in seiner Jeschiwa, weil er nicht das Geld hatte, um für Schabbat nach Hause zu fahren. Ein Jahr später verließ Leviev die Schule und begann eine Lehre als Diamantschleifer. Nach Absolvierung des Armeedienstes öffnete er eine eigene Firma. Aus diesen bescheidenen Anfängen begann sein rapider Aufstieg - heute setzt sein Konzern allein im Diamantgeschäft mehr als 1,5 Milliarden Dollar um - und mischt daneben auch kräftig auf den internationalen Rohstoff-, Telekommunikations- und Immobilienmärkten mit.

Im Jahr 1989, mit dem Beginn der post-kommunistischen Ära, wollte Leviev seine Geschäftsaktivitäten auf Russland ausweiten. Um die Risken des russischen Markt wissend, fragte er seinen Mentor, Rabbi Menachem M. Schneerson s.A. aus Brooklyn um Rat. „Expandiere nach Russland, die Möglichkeiten sind groß” wurde er ermutigt „aber versprich mir, dass du, wenn du Erfolg haben wirst, alles tust, um Russlands Juden zu helfen.” Leviev hatte Erfolg, großen Erfolg und er löste sein Versprechen ein. Im Andenken an seinen Vater, Avner Leviev, gründete er eine Organisation namens „Or Avner”, die in der ehemaligen Sowjetunion neben Suppenküchen und Lebensmittelverteilungen vor allem ein beispielloses Netzwerk an Kindergärten und Schulen leitet. In den 66 Or Avner-Zentren lernen rund 13.000 Kinder, die hochmoderne technologische und pädagogische Ausstattung der Schulen ist sensationell für lokale Verhältnisse.

„Eine fundierte jüdische Erziehung für jedes Kind” heisst dann auch das erklärte Ziel des großen Philanthropen, der sich privat in großer Bescheidenheit übt und Medienkontakt strikt meidet.

Leviev und die bucharische Gemeinde

Seinem Herzen sehr nahe ist Leviev die eigene bucharische Gemeinde, er hilft seinen Landsleuten, woimmer Bedarf besteht. Als er vor zwei Jahren die Gemeinde der bucharischen Juden in Queens, New York, besuchte, war er entsetzt, als er hörte, dass tausende Kinder der Gemeinde im öffentlichen Schulsystem lernen. Leviev bot an, die jüdische Erziehung von hunderten Schülern zu sponsern, doch wie sich herausstellte, war nicht das Schulgeld der jüdischen Schulen das Problem, sondern deren niedriges Niveau. Leviev veranstaltete ein Fundraising-Dinner - und als das rund 2 Millionen Dollar einbrachte, legte er dieselbe Summe aus seiner eigenen Tasche dazu, um ein qualitativ hochstehendes Erziehungssystem zu schaffen.

Bei all diesen Mammut-Projekten verliert Leviev nie den Blick für die Not des Einzelnen: Als eine 27-jährige Russin bei einem eigentlich gegen Juden gerichteten Attentat schwer verletzt wurde, übernahm Leviev sofort die Kosten für ihre medizinische Betreuung. Er ließ sie nach Israel ausfliegen, wo sie von einem weltweiten Expertenteam behandelt wurde. Unter anderem gelang es, das Augenlicht der jungen Dame wiederherzustellen.

Das Geheimnis des Erfolges

„Leviev betrachtet seine Zuwendungen nicht als Spende” hört man aus dem Kreis seiner Vertrauten „Er handelt in der Überzeugung, dass er „Zedaka” übt - ein jüdischer Begriff, der vom Wort „Gerechtigkeit” stammt. Das Geld ist für ihn nur bedingt Privateigentum, es wurde ihm anvertraut, um damit möglichst viel Gutes zu tun.”

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1 Kommentar
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Ludwig Jaffe via chabadberlin.de 27. Juni 2008

Nur wenige sind mit Reichtum gesegnet Levi Leviev ist sicher ein sehr gutes Vorbild, doch gelingt ihm seine Groszügigkeit nur, wel er sehr viel Geld hat. Die meisten von uns, kommen zwar mit ihrem Geld aus, baruch Haschem, doch bleibt nicht viel für große Taten, und so sind es kleine Dinge, die wir tun können, die meist so klein sind, dass sie meist nicht erwähnt werden, und darauf kommt es nicht an. Es ist edler zu spenden, ohne dafür Ehre und Rum zu erhalten, doch ist fraglich, wohin man am besten Zedaka gibt, denn die Mittel sollten bestmöglichst eingesetzt werden, und einen Multiplikator haben.

Gut Schabbes! Reply