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Auf Kurs gehen

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Angenommen, ein Kind wächst in einem Haus auf, in dem alle schreien. Es ist kaum vorstellbar, dass das Kind nicht schreit. Oder es lebt in einem Haus, in dem die Moral schlecht ist. Dann wird die schlechte Moral zu seiner zweiten Haut, die es nur schwer abstreifen kann.

Die Juden in Ägypten standen auf einer sehr niedrigen spirituellen Ebene. Sie waren daran gewöhnt, Knechte zu sein. Nun erzählt ihnen Mosche, die Erlösung sei nahe. Aber sie waren apathisch und gar nicht an Freiheit interessiert. Sie hielten Knechtschaft und Unmoral für normal, denn sie hatten Hunderte von Jahren so gelebt. Man sollte annehmen, ein Volk, das einer Offenbarung würdig ist, sei spirituell hoch entwickelt. Leider traf das auf die Juden nicht zu.

Was tun? Haschem musste sie aus ihrem spirituellen Schlummer wecken. Also wirkte er Wunder (Plagen usw.), um ihre Aufmerksamkeit zu erregen. Es war, als klatsche ein Lehrer in die Hände, weil die Klasse zu laut ist. Außerdem wollte Haschem den Juden durch die Wunder zeigen, dass er existiert.

Haben die Wunder das Volk spiritueller gemacht? Natürlich nicht. Der Lehrer hat den Kindern mit dem Händeklatschen ja nichts beigebracht. Aber er hat wenigstens die Lernbedingungen verbessert.

In einer amerikanischen Fernsehserie wurden jugendliche Straftäter in ein Gefängnis für Schwerverbrecher gebracht, damit sie die Lebensverhältnisse dort kennen lernten und sahen, wie schrecklich es in einem Gefängnis zugeht. Die Jugendlichen waren schockiert. Dadurch wurden sie nicht besser, aber sie waren jetzt bereit, sich belehren zu lassen.

Auch die Juden in der Pessach-Geschichte waren schockiert. Ihr spiritueller Zustand wurde nicht besser, aber er wurde entlarvt. Jetzt konnten sie an sich arbeiten. Sie durften nicht mehr wie Knechte denken, sondern mussten nach Freiheit streben. Man braucht Selbstvertrauen und Selbstachtung, um frei zu sein. Wir können einem Knecht die Freiheit geben; aber wir müssen auch dafür sorgen, dass er nicht mehr wie ein Knecht denkt. Wie geschah das? Nun, Haschem teilte das Meer.

Was bedeutete die Teilung des Meeres? Der Ozean sieht aus wie ein gigantisches, einheitliches Gewässer, wie eine riesige Badewanne, auf der Schiffe fahren. Wer im Meer taucht, sieht eine ganze Welt samt Ökosystem. Es gibt mehr Meereslebewesen als Landlebewesen! Die Welt des Meeres ist überaus schön.

Das Teilen des Meeres symbolisiert die Befreiung unseres verborgenen Potenzials. Wie sehen nicht mehr die Oberfläche, sondern den Kern. Und dort liegt ein gewaltiges Potenzial. Gehen auch Sie unter die Oberfläche. Entdecken Sie Ihre mächtige, würdige Seele. Das „dünne Ich“ in Ihnen. Das ___ in Ihnen. Das Meer symbolisiert das herrliche Potenzial gleich unterhalb der Oberfläche. Es ist nur so weit verborgen, dass man glauben könnte, es sei nicht vorhanden.

Als Haschem das Meer teilte, so dass wir seinen Grund sehen konnten, schickte er uns eine Botschaft: „Ihr Juden habt ein enormes Potenzial. Ihr braucht nur euer eigenes Meer zu teilen und eure Energie anzuzapfen. Glaubt nicht, dass ihr Knechte seid und keine Hoffnung habt.“ Dieses Erlebnis zerbrach die letzten Ketten der Knechtschaft, und es war die Vorstufe zum Sinai. Haschem sagte: „Ich werde auch die Tora geben, die Übungen enthält, mit denen ihr euer Potenzial befreien könnt“. Die Mizwot sind unser Tauchanzug. Jede Mizwa hilft uns, Kontakt mit einem Teil unserer Seele aufzunehmen, mit dem Schatz, der unter der Oberfläche liegt. Wenn Sie nicht verstehen, wie eine Mizwa das erreicht, müssen Sie in das Meer der Tora eintauchen.

Haschem gab uns eine siebenwöchige Brücke von Pessach bis zum Empfang der Tora. Er sagte: „Schön, jetzt seid ihr aufmerksam. Aber das habe ich getan - ihr seid dadurch nicht besser geworden. Jetzt müsst ihr euch läutern. Wir werden jede Woche an einem anderen Aspekt eurer Persönlichkeit arbeiten - an der Güte, an der Disziplin, an der Ausdauer und so weiter. Bis ihr an Schawuot bereit für die Tora seid.“

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