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Rejsch – Das Böse

Rejsch – Das Böse

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Der Ramban (Rabbi Moische ben Nachman)1 hatte einen Schüler, Reb Avner, der unglücklicherweise zum Christentum konvertierte und ein hochrangiger Beamter um Hof des Königs von Spanien wurde.2

Als der Ramban seine Handlungen in Frage stellte, entgegnete Avner: „Ich wandte mich wegen Ihnen vom Judentum ab … Sie lehrten uns, dass alle Gesetze der Tora, Wissenschaft und Geschichte in dem Tora-Abschnitt Haasinu3 versteckt sind … und ich weigerte mich daran zu glauben. Wie kann ein so kleiner Abschnitt derart mit Wissen angefüllt sein? Ihre Aussage brachte mich schließlich dazu die gesamte Tora abzulehnen.“ Der Raman hielt an seiner Aussage fest: „Was ich sagte, war die Wahrheit. Wenn du möchtest, so kannst du mit auf die Probe stellen.“ Avner fragte dann den Ramban, wo sein Name, Avner, in Haasinu erscheint. G’tt stattete Ramban mit g’ttlicher Weisheit aus und er nannte den folgenden Vers von Haasinu:4

Ich sagte, ich würde ihnen ein Ende bereiten. Ich werde bewirken, dass das wissen um ihre Person ausgelöscht wird.“ Der Ramban wies seinen früheren Studenten an, den dritten Buchstaben eines jeden Wortes, des Verses, zu nennen – woraus sich das Wort Avner ergibt.

Avner realisierte, dass sein Lehrer recht hatte und fragte den Ramban, ob er für seine sünden Teschuwa tun konnte. Der Ramban entgegnete, „Deine Umkehr liegt genau in dem Satz, den ich gerade zitiert habe.“ Reb Avner nahm ein Boot und stach in See, ohne dass er von einem Bootsmann oder Kapitän begleitet worden wäre. Es wurde niemals wieder etwas von ihm gehört.

Der Rebbe erklärt,5 dass der dritte Buchstabe des ersten Wortes, des benannten Verses, der Buchstabe Reisch ist, was für Reb (oder Rabbiner) steht. Was das Faszinierendste an dieser Geschichte ist, wie sie in der Tora verborgen ist, dass sie den ehrbaren Titel Reb einschließt den er sich durch seine Umkehr verdiente. Tatsächlich, schließt der Rebbe, trug er auch vor der Umkehr den Titel Reb.

Design

Der zwanzigste Buchstabe des Aleph-Beis ist der Buchstabe Reisch. Die Form des Reisch gleicht einem Menschen, der sich nach vorn beugt; ein bedürftiger Mensch. Das Reisch setzt sich aus zwei Linien zusammen, einer horizontalen und einer vertikalen. Es ähnelt dem Dalet wirklich sehr, doch hat das Dalet ein Jud an der rechten oberen Ecke, welches dem Reisch fehlt.6 Wie wir in dem Kapitel zum Buchstaben Dalet erklärt haben, Das Jud steht für jemand, der sich G’tt unterwirft und sich an jeden Buchstaben des Gesetzes hält. Die beiden Linien des Reisch stehen für Intellekt und Sprache.7 Sie stehen aber für die eigene Genugtuung, da sie nicht mit einem Jud verbunden sind – sie können den Menschen auch degenerieren, so dass er korrupt und böse wird. Die Gedanken und die Sprache so eines Menschen sind oft daraufhin ausgerichtet, dass er Anderen Schmerzen zufügt und sich gegen sie wendet. Diesbezüglich zieht er die grundlegendsten Fähigkeiten in Tiefen, die sich immer weiter von Heiligkeit entfernen.

Die Abwesenheit des Jud ist auch noch in einer weiteren Beziehung bedeutsam. Das Jud steht für Olam HaBa, die kommende Welt. Der Talmud sagt uns,8 dass G’tt die physische Welt mit dem Buchstaben Hei erschaffen hat und dass er die kommende Welt mit dem Buchstaben Jud erschaffen wird. Ein Dalet ist jemand, der immer vor Augen hat, dass es einen Tag des Gerichtes geben wird. Darum geht er mit seinen Gedanken und Taten sorgsam um. Ein Reisch ist ein Mensch, der sich nicht darum sorgt, was er tut. Er nimmt keine Rücksicht bei seinen Gedanken und seiner Sprache, weil er nicht an den ultimativen Tag des Gerichtes glaubt, für den das Jud steht.

So ist das Reisch das unheilige Gegenteil von Dalet.9 Wenn im Wort Echad anstelle des Dalet ein Reisch verwendet, wird das Wort zu Acher, anders. Das bloße entfernen des des Juds vom Dalet verändert das Konzept des „einen G’ttes“ in „andere Götter“, oder Götzendienst. Durch das Entfernen des Juds erklärt man folglich, den eigenen Glauben an andere Götter, der Midrasch sagt uns hierzu, dass es wäre, als wenn jemand „Welten zerstört.“

Wir finden die entgegen gesetzte Situation im Hinblick auf die Geburt von Joseph. Als Joseph geboren wurde, sagte seine Mutter, unsere Matriarchin Rachel: „Joseph li HaSchem ben Acher“ – G’tt, gewähre mir noch einen weiteren Sohn (Ben). In Hebräisch bedeutet das Wort Joseph (hinzufügen). Der Tzemach Tzedek erklärt, dass es die Mission eines jeden Juden ist, einen Menschen zu ändern, der „anders“ ist, der die Heiligkeit nicht würdigt, in jemanden, der ein Sohn ist (ein Kind von G’tt). Mit anderen Worten, wir müssen einen Acher in einen Echad verwandeln, einen Menschen, der eins mit G’tt ist.

Gematria

Der Zahlenwert von Reisch ist zweihundert. Es heißt im Talmud, dass ein bedürftiger Mensch Zedaka von einer Synagoge einsammeln darf, wenn er keine zweihundert Sus besitzt.10 In dem Moment, wo der Bedürftige zweihundert Sus besitzt, kann er nicht mehr als Armer bezeichnet werden.

Bedeutung

Das Wort Rasch steht für jemanden, der arm ist. Diese Bedeutung wird in der berühmten Geschichte von König David illustriert, nachdem er Bat Schewa geheiratet hatte.11 Bat Schewa war die Frau eines Soldaten aus dem Heer von König David, den dieser an die vorderste Frontlinie gesandt hatte, wo er umgehend starb. Der Prophet Nathan kam zu David und wies ihn zurecht. Er erzählte ihm folgende Parabel: „In einer Stadt gab es zwei Männer, der eine war reich und der andere arm. Der reiche Mann hatte viele Herden und der arme Mann nichts, außer einem Lamm … Der reiche Mann nahm sich das Lamm des Armen …“ Im Hebräischen lautet “und der arme Mann hatte nichts” – „v’larasch ein kol …“ Somit steht Reisch / Rasch für Armut.

Die Armut des Reisch ist schlimmer als die Not des Dalet, ein Dal – der ebenfalls ein mittelloser Mensch ist. Der Arme, der durch das Dalet verkörpert wird, hat noch etwas Geld, aber der Rasch hat überhaupt nichts mehr.

Im Talmud heißt es:12 „Es gibt keinen armen Menschen, außer jemand ist arm an Wissen.“ Das Reisch ist weit weg von G’tt. Er trägt unverhohlene, böse Gedanken in sich und spricht negativ. Er ist unterhalb des Levels Geld zu besitzen oder nicht. Er ist spirituell mittellos; der Ärmste der Armen.

Der Talmud sagt uns,13 dass das Reisch auch für das Wort Rascha, welches böser Mensch bedeutet, steht. Wir wissen darum, dass, wenn ein fehlgeleiteter Mensch umkehrt, er zu einem Baal Teschuwa wird, und dann höher als ein Zaddik steigt. Dann hat das Reisch nicht mehr den Status eines Rascha, sondern den von Rosch, oder „Kopf.“ Dieses Konzept ist auch in seiner Form und in der Gematria verborgen, wie es noch erklärt werden.

Wenn man die Linie des Reisch weiterführt, so wird es zu einem Kaf, der für die Sefira von Kesser (Krone) steht.14 Indem dies getan wird, wird das Reisch auf das Level von Kesser erhoben. Dies ist verborgen in der Tatsache, dass Reisch auch für Rosch (Kopf)15 steht und auf den oberen Teil des Kopfes wird die Krone gesetzt. Darüber hinaus ist der Zahlenwert von Reisch (200) der zehnfache von Kaf (Kesser) (20).

Das Reisch, manchmal arm und manchmal schlecht, besitzt die Fähigkeit Teschuwa zu tun. Es kann von seinem Schlummer erwachen und umkehren. Das Reisch kann wirklich in den Rosch verwandelt werden: den Kopf des jüdischen Volkes.

Fußnoten
1.
(1194-1270) Barcelona, Spanien.
2.
Seder HaDoros, S. 214; siehe ebenfalls Emek HaMelech, Schaar Rischon, Kap. 4.
3.
Dwarim, Kap. 32, welches aus 52 Versen besteht.
4.
Ebenda, 32:26.
5.
Toras Menachem 5742, Bd. 1, S. 109.
6.
Dies schließt nicht das Jud auf der linken Seite des Reisch aus, das Jud, oder der Anfangspunkt, den jeder Buchstabe besitzt.
7.
Siehe Kapitel zum Buchstaben Hei.
8.
Menachos 29b.
9.
Siehe Kapitel zum Buchstaben Dalet.
10.
Pea 8:8.
11.
II Schmuel 12:1-3.
12.
Nedarim 41a.
13.
Schabbat 104a.
14.
Siehe Kapitel zum Buchstaben Kaf.
15.
Sefer HaArachim Chabad, Osios, Buchstabe Reisch, S. 376.
von Aaron Leib Raskin
Rabbiner Aaron Leib Raskin wurde in Brooklyn, New York geboren. Er besuchte die Vereinigten Lubawitscher Jeschiwa und studierte am rabbinischen College of America in Morristown, NJ 1986. Als Chabad-Lubawistch Abgesandter, half Rabbi Raskin der Gemeinde B'nai Avraham in Brooklyn Heights sich im Jahr 1988 zu gründen, wo er als geistiger Führer arbeitete. Seine wöchentlichen Lesungen werden von Richtern, Anwälten, Ärzten und Menschen aus ganz New York gut besucht. Er ist Autor eines breiten Spektrums jüdischer Themen, von denen er mehr als 180 Audio-Kassetten aufnahm.
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