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Kuf - Der Affe

Kuf - Der Affe

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Der Rebbe, Rabbi Schmuel von Lubawitsch, rief nach seinem Schamesch,1 Ben-Zion, und fragte ihn:

„Hast du heute gegessen?“

„Ja“, antwortete er, „ich habe gegessen.“

„Hast du gut gegessen?“

„Gut? Ich bin satt geworden, Baruch HaSchem.“

„Und aus welchem Grund hast du gegessen?“

„Um zu leben.“

„Und aus welchem Grund lebst du?“

„Um ein guter Jude zu sein und das zu tun, was G’tt von mir verlangt.“ Dann seufzte er.

„Bitte sende mir Ivan“, schloss der Rebbe. Als der Kutscher erschien, fragte ihn der Rebbe: „Hast du heute gegessen?“

„Ja“, antwortete er.

„Hast du gut gegessen?“

„Ja.“

„Und aus welchem Grund hast du gegessen?“

„Um zu leben.“

„Und aus welchem Grund lebst du?“

„Um Vodka zu trinken und zu essen.“

Als Ivan gegangen war, wandte sich der Rebbe zu seinen Kindern: „Ihr seht, dass Ben-Zion isst, um zu leben, und lebt, damit er ein guter Jude sein und tun kann, was G’tt ihm befiehlt. Doch nicht nur das, er seufzt sogar, weil er fühlt, dass er G’tt möglicherweise nicht in der Form dient, wie er es tun könnte. Wohingegen Ivan des Vodkas und des Essens wegen lebt. Doch nicht nur das, er lacht, weil er sich die Freude vorstellt, die er erfährt, wenn er trinkt und isst, und dieser Freude wegen lebt er.“2

Design

Der neunzehnte Buchstabe des Aleph-Beis ist das Kuf. Die Form des Kuf ähnelt dem Hei. Aber während das Hei für Heiligkeit steht, stellt das Kuf das genaue Gegenteil, Kelipa, dar. Beide haben zwei Linien, zwei vertikale und eine horizontale. Diese drei Linien stellen im Buchstaben Hei das Denken, das Sprechen und das Handeln dar. Diese drei Linien finden wir auch im Buchstaben Kuf, doch stehen sie hier für schlechte Gedanken, eine böse Sprache und üble Handlungen. Diese negativen Eigenschaften werden mit der Form des Kuf illustriert. Sein langes linkes Bein reicht unterhalb der Grundlinie des Buchstaben. Es stellt jemanden dar, der sich unterhalb des Akzeptablen wagt, einen Menschen, der die fest umrissenen Grenzen der Tora verletzt.

Es ist gleichfalls bemerkenswert, dass der Kopf des Kuf ein Reisch ist (wohingegen es das Dalet ist, welches das Hei umfasst). Wir sagten zuvor, dass der Unterschied zwischen dem Dalet und dem Reisch das Jud, an der rechten Ecke des Dalet, ist, welches für G’ttlichkeit steht. Wenn man dies noch bedenkt, so ist der Unterschied zwischen der Heiligkeit des Hei und seinem Gegenteil, dem Kuf, noch ausgeprägter.

Der Sohar nennt die Buchstaben Kuf und Reisch die Buchstaben der Falschheit und Unreinheit. Wir stellen dies fest, wenn wir das Kuf und das Reisch verbinden, so entsteht das Wort Kar welches „kalt“ bedeutet. Kälte steht für das Gegenteil von Heiligkeit und für Tod. Es ist dem Zustand der Wärme, Liebe und Hingabe entgegengesetzt. Wer lebt? „Und ihr, die ihr dem Ew’gen, eurem G’tt, nah gewesen seid, lebt heute.“3 Jemand der, in jedem Moment in seinem Leben mit G’tt verbunden war, ist warm und lebendig. Demgegenüber stellt Kälte einen „Abgrund“ – die Trennung zwischen dem Menschen und G’tt – und den endgültigen Tod dar.

Nun vertauschen wir das Kuf und das Reisch, woraufhin wir das Wort Reik erhalten. Reik bedeutet “leer.” Wie wir im Wochenabschnitt Wajeschew lesen:4 „Die Grube war leer (Reik); kein Wasser war in ihr.“ Raschi erklärt, dass dort Schlangen und Skorpione in der Grube waren. Warum sollten wir annehmen, dass die Grube Schlangen und Skorpione enthielt, wenn sie die Tora nicht ausdrücklich erwähnt? Raschi antwortet mit einer Frage: „Ist es nicht offensichtlich, dass, wenn die Grube leer ist, kein Wasser in ihr ist? Die Tatsache, dass die Tora sagt, dass dort kein Wasser war, lehrt uns, dass dort Schlangen und Skorpione waren.“ Wir wissen, dass die Tora mit Wasser verglichen wird. Ohne Tora gibt es nur Gift und Verhängnis.

Gematria

Die Gematria des Kuf ist hundert. Darin finden wir auch das Konzept des Todes. Der Talmud5 erzählt über eine Zeit, als täglich 100 von König Davids Soldaten an einer Epidemie starben. David flehte G’tt um Hilfe an. G’ttes Antwort zielte darauf ab, jeden Tag einhundert Segenssprüche zu sagen. Dieses veranlasste David, um den einhundert Toten entgegenzuwirken. Die einhundert Segenssprüche sind in dem Vers versteckt: „Was (Mah) fragt dich G’tt?“6 Das Wort Ma, „was“, kann auch als Meah, was wörtlich „einhundert“ meint, gelesen werden. Was fragt dich G’tt? Nur täglich die einhundert Segensspüche zu sagen. Und wie kommen diese einhundert Segenssprüche zusammen? Indem man das Schmone Esre Gebet (die Amida) dreimal am Tag spricht, welches neunzehn Berachot, also zusammen siebenundfünfzig, enthält. In den Morgengebeten gibt es zusätzliche sechsundzwanzig Berachot. Das Maariv Gebet enthält weitere vier. Das Birkat HaMason hat weitere „vier“ Segenssprüche, plus die beiden, welche man beim Waschen der Hände und bei dem Segensspruch über das Brot sagt. Somit ist es eigentlich ziemlich einfach einhundert Brachot pro Tag zu sagen. Das Kuf, einhundert, steht für den Tod. Aber wenn man täglich diese einhundert Berachot sagt, kann man eine negative Verfügung in eine Feier für das Leben umwandeln.

Bedeutung

Das Wort Kuf bedeutet im Hebräischen Affe. Was ist ein Affe? Ein Imitator, wie ein bekanntes Sprichwort sagt: „Der Affe sieht, der Affe tut.“ Der Buchstabe Kuf ist ebenfalls ein Imitator. Es ahmt den Buchstaben Hei nach. Es ist das ausgestreckte linke „Bein“ des Kuf und das Reisch für seinen Kopf, welche den Unterschied zwischen Leben (Hei) und Tod ausmachen.

Erinnern wir uns an die Geschichte im Sohar, jeder Buchstabe des Aleph-Beis wandte sich an G’tt, als dieser die Welt erschuf, und sprach, „G’tt, erschaffe die Welt mit mir.“ Als das Schin vor G’tt erschien, sagte Er, „Ich kann die Welt nicht mit dir erschaffen, da das Wort Scheker (Falschheit) mit dir gebildet wird.“

Auch wenn der Buchstabe Schin heilig ist, so ist doch die Tatsache, dass es mit Kuf und Reisch verbunden ist, ein Makel. Folglich konnte die Welt nicht mit dem Buchstaben Schin erschaffen werden. Aber wenn das Kuf und das Reisch selbst für Falschheit und Unreinheit stehen, wofür benötigen sie dann das Schin? Weil das Schin der Buchstabe der Wahrheit ist. Und wenn Falschheit sich nicht in irgendeiner Weise an die Wahrheit bindet, kann sie nicht bestehen. Ohne die Wahrheit wird eine Lüge einfach lächerlich. Darum müssen sich das Kuf und das Reisch mit dem Schin, dem Buchstaben der Wahrheit, verbinden, um eine lebensfähige und überzeugende Unwahrheit zu formen.

Es liegt in der Verantwortung des Menschen, das Wort Scheker in das Wort Keresch zu transformieren. Keresch setzt sich aus denselben drei Buchstaben zusammen, aber es bedeutet “Balken.” Als die Juden in der Wüste waren, nutzten sie Keraschim (Balken) um den Mischkan, oder das Haus G’ttes, zu konstruieren. Die Tora erzählt uns, dass diese Balken aus Atzei Schitim, Akazienholz, waren. Die Kommentatoren fragen, „Wie ist es möglich, dass das jüdische Volk, bei der Flucht aus Ägypten, Akazienholz in der Mitte der Wüste finden konnte?“ Die Antwort ist, dass Jacob, durch g’ttliche Inspiration sah, dass die Juden Akazienholz brauchen würden. Er pflanzte diese Bäume, als er 210 Jahre zuvor nach Ägypten hinabzog. Warum nun aber Akazienholz? Warum nicht Eiche oder Pinie?

Das Wort Schitim (Akazie) bedeutet in Hebräisch Schtuss, Torheit. Es heißt im Talmud, dass jemand nicht sündigt, bis ihn der Geist der Torheit erreicht hat.7 Mit anderen Worten, ein Jude möchte von Natur aus nicht, noch kann er seine Beziehung zu G’tt auflösen. Es ist nur der Geist der Torheit, der ihn zu diesen Handlungen führt. Solch ein Mensch mag sagen, „Wer interessiert sich für einen Haufen alberne Regeln? Was kümmert es G’tt, ob ich Schabbat-Kerzen entzünde oder nicht? Was für einen Unterschied macht es, ob ich koscher esse oder Tefillin anlege? Es hat keinen Einfluss auf mein Leben.“ Aufgrund dieser irrationalen Art zu denken, wird ein Mensch zum Sündigen kommen.

Die Antithese des irrationalen Denkens, welches dazu führt zu sündigen, ist suprarationales Denken, das zu großen und lobenswerten Leistungen führt. Wie der Talmud sagt,8 es gab einen Weisen, Reb Schmuel bar Rav Jitzchak, der drei Myrtenzweige jonglieren würde, um die Mitzwa zu erfüllen, die Braut und den Bräutigam zu erfreuen. Die anderen Weisen machten sich über ihn lustig. „Wie kannst du so etwas tun? Du bist ein heiliger Weiser. Du bringst uns in Verlegenheit.“ Als dieser große Weise starb, schoss eine Feuersäule von seinem Grab in den Himmel. Seine Kollegen schlossen, dass er diesen Lichtblitz verdiente, durch seine „Torheit in der Welt von Heiligkeit.“

Dasselbe Konzept trifft auch auf den Mischkan zu. Die Torheit dieser Welt muss in eine Torheit transformiert werden, die suprarational ist. Man muss bereit sein G’tt zu dienen, auch wenn dies über die Rationalität hinausgeht.

Dies zeigt uns die Transposition der Buchstaben des Wortes Scheker in das Wort Keresch. Durch das Handeln gegen die „Ströme“ der Standards der Welt und der Selbsthingabe zur Reinigung der materiellen Welt, transformiert man Falschheit (Scheker) in die aufrechten Bäume des Akazienwaldes (Keresch), die das Heiligtum bilden. Durch dies bringt man G’ttlichkeit von den Himmeln und schafft ein Heim für G’tt hier auf der Erde.

Wir können diese Transformation auch auf das Chanukka-Fest beziehen. Es heißt im Talmud,9 dass man die Chanukka-Kerzen entzünden soll, wenn es dunkel wird. Bis zu welcher Zeit kann man Kerzen zünden? Der Talmud sagt, „Bis keine Füße mehr auf dem Marktplatz sind.“ Das Konzept des Fußes, oder des Beins, ist für den Buchstaben Kuf bedeutsam. Was finden wir auf dem Marktplatz? Eine Kavalkade von Füßen. Erinnern wir uns, der Fuß des Kufs geht über die Grundlinie hinaus; es sinkt unterhalb das Level der Tora. Tatsächlich ist ein Markplatz ein Platz des Chaos, einer Umgebung, wo G’tt kaum bekannt ist. Auf einem Platz der Falschheit kann die Entzündung der Chanukka-Kerzen die Dunkelheit auslöschen und den Bereich stattdessen mit Licht und Freude füllen. Indem wir die Chanukka-Kerzen zur vorgeschriebenen Zeit entzünden, erheben wir folglich den Fuß, der unterhalb der Ebene der Heiligkeit gefallen ist. Wir verwandeln die Negativität von herabgesetzten Gedanken, Sprache und Taten in ein Verhalten, das sich Seinem Gesetz fügt.

Folglich repräsentiert das Kuf Tod, sowie negative Gedanken, Sprache und Taten. Demgegenüber lädt es zur Transformation ein. Wie die Form des dreiseitigen Beis eine gewisse Spannung verkörpert, die im vierseitigen Mem aufgelöst wird, so ruft der Fuß des Kuf dazu auf, von seinem Standpunkt über den Horizont erhoben zu werden. Wir alle haben die Möglichkeit das Irrationale zu dem Suprarationalen zu verwandeln, hierfür richten wir unsere Gedanken, unsere Sprache und unsere Handlungen einzig auf G’tt und Heiligkeit aus.

Fußnoten
1.
Ein Diener.
2.
Kovetz Michtavim, veröffentlicht mit Sefer Tehillim, Ohel Yosef Yitzchak, Kehot Publication Society, Brooklyn, NY. Letter dated the 15th of Tevet, 5703, S. 216-218.
3.
Dwarim 4:4.
4.
Bereschit 37:24.
5.
Menachos 43b; Shulchan Aruch des Alter Rebbe, Bd. I, Kap. 46:1.
6.
Dwarim 10:12
7.
Sota 3a; Tanja, Kap. 24. Siehe ebenfalls das Maamar Basi LeGani, Kap. 3, (in der Übersetzung, Kehot Publication Society, Brooklyn, NY, 1990).
8.
Kesubos 17a.
9.
Schabbat 21b.
von Aaron Leib Raskin
Rabbiner Aaron Leib Raskin wurde in Brooklyn, New York geboren. Er besuchte die Vereinigten Lubawitscher Jeschiwa und studierte am rabbinischen College of America in Morristown, NJ 1986. Als Chabad-Lubawistch Abgesandter, half Rabbi Raskin der Gemeinde B'nai Avraham in Brooklyn Heights sich im Jahr 1988 zu gründen, wo er als geistiger Führer arbeitete. Seine wöchentlichen Lesungen werden von Richtern, Anwälten, Ärzten und Menschen aus ganz New York gut besucht. Er ist Autor eines breiten Spektrums jüdischer Themen, von denen er mehr als 180 Audio-Kassetten aufnahm.
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