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Pej - Kommunikation

Pej - Kommunikation

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Eines Morgens wachte in Israel ein 15jähriges Mädchen auf und bemerkte, dass es nicht mehr sprechen konnte. Nach drei Tages des Schocks und der Verzweifelung brachten sie ihre Eltern zu einem der besten Ärzte Tel Avivs. Der Doktor untersuchte sie. Dann sprach er zu Vater und Mutter, “Es ist nicht möglich, dass dieses Mädchen jemals gesprochen hat, denn sie hat keine Stimmbänder.” Die Eltern widersprachen umgehend und sagten, dass ihre Tochter fünfzehn Jahre lang gesprochen habe! Trotzdem sagte der Doktor, dass er ihr überhaupt nicht helfen könne.

Nach vielen Monaten und zahllosen Besuchen bei den besten Spezialisten war die letzte Hoffnung der Familie ein Doktor in England. Auch er resümierte, dass der Fall des Kindes hoffnungslos ist. Zufällig traf die Familie auf ihrer Reise einen Chabadnik. Er riet ihnen, dass sie den Lubawitscher Rebbe treffen sollten.

Der Vater zögerte, aber die Mutter bestand darauf. Sie begann zu telefonieren und ihre Reise in die Vereinigten Staaten vorzubereiten. Die Familie ging ins Büro des Rebbe und die Mutter begann sofort unkontrolliert zu weinen. Nach mehreren Minuten fand sie wieder zu sich und erzählte dem Rebbe ihre Geschichte. Der Rebbe bat die Eltern den Raum zu verlassen, damit er mit dem Mädchen allein reden konnte. Er sagte zu ihr, „Ich weiß, dass du ein intelligentes Mädchen bist und verstehen wirst, was ich zu sagen habe. In deiner früheren Gilgul, hast du viele Dinge getan, die nicht sonderlich gut waren. Aber was sie waren, ist nicht bedeutend. Wichtig ist, dass du weißt, dass im Himmel entschieden wurde, dass es deine Strafe war, auf diese Welt zu kommen und als Stummer geboren zu werden. Jedoch, weil du mit großen und heiligen Ahnen gesegnet wurdest, hast du, aufgrund ihrer Verdienste, die Fähigkeit gehabt fünfzehn Jahre zu sprechen. Von nun an wird es dir nicht mehr möglich sein zu sprechen … es sei denn, dass du zustimmen würdest und deinen Mund dazu benutzen wirst, mit anderen Kindern über die Einhaltung des Schabbat zu sprechen. Wenn du zustimmst, so wirst du wieder sprechen können. Bist du damit einverstanden?“

Das Mädchen nickte. Der Rebbe sagte, „Gut, wir haben ein Geschäft?“ Das Mädchen öffnete seinen Mund … und sprach das Wort „Ja.“ Von diesem Tag an versammelte das Mädchen – welches nun eine erwachsene Frau ist – an jedem Schabbat Kinder, um zu ihnen über die Heiligkeit des Tages zu sprechen.1

Design

Der siebzehnte Buchstabe des Aleph-Beis ist das Pei. Die Form des Pei ähnelt einem Mund mit einem Zahn, der aus seinem oberen Kiefer hervortritt. Um die Bedeutung dieser Form zu verstehen, ist es nötig auf eine biblische Geschichte hinzuweisen und den bildlichen Vergleich zwischen den Buchstaben Pei und Kaf zu ziehen. Ein kurzer Blick zeigt, dass das Kaf dem Pei sehr ähnelt; nur der "Zahn" des Pei fehlt beim Kaf.

Im Buch Schemot2 sagt Pharao, dessen Name mit einem Pei beginnt, “Last uns [die Juden als Sklaven halten] aus Furcht, dass sie sich vermehren werden.” Das hebräische Wort für „aus Furcht“ ist Pen: Pei-Nun. G’tt war mit der Erklärung Pharaos unzufrieden, so entfernte er den Zahn des Pei im „Pen“ Pharaos, wodurch ein Kaf entstand. Nun war das Wort nicht länger Pen („aus Angst“), sondern Ken: Kaf-Nun, was „sicherlich“ bedeutet. Sicherlich werden sich die Juden vermehren.3

Gematria

Die Gematria von Pei ist achtzig. Wie es in Pirkei Avot heißt:4 „Wenn jemand achtzig Jahre alt ist, so hat er eine besondere Stärke erreicht.“ Darum finden wir: „Achtzigtausend Menschen mit dem Namen Aaron folgten Aaron zu seiner Ruhestätte.“5 Der Grund dafür, dass dort achtzigtausend Menschen mit dem Namen Aaron waren, ist der folgende: Wir wissen, dass Aaron ein großartiger Redner war. Als G’tt Moses darum bat, mit Pharao zu sprechen, erhob Moses Einwände und sagte, dass er eine Sprachbehinderung hatte. G’tt antwortete, „Ist dort nicht dein Bruder, Aaron der Levite? Ich weiß, dass er gut reden kann.“ Aarons verbale Fähigkeiten dienten ihm auch als Eheberater. Wenn es in einer Ehe einen Streit gab und der Ehemann oder die Ehefrau ging, kam Aaron der Friedensstifter, und schlichtete mit einfühlsamen Worten. Als das wiedervereinigte Paar seinem nächsten Sohn den Namen gab, sagte es immer, ohne Ausnahme, „Wir werden unser Kind nach Aaron, dem Hohepriester, nennen.“ Er söhnte so viele tausend Paare aus, dass tausende Kinder Aaron genannt wurden. Folglich steht die Zahl achtzig (tausend) für die besondere Stärke des Pei, des Mundes.

Moses war achtzig Jahre alt, als er die Juden aus Ägypten führte und achtzig, als er ihnen die Tora übermittelte.

Bedeutung

Der Buchstabe Pei bedeutet „Mund“ – Peh. Den Mund benutzen wir zum Sprechen, und der Zweck des Sprechens ist es mit anderen Menschen zu kommunizieren. Die Fähigkeit zu kommunizieren ist der wesentliche Aspekt der Stärke des Pei.

Sprache hat ungeheure Kraft. Ein König herrscht mit seinen Worten. Doch auch eine gewöhnliche Person kann mit ihren Worten viel bewegen. Worte des Lobes können eine Person in die größten Höhen heben, und mit nur einem einzigen verleumderischen Wort kann das Ansehen eines Menschen zerstört werden.

Dem Baal Schem Tow gemäß hat jeder im Buch der Psalmen einen Psalm – seinem Alter entsprechend.6 Wenn ein Mensch zum Beispiel 80 Jahre alt ist, so sollte er den Psalm 81 sagen. Im Psalm 81 heißt es: „Ich bin G’tt, dein G’tt, Der dich aus Ägypten erhoben hat. Weite deinen Mund und Ich werde ihn füllen.“ Hier stellen sich zwei Fragen. Zuerst, was befähigt uns den Mund zu weiten? Der Mund hat nur eine bestimmte Größe. Wie kann man den Mund über seine normale Maß hinaus weiten? Zweitens, warum heißt es, „Ich bin G’tt, Der dich aus Ägypten erhoben hat.“ Im Buch Schmot ist zu lesen,7 “Hotzeisicha – Ich führte dich hinaus”, nicht wie es im Psalm heißt, „Ich erhob dich.“ Was ist also die Verbindung zwischen diesen beiden Textstellen? Und zudem, was ist die Verbindung zwischen einem achtzigjährigen Menschen und Psalm 81?8

Wie zuvor dargelegt spielt das Wort Ägypten, Mitzrajim, auf Grenzen an, einen begrenzten Platz. Ein Jude muss wissen, dass G’tt ihn an jedem Tag seines Lebens von seinen Ketten in Ägypten befreit („ihn herausführt“), aber ihm auch die Möglichkeit gibt, eine noch höhere Ebene zu durchbrechen ([ihn darüber zu] „erheben“). G’tt gibt einem Juden die Möglichkeit über seine physischen Grenzen und über die Natur hinauszugehen. Auf dies wird in der Aussage, „weite unsere Münder“, angespielt.9

Erinnern wir uns, dass der Buchstabe Beis, mit dem die Tora beginnt, drei Seiten hat. Das Fehlen der vierten Seite zeigt uns, dass die Welt unvollkommen ist. Der Jude hat die Fähigkeit und die Verantwortung die g’ttliche Schöpfung zu vervollständigen, über das hinauszugehen, wo er meint, dass es möglich wäre, und die Welt zu komplettieren. Wir schaffen dies, indem wir unsere Münder weiten. Indem wir mit unseren Mündern G’tt loben, Tora lernen, beten und anderen positive Nachrichten überbringen, vervollständigen wir die Welt. So erfüllen wir unser Ziel, weswegen wir in diese Welt gekommen sind, indem wir die Natur transformieren und die Welt, in der wir leben, in einen besseren Platz verwandeln.

Diese Aufgabe wird durch die Nummer 81 gekennzeichnet. G’tt sagt uns, dass er uns aus Ägypten erhoben hat. Er erhob uns körperlich von dem „begrenzten Platz“, er spornte uns an uns von 80 nach 81 zu bewegen. Auch wenn wir achtzig sind und die Grenze unserer Stärke erreicht haben, gibt uns G’tt die Fähigkeit die Beschränkung zu durchbrechen und zur nächst höheren Ebene zu gelangen.

Deswegen kann man sagen, dass achtzig auch die Stärke in Führung und Charakter bedeutet. Ayin, worüber wir im letzten Kapitel sprachen, steht für Führung. Wenn du für zehn Jahre ein Führer gewesen bist, hast du alle Aspekte deiner Führungsqualitäten verbessert und kannst nun mit Autorität und Vertrauen führen.

Jeder hat die Fähigkeit zu kommunizieren und andere zu inspirieren. Man sollte nicht vor dieser Verantwortung zurückscheuen und sagen, "ich habe eine Behinderung." Moses hatte eine Behinderung, doch er offenbarte die Fähigkeit ein Volk mit vielen Millionen Menschen für vierzig Jahre zu führen. Alle von uns haben Behinderungen, in der einen oder anderen Weise. Doch diese äußeren Schwächen sollten uns nie entmutigen, oder unser Verlangen Güte zu erweisen und inspirierende Worte zu anderen zu sagen, verlöschen lassen.

G’tt sagte zu Moses, „Anochi Eheye Im Picha10 – Ich werde dein Mund sein.“ Das Wort Anochi hat die Gematria 81: Aleph=1, Nun=50, Kaf=20, Jud=10. Wenn ein Mensch demütig ist und darauf vertraut, dass G’tt sein Mund ist, wird die Kraft der Sprache ihre natürlichen Begrenzungen übersteigen und eine Quelle der Stärke für andere sein.

Es gibt eine bedeutende Lehre von Rabbi Levi Yitzchak von Berditschew,11 die die Bedeutung des Feiertages von Pesach erklärt. „Pesach“ bedeutet wörtlich Peh-Sach, „der Mund (Peh) spricht (Sach).“ An Pesach spricht der Mund über die Wunder von G’tt. Pesach stellt die Antithesis zu Pharao dar, der, wie in Megilah Amukos erklärt,12 für Peh-Ra, einen „bösen Mund“, steht. Pharao war jemand, der die g’ttliche Vorsehung in jedem Geschehnis in der Natur bestritt. Unsere Münder wurden uns nicht gegeben um andere zu verleumden oder zu verunglimpfen, sondern um von G’ttes Größe und Wundern zu sprechen.13

Fußnoten
1.
Kfar Chabad Magazine, Issue 674, S. 62.
2.
1:10.
3.
Siehe Raschi, Schmot 1:12, den Midrasch zitierend. Siehe ebenfalls den Kommentar Kli Jakar zu Schmot 1:8.
4.
5:22.
5.
Kalla Rabasi, Kap. 3.
6.
Wenn ein Mensch zum Beispiel seinen 80. Geburtstag feiert, so hat er sein 81. Lebensjahr begonnen. Folglich ist der Psalm, im Buch der Psalmen, das Alter eines Menschen plus eins.
7.
20:2.
8.
Siehe Likkutei Sichos, Bd. 10, Fußn. 31 zu den S. 75-76.
9.
[292] Ebd., S. 76.
10.
Schmot 4:12.
11.
Keduschas Levi, Derusch LePesach, S. 61c; siehe ebenfalls Siddur HaArisal zu Pesach.
12.
Parascha Bo.
13.
Bezüglich des Pei Sofit kann man sagen, dass es für die Ausdehnung der eigenen Sprache steht; über den eigenen Bereich hinauszugehend und soziale Bereiche erreichend, die “unterhalb der base line” sind, die der G’ttlichkeit und Spiritualität diametral entgegengesetzt sind, so dass die Nachricht auch sie erreichen und inspirieren kann. Siehe Maharscha zu Schabbat 104a für eine andere Interpretation des Pei Sofit.
von Aaron Leib Raskin
Rabbiner Aaron Leib Raskin wurde in Brooklyn, New York geboren. Er besuchte die Vereinigten Lubawitscher Jeschiwa und studierte am rabbinischen College of America in Morristown, NJ 1986. Als Chabad-Lubawistch Abgesandter, half Rabbi Raskin der Gemeinde B'nai Avraham in Brooklyn Heights sich im Jahr 1988 zu gründen, wo er als geistiger Führer arbeitete. Seine wöchentlichen Lesungen werden von Richtern, Anwälten, Ärzten und Menschen aus ganz New York gut besucht. Er ist Autor eines breiten Spektrums jüdischer Themen, von denen er mehr als 180 Audio-Kassetten aufnahm.
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