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Mem - Metamorphose

Mem - Metamorphose

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Als die Mikwe von Brownsville, New York, aus finanziellen Gründen geschlossen werden sollte, stellte sich der Großvater meiner Mutter (väterlicherseits), Hersh-Meilech Hecht, zur Verfügung die finanzielle Verantwortung und die praktischen Aufgaben zu übernehmen. 1929 besuchte der sechste Lubawitscher Rebbe, Rabbi Yosef Yitzchak Schneerson, die Juden Amerikas. Die Chassidim trugen an ihn die Bitte für ein Maamar, einen chassidischen Diskurs, heran. Er entgegnete, dass er erst in einer Mikwe, einem rituellen Bad, untertauchen müsse. Üblicherweise nahm mein Großvater 10 Cent für die Benutzung der Einrichtung, doch nicht, wenn ein Rebbe sie nutzte. Als er hörte, dass der Lubawitscher Rebbe kommt, bereitete er den Raum zu Ehren des Rebben vor, als wenn es für einen König gewesen wäre.

Auf dem Weg aus der Mikwe gab ihm der Rebbe eine 5-Dollar-Note (zu jener Zeit eine erhebliche Summe). Hersh-Meilech nahm das Geld nicht und bat stattdessen um einen Segen. Der Rebbe segnete ihn und sagte, „Deine Kinder werden meine Chassidim werden und in (meiner Jeschiwa) Tomchei Temimim lernen.“ Und so ereignete es sich.

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Der Buchstabe Mem ist der dreizehnte Buchstabe des Aleph- Beis.

Es gibt zwei Formen des Mem: das offene Mem und das geschlossene Mem. Wie der Talmud erklärt,1 das offene Mem steht für die offenbarte Tora und das geschlossene Mem für die Geheimnisse der Tora.

Der AriSal sagt:2 „Es ist eine Mitzwa die Geheimnisse der Tora zu offenbaren.“ Wenn wir uns nun in der messianischen Ära befinden, so ist es nicht nur erlaubt, es ist eine Verpflichtung den Vorgeschmack der Lehren des Maschiach, welche die Geheimnisse der Tora sind, zu erfahren. Diese Ebene der Tora wird durch das geschlossen Mem dargestellt.

Der Rambam beginnt sein erstes Buch, die Mischne Tora, mit einem Abschnitt, welcher „die Grundlagen der Tora“ genannt wird. In diesem Abschnitt schreibt er über G’tt, die Engel und die Himmel, und erklärt: „Dies, was ich euch bis jetzt gesagt habe, wird ‚die Geheimnisse der Schöpfung und die Geheimnisse des Chariot genannt.’“3 Diese mystischen Einblicke sind komplexe kabbalistische Konzepte. Der Rambam entschied sie als eine Grundlage zu lehren – eine Voraussetzung für jemanden, der die Tora studiert.4

Die Furcht vor G’tt, Seinen bewegenden und unergründlichen Wegen, muss selbst den grundlegenden Gesetzen der offenbarten Tora, wie dem Schema, dem Schabbat und den Tefillin, vorangehen.

Zusätzlich steht das Mem für den Mutterleib5 - Rechem – welches mit einem Mem Sofit endet. Das Mem Sofit steht für die neun Monate, wenn der Mutterleib geschlossen ist. Das offene Mem steht für die Zeit der Geburt, wenn sich der Mutterleib öffnet.

Gematria

Die Gematria von Mem ist vierzig. Vierzig ist die Anzahl der Tage an denen es, während der Flut, auf die Erde regnete. Vierzig ist ebenfalls die Zahl der Tage, die Moses auf dem Berg Sinai verbrachte. Tatsächlich bestieg Moses den Berg dreimal. Der erste vierzigtägige Aufenthalt fand statt, als er die Tora erhielt. Dann stieg Moses mit den Tafeln hinab, zerstörte sie aber, als er das goldene Kalb sah, welches das Volk in seiner Abwesenheit gefertigt hatte. Am folgenden Morgen kehrte er auf den Berg zurück, um für das jüdische Volk zu beten. Als Moses zum Lager zurückkehrte, sprach G’tt zu ihm, dass er auf den Berg zurückkehren soll,6 dieses Mal mit seinen eigenen Tafeln. Moses grub unter seinem Zelt und fand zwei Saphire.7 Er nahm sie mit sich auf den Berg Sinai, für die dritten und abschließenden vierzig Tage, und G’tt schrieb die zehn Gebote auf die beiden Tafeln.8 Es war der zehnte des Monats Tischrei, als Moses, mit den Gesetzen G’ttes, nach den abschließenden vierzig Tagen vom Berg zurückkam. G’tt sagte, „Ich habe [dem jüdischen Volk] vergeben, wie du gebeten hast.“ Der Höhepunkt dieser drei vierzigtägigen Perioden ist der zehnte Tischrei, Jom Kippur.

Es gibt in der Tora andere bedeutende Bezüge zur Zahl 40: die Kundschafter von Moses durchquerten das Land für vierzig Tage. Die Juden waren für vierzig Jahre in der Wüste. Und für eine Mikwe muss vierzig Se’ah Wasser umfassen.

Für was steht die vierzig? Vierzig steht für Metamorphose,9 eine Transformation. Nach vierzig Tagen beginnt der Embryo eine erkennbare Form anzunehmen.10

Zusätzlich ist es so, dass eine Mikwe (mit ihren vierzig Se’ah) die Fähigkeit besitzt einen Menschen vom Status der Unreinheit in einen Status der Reinheit zu versetzen. Und wenn jemand einen Übertritt vollzieht,11 so muss er oder sie in einer Mikwe untertauchen, wo seine oder ihre jüdische Seele offenbart wird.

G’tt brachte für vierzig Tage und vierzig Nächte eine Flut über diese Erde. Die Wasser der Flut kamen nicht aus „Rache“, wie es weithin angenommen wird, sondern als Sühne, um die Welt in der gleichen Weise zu reinigen und zu transformieren, wie eine Mikwe einen Menschen reinigt.12

Jeder von Moses' vierzigtägigen Aufenthalten im Himmel kennzeichnete eine Transformation. Die ersten vierzig Tage waren um die Tora zu erhalten, und wenn ein Mensch Tora lernt, so entwickelt er oder sie die Fähigkeit sich zum Besseren zu verändern. Die zweite Reise war für das Gebet, Tefilla. Wenn ein Mensch betet, so kann er oder sie ein ungünstiges Urteil verändern; in diesem Fall G’ttes Absicht das jüdische Volk zu vernichten. Tatsächlich war G’tt wegen Moses' Flehen bereit Sein Erbarmen zu erweisen und ihm Seine Tora noch einmal anzubieten. Der letzte Aufstieg steht für Teschuwa (Umkehr) – ebenfalls eine Transformation – weil, wenn ein Mensch umgekehrt ist, ist er nicht länger der gleiche Mensch der er war als er gesündigt hat. Als Moses schließlich mit den Gesetzen G’ttes zum jüdischen Volk zurückkehrte, waren sie auf dem Level der Sühne – und bereiteten sich folglich darauf vor G’ttes Volk zu werden.

Darüber hinaus beginnen die Wörter Thora, Tefilla und Teschuwa jeweils mit Tav, das einen Zahlenwert von 400 besitzt, oder 40 mal 10 (d.h., G’tt mit allen 10 Fähigkeiten für 40 Tage zu dienen).

Die vierzig Jahre, die die Juden in der Wüste verbrachten, stellen ebenfalls eine Transformation dar. Das Volk, welches gegen G’tt rebelliert hatte, verwandelte sich in ein Volk, das bereit war, sich an Sein Wort zu halten.

Bedeutung

Das Wort Mem steht für Mayim, was wiederum Wasser bedeutet. Wasser bildet ein wichtiges Element in unseren Leben: ein Mensch besteht im Wesentlichen aus Wasser, und die Mehrheit der Erde ist damit bedeckt.

Thora ist das wichtigste Element in unseren spirituellen Leben, und wird mit Wasser verglichen, wie es heißt: „Ein Mayim Ela Tora.“13 Wie der Prophet uns sagt,14 “Derjenige, der durstig ist, soll gehen und Wasser trinken,” dies bedeutet, dass der Durst des Juden nach Spiritualität niemals gesättigt werden wird, wenn er sich nach anderen Kulturen oder Religionen umsieht. Einzig das Wasser, die Tora, löscht seinen Durst.

Wie ein Fisch nicht ohne Wasser überleben kann, so kann ein Jude nicht ohne Tora überleben. Es wird die Geschichte über einen Fisch und einen Fuchs erzählt.15 Der Fisch war damit beschäftigt das Netz eines Fischers zu umgehen, als er einen Fuchs erspähte, der am Ufer des Sees stand. Der Fuchs sprach zu dem Fisch, „Kleiner Fisch, wo schwimmst du hin?“ Der Fisch antwortete, „Die Fischer versuchen mich zu fangen, so versuche ich ihnen davonzuschwimmen!“ Besorgnis vortäuschend, bot der Fuchs an, „Kleiner Fisch, komm aus dem Wasser, ich werde dich beschützen.“ Entgegnete der Fisch, „Alberner Fuchs. Im Wasser habe ich noch eine Chance. Aber, sobald ich das Wasser verlasse, werde ich bestimmt sterben.“

Ein Jude ohne Tora, ist wie ein Fisch ohne Wasser. Natürlich wissen wir, dass auch das Wasser nicht ohne Schwierigkeiten ist. Es gibt Antisemitismus. Wir gehen von Land zu Land, versuchen eine spanische Inquisition und einen Holocaust zu überleben. Doch auch inmitten der größten Bedrohungen haben wir uns als Volk erhalten. In dem Moment, in dem wir unsere Kultur verlassen – unsere Verbindung zu G’tt und der Tora – sind wir spirituell gestorben.

Tora wird auch mit Wasser verglichen, weil Wasser unverändert von der Spitze eines Bergs zu seinen niedrigeren Schichten und Tälern reist. So brachte G’tt die gleiche tiefe, intellektuelle Tora, welche er im Himmel hatte, in die physische Welt. Der Sohar sagt, dass G’tt in die Tora sah, um die Welt zu erschaffen. Die Tora diente als eine Blaupause für die Schöpfung. Der Reichtum und die Stärke Seines Wassers formen und gehen weiter, um die Grundlage der ganzen Welt zu formen.

Die Mischna, das mündliche Gesetz der Tora, beginnt und endet mit dem Buchstaben Mem. Ihr erstes Wort ist M’eimasai16 und sie schließt mit dem Wort BaSchalom,17 „Frieden.“ Des Weiteren beginnt und beendet der Rambam18 sein großes Werk, Mischne Tora, mit einem Mem – das erste Kapitel mit dem Wort Meschoch und beendet das abschließende Kapitel mit dem Wort Mechasim.

Das Mem steht ebenfalls für den Mutterleib. Und in der Tat ist das Wasser der Mutterleib der Schöpfung. Die Tora beginnt,19 „Am Anfang schuf G’tt die Himmel und die Erde.” Im nächsten Vers heißt es, dass, bevor G’tt die Himmel und die Erde erschuf, „…der Geist von G’tt über dem Wasser schwebte.“20

Die Mikwe verkörpert ebenfalls dieses Konzept. Wenn jemand in der Mikwe untertaucht, ist dies gleich dem Eintritt in den Mutterleib der Schöpfung, dem Zustand der ungeborenen Welt. In dem Moment, wenn ein Mensch untertaucht, ist er oder sie wiedergeboren. Auf einem praktischeren Level, wenn ein Mensch in der Mikwe untertaucht, befindet er sich in einem Medium, wo er oder sie nicht überleben kann und unmittelbar sterben wird. Wenn ein Mensch aus dem Wasser auftaucht, so ist er selbst erneuert.21 Das Wort Mikwe beginnt ebenfalls mit dem Buchstaben Mem.22

Es heißt bei Jeschajahu:23 „L’Marbei HaMisra U’LeSchalom“, was bedeutet, „Seine Herrschaft (d.h. das Königtum von Maschiach) wird zunehmen und ohne Ende mit Frieden gesegnet sein.“ In der ganzen Tora erscheint nur einmal die abschließende Form des Mem in der Mitte eines Wortes – im Wort L’Marbei. Was bedeutet dies? Das der Maschiach das Exil beenden wird. Wir betrachteten zuvor die drei Linien des Beis – zwei horizontale und eine vertikale – welche für drei Richtungen (oder Ecken) der Erde stehen. Die nördliche Seite, die für das Böse offen steht, bleibt ungelöst. Mit der Ankunft des Maschiach wird die vierte Seite des Beis von Bereschit – Schöpfung – vervollständigt und der Buchstabe Beis wird in ein Mem verwandelt.24 Und das Aufkommen von dieser Form des Mems erleichtert wiederum die Vollendung der eigenen Form, wodurch das geschlossene Mem – die verborgenen oder geheimen Aspekte der Tora – den Platz des offenen Mems, der offenbarten Aspekte der Tora, einnimmt. Gemeinsam mit dem ewig währenden Frieden des Maschiach wird auch die Erklärung für die Gründe des Exils, und die Not und das Leid des jüdischen Volkes kommen, welche das Exil begleiteten, kommen.

Fußnoten
1.
Schabbat 104a.
2.
Einführung zu Eitz Chayim; Schaar HaGilgulim, Ende von Schaar HaHakdomos 16; Hilchos Talmud Tora, 1:4; Tanja, Iggeret HaKodesch, Brief 26; et al.
3.
In Hebräisch, Maase HaMerkawa. Die mystischen Interpretationen von G’ttes himmlischem Wagen, wie in der Vision des Propheten Jecheskel ausgedrückt.
4.
In seiner Einführung zur Mischne Tora schreibt der Rambam: "Nachdem man die fünf Bücher Moses gelernt hast ... schauen Sie sofort in mein Buch. Darum schreibe ich es für die Jungen und für die Alten." Da die Mischne Tora die Geheimnisse der Tora erörtert, und ein zehnjähriges Kind beginnt sie direkt zu lernen, nachdem er den Chumasch gelernt hat, lernt er Mystizismus vom eigentlichen Anfang seiner Studien.
5.
Sefer HaArachim Chabad, Osios, Buchstabe Mem, S. 176, Kehot Publication Society, Brooklyn, NY.
6.
Dwarim 10:1.
7.
Schmot 34:1. Siehe Rashi zu dem Vers.
8.
Es gibt eine andere Meinung, die angibt, dass Mosche die zweiten Tafeln selbst zuschnitt.
9.
Biurim L’Iggeret HaTeschuva, Kap.2.
10.
Medizinisch dauert es etwa vierzig Tage den Herzschlag eines menschlichen Embryos wahrzunehmen.
11.
Rambam, Gesetze über verbotene Beziehungen, 13:1.
12.
Tora Or, Noach, S. 8d; Likkutei Sichos, Bd. 1, S. 4.
13.
Bava Kamma 82a.
14.
Jeschajahu 55:1.
15.
Berachos 61b.
16.
Ebenda 1:1.
17.
Die letzte Mischna in Uksin.
18.
Yein Malchus, Brief 1.
19.
Bereschit 1:1.
20.
Ebenda 1:2.
21.
Siehe Aryeh Kaplan, Waters of Eden: The Mystery of Mikvah, NCSY/Union of Orthodox Jewish Congregations of America, NY, 1982, pp. 72-73.
22.
HaJom Jom, für den 10. Nissan, “On the subject of the campaign to popularize the observance of family purity in your community, ponder this deeply: Let us imagine that G‑d were to give you the opportunity to save a Jewish community from extinction (G‑d forbid), you would certainly be willing to risk your life for this and you would thank and praise Him for His great kindness in offering you an opportunity of such enormous merit. The same then holds true to an even greater degree with regard to the campaign for taharat hamishpacha; it is an endeavor which literally saves lives.”
23.
9:6.
24.
Sefer HaSichos 5751, Bd. 2, S. 546.
von Aaron Leib Raskin
Rabbiner Aaron Leib Raskin wurde in Brooklyn, New York geboren. Er besuchte die Vereinigten Lubawitscher Jeschiwa und studierte am rabbinischen College of America in Morristown, NJ 1986. Als Chabad-Lubawistch Abgesandter, half Rabbi Raskin der Gemeinde B'nai Avraham in Brooklyn Heights sich im Jahr 1988 zu gründen, wo er als geistiger Führer arbeitete. Seine wöchentlichen Lesungen werden von Richtern, Anwälten, Ärzten und Menschen aus ganz New York gut besucht. Er ist Autor eines breiten Spektrums jüdischer Themen, von denen er mehr als 180 Audio-Kassetten aufnahm.
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