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Die Kabbala des Tallit?

Die Kabbala des Tallit?

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Was ist die tiefere Bedeutung des Tallit?

Antwort!

Die grundsätzliche Idee des jüdischen Gebetes ist es sich mit G-tt zu verbinden. Aber wie kann sich ein begrenztes menschliches Wesen mit einem unbegrenzten G-tt verbinden? Eigentlich sollte dies unmöglich sein. Aber G-tt möchte eine Beziehung mit uns, so „begrenzte“ Er sich selbst. Er tat dies indem er sich selbst durch die Schöpfung dargestellt hatte. Die Welt in der wir leben, ist tatsächlich ein Ausdruck von G-tt. Wie ein Musikstück der Ausdruck eines Musikers ist, der es schrieb, und ein Gemälde der Ausdruck eines Malers, so ist auch die Welt und alles in ihr G-ttes Kunstwerk. Wir können G-tt nicht sehen, aber wir können Seine Schöpfung sehen. Wie bei der Betrachtung eines Bildes oder beim Hören eines Liedes, können wir ein Gefühl dafür bekommen wer der Künstler ist, durch Betrachtung der Schönheit der Welt, ihrer Komplexität und ihres Rhythmus können wir beginnen G-tt zu verstehen.

ABER (und dies ist das große aber) obwohl die Schöpfung ein Ausdruck G-ttes ist, konnte sie niemals Sein wirkliches Selbst zum Ausdruck bringen. So schön die Welt auch sein mag, es ist ein unbedeutender Bruchteil von G-ttes wahrer Weisheit. Und darin unterscheidet sich G-tt von einem Künstler. Um sich wirklich selbst auszudrücken, muss der Künstler seine Konzentration, seine Anstrenung und seine Kreativität in sein Werk einbringen. Aber wenn sich G-tt ausdrückt, ist es das exakte Gegenteil – Er begrenzt sich, vermindert sich um eine physische Welt zu schaffen. Es würde sein, wie wenn ein brillanter Musiker ein kitschiges Jingle für einen Joghurt-Werbung im Radio schreibt. Beschreibt dies sein Genie? NEIN! Es drückt seine Geduld aus! Bei G-tt ist es ähnlich, er muss sich nicht „anstrengen“ so eine faszinierende Welt zu schaffen. Die einzige Anstrengung bestand darin, dass Er sich selbst hierfür begrenzen musste, damit er so eine begrenzte Existenz erschaffen konnte.

Der Tallit hat zwei Teile – das Kleidungsstück selbst und die Zizit oder Schaufäden. Das Kleidungsstück umgibt unseren Körper und die Zizit hängen daran herunter. Sie repräsentieren zwei Aspekte von G-ttes Wesen. Sein wahres Ich ist vollkommen jenseits unserer Kapazität etwas zu erfassen, dies wird durch das Kleidungsstück repräsentiert, welches uns umhüllt. Es ist nur ein kleiner Bruchteil von Seinem Wesen, die kleinen Zizit, welche von den Ecken herunterbaumeln, die wir wahrnehmen können.

Gleich wie heilig wir uns fühlen, G-tt ist unendlich heiliger. Er ist der Tallit, der uns umgibt. Aber egal wie wenig heilig wir uns fühlen, G-tt kommt zu uns herunter und fragt, damit wir zu Ihm sprechen. Er ist die Zizit, die nach unten reichen, damit wir sie ergreifen und küssen können.

Wir müssen dies im Gedanken haben wenn wir beten, so tragen wir einen Tallit.

von Aron Moss
Rabbiner Aron Moss lehrt Kabbala, Talmud und praktisches Judentum an der „Foundation for Education“ in Sydney, Australien.
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Diskussion (1)
26. August 2007
Tallit
Sehr gute Erklärung! Dazu drei Fragen:
1. Woher kommt das Wort "Tallit", von talal (tet-lamed-lamed, = überdachen, bedecken)? Kommt es im Tanach vor?
2. Seit wann spricht man von "Tallit", und seit wann gibt es diese Art der Gebets-Praxis mit Hilfe eines eigenen Kleidungsstückes genannt "Tallit"? Die ursprüngliche Erfüllung von 4. Mose 15:38 war ja nicht durch ein eigenes Kleidungsstück , sondern die Zizit wurden wohl an die Ecken des normalen Hauptkleidungsstücks, des Umhangs bzw. Mantels angebracht.
3. Kann der "Schleier des Mose" aus 2. Mose 34:33 als ein Vorläufer des Tallit betrachtet werden? Die Anwendung war aber genau umgekehrt (vor G-tt abgenommen, vor den Kindern Israels umgetan, wenn sein Gesicht leuchtete; außerdem keine Zitzit)
Ich bedanke mich sehr für Ihren Dienst!
G-tt segne Sie!
Ihr
Wolfgang Schuler
Wolfgang Schuler
Duisburg, NRW