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Verfolgt durch die Seelen der Vergangenheit?

Verfolgt durch die Seelen der Vergangenheit?

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Frage?

Ich bin ein Enkel eines Holocaust Überlebenden und ich fühle mich manchmal verfolgt, als wenn ich selbst betroffen gewesen wäre. Häufig sehe ich Bilder von Auschwitz in meinen Träumen. Und manchmal fürchte ich mich Menschen zu sagen, daß ich jüdisch bin.

Es scheint so lächerlich zu sein, gerade wenn man sich vor Augen führt, daß ich mich in Australien im Jahre 2005 befinde. Ist dies erklärbar?

Antwort!

Es ist erklärbar. Sie haben eine empfindsame jüdische Seele und was sie erfahren ist nicht ungewöhnlich. Es reflektiert eine tiefe spirituelle Wahrheit.

Es gibt eine mystische Lehre, dass alle jüdischen Seelen miteinander verbunden sind. Wir sind mehr als eine Familie; wir sind das Kontinuum einer Seele. Dabei spielt es keine Rolle, welche “Verbindung” ein Jude hat (oder nicht hat), jede jüdische Seele ist verbunden. Diese Verbindung übersteigt sowohl Zeit als auch Raum – wir sind horizontal mit jedem Juden verbunden der heute lebt, und wir sind vertikal mit jedem Juden vergangenener Zeiten verbunden.

es keine Rolle, welche “Verbindung” ein Jude hat (oder nicht hat), jede jüdische Seele ist verbunden Dabei spielt es keine Rolle, welche “Verbindung” ein Jude hat (oder nicht hat), jede jüdische Seele ist verbunden. Wir haben schon alle die horizontale Verbindung gefühlt, wenn einem Juden auf der anderen Seite der Welt etwas zustößt. Dies berührt mich, als wenn es mich persönlich beträfe. Wenn ein jüdischer Athlet eine Goldmedaillie gewinnt, dann fühlt sich jeder Jude, als ob er oder sie der Gewinner wäre. Und der Athlet fühlt sich, als ob er im Namen des ganzen jüdischen Volkes gewonnen hätte. Wenn wir Nachrichten über eine Tragödie in Israel hören, dann trifft uns das tief. Und die Opfer werden durch unsere Gefühle der Empathie und unsere angebotene Hilfe aufgebaut. Dies ist unsere horizontale Seelenverbindung zu allen heute lebenden Juden.

Aber wir sind auch vertikal verbunden – mit den Juden der früheren Generationen. Stell dir eine Pyramide von Seelen vor, mit Awraham und Sara, dem ersten jüdischen Ehepaar, an der Spitze; jede nachfolgende Generation befindet sich unter ihnen; und wir, die Seelen der gegenwärtigen Generation, befinden uns auf dem Grund, unter Schichten von Seelen der vergangenen Generationen. Die Siege und Herausforderungen, die Feiern und Tragödien der Seelen, die vor uns kamen, ruhen auf unseren Schultern.

Vielleicht sind die Bilder, die Sie verfolgen, die kollektiven Erfahrungen dieser Seelen, die auf Ihnen ruhen. Dies ist die Herausforderung des Lebens in unserer Generation. Es ist eine schwere Last, die wir tragen, so kurz nach der furchtbarsten Tragödie in der jüdischen Geschichte, in welcher die Leben so vieler jüdischer Seelen gekürzt wurden. Es ist kein einfacher Ort an dem wir uns befinden, unter dem Gewicht all dieser Seelen.

Wir haben eine Wahl. Wir können uns unter dem Gewicht dieser Säulen von Seelen krümmen; es kann uns überwältigen und wir können zusammenbrechen. Es mag für uns den Anschein haben, dass jüdisch zu sein einfach zu schwer für uns ist, und wir können versuchen uns von dieser Last zu befreien. Oder wir können einen anderen Weg wählen. Wir können die Herausforderung annehmen und die ganze Pyramide erheben. Für all diese Seelen über uns haben wir ein Geschenk – wir leben. Im Gegensatz zu denen, die sich in höhere Welten bewegt haben, leben wir in der Welt des Handelns, wo wir Gutes tun können und uns selbst erheben können. Und dann, vom Grund der Pyramide, können wir die ganze Struktur erheben und damit auch die Seelen von denen in der Höhe.

Wir haben eine Wahl: Wir können uns unter der Last krümmen oder wir können die Herausforderung annehmen und die ganze Pyramide erheben. Die Seelen aller vorhergehenden Generationen schauen auf uns. Ihre Zeit in dieser Welt ist beendet, aber durch uns können ihre unvollendeten Leben vervollständigt werden. Indem wir ein stolzes jüdischen Leben leben, indem wir lebendige jüdische Haushalte und Gemeinden erschaffen, indem wir jüdische Kinder zur Welt bringen, können wir nicht nur unser eigenes Leben erfüllen, sondern wir können auch die Hoffnungen und Träume der Seelen erfüllen, die niemals die Chance hatten dieses zu tun.

Wir können uns unter der Last krümmen oder wir können die Herausforderung annehmen und die ganze Pyramide erheben Es ist erklärbar und sie sind nicht dazu “verurteilt” durch schmerzvolle Bilder verfolgt zu werden. Lassen Sie sich dadurch zu mehr guten Taten bewegen und dazu noch mehr jüdisch zu sein.

Jeder von uns – Nachkomme von Überlebenden oder nicht – hat sich selbst zu fragen: Definiert der Horror des Holocaust meine jüdische Identität? Wenn dies so ist, dann wird mir meine Jüdischkeit zu einer Last, die ich lieber nicht tragen würde. Aber wenn der Holocaust mich inspiriert meine jüdische Identität zu vertiefen und mich noch entschlossener werden läßt gemäß der jüdischen Mission, also die Welt in einen G-ttlichen Platz zu transformieren, zu leben, dann werde ich mich nicht nur nicht krümmen, sondern dann werde ich diese Seelen an einen höheren Platz erheben und der Welt einiges von dem Guten bringen, das diese Seelen selbst bringen wollten.

von Aron Moss
Rabbiner Aron Moss lehrt Kabbala, Talmud und praktisches Judentum an der „Foundation for Education“ in Sydney, Australien.
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Diskussion (8)
16. November 2014
Kann es eine Verbundenheit zu den Seelen der Opfer in den Träumen geben?
Ich bin nichtjüdisch und habe drei Kinder geboren. Während der Schwangerschaft mit meiner Tochter hatte ich zwei Nächte schwere Träume, ich hörte in die Erde und hörte Stimmen weinen und flehen. Dann wurde ich im Traum von einem Nazi-Arzt verfolgt, der mir mein Kind abnehmen wollte um medizinische Versuche anzustellen. Die Träume waren schrecklich. Während meiner drei Schwangerschaften, die hintereinander lagen, hatte ich mich nicht mit dem Holocaust auseinandergesetzt, sondern dachte nur an positive Dinge. Ein paar Tage später gab es angebliche Probleme mit meinem Baby im Bauch, es wurde gar die Möglichkeit der Abtreibung erwähnt, die für mich absolut tabu war. Trotzdem entwickelte ich Ängste, aber meine Tochter kam vollständig gesund zur Welt, die Ärzte entschuldigten sich. Ich habe mich lange gefragt, warum G-tt mir diese Träume sandte und sie meine Tochter betrafen.
mona
Germany
27. Juni 2013
Stimmt !
Mein ganzes Leben ist salopp der Beweis das der Inhalt des Artikels aber vollends Richtigkeit hat. So kann ich es jederzeit auch bezeugen.
Achim Levi
Tel Aviv
21. November 2011
Verfolgt durch d.Seelen d. Vergangenheit?
Das ist ein starkes Thema, -
ich habe mich Jahrzehntelang mit spärlichen vorhandenen, und nach mühsamer Recherche (ich war ein junges Mädchen) auf die Suche nach kabbalististischen Büchern gemacht, und sog das "Sohar" in mir auf. Da war mir alles klar. Leider gab es niemanden in meinem Umfeld, mit dem ich mich darüber austauschen konnte, somit beschäftigte ich mich mit der Reinkarnationstherapie. Mein Herz und meine Seele wollten mir endlich klar machen, das ich wieder dort anschließen soll( selbstbewußt, grade) wo ich vor längerer Zeit nach einem kurzen Leben aufgehört hatte.
Meine Mutter hatte mal so eine Vermutung geäußert, und ein sehr betagter Onkel meiner Mutter, fiel fast in Ohnmacht als er mich das erste mal ,als junge Frau sah.

Die Wissenschaft, genauer d. Quantenphysik, bestätigt endlich unsere Erfahrungen. Ich habe mich G´tt sei Dank! nie Verfolgt gefühlt, es war eher wie eine große Liebe, die nach mir, und ich nach ihr suchte. Wir sind wieder da!
Anonym
Spenge, Germany
31. Mai 2008
intensiver leben
zu den obigen thema möchte ich sagen, dass die holocousterfahrung oben nicht unbedingt nur etwas mit dem jüddischen kollegtiv bewußtsein zusammen hängen muss, sondern vielleicht auch damit, dass man einfacher empfindlicher und emotionsvoller auf visionen reagiert als andere menschen. es gibt zum beispiel momente in meinem leben, da treffe ich persönlich auf gebenstände oder personen und habe direkt eine bildliche vision, oft positiv, machmal sehr krass und schmerzhaft. beim anschliessenden nachforschungen über das geistig erlebte. stellt sich dann eine tatsächlich verbindung zum geschehen in der reallen welt dar und das unabhänig ob jüddisch oder nicht, eigenlich ohne volks- oder religionbezug.
Anonym
Stuttgart, Deutschland
chabadberlin.de
3. März 2008
Hallo Herr Aron Moss
Ich bin Katholikin, zog 2005 in einen Altbau (1904), in dem ich plötzlich wie ein anderer Mensch war. Aus der lebenslustigen wurde plötzlich ein kleines Häufchen Elend. Ich wachte NAchts kalt-schweiß gebadet nd mit Atemnot auf, Träumte schreckliche Kriegszenen, Vergewaltigungen, Prügelszenen, die sich im eigenen Keller abspielten. Ich konnte mir das alles nicht erklären und nach einem sehr sehr intensiven schrecklichen Traum ging ich zu einem Medium, der bevor ich nur etwas sagte, anhand der Photos erkennen konnte, dass in dem Haus schreckliches passiert sein musste. Er beschrieb die Prügelszenen, sagte, es wären Juden im Keller eingesperrt gewesen... Ich kannte mich mit der MAterie nicht aus, wollte eine Erklärung für die schrecklichen Träume, die sich so echt anfühlten, als hätte ICH es selber erlebt.Es waren u.A. Angriffe auf mich. Ich zog aus und wollte nichts mehr damit zu tun haben. wurde aber immer wieder damit konfrontiert.Mich holt das auch heute noch ein.Das macht mir Angst
Anonym
Ostfriesland
15. Dezember 2007
Danke
Sehr geehrter Herr Aron Moss,
vielen Dank für Ihre tröstlichen Worte. Mein jüdischer Urgroßvater kam während des Holocaust in Riga/Lettland ums Leben. Ich habe oft das Gefühl, als wäre ich selbst dabei gewesen, obwohl ich 1949 geboren bin.

Ihre Erklärung der jüdischen Seelenpyramide hilft mir sehr, diese schrecklichen Erfahrungen, die ich in Träumen erleben, zu verarbeiten.

Haben Sie herzlichen Dank dafür.
Anonym
Friedrichsdorf, Germany
chabad-frankfurt.de
31. Oktober 2007
verfolgt durch die Seelen...
Sehr geehrter Herr Aron Moss,
ich war auch in der Krise und habe dort auch Entsetzliches erlebt: als wäre ich in der Gegenwart selbst in Auschwitz, und müßte alle die schreckliche Dinge machen die damals passierte! Es war furchtbar! Ich kann es nicht vergessen!
Ich bin 1949 geboren, aber meine Eltern haben alles miterleben müssen und meine Großeltern haben die Zeit in Auschwitz leider nicht überlebt!
Aber wir haben zum Glück einige Fotos von Ihnen und ich hatte immer das Gefühl, daß sie mir immer beistehen!
Und mich läßt die Gedanke nicht los, daß ich sie bald in dieser Welt treffen werde! Weil die Zeit ist sehr Nahe, das weiß ich ganz genau!
Anonym
6. Mai 2007
Leserkommentar
Sehr geehrter Herr Aron Moss,

obwohl ich keine jüdischen Vorfahren in meiner Familien gefunden habe, habe ich ähnliche Erfahrungen gemacht wie der Enkel des Holocaust Überlebenden.

In einer Krise hörte ich auf mich auf die Toten zu konzentrieren und begann ich mich auf die Überlebenden zu konzentrieren und das empfand ich als starke Kraftquelle.

Am Eingang zu einem jüdischen Friedhof stand, das man die Toten ruhen lassen soll. Auch hier die Botschaft: schaue auf die Lebenden, dort geht es weiter.

Vielen Dank für Ihre Ausführungen.
Anonym
Stuttgart, Deutschland
chabad-baden.de