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Ein Schatz im Garten

Ein Schatz im Garten

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Vor vielen Jahren, als die Juden in Spanien unter der Inquisition litten, lebte in Madrid ein berühmter Arzt namens Awitar Ibn Karaschkasch. Um der Inquisition zu entkommen, verlies er seine schöne Frau, gab seinen angesehenen Beruf als Chirurg auf und zog in eine Kleinstadt. Dort hoffte er in Frieden zu leben.

Awitar hatte einen kleinen Sohn, der Awraham hieß. Dem gefiel das Leben in der kleinen Stadt, zumal sein Vater jetzt viel Zeit für ihn hatte und ihm beim Studium der Tora half. Außerdem legte Awitar einen Garten an und erklärte seinem Sohn jede einzelne Pflanze.

Eines Tages rief er Awraham in den Garten und sagte: „Heute ist Tu BiSchwat, Neujahr für Bäume. An diesem Tag entscheidet der himmlische Gerichtshof, welcher Baum Früchte trägt und welcher verdorrt. Wir können Bäume nur pflanzen, für sie sorgen und hoffen, dass sie wachsen und Früchte tragen. Aber Letzteres hängt nicht von uns ab.“ Awraham vergaß dieses besondere Tu BiSchwat nie. Sein Vater erlaubte ihm zum ersten Mal, Schösslinge zu pflanzen, und verlangte mit ernster Miene: „Awraham, versprich mir, immer ein guter, anständiger Jude zu sein und unserem Volk treu zu bleiben.“

An diesem Tag setzte der Knabe zwölf Schösslinge, für jedes seiner Lebensjahre einen. Dann führte sein Vater ihn in einen Teil des Gartens, den niemand sonst betreten durfte. Dort experimentierte er mit speziellen Pflanzen. „Vergiss nicht, was ich dir sage“, ermahnte ihn sein Vater. „Wenn du jemals fortgehen musst und ich nicht bei dir bin, zieh diesen Schössling heraus, und du wirst darunter etwas finden, was einen enormen Einfluss auf deine Zukunft haben wird.“

Einige Monate später waren mitten in der Nacht Huftritte von Pferden zu hören. Jemand klopfte heftig an die Tür. „Was wollt Ihr?“ fragte Awitar. „Bist du Awitar Ibn Karaschkasch, der Mann, dem G–tt die Gabe verlieh, Kranke zu heilen?“ wollte der Fremde wissen. „Das ist mein Name“, antwortete Awitar. „Aber ich darf meinen Beruf nicht mehr ausüben.“

„Ich bin Herzog Fransisco Alba. Meine liebe Frau ist sehr krank und muss sofort operiert werden. Du musst kommen und ihr helfen, sonst stirbt sie. Lass sie nicht sterben!“

„Ihr kennt doch gewiss vorzügliche Ärzte in Madrid, Toledo und Barcelona“, erwiderte Awitar. „Warum ich? Ihr wisst sicherlich, dass man mir verboten hat zu praktizieren. Ich würde mein Leben gefährden.“

„Ich war schon überall und habe jeden gefragt. Niemand traut sich die schwierige Operation zu. Ich werde dafür sorgen, dass niemand dir etwas zu Leide tut. Wenn nötig, bringe ich dich und deine Familie mit einem Schiff in Sicherheit. Meine Frau leidet – bitte hilf ihr.“ Der Herzog brach in Tränen aus.

„Ich werde es tun“, sagte Awitar. „Aber Ihr müsst mir versprechen, dass Ihr meinem Sohn helft, falls mir etwas zustößt.“ Der Herzog war gerne dazu bereit.

Awitar war immer noch ein geschickter Chirurg. Die Operation gelang, und die Herzogin wurde gerettet. Doch als er nach Hause kam, warteten schon die Beamten der Inquisition auf ihn. Awraham weinte bitterlich, als sie seinen Vater mitnahmen. Doch bald kamen die Leute des Herzogs. Der hatte gehört, was mit dem hilfsbereiten Arzt geschehen war, und wollte Awraham in Sicherheit bringen. Dem Knaben blieb nichts anderes übrig, als die Männer zu begleiten. Er bat sie, kurz zu warten, damit er packen konnte. Schnell ging er in den verborgenen Winkel des Gartens, grub behutsam den Schössling aus und entdeckte eine wasserdichte Kiste. Als er sie öffnete, fand er ein Paar Tefillin und einen Brief: „Diese Tefillin geben dir Kraft und stärken deine Treue zum Judentum, damit du nicht verzweifeln musst, G-tt verhüte es. Pflanze den Schössling in neue Erde und sorge gut für ihn; dann wird er dir reiche Früchte bringen. Denn dieses Bäumchen stammt aus einem fernen Land. Er ist die Nahrung der Raupen, die kostbare Seide erzeugen. Bleib ein guter Jude, lieber Sohn, und G-tt wird dich segnen und dir helfen. Dein dich liebender Vater segnet dich ebenfalls. Awitar Ibn Karaschkasch.“ Awraham wischte sich die Tränen aus den Augen und ging zu den Männern des Herzogs. Würde er seinen Vater jemals wieder sehen?

Monate später, als Awraham auf Mallorca lebte, wurde er dreizehn. Genau in dem Augenblick, als er zum ersten Mal seine Tefillin anlegte, sah er, wie ein kleines Schiff in den Hafen segelte. Als es näher kam, traute er kaum seinen Augen – sein Vater stieg aus dem Schiff!“ Nach der herzlichen Begrüßung erfuhr Awraham, dass es dem Herzog gelungen war, Awitar vor der Inquisition zu retten. Der Vater habe aber nicht früher kommen können, weil er krank gewesen sei. Dass die Inquisitoren ihn gefoltert hatten, verschwieg er.

Nach und nach versammelten Awitar und Awraham eine Gruppe von Juden um sich und gründeten eine jüdische Siedlung auf der Insel. Und jedes Jahr an Tu BiSchwat pflanzten sie Schösslinge – einen für jedes Lebensjahr des Knaben.

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2 Kommentare
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sho770 Düsseldorf, Deutschland 18. Januar 2013

Wahrscheinlich um sie zu schutzen: er war zwar auf der Schwarze Liste, aber wenn er getrennt von sein Frau leben würde, würde sie nicht misbehandelt werden oder gefoltert wegen ihm. Die Geschichte sagt: sie war schön: es ist auch oft passiert das schlimme Leute einen Mann umgebracht haben wegen seine Frau. Schon Awvraham avinu, wenn im Ägypte oder vor Avimelech, hat gesagt von Sarah: sie ist meine Schwester, nicht sie ist meine Frau, aus furcht für sein Leben. Und ein Sohn der bald bar mita wird, der soll tatsächlich Torah lernen mit seinem Vater (oder einem Lehrer). Reply

Anonym Berlin, D 6. Januar 2011

Ein Schatz im Garten Dies ist eine wunderschöne Geschichte über väterliche Liebe und Traditionstreue. Ein wenig verwunderlich sind die ersten Zeilen: Warum verlässt Avitar Ibn Karaschkasch seine Frau und nimmt sie nicht mit - zumal sein Sohn noch klein ist und so von der Mutter getrennt wird? Reply