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Das Zeichen der Wahrheit

Das Zeichen der Wahrheit

Eine Übersicht zur Beschneidung

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Ein Baby ist geboren – Masal Tow! Jetzt beginnt das wilde Chaos. Wen rufen Sie zuerst an? Eltern vor Geschwistern, Geschwister vor Freunden, Freunde vor Kollegen. Jeder Anruf bringt neue Fragen: Wie viel wiegt das Baby, wie groß ist es, welche Augenfarbe und natürlich welches Geschlecht hat es? Ist es ein Junge oder ein Mädchen? Wenn es ein Junge ist, wird sofort jemand fragen: Hast Du schon den Mohel (ritueller Beschneider) angerufen? Oy, der Mohel, das habe ich ja glatt vergessen!

So rufen Sie schnell den Mohel an und fragen, ob er in acht Tagen Zeit hat. Neun Tage gehen nicht, auch nicht sieben, es müssen acht sein. Warum acht? Weil die Tora darauf besteht, dass die Beschneidung am achten Tag stattfindet: "Am achten Tag soll das Fleisch seiner Vorhaut beschnitten werden" (Lev. 12:3). Warum gebietet die Tora solch eine Eile?

Perfektion

Wir sind mit natürlichen Instinkten zur Selbsterhaltung geboren. Babys sind zu aller erst egoistisch. Sie weinen, wenn sie gefüttert werden wollen, schreien, wenn sie gehalten werden wollen und interessieren sich nicht für die Gefühle und Bedürfnisse anderer. Von unseren ersten Momenten an stellen wir uns und unsere Bedürfnisse vor andere.

Bei einem Baby ist dieses Verhalten noch süß und anrührend, aber unkontrolliert gelassen wird es schnell zerstörerisch und verliert seinen Charme. Wir werden fordernde Babys, dann egoistische Kinder und schließlich selbstverliebte Erwachsene. Die Arbeit der spirituellen Reinigung und Klärung muss früh beginnen. Es gibt wahrlich keine Zeit zu verlieren.

Die Beschneidung reinigt und klärt. Sie zwingt uns dazu, ein Opfer zu bringen. Die Entfernung der Vorhaut mindert Lust und Freude am Geschlechtsverkehr.1 Wir opfern diese Art der Lust und verkünden somit, dass nach unseren Maßstäben der G-ttliche Befehl höher wiegt als jegliche Selbstverherrlichung.2

Männer hätten ohne Vorhaut geschaffen werden sollen, doch G-tt wollte, dass wir es selbst tun. Dies geschah um zu demonstrieren, dass wir die physische Gestalt unseres Körpers vervollständigen, sowie die Konturen unserer Persönlichkeiten und Formen unserer Seelen perfektionieren können.3

Im Krankheitsfall

Die Beschneidung wird normalerweise verschoben, wenn ein Baby, G-tt behüte, Gelbsucht hat oder krank ist. Als Erklärung schreibt Maimonides "Bei Lebensgefahr für das Baby hat dies immer obersten Rang. Die Beschneidung," so schreibt er weiter, "kann auch später durchgeführt werden, doch eine jüdische Seele zurück zu bringen, ist nicht möglich."4

Maimonides' letzter Kommentar ist erstaunlich. Dass die Beschneidung verschoben werden muss ist richtig, da der Wert menschlichen Lebens den der Beschneidung überwiegt. Doch die Art, in welcher er argumentiert, dass die Beschneidung später durchgeführt werden soll, macht den Eindruck, als sei die Verspätung ein Kavaliersdelikt. Sollte es nicht eher als eine tragische, wenn auch notwendige Misslage angesehen werden?

Um dies zu beantworten, sollten wir zuerst einen tieferen Blick auf das Thema Beschneidung werfen.

Universeller Bund

Unsere Weisen haben die Beschneidung als ein Symbol jüdischer Identität angesehen, als ein Wahrzeichen, dass wir einzigartig sind, was unseren Körper, als auch unsere Seele angeht.5

Die Mystik erklärt, wie wir beim Entfernen der Vorhaut das darunterliegende Organ freilegen, gleichsam auch ein Schleier von unserer Seele gehoben wird, der unser immanentes Band mit G-tt freilegt. Diese Markierung ist universell bei allen Juden, da wir alle dasselbe immanenten Bund miteinander teilen.6

Die Entdeckung von Licht

Die Beschneidung knüpft diesen Bund nicht, vielmehr macht sie ihn sichtbar. In diesem Sinne unterscheidet sich die Beschneidung von allen anderen Geboten. Alle anderen Gebote knüpfen neue Verbindungen mit G-tt; die Beschneidung zeigt unsere bestehende Verbindung mit Ihm auf.

Zum Zwecke der Illustration, stellen Sie sich einen dunklen Raum vor, der auf zweierlei Art erhellt werden kann. Entweder wird das Licht angeschaltet, oder die unsichtbare Abdeckung wird von den Fenstern genommen, sodass das reiche Sonnenlicht von außen herein scheinen kann.

Die erste Methode bringt dort ein gewisses Maß an Licht hin, wo vorher nur Dunkelheit war. Die zweite Methode zeigt eine unbegrenzte Quelle an Licht auf, die bereits vorhanden ist. Dafür ist es nur nötig, die Fenster aufzudecken, also das Licht zu entdecken.

Die Beschneidung funktioniert in ähnlicher Weise. Während die anderen Gebote neue Verbindungen mit G-tt kreieren und neues Licht in unsere Welt bringen, macht die Beschneidung den intensiven, immanenten Bund, den wir bereits mit G-tt haben, sichtbar; den Bund, den alle Juden ab dem Moment ihrer Geburt mit G-tt knüpfen.7

Wenn unser Bund mit G-tt durch die Beschneidung erst geknüpft würde, wäre bereits eine Verschiebung von einem Tag katastrophal. Es würde bedeuten, einen ganzen Tag an G-ttlicher Verbindung zu verlieren. Doch in Wahrheit ist dieser Bund immanent, wir werden damit geboren. Die Beschneidung zu verschieben hat keinen Effekt auf unsen Bund, es verspätet nur die Zeit seiner Bekanntwerdung.

Tiefere Bedeutung

Wir können jetzt verstehen, dass Maimonides' letzter Kommentar nicht lapidar gemeint war. Sein früherer Kommentar erklärt uns, dass der Schutz des Babylebens unser Hauptargument ist. Danach fügt er hinzu, dass die Verspätung der Beschneidung keinen Effekt auf den Bund des Babys mit G-tt hat.

"Die Beschneidung," so schreibt er, "kann auch später durchgeführt werden, doch eine jüdische Seele zurück zu bringen, ist nicht möglich." Diese Wörter können folgendermaßen übersetzt werden: Die Verspätung der Beschneidung wird keinen Effekt auf den G-ttliche Bund des Babys haben, da dieses ewig ist. "Eine jüdische Seele", unabhängig von der Beschneidung, "kann niemals zurück gebracht werden." Sie kann niemals zurück oder weggestoßen werden von G-tt.

Verpflichtung zur Bekanntmachung

Wenn das Baby jedoch gesund ist, darf die Beschneidung nicht verschoben werden. Der Grund dafür ist, dass die Tora die G-ttliche Präsenz in unserer Mitte sichtbar machen soll. Es reicht nicht, dass wir uns unseren Bund mit G-tt in unseren Herzen erfreuen. Wir müssen dies auch durch die Beschneidung tun. Außer bei Krankheitsfällen darf die Beschneidung also niemals verschoben werden.8

Fußnoten
1.
Midrasch Tanchuma, Tasria 5 und Sefer Hachinuch, Mizwot Mila (Der anonyme Autor, der sich selbst nur als "ein Levite von Barcelona" identifiziert, war ein Schüler des Raschba, Rabbi Schlomo ben Aderet, im 13. Jahrhundert). Unsere Weisen haben weiterhin gelehrt, dass die Beschneidung eine Darbringung an G-tt ist, die, wie ein Opfer, für die dauerhafte menschliche Schwäche sühnt. (Pirke d'Rabbi Elieser, Kap. 29).
2.
Klassische jüdische Lehre hat lange Zeit an dieser Position festgehalten. Doch zeitgenössische wissenschaftliche Studien konnten keine Beweise dafür erbringen.
3.
Maomonides in seinem Führer der Verwirrten, Band III, Kap. 29. Siehe auch R. Bachye zu Genesis 17:13.
4.
Mischne Tora, Gesetze zur Beschneidung 1:18.
5.
Führer der Verwirrten, Band III, Kap. 29. Siehe auch Sefer Hachinuch, Mizwot Mila.
6.
Deut. 30:6; Ezechiel 36:26.
7.
Likute Tora, Wajikra, 21a.
8.
Basierend auf Gesprächen mit dem Lubawitscher Rebben, Rabbi Menachem Mendel Schneerson, sel. Andenkens, Likute Sichot, Band III, S. 979.
von Lazer Gurkow
Rabbi Lazer Gurkow ist geistiger Leiter der Gemeinde Beth Tefilah in London, Ontario. Er referierte umfassend zu verschiedenen jüdischen Themen und seine Artikel erschienen in vielfach in Zeitungen und Onlinepublikationen. Mehr zu Rabbi Gurkow und seinen Schriften finden Sie bei www.InnerStream.ca
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Die Beschneidung ist das erste Gebot das Abraham, dem ersten Juden, von G-tt gegeben wurden ist. Die Brit Mila nimmt eine zentrale Bedeutung im Judentum ein.
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