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Zu den halachischen Zeiten

Zu den halachischen Zeiten

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Die Beachtung des jüdischen Gesetzes hängt oft von der Zeit ab. Viele Mizwot können nur zu ganz bestimmten Tages-, bzw. Nachtzeiten ausgeführt werden. Das Berechnen der halachischen Zeiten, bekannt unter dem Begriff Smanim (Zeiten) hängt mit verschiedenen astronomischen Phänomenen an jenem bestimmten Tag und Ort zusammen: Sonnenaufgang, Sonnenuntergang, die Zeitspanne, die zwischen den beiden liegt und die winkelmäßige Stellung der Sonne vor Sonnenaufgang sind alles Faktoren, die die halachischen Zeiten und die halachische Stundenlänge des angehenden Tages bestimmen.

[Eine halachische Stunde wird im jüdischen Gesetz nicht als gleichbleibende Einheit von 60 Minuten definiert. Wenn wir sagen, dass eine Mizwa in der "dritten Stunde des Tages" ausgeführt werden kann, bedeutet das nicht drei Uhr Morgens oder drei Stunden nach Sonnenaufgang, sondern eine Stunde bedeutet gemäß Halacha 1/12 des Tages. Geht die Sonne z.B. um 5:00 Uhr auf und um 19:30 unter, beträgt Scha'a Smanit (eine verhältnismäßige Stunde) 72.5 Minuten.]

Nachfolgend erklären wir die wichtigsten halachischen Zeiten, ihre Bedeutung und die Mizwot, die sich auf die angehende Zeit beziehen:

Alot Haschachar:
Morgendämmerung. Alle Fastentage außer Jom Kippur und Tischa beAw beginnen zu dieser Zeit. Gemäß Tora-Gesetz markiert die Morgendämmerung den Beginn des Tages und alle Mizwot, die spezifisch mit dem Tag in Zusammenhang stehen – wie das Hören des Schofars, das in-die-Hand-Nehmen der vier Arten, das Sagen des Schma Jisraels oder das Hören der Megilla – können von diesem Zeitpunkt an ausgeführt werden. Verschiedene Gründe führten zur Festlegung unserer Weisen, dass wir diese Mizwot erst nach Nez Hachama (Sonnenaufgang) ausführen sollen, oder von jenem Augenblick an, "wo wir einen Bekannten erkennen können." Gemäß dem Magen Awraham fängt der Tag und somit auch die Berechnung der Scha'ot smaniot schon bei Morgendämmerung an, endet aber erst beim Ausgang der Sterne und nicht bei Sonnenuntergang. Das hat zur Folge, dass der Tag nach dieser Ansicht viel früher anfängt und die Scha'ot smaniot etwas länger dauern.

Frühestmöglicher Zeitpunkt zum Anziehen des Talits und Anlegen der Tefillin:
Die halachische Beschreibung dieser Zeit lautet: "Wenn wir einen Bekannten aus einer Entfernung von etwa 1,90 m (4 Ellen) erkennen. Da dieses Kriterium etwas subjektiv ist, können wir das auch in Zahlen als den Moment ausdrücken, an dem die Sonne in einem Winkel von 11 Grad zum betreffenden Ort steht. Das ist auch die früheste Zeit, zu der wir das Schma Jisrael am Morgen sagen.

Nez Hachama:
Sonnenaufgang. Die Berechnung der Scha'ot smaniot beginnt nach vielen Ansichten bei Sonnenaufgang. So vermerkt es auch der Alter Rebbe in seinem Siddur und alle halachischen Zeiten, die Sie auf de.chabad.org finden, vertreten diese Ansicht. Die sich bemühen, Vatikin (ausgewählte Gebetszeit) zu beten, organisieren sich auf eine Weise, dass sie das Amida-Gebet genau zu diesem Zeitpunkt beginnen.

Spätester Zeitpunkt für das Schma Jisrael:
Drei Scha'ot smaniot nach Tagesanbruch. Der späteste Zeitpunkt, zu dem wir das Gebot der Tora erfüllen, ist morgens das Schma Jisrael-Gebet zu sagen. B'dieved (falls jemand diesen Zeitpunkt versäumt hat) ist es bis zur vierten verhältnismäßigen Stunde immer noch möglich, das Schma Jisrael mit den dazugehörigen Segenssprüchen zu sagen. Wer das noch später tut, sollte die Segenssprüche auslassen, und sollte die drei Abschnitte des Schma Jisrael-Gebetes vor Sonnenuntergang sagen.

Spätester Zeitpunkt für das Gebet (Tefilla):
Vier Scha'ot smaniot nach Tagesanbruch, im Idealfall der späteste Zeitpunkt, zu dem Schacharit gebetet werden sollte. Wer jedoch selbst diesen Zeitpunkt vermisst, kann das bis Chazot (verhältnismäßige Mittagszeit) tun.

Chazot:
Mittag. die Mitte zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang. Die halbtäglichen Fastentage, die wir manchmal freiwillig auf uns nehmen, enden zu diesem Zeitpunkt.

Mincha Gedola:
Eine halbe verhältnismäßige Stunde nach Chazot. Das ist die früheste Zeit, zu der wir Mincha (Nachmittagsgebet) beten.

Mincha Ketana:
Neuneinhalb Scha'ot smaniot nach Sonnenaufgang. Halachische Autoritäten meinen, dass wir vorzugsweise bis zu dieser Stunde mit dem Mincha-Beten warten.

Plag Hamincha:
Eineinviertel Scha'ot smaniot vor Sonnenuntergang. Gemäß Rabbi Jehuda beginnt zu dieser Stunde die halachisch Nachtzeit. Wenn daher jemand sich entscheidet, nach dieser Ansicht zu handeln, soll er Mincha vor Plag Hamincha beten und dann Maariv, das zu jeder beliebigen Zeit nach dem "Plag" gebetet werden kann. Auf keinen Fall das Mincha-Gebet bis nach Maariw aufschieben, selbst wenn die Sonne immer noch nicht untergegangen ist. Das ist auch die aller früheste Zeit, an der wir die Schabbat-Kerzen zünden.

Zeitpunkt für das Kerzenzünden:
Der geltende Brauch besteht darin, die Schabbat- und Festtagskerzen 18 Minuten vor Schkia (Sonnenuntergang) zu zünden. Einige Gemeinden pflegen aber den Brauch, das Kerzenzünden zu einem früheren Zeitpunkt festzulegen, doch selbstverständlich nicht vor Plag Hamincha.

Schkia:
Sonnenuntergang. Der späteste Zeitpunkt, an dem wir Mincha beten können. B'dieved (falls dieser Zeitpunkt vergessen wurde) ist Mincha und alle Mizwot, die nur tagsüber ausgeführt werden können, aber immer noch bis in die Nacht ausführbar sind. In den halachischen Werken finden wir Ansichten, die besagen, dass Mincha bis "kurz vor dem Aufgang der Sterne" gesagt werden darf. Dieser Zeitpunkt ist 18 Minuten nach Sonnenuntergang. Doch um allen Meinungen gerecht zu werden, sollten wir die Amida von Mincha nicht später als 13,5 Minuten nach Sonnenuntergang beginnen.

Die 24 Stunden der jüdischen Zeitrechnung beginnen mit dem Einbruch der Dunkelheit. Jedoch ist die technische Definition dieses Begriffes unklar. Es könnte sich dabei um die Schkia handeln oder Zet Hakochawim (Aufgang der Sterne). Die Zeit, die zwischen Schkia und Zet Hakochawim liegt, wird daher bejn haschmaschot genannt. Viele Gesetze beziehen sich auf diese Periode und sie kann entweder als den vorangegangenen oder den nächsten Tag betrachtet werden.

Zet Hakochawim:
Das ist die Zeit, an der drei Sterne am Himmel zu sehen sind und der Einbruch der Nacht somit fest steht. Das ist die entgegengesetzte Meinung der rabbinischen Kollegen von Rabbi Jehuda, denn es ist die früheste Zeit, an der wir Maariw beten. Es ist die früheste Zeit, um das abendliche Schma Jisrael und das Zählen der Omer zu sagen. Eine Frau, die ihre Zählung der sieben reinen Tage vollendet hat, kann ab diesem Zeitpunkt in die Mikwe eintauchen.

Der Abschluss der Fastentage:
Wie wir gesehen haben, gibt es verschiedene Meinungen, wann genau Zet Hakochawim ist. Um den Menschen das Fasten ein wenig zu erleichtern, und nachdem uns die meisten Fastentage von den Rabbinern (und nicht von der Tora direkt) verschrieben wurden, verlassen wir uns bezüglich des Abschlusses der Fastentage auf eine möglichst frühe Meinung, - abgesehen von Jom Kippur, den uns die Tora vorschreibt.

Schabbat-Ausgang:
Das ist derjenige Zeitpunkt, an dem der Schabbat oder der Festtag zu Ende geht und die Tätigkeiten der Wochentage wieder aufgenommen werden können. Da diese Tage von der Tora vorgeschrieben sind, wird eine etwas strengere Berechnungsmethode angewendet, um Zet Hakochawim festzulegen. Bekannt, als das Auftauchen von drei kleinen Sternen am Himmel, deckt sich diese Zeit mit der Position der Sonne, wenn sie sich 8,5 Grad unter dem Horizont befindet. Dieses Herausschieben stellt sicher, dass wir die Heiligkeit dieses Tages nicht verletzen und dass wir die Pflicht, Zeit von den Wochentagen auf den Schabbat oder auf den Festtag hinzuzufügen, erfüllen.

Scha'a Smanit:
Verhältnismäßige Stunde, d.h. eine Stunde gemäß Halacha: Die Gesamtsumme der Tagesstunden durch 12 geteilt.

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1 Kommentar
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Anonym zürich 29. Januar 2014

danke für diese schöne zusammenfassung. ich vermisse den sman von rabeinu tam und die erklärung dazu. Reply

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