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Gesetze betreffend Zizit

Gesetze betreffend Zizit

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Sprich zu den Kindern Israels und sag ihnen, dass sie sich an den Ecken ihrer Kleider Fransen in all ihren Generationen machen sollen mit einem himmelblauen Wollfaden an die Fransen jeder Ecke.

Diese sollen für euch Zizit (Fransen) sein, und wenn ihr sie seht, werdet ihr euch an alle Gebote G-ttes erinnern, um sie auszuführen. Ihr sollt nicht nach euren Herzen und nach euren Augen wandern, durch die ihr auf Abwege geratet.

Damit ihr euch an all Meine Gebote erinnert und sie befolgt, und ihr sollt heilig sein für euren G-tt.

Num. 15:38–40

Wir lernen, dass die Mizwa der Zizit allen Mizwot gleich kommt, da sie uns an sie erinnert.1 Raschi erklärt,2 dass die Gematria (numerischer Wert) des Wortes Zizit 600 beträgt. Sechshundert plus die fünf Knoten plus die acht Fäden ergibt 613, was der Anzahl an Mizwot entspricht.

Unsere Weisen sagen, wer diese Mizwa korrekt ausführt, verdient es, Frau und Kinder zu haben.3 Er wird vor Sünden beschützt4 und erhält die Zusicherung, dass er das Antlitz der Schechina (G-ttliche Gegenwart) sehen wird.5

Diese Mizwa ist nicht obligatorisch! Nur bei einem Kleidungsstück mit vier (oder mehr) Ecken ist der Träger verpflichtet, diesem Zizit anzubringen. Trägt er jedoch kein solches Kleidungsstück, verstößt er auch nicht gegen ein Gesetz, wenn er keine Zizit trägt.

Trotzdem, belehrte ein Engel Rabbi Ketina,6 bestraft in Zeiten des G-ttlichen Zornes, d.h. wenn ein Teil des jüdischen Volkes nicht nach den Anleitungen der Tora handelt, G-tt Jene, die sich nicht darum bemühen, gewissenhaft alle Mizwot zu beachten. Das betrifft natürlich auch diejenigen, die es vorziehen, kein viereckiges Kleidungsstück zu tragen, um sich von dieser speziellen Mizwa zu suspendieren. Aus diesem Grund ist es angebracht, dass Männer jeden Tag ein viereckiges Kleidungsstück mit daran befestigten Zizit tragen. Dieses Kleidungsstück ist der Tallit Katan (kleiner Mantel/Gebetsschal), der nur Zizit genannt wird.

Der kabbalistische Meister Arisal hält es für angebracht, den Tallit Katan jederzeit zu tragen, selbst in der Nacht7 – obwohl es keine Verpflichtung gibt, an einem Nachtgewand Zizit zu befestigen.8

Da die Gesetze betreffend Zizit ziemlich umfangreich sind, wird sich dieser Artikel lediglich mit mehr allgemeinen Themen befassen. Außerdem werden wir hier eher die Gesetze betreffend Tallit Katan behandeln und weniger diejenigen, die sich auf den Tallit Gadol (größerer Gebetsschal), in dem man sich ausschließlich für die Gebete einhüllt) beziehen.9

Das Kleidungsstück

Um ein Kleidungsstück mit Zizit auszustatten, braucht es vier Ecken. Es muss ein Kleidungsstück für den Körper sein und nicht nur für den Kopf, wie z.B. ein Winterschal.10 Doch im Gegensatz zu einem gewöhnlichen Hemd, müssen die vier Ecken zwei vorne und zwei hinten einschließen.11

Falls der vordere Teil und der hintere Teil des Kleidungsstücks an den Seiten zusammengenäht ist, muss seine klar überwiegende Mehrheit voneinander getrennt bleiben.12 Gemäß Rabbi Schneor Salman von Liadi,13 sollte der Tallit an beiden Seiten vollständig offen bleiben und nicht durch Nadelstiche oder Heftklammern verbunden sein. Das Kleidungsstück darf keine Ärmel haben. Es muss von weißer Farbe und aus gewobenem Stoff sein.14 Vorzugsweise ist Wolle, niemals aber Plastik oder Leder zu verwenden.15

Die Zizit

Es ist wichtig, nur Zizit zu kaufen, die von einer verlässlich aufsichtführenden Agentur zertifiziert wurdenDie Fäden der Zizit müssen speziell für die Mizwa der Zizit gesponnen werden. Aus diesem Grund muss auch das Spinnen der Fäden von einem Juden, der bereits das Bar-Mizwa-Alter erreicht hat, ausgeführt, oder zumindest überwacht werden.16 Daher ist es äußerst wichtig, ausschließlich Zizit zu kaufen, die von einer verlässlichen, aufsichtführenden Agentur zertifiziert wurden. Sonst wird riskiert, Zizit zu tragen, die halachisch nicht akzeptabel sind. Das könnte dazu führen, dass wir sowohl die Mizwa der Zizit nicht erfüllen, als auch gegen das Verbot verstoßen, ein Kleidungsstück mit vier Ecken zu tragen, an dem keine Zizit angebracht wurden.

Falls die Fäden mit der Zeit abreißen, gelten folgende Regeln:

  • Falls einer der acht Fäden völlig abgerissen ist, sind die Zizit immer noch koscher.
  • Falls ein zweiter Faden abreißen sollte, hängt das Koscher-Sein dieser Zizit von verschiedenen Faktoren ab.
  • Falls drei Fäden reißen könnte es sein, dass diese Zizit bereits nicht mehr koscher sind, selbst wenn die Fäden nicht ganz abgerissen sind.17

Techelet

In den letzen Jahren gab es erneut verschiedene Versuche, die Mizwa, einen der Fäden der Zizit mit Techelet (Himmelblau) zu färben, wiederzubeleben.

Wahres Techelet ist eine spezielle Blaufärbung, die mit Hilfe des Blutes des Meerestieres Chilason (Meeresschnecke Murex Trunculus) ausgeführt wird. Diese Meeresschnecke gleicht der Purpurschnecke, nur dass sie nicht rot, sondern blau färbt. Früher erhielt einer der Fäden der Zizit diese Färbung. Die Farbe war dazu bestimmt, uns an das Himmelreich und an den Thron der G-ttlichen Ehre zu erinnern. Leider ist die Tradition der genauen Identität dieses Meerestieres verloren gegangen. Doch wird wieder, basierend auf verschiedenen Quellen und Entdeckungen, das Blut der Meeresschnecke Murex Trunculus zur Färbung der Zizit verwendet.

Rabbi Schalom DovBer Schneersohn, der fünfte Lubawitscher Rebbe, und viele andere große Tora-Gelehrte waren sich da jedoch nicht so sicher, ob es sich auch tatsächlich um den wahren Chilason handle, der in der Tora erwähnt wird. Sie glauben dass der Chilason erst wieder auftauchen wird, wenn Moschiach kommt.18 [Die heutigen Befürworter der Authentizität des heutzutage verwendeten Chilasons betrachten seine Wiederentdeckung als ein Zeichen dafür, dass die Ankunft Moschiachs unmittelbar bevorsteht.]

Das Anlegen des Tallit

Vor dem Anlegen des Tallit Katan oder des Tallit Gadol, sollen wir die Fäden der Zizit voneinander trennen und sicherstellen, dass alle Fäden in Ordnung sind.19 Doch falls nicht genug Zeit vorhanden ist und wir dadurch riskieren, den Minjan zu verpassen, ist es auch erlaubt, den Tallit ohne Kontrolle anzulegen.20

Haben wir in unserem Tallit Katan geschlafen, dürfen wir am Morgen keinen Segensspruch über ihn sagen. Stattdessen sollen wir den Tallit Katan im Sinn behalten, wenn wir den Segen über den Tallit Gadol sagen.21

Beim Anlegen des Tallit Katan oder Tallit Gadol sollen wir daran denken, sich in Zizit einzuwickeln, um sich an alle Mizwot zu erinnern und diese auszuführen, wie der Vers sagt: "Du wirst sie sehen und dich an sämtliche Gebote G-ttes erinnern."22

Die Zizit sind auf sichtbare Weise zu tragen, um uns an die Mizwot zu erinnernDer Segensspruch über die Zizit soll im Stehen gesagt werden.23 Kranke und Schwache dürfen den Segensspruch natürlich auch im Sitzen sagen.24

Das Tragen des Tallit Katan

Es ist angebracht, die Zizit-Fäden auf sichtbare Weise zu tragen, um uns an die Mizwot erinnern, wie der Vers sagt: "Du wirst sie sehen und dich an alle Mizwot G-ttes erinnern." Wer befürchtet, verspottet zu werden, darf sie in seine Kleider stecken.25 Der Brauch des Arisals war es, den Tallit Katan vollständig zu bedecken,26 doch ist das im Alltag nicht angemessen, weil die Zizit unbedeckt und sichtbar sein sollten.27

Fußnoten
1.

Talmud, Menachot 43b, und Rashi ibid.

2.

Num. 15:39.

3.

Midrasch Tanchuma, Ki Teze.

4.

Siehe Talmud, Menachot 44a.

5.

Ibid. 43b.

6.

Ibid. 41a.

7.

Pri Ez Chaim, Schaar Hazizit 1.

8.

Ein "Nachtgewand" wird als Kleidungsstück definiert, weil wir es in der Nacht tragen könnten (Mischne Tora, Gesetze der Zizit 3:7-8), oder ein Kleidungsstück, das speziell dafür entworfen wurde, in der Nacht getragen zu werden (Rosch, Gesetze der Zizit 1). Siehe Schulchan Aruch, Orach Chaim 18 für mehr zu diesem Thema.

9.

Für mehr Informationen, siehe Schulchan Aruch, Orach Chaim 11-24.

10.

Schulchan Aruch Harav, Orach Chaim 10:20.

11.

Ibid. 10:22.

12.

Ibid. 10:18.

13.

Im Siddur, Gesetze betreffend Zizit.

14.

Ibid. 10:7.

15.

Ibid. 9:4.

16.

Ibid. 11:3–4.

17.

Siehe Schulchan Aruch Harav, Orach Chaim 12 für weitere Auskünfte.

18.

Siehe Piskej Tschuwot 8, Bemerkung 2, für zahlreiche Quellen zu dieser Diskussion.

19.

Schulchan Aruch Harav, Orach Chaim 8:12–13.

20.

Ibid. 8:14.

21.

Ibid. 8:27.

22.

Ibid. 8:17.

23.

Ibid. 8:1.

24.

Aruch Haschulchan, Orach Chaim 8:3.

25.

Schulchan Aruch Harav, Orach Chaim 8:18–19.

26.

Pri Ez Chaim, Schaar Hazizit 1.

27.

Schaarej Halacha Uminhag, Bd. 1, S. 59.

von Aryeh Citron
Rabbi Aryeh Citron genoss eine jeschiwische Ausbildung in Los Angeles, New York, Israel & Australien. Er war Rosch Kolel von The Shul of Bal Harbor Florida und ist jetzt in der Erwachsenenbildung in Surfside, Florida tätig. Er gibt Vorträge zum Talmud, Chassidismus, Jüdischer Geschichte & Jüdischem Gesetz.
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