Here's a great tip:
Enter your email address and we'll send you our weekly magazine by email with fresh, exciting and thoughtful content that will enrich your inbox and your life, week after week. And it's free.
Oh, and don't forget to like our facebook page too!
Kontakt

Was ist Spiritualität?

Was ist Spiritualität?

Schwer zu begreifen jedoch ausschlaggebend

 E-Mail

Es heißt, dass Spiritualität nicht physisch ist, weshalb wir definieren müssen, was "physisch" bedeutet.

Es heißt weiter, dass "physisch" alles beinhaltet, was wir weder sehen, hören, riechen noch berühren können. Das aber ist eine problematische Definition. Wir können z.B. Radiowellen oder jede andere Form von elektromagnetischer Energie außerhalb des Lichtspektrums mit keinem unserer fünf Sinne erfassen. So würden unsere Telefongespräche mit spirituellen Mitteln weitergeleitet werden und unsere Mikrowellenöfen mit Spiritualität wärmen?

Ein Regenbogen hingegen ist für uns sichtbar. Bedeutet das jetzt, dass der Regenbogen und seine Farben physisch sind? Farben, die wir durch optische Täuschung sehen, wie z.B. den grünen Streifen, der an der Grenze zwischen blau und rot erscheint, - sind sie physisch?

Vielleicht ist es korrekter zu sagen, dass alles konkret Messbare physisch ist. Wir können Radiowellen, Gravität oder Kernkraft nicht sehen. Wir können Infraschall, der sich in einem äußerst niedrigen, oder Ultraschall, der sich in einem äußerst hohen Frequenzbereich befindet, nicht hören. Dünne Luft lässt sich nicht anfassen, doch zumindest rein theoretisch messen.

"Spirituell" betrifft alles, was keiner realen Messung standhält. Haben Sie jemals versucht, die Intensität der Liebe einzustufen, oder eine Idee zu kategorisieren? Wir sehen zwar ihre Symptome und Auswirkungen, die wie sogar bis zu einem gewissen Grad erfassen, doch lassen sich Emotionen und Ideen selbst in keiner Weise messen, - nicht, weil uns die geeigneten Werkzeuge fehlen, sondern weil Emotionales von Natur aus nicht messbar ist. Es gehört zu jenen Dingen, die von Psychologen und Soziologen als nicht zählbar beklagt werden, trotzdem aber am meisten zählen.

Auch das Leben selbst ist schwer definierbar. Wir sprechen von etwas Lebendigem und meinen damit lediglich, dass es im nächsten Augenblick nicht mehr dasselbe sein wird. Es weicht die ganze Zeit jeder Definition aus. Eine Pflanze lebt, weil sie wächst. Das Tierreich hat eine höhere Lebensqualität, weil es sich willentlich nach eigenem Gutdünken bewegen kann. Der Mensch ist noch schwerer zu erfassen und entrinnt durch die Kommunikation mit anderen Menschen sogar seinem eigenen Fassungsvermögen.

Die am häufigsten verwendete Metapher für den Ausdruck der Spiritualität ist deshalb das Licht. Von allen physischen Phänomenen ist Licht das am schwersten fassbare. Wir können das Licht selber nicht sehen, sondern nur die Gegenstände, die das Licht widerspiegeln. Doch ohne diese Gegenstände bleibt das Licht für uns nicht wahrnehmbar: Licht ist weder zu hören, zu riechen, zu schmecken, zu berühren noch zu sehen.

Nicht einmal unsere modernsten technologischen Mittel vermögen, uns eine genaue Messung des Lichts zu liefern. Die Quantenmechanik, eine der gelungensten in der Physikgeschichte je entwickelten Theorien, legt fest, dass die Position und die Geschwindigkeit eines Photons oder irgendeines anderen Energieteilchen zu bestimmen, unmöglich ist. Obgleich wir die nötigen Mittel besitzen, existiert diese Messung ganz einfach nicht. Ein Photon hat eine diskrete Geschwindigkeit ohne diskrete Position, - oder eine diskrete Position ohne diskrete Geschwindigkeit. Doch hat es nur eines von beiden.

Licht ist trotz allem immer noch eine physische Einheit und kommt der Spiritualität am nächsten.

Ist Spiritualität wissenschaftlich?

Wenn Spiritualität einen so wichtigen Teil der menschlichen Erfahrungswelt darstellt, warum ignoriert die zeitgenössische Wissenschaft die Spiritualität, bzw. verneinen Wissenschaftler die Existenz jeglicher Form von Spiritualität?

Die moderne Wissenschaft akzeptiert nur messbare Dinge. Wir aber entwickelten noch nicht die geeigneten Werkzeuge zur wissenschaftlichen Behandlung alles Nicht-Messbaren. Das wird noch zu ziemlichen Probleme führen, wenn wir versuchen, das Universum ausschließlich quantitativ zu verstehen. Nicht qualitativ messen zu können, schränkt uns stark ein.

Wir verstehen den Zeitbegriff zwar metrisch, doch warum kommt uns derselbe Zeitabschnitt manchmal viel zu kurz und manchmal wie eine Ewigkeit vor?

Wir können Farben durch die Schwingungszahl ihrer Lichtwellen und deren Kombination bestimmen, doch resultiert dies nicht aus der menschlich unterschiedlichen Erfahrung über Farben, die sich je nach Laune eines Menschen verändert.

Wir kennen Neuronen, die Datenmaterial bis zur elektrochemischen Gehirn-Einprägung umwandeln. Doch wie erklärt sich dadurch unser Sehvermögen eines Bildes? Und was wissen wir über die subjektive Erfahrung des menschlichen Bewusstseins, das Universum zu beobachten? Wenn kein wissenschaftlicher Weg, die menschliche Beobachtungsgabe zu verstehen, existiert, wie können wir überhaupt eine Beziehung zur subjektiven Erfahrung des Menschen finden?

Spiritualität ist ständiger, wenn auch nicht erfassbarer Bestandteil unseres Daseins. Unser tiefgründiges Wissen über Spiritualität stammt von jenen besonderen Menschen, die zu außerordentlichen dem gewöhnlichen Menschen nicht erschließbaren Erfahrungen fähig sind. Wir vergleichen und analysieren diese Erfahrungen, und versuchen unsere Ideen auf ihrer Grundlage aufzubauen.

Die Kabbala widmet sich diesem Thema, und die klassischen Kabbalisten haben eine genaue Methode entwickelt, diese Lehren systematisch zu studieren. Die jüdische Tradition ist wie jede Wissenschaft stetig wachsend, und baut sich langsam und vorsichtig auf der Basis des bereits vorhandenen Wissens auf.

In nächster Zukunft werden wir Wege finden, das Nicht-Physische in die wissenschaftliche Forschung miteinzubeziehen.

von Tzvi Freeman
Tzvi Freeman ist der Autor von Bringing Heaven Down to Earth und Be Within, Stay Above, zwei Bände mit Meditationen, sowie zahlreicher Artikel über jüdische Mystik und Philosophie. In 1975 gab Freeman seine Karriere als Musiker (klassische Gitarre) auf um Talmud und jüdische Mystik zu studieren. Während seinem Studium gründete er die erste chassidische Rockband. Er ist auch der Gründer von Adam v’Adamah – einer jüdischen Umweltgruppe.
Claudia Ravel obtained a computing degree from the Buenos Aires University, in Argentina. Then she studied drawing, painting and art history at the workshop of great masters in art. She studied Art Therapy and scenography. Many collectors, from Argentina and throughout the world, particularly Japan, Israel, France, Canada and the United States own Claudia Ravel paintings. Ms. Ravel has had more than 50 solo and group shows in Argentina from 1989 to 2011, having also participated in art fairs in her native country and abroad, receiving important prizes and distinctions. View her work at www.zazzle.com/ClaudiaRavel.
© Copyright, alle Rechte vorbehalten. Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat, empfehlen Sie ihn weiter, vorausgesetzt Sie halten sich an unsere Urheberrechtsrichtlinien.
 E-Mail
Diskutieren Sie mit
1000 verbliebene Zeichen
E-Mail schicken wenn neue Kommentare geschrieben wurden sind.
Sortiert nach:
Diskussion (2)
26. Oktober 2011
Spiritualität und Wissenschaft
Ein herzliches Lob für diesen Aufsatz

In den letzten Jahren habe ich schmunzelnd Schlußworte der Physik-Kongesse verfolgt.

Ein wichtiger Kongress hatte im Schlusswort den Passus:

Wir sind erst am Anfang. Es ist sehr viel Platz für Religion und Spiritualität.

Das Schlusswort war übrigens von sehr viel Respekt vor Religion und Spiritualität getragen.
Bernd
Ratingen, NRW
26. Oktober 2011
Spiritualität ist nicht physisch.
Aktuell in unserer Zeit, hochinteressant für jemand, der glaubt, ein bißchen denken zu können und lernen möchte, dieses oder jenes zu verstehen.
Die wachsende Wissenschaft und der umfassend sorgsame Aufbau darauf, um mehr zu erkennen, mehren in mir das Bewußsein, wie nahe sich Religiosität und Wissenschaft sind , weil sie einer gemeinsamen uralten Wurzel entstammen und sich gegenseitig nicht ausschalten dürfen.
wie Blätter eines einzigen Baumes, die gemeinsam ein Dach bilden, das Schutz für viele erzeugt.
Ich freue mich und bin dankbar, auf "Chabad" gestoßen zu sein. Schalom. TBZ
Dr.hc.Tilly Boesche-Zacharow
Berlin, Germany
Diese Seite in anderen Sprachen